Gemeinsame Flotte für Rhein und Main: Elf moderne Feuerlöschboote für die Gefahrenabwehr
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Stadt Frankfurt am Main treiben gemeinsam die Modernisierung der Gefahrenabwehr auf den Bundeswasserstraßen Rhein und Main voran. Im Rahmen eines länderübergreifenden Vergabeverfahrens wurden insgesamt elf hochmoderne Feuerlöschhilfeleistungsboote der neuesten Generation in Auftrag gegeben.
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Stadt Frankfurt am Main treiben gemeinsam die Modernisierung der Gefahrenabwehr auf den Bundeswasserstraßen Rhein und Main voran. Im Rahmen eines länderübergreifenden Vergabeverfahrens wurden insgesamt elf hochmoderne Feuerlöschhilfeleistungsboote der neuesten Generation in Auftrag gegeben. Hersteller ist die finnische Werft Marine Alutech Oy Ab. Das Gesamtvolumen beträgt mehr als 100 Millionen Euro.
Dem Auftrag vorausgegangen war ein gemeinsames Vergabeverfahren, das durch die Zentrale Vergabestelle der Bezirksregierung Düsseldorf koordiniert wurde. Der Zuschlag wurde am 8. Mai 2026 erteilt. Die Kooperation zwischen den beteiligten Ländern und der Stadt Frankfurt am Main ist in dieser Form bundesweit einmalig und setzt Maßstäbe für künftige gemeinsame Beschaffungsvorhaben in der Gefahrenabwehr.
Herbert Reul, Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen betont: „Rhein und Main sind Lebensadern unserer Bundesländer. Sie sind aber auch Verkehrsadern und im Ernstfall zählt jede Minute. Da braucht es Leute, die wissen, was sie tun, und moderne Technik, die funktioniert. Die neuen Boote bringen Tempo, Kraft und Verlässlichkeit aufs Wasser. Gemeinsam sind wir damit schlagkräftiger unterwegs.“
Achim Schwickert, Minister des Innern, für Integration und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz: „Sicherheit macht nicht an Landesgrenzen halt. Deshalb investieren wir gemeinsam in moderne Einsatzmittel und stärken die Zusammenarbeit unserer Feuerwehren auf den wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands. Die neuen Feuerlöschhilfeleistungsboote sind eine Investition in die Sicherheit der Menschen, den Schutz Kritischer Infrastruktur und eine leistungsfähige Gefahrenabwehr von morgen. Mit dieser bundesweit einmaligen Kooperation zeigen wir, wie moderne Gefahrenabwehr funktioniert: gemeinsam, effizient und zukunftsorientiert.“
Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main: „Sicherheit entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern durch gute Vorbereitung. Entsprechend ist es uns wichtig, mit gezielten Investitionen in die Gefahrenabwehr-Infrastruktur die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass unsere Einsatzkräfte unter den bestmöglichen Bedingungen reagieren und arbeiten können. Ich bedanke mich bei den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für diese wichtige Kooperation, die am Ende sehr vielen Menschen an Rhein und Main zugutekommen wird.“
Die neuen Feuerlöschhilfeleistungsboote werden speziell auf die Anforderungen der deutschen Binnenwasserstraßen zugeschnitten. Sie vereinen modernste Technologien für Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Gefahrenabwehr und ermöglichen ein effektives Vorgehen auch bei komplexen Schadenslagen, etwa bei Schiffsbränden, Gefahrgutunfällen oder Großschadensereignissen entlang dicht besiedelter und industriell geprägter Uferbereiche.
Damit reagieren die Projektpartner auch auf wachsende Herausforderungen. Der Güterverkehr auf Rhein und Main nimmt kontinuierlich zu, gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Schutz Kritischer Infrastrukturen. Hinzu kommen klimabedingte Extremereignisse, die neue Einsatzlagen mit sich bringen. Die neuen Boote schaffen hier eine zukunftsfähige Grundlage für schnelle, koordinierte und leistungsfähige Hilfe auf dem Wasser.
Das gemeinsame Beschaffungsvorhaben ermöglicht eine effiziente Bündelung von Ressourcen. Einheitliche technische Standards erleichtern nicht nur Ausbildung und Einsatz, sondern auch Wartung und Betrieb. Gleichzeitig können durch die Bündelung der Nachfrage wirtschaftliche Vorteile erzielt werden. Darüber hinaus stärkt das Projekt die länderübergreifende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte entlang der wichtigsten europäischen Wasserstraßen nachhaltig.
Das erste sogenannte Pilotboot soll Anfang 2028 ausgeliefert und anschließend über einen längeren Zeitraum im realen Einsatzbetrieb erprobt werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Serienfertigung der weiteren Boote ein. Die Auslieferung der zehn weiteren Boote ist ab Ende 2029 vorgesehen und soll bis Mitte 2032 abgeschlossen sein.
Von den insgesamt elf Feuerlöschhilfeleistungsbooten entfallen acht auf Nordrhein-Westfalen, zwei auf Rheinland-Pfalz und eines auf die Stadt Frankfurt am Main.