Forschungsschiff Nova nimmt Kurs auf Rotterdam: Nordrhein-Westfalen und Niederlande treiben Zukunft der Binnenschifffahrt voran
Minister Krischer und Generalkonsulin Tijmes geben Startsignal für die Reise zu den Welthafentagen
Nicht nur Schiffe, sondern auch Häfen und Wasserstraßen müssen sich auf neue Antriebe, automatisierte Schiffe und veränderte logistische Anforderungen einstellen. Nordrhein-Westfalen und die Niederlande arbeiten gemeinsam daran, die Binnenschifffahrt zukunftsfähig zu machen.
Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiger Bestandteil der Logistik in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Klimawandel, neue Energieanforderungen, Digitalisierung und Fachkräftemangel erfordern jedoch neue Lösungen. Nicht nur Schiffe, sondern auch Häfen und Wasserstraßen müssen sich auf neue Antriebe, automatisierte Schiffe und veränderte logistische Anforderungen einstellen. Nordrhein-Westfalen und die Niederlande arbeiten gemeinsam daran, die Binnenschifffahrt zukunftsfähig zu machen.
Das Forschungsschiff NOVA der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) ist am Donnerstag, 27. August 2026, in Düsseldorf zu den Welthafentagen in Rotterdam aufgebrochen. Verkehrsminister Oliver Krischer und die niederländische Generalkonsulin in Düsseldorf, Hannah Tijmes, gaben gemeinsam mit der Ersten Bürgermeisterin der Stadt Duisburg, Edeltraud Klabuhn, und duisport-CEO Markus Bangen das Startsignal.
Auf ihrer Fahrt nach Rotterdam wird die NOVA an mehreren Stationen zum Treffpunkt für Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Im Mittelpunkt der Fachveranstaltungen und Gespräche stehen automatisiertes und perspektivisch autonomes Fahren, neue Antriebstechnologien und eine moderne Hafeninfrastruktur. Gemeinsam soll diskutiert werden, wie die Binnenschifffahrt klimafreundlicher, sicherer, resilienter und wettbewerbsfähiger werden kann.
Verkehrsminister Oliver Krischer erklärt: „Rhein und Maas verbinden Nordrhein-Westfalen und die Niederlande – und damit wichtige Wirtschafts- und Hafenstandorte Europas. Die Zukunft der Wasserstraße können wir deshalb nur gemeinsam gestalten. Die NOVA bringt Forschung direkt auf den Rhein und verbindet technologische Innovation mit dem Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Genau diesen grenzüberschreitenden Dialog brauchen wir, um die Binnenschifffahrt nachhaltiger, resilienter und digitaler zu machen.“
Die Reise der NOVA steht zugleich für die 20-jährige Zusammenarbeit Nordrhein-Westfalens mit den Niederlanden in den Bereichen Verkehr, Logistik und Mobilität im Rahmen der Initiative Mobility NL-NRW. Die Tour leistet einen konkreten Beitrag zur „Perspektive nachhaltige Rheinschifffahrt 2030“, auf der Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Partnern entlang des Rheinkorridors an einer nachhaltigen, resilienten und wettbewerbsfähigen Rheinschifffahrt arbeitet.
Die niederländische Generalkonsulin in Düsseldorf, Hannah Tijmes betont: „Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen arbeiten schon lange eng und grenzüberschreitend in den Bereichen Verkehr, Logistik und Mobilität zusammen. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen ist dieser Austausch wichtiger denn je. Die Reise der NOVA zeigt, wie wir gemeinsam neue Lösungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Binnenschifffahrt entwickeln können.“
Automatisiertes Fahren unter realen Bedingungen
Die 15 Meter lange NOVA wird batterieelektrisch angetrieben und verfügt über eine Solaranlage. Forschende der UDE und des DST untersuchen an Bord, wie Schiffe unter realen Bedingungen automatisiert und perspektivisch autonom fahren können. Dafür muss die NOVA ihre Umgebung erfassen, andere Verkehrsteilnehmer erkennen, Kurs und Geschwindigkeit anpassen und auch komplexe Manöver sicher durchführen können. Gleichzeitig untersuchen die Forschenden, wie unterschiedliche Fahrweisen den Energieverbrauch beeinflussen. Auf der Fahrt wird zudem die digitale Infrastruktur entlang der Strecke untersucht. Dazu wird die Netzabdeckung als Voraussetzung für Kommunikation und ferngesteuertes Fahren gemessen.
Dr. Jens Neugebauer, Leiter des Instituts für Nachhaltige und Autonome Maritime Systeme (INAM) der UDE erklärt: „Hoch-automatisiertes Fahren kann dazu beitragen, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Gleichzeitig bietet die Automatisierung die Chance, die Schifffahrt sicherer, effizienter und nachhaltiger zu machen. Auf der Fahrt nach Rotterdam können wir diese Fragen direkt mit denjenigen diskutieren, die an unterschiedlichen Stellen an der Zukunft der Wasserstraße arbeiten.“ Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Entwicklung der NOVA über das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr mit 1,17 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind das INAM, der Lehrstuhl für Mechatronik der UDE sowie das DST, ein An-Institut der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF).
Bei den Welthafentagen vom 4. bis 6. September öffnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die NOVA als schwimmende Forschungsplattform für Besucherinnen und Besucher und geben Einblicke in die Forschung zum automatisierten und elektrischen Fahren auf dem Rhein.
Die Stationen der NOVA Tour de Rotterdam im Überblick:
- 27. August: Düsseldorf – Auftakt und Start der Reise am Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr
- 31. August: Arnheim – Smart Shipping, Hafenentwicklung und Energiewende
- 1. September: IJzendoorn – Binnenschiff der Zukunft: sauber, klimaresilient und autonom
- 2. September: Dordrecht – Ferngesteuerte und autonome Navigation
- 3. September: Fahrt von Dordrecht nach Rotterdam
- bis 6. September: Rotterdam – NOVA bei den Welthafentagen
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