Ministerpräsident Wüst verleiht 25 Personen die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Hendrik Wüst: Ihr Engagement steht beispielhaft für die Mitmenschlichkeit und die Zivilcourage, die unsere Gesellschaft zusammenhalten

20. Juli 2026
Ministerpräsident Wüst verleiht 25 Personen die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Auszeichnung fand am Abend im Rahmen einer Feierstunde im Maxhaus in Düsseldorf statt.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Montag, 20. Juli 2026, 25 Personen aus Nordrhein-Westfalen mit der Rettungsmedaille geehrt. Sie haben unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus lebensbedrohlichen Notlagen gerettet. Zudem wurden an sechs Personen Öffentliche Belobigungen ausgesprochen. Die Auszeichnung fand am Abend im Rahmen einer Feierstunde im Maxhaus in Düsseldorf statt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Das entschlossene Handeln Einzelner kann Leben retten. Genau das haben die Menschen, die mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet werden, eindrucksvoll bewiesen. Mit ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz haben sie Mitmenschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Sie haben hingesehen und in einem entscheidenden Moment Verantwortung übernommen und Mut bewiesen. Ihr Engagement steht beispielhaft für die Mitmenschlichkeit und die Zivilcourage, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Für dieses beeindruckende Handeln verdienen sie unsere höchste Anerkennung und unseren größten Respekt. Sie sind Vorbilder für uns alle.“

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Seither wurden 1.435 Bürgerinnen und Bürger mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet.

Die Rettungstaten in chronologischer Reihenfolge auf einen Blick:

  • Andreas Höing aus Raesfeld rettet einem Mann das Leben, als dieser bewusstlos vom Dach stürzt, indem er den Aufprall mit seinem Körper abfängt.

  • Polizeihauptkommissar a. D. Ewald Martinschledde und Markus Nowara aus Rheda-Wiedenbrück retten eine gehörlose Frau aus einem brennenden Haus. Silke Wagener aus Rheda-Wiedenbrück unterstützt die Rettung der Frau und erhält eine Öffentliche Belobigung. 

  • Polizeioberkommissar Markus Kemper und Polizeikommissarin Hannah Lütfrink aus Borken, Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede sowie ein weiterer Polizeibeamter retten einer jungen Frau das Leben, die sich auf einem Baugerüst das Leben nehmen will.

  • Hendrik Kat aus Recklinghausen rettet einen Mann aus einer brennenden Wohnung.

  • Lena-Marie Balitzki aus Münster sowie Robert Klohs, Andreas Leyer, Damian Piechaczek, Nathalie Rehse und zwei weitere Retter aus Solingen tragen durch ihre schnellen Reaktionen maßgeblich dazu bei, dass die Opfer des Terroranschlags von Solingen schnellstmöglich medizinisch versorgt werden können und retten dadurch Leben.

  • Arbrescha Lepaja, Albulenë Lepaja und Bleona Pllana aus Neunkirchen sowie zwei weitere Retter aus Neunkirchen und Kreuztal greifen ein, als eine Frau in einem voll besetzten Linienbus in Siegen Fahrgäste mit einem Messer angreift und verletzt.

  • Khuder Berhim, Khodr Fakhro und Tarek Saado aus Essen retten mehrere Menschen aus einem brennenden Mehrfamilienhaus.

  • Polizeikommissar Christian Lüke aus Bönen und Polizeioberkommissar Anthony Ulbrich aus Kamen retten einen Mann aus einem brennenden Auto. Polizeihauptkommissar Marvin Barabo und Polizeikommissarin Saskia Link aus Kamen, Polizeikommissar Enes Enbiya Özsakiz aus Bergkamen, Polizeioberkommissar Christopher Ruppel aus Werne und ein weiterer Polizeibeamter aus Lüdinghausen unterstützen die Rettung des Mannes und erhalten eine Öffentliche Belobigung.

Die Laudationes im Wortlaut:
Es gilt das gesprochene Wort.

Andreas Höing aus Raesfeld

Am 29. Mai 2023 bekommen Andreas Höing und seine Ehefrau Besuch von einem guten Freund. Der Kumpel will helfen, eine Satellitenschüssel auf dem Hausdach zu befestigen. Über eine Leiter klettert er aufs Dach. Als er den Antennenmast erreicht, da wird ihm schlecht – er wird bewusstlos.

Andreas Höings Freund kippt nach hinten und rutscht mit dem Kopf nach unten das Dach runter. Sein Kopf prallt auf die Dachrinne auf und er fällt kopfüber vom Hausdach in die Tiefe.

Andreas Höing springt nach vorn und fängt seinen bewusstlosen Freund auf – noch bevor er auf dem Boden aufschlägt. Beide fallen rückwärts zu Boden, Andreas Höing kann sich, mit seinem Freund im Arm, noch abrollen. Seine Ehefrau ruft sofort den Rettungsdienst. 

Andreas Höings Freund hat am Hinterkopf eine stark blutende Wunde und ist immer noch bewusstlos. Nach einiger Zeit kommt er wieder zu sich. Er weiß noch nichts davon, dass sein Freund ihm vielleicht das Leben gerettet hat – und klagt über Schmerzen im Nacken und im Rippenbereich. Als der Rettungsdienst eintrifft, wird der verletzte Mann notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Und er wird wieder gesund.

Ohne das schnelle und beherzte Handeln von Andreas Höing wären die Verletzungen lebensbedrohlich oder sogar tödlich gewesen. Für seinen selbstlosen Einsatz verleihe ich Andreas Höing die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Polizeihauptkommissar a.D. Ewald Martinschledde und Markus Nowara aus Rheda-Wiedenbrück
Öffentliche Belobigung für Silke Wagener aus Rheda-Wiedenbrück

Am Morgen des 23. Juni 2023 brennt der Dachstuhl einer Doppelhaushälfte in Rheda-Wiedenbrück. Polizeihauptkommissar Ewald Martinschledde ist außer Dienst mit dem Fahrrad unterwegs. Er sieht den Rauch und fährt direkt zu dem Haus. 

Markus Nowara arbeitet als Bauarbeiter in der Nachbarschaft. Auch er sieht den brennenden Dachstuhl und läuft sofort los. Gleichzeitig ist Silke Wagener mit ihrem Auto unterwegs. Sie sieht die Rauchsäule und fährt ebenfalls zum Haus. 

Aus dem Innern des Hauses ist deutlich Hundegebell zu hören. Auf Klingeln und Klopfen reagiert aber niemand. Ewald Martinschledde klingelt bei den Nachbarn, doch auch hier öffnet niemand. Flammen und Rauch werden immer stärker.

Ewald Martinschledde kann durch einen offenen Abstellraum in den Garten des Hauses gelangen. Aber die Terrassentür ist durch einen Rollladen versperrt. Gemeinsam mit Silke Wagener und Markus Nowara schiebt er den Rollladen hoch und öffnet die Terrassentür mit einem kräftigen Tritt.

Im ersten Obergeschoss schläft eine Frau in ihrem Bett. Die zwei Männer wecken die gehörlose Frau sofort und bringen sie in Sicherheit. Silke Wagener kümmert sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um die Frau. Obwohl Flammen und Rauch immer stärker werden, gehen Ewald Martinschledde und Markus Nowara zurück ins Haus und suchen nach weiteren Personen: Es ist niemand mehr im Haus. 

Bei ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz haben sich die beiden Retter selbst in Lebensgefahr gebracht. Dafür verleihe ich Ewald Martinschledde und Markus Nowara die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Silke Wagener, die die Rettungsaktion tatkräftig unterstützt hat, erhält eine Öffentliche Belobigung.

Polizeioberkommissar Markus Kemper aus Borken, Polizeikommissarin Hannah Lütfrink aus Borken und Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede
Ein weiterer Polizeikommissar erhält ebenfalls die Rettungsmedaille

Das St. Vinzenz-Hospital in Rhede: Am 1. August 2023 wird ein Polizeikommissar zu einem Einsatz gerufen: Eine Patientin wird vermisst. Später, nach seinem Dienstschluss, fährt der Polizeikommissar zum Sport und entdeckt auf dem Weg die vermisst gemeldete Frau. Er informiert die Dienststelle, stellt sein Auto ab und folgt der jungen Frau. Sie stoppt vor der Baustelle eines Mehrfamilienhauses.

Polizeioberkommissar Markus Kemper, Polizeikommissarin Hannah Lütfrink und Polizeikommissarin Ronja van der Heiden treffen kurze Zeit später auf der Baustelle ein. Da ist die vermisste Frau schon auf das Baugerüst geklettert. Sie befindet sich auf Höhe des vierten Stockwerks. Aus ihrer Jacke formt sie ein Seil – das sie sich um den Hals legt und beginnt, sich an der Außenseite des Gerüsts herabzulassen.

Hannah Lütfrink sucht das Gespräch mit ihr. Das bringt den Rettern etwas Zeit. Zeit, die verhindert, dass die junge Frau in die Tiefe springt. Ronja van der Heiden klettert auf das Gerüst und klammert sich in Höhe des dritten Stockwerks um die Beine der Frau. Sie hält sie fest.

Markus Kemper klettert in den vierten Stock und hält mit seinen Armen und Beinen ihren Oberkörper fest. Zeitgleich klettert auch Hannah Lütfrink auf das Gerüst. Im vierten Stock löst sie das Seil um den Hals der Betroffenen. Der Polizeikommissar kommt im dritten Stock Ronja van der Heiden zur Hilfe und stützt die Frau.

Die Rettungsaktion ist schwierig und gefährlich für alle. Die junge Frau setzt sich mit aller Kraft zur Wehr. Den Polizistinnen und Polizisten gelingt es schließlich gemeinsam, die Frau in der dritten Etage auf das Gerüst zu ziehen und auf dem schmalen Holzboden festzuhalten. Kurz darauf treffen Rettungsdienst und Feuerwehr mit Drehleiter und Rettungskorb ein. Die Frau wird mit dem Rettungskorb vom Gerüst geborgen. Der Notarzt und Markus Kemper begleiten sie im Korb – bis die Rettungskräfte sich um sie kümmern können. 

Durch das entschlossene, beherzte und koordinierte Handeln der beteiligten Polizistinnen und Polizisten konnte der Suizidversuch der jungen Frau verhindert werden. Für diesen vorbildlichen Einsatz verleihe ich Markus Kemper, Hannah Lütfrink      und Ronja van der Heiden die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hendrik Kat aus Recklinghausen

Es ist Vormittag in Recklinghausen. Feuerwehrmann Hendrik Kat ist am 2. Januar 2024 privat mit seinem Auto unterwegs. Aus einem Dachfenster und dem Erdgeschossfenster eines Mehrfamilienhauses kommt schwarzer Rauch. 

Hendrik Kat fährt sofort hin – und sieht mehrere Bewohner am Hauseingang. Sie haben schwarze Gesichter vom Rauch. Hendrik Kat ruft sofort die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr. Die Hausbewohner stehen unter Schock. Hendrik Kat bittet sie, sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Sicherheit zu bringen. Eine Spaziergängerin, die das Geschehen mitbekommen hat, kümmert sich um die Hausbewohner – hilft, wo sie kann. 

Auch wenn sich viele Hausbewohner selbst retten konnten: Schnell wird klar: Es ist noch jemand im brennenden Gebäude – und damit in Lebensgefahr. Als Feuerwehrmann weiß Hendrik Kat, wie lebensgefährlich der Rauch ist. Trotzdem zögert er keine Sekunde und rennt mit einer weiteren Person – die wir leider nicht kennen – in das brennende Haus.

Irgendwo im Rauch erkennt Hendrik Kat einen Mann und zieht ihn aus dem Haus auf den Bürgersteig. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut er den hilfsbedürftigen Mann.

Ohne das schnelle Eingreifen wäre der Hausbewohner bis zum Eintreffen der Feuerwehr vermutlich an einer Rauchgasvergiftung gestorben. Für seinen mutigen Einsatz verleihe ich Hendrik Kat die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Lena-Marie Balitzki aus Münster, Robert Klohs, Andreas Leyer, Damian Piechaczek und Nathalie Rehse aus Solingen
Kai Wentzeck und Maik Wentzeck aus Solingen, die bei der Veranstaltung nicht vor Ort sind, erhalten ebenfalls die Rettungsmedaille.

Am 23. August 2024 feiert Solingen das „Festival der Vielfalt“. Es ist der Stadtgeburtstag: 650 Jahre Solingen. Wie aus dem Nichts heraus attackiert ein Mann wahllos Menschen mit einem Messer und sticht auf sie ein. Drei Menschen werden getötet und acht weitere Menschen verletzt, vier davon lebensgefährlich.

Dieser schreckliche Terroranschlag hat sich tief ins kollektive Gedächtnis unseres Landes eingebrannt. Maik Wentzeck ist vor der Bühne am Fronhof, wo der Täter auf die ersten Opfer einsticht. Hinter ihm fällt eine Frau zu Boden. Sie ist schwer am Hals verletzt. 

Maik Wentzeck leistet sofort Erste Hilfe und drückt die Wunde am Hals der Frau mit seinen bloßen Händen ab. Schnell erkennt er: Es sind weitere Menschen verletzt. Er wählt sofort den Notruf. Gleichzeitig kommt sein Bruder Kai Wentzeck zur Hilfe.

Kai Wentzeck beginnt mit der Reanimation einer weiteren am Hals verletzten Frau. Für sie kommt leider jede Hilfe zu spät. Die Frau stirbt noch vor Ort. Eine weitere schwer verletzte Person bricht direkt neben ihm zusammen. Es ist der Ehemann der verstorbenen Frau. Kai Wentzeck reanimiert den Ehemann, so lange, bis er von eintreffenden Rettungskräften abgelöst wird. Eine unglaublich schnelle direkte Hilfe der beiden Brüder.

Lena-Marie Balitzki ist die erste Notärztin am Tatort. Sie führt umgehend eine Triage der verletzten Personen durch. Sie koordiniert die Rettungskräfte und Ersthelfende. Und Lena-Marie Balitzki gibt in einer völlig unübersichtlichen Situation klare und direkte Anweisungen und sichert so die Versorgung der Verletzten. Ein lebensbedrohlich verletztes Opfer behandelt sie sofort und reanimiert. 

Auch Notärztin Nathalie Rehse sichtet die verletzten Personen und koordiniert Rettungskräfte und Helfende. Sie kümmert sich vor Ort darum, dass die Verletzten auf die umliegenden Krankenhäuser so aufgeteilt werden, dass es nicht zur Überlastung kommt. Lena-Marie Balitzki und Nathalie Rehse haben an diesem Abend Herausragendes geleistet. In der äußerst unübersichtlichen Situation behalten sie den Überblick und treffen in größter Zeitnot lebensrettende Entscheidungen.

Robert Klohs wollte wie viele andere Solingerinnen und Solinger einen schönen Abend auf dem Stadtfest verbringen. Zusammen mit seiner Freundin wird auch er Opfer des Attentäters. In dieser Situation muss er um sein eigenes Leben bangen. Doch Robert Klohs setzt zum Gegenangriff an. Mit Tritten hält er den Täter auf Abstand. Die Gegenwehr verschafft den umstehenden Menschen Zeit – sie können den Platz am Fronhof verlassen. Auch der Täter flüchtet. Robert Klohs beweist in dieser Situation unvorstellbaren Mut.

Damian Piechaczek ist ebenfalls auf dem Stadtfest und besucht eins der Konzerte an diesem Sommerabend. Plötzlich stürmt ein junger Mann an ihm vorbei und kurz darauf bricht in seiner Nähe eine junge Frau zusammen. Damian Piechaczek reagiert sofort. Die Frau hat eine schwere Verletzung am Hals und verliert schnell viel Blut. Er leistet umgehend Erste Hilfe und versucht mit allen Mitteln, die Blutung zu stoppen.

Andreas Leyer kommt auch zur Hilfe. Er zieht sein Hemd aus und nutzt es als Kompresse für die Blutung. Er stützt den Kopf der Frau, spricht mit ihr. Wie aus dem Nichts und völlig wahllos sind bei dem Attentat in Solingen Menschen ermordet worden. Aus dem Leben gerissen. Um Mitmenschen zu retten, sind in dieser Ausnahmesituation viele Menschen über sich hinausgewachsen. 

Für ihr schnelles und beherztes Handeln verleihe ich Lena-Marie Balitzki, Robert Klohs, Andreas Leyer, Damian Piechaczek, Nathalie Rehse, Kai Wentzeck und Maik Wentzeck heute die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

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  • Video: Land NRW

20.07.2026

Der 23. August 2024 hat sich tief in das Gedächtnis unseres Landes eingebrannt. Beim Terroranschlag in Solingen verloren drei Menschen ihr Leben. 

Notärztin Nathalie Rehse hat in dieser Ausnahmesituation schnell, entschlossen und mit großem Mut gehandelt. Gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften hat sie Erste Hilfe geleistet, Verletzte versorgt und Menschenleben gerettet.

Arbrescha Lepaja, Albulenë Lepaja und Bleona Pllana aus Neunkirchen im Siegerland 
Zwei weitere Retter aus Neunkirchen und Kreuztal, die bei der Veranstaltung nicht vor Ort sind, erhalten ebenfalls die Rettungsmedaille.

Nur eine Woche nach dem Messerangriff in Solingen: Am Abend des 30. August 2024 sticht eine Frau in einem voll besetzten Linienbus wahllos mit einem Messer auf Fahrgäste ein. Sofort ist klar: Die Lage ist lebensbedrohlich. 

Der Busfahrer erkennt die Situation und hält den Bus geistesgegenwärtig am Straßenrand an – der Bus steht auf einer Anhöhe zwischen Neunkirchen und Siegen-Eiserfeld. Die nächste Ortschaft ist gut 5 Minuten entfernt. Er öffnet die Bustüren, damit die Menschen aus dem Bus in den Wald fliehen können.

Der Busfahrer steigt selbst aus und wählt sofort den Notruf. Noch im Bus greift die Täterin Arbrescha Lepaja und ihre Kinder an. Arbrescha Lepaja stellt sich sofort zwischen die Täterin und ihre Kinder, um sie mit ihrem eigenen Leben zu schützen. Sie wird dabei von der Täterin mit dem Messer am Unterarm verletzt. 

Ihre Schwägerin Albulenë Lepaja kommt zur Hilfe – ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. Sie hält den Arm der Angreiferin fest, in der Hand hat diese noch das Messer. Bleona Pllana gehört auch zur Familie. Sie bringt die Kinder nach draußen und in Sicherheit. 

Aber die Situation im Bus bleibt gefährlich. Trotzdem kehrt Bleona Pllana in den Bus zurück – und greift nach der Tasche der Angreiferin. Denn da sind noch andere Waffen drin. Mit Erfolg. Sie schafft die Tasche aus dem Bus.

Es sind aber immer noch zwei weitere Fahrgäste im Bus. Einem der Fahrgäste gelingt es, der Angreiferin das Messer aus der Hand zu schlagen. Arbrescha und Albulene Lepaja halten die Täterin fest. Dabei wird Arbrescha Lepaja von der Angreiferin in den Arm gebissen.

Um den Widerstand der Angreiferin zu brechen, beißt Arbrescha Lepaja zurück. Daraufhin lässt die Gegenwehr der Angreiferin nach und sie setzt sich auf einen Sitzplatz vorne im Bus. Dem Busfahrer gelingt es, die Lage bis zum Eintreffen der Polizei unter Kontrolle zu bringen.

Für ihren mutigen und selbstlosen Einsatz verleihe ich Arbrescha Lepaja, Albulenë Lepaja und Bleona Pllana die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Khuder Berhim, Khodr Fakhro und Tarek Saado aus Essen

Am 28. September 2024 werden in den Essener Stadtteilen Altenessen-Süd und Stoppenberg von demselben Brandstifter zwei Wohnhäuser in Brand gesetzt. Den Brand in Altenessen-Süd sieht Khuder Berhim. Er sieht die Flammen aus dem Haus schlagen und rennt sofort hin und ruft nach Hilfe. 

Auch Khodr Fakhro sieht das Feuer im Dachgeschoss – und läuft los, um zu helfen. Tarek Saado ist gerade mit einem Freund im Auto unterwegs, als er das Feuer sieht. Er bremst, als er die beiden Männer zum brennenden Haus laufen sieht. 

Khuder Berhim und Khodr Fakhro besorgen geistesgegenwärtig Leitern aus der Nachbarschaft. Denn durch Feuer und Rauch sehen sie mehrere Menschen, die an den Fenstern des Wohnhauses stehen und laut um Hilfe rufen. Auch Kinder. Der Rettungsweg durchs Treppenhaus ist abgeschnitten.

Die drei Männer bringen die Leitern zu den Fenstern und es gelingt den Dreien, die Kinder und Erwachsenen aus dem brennenden Haus zu retten. Für die Helfer bestand akute Lebensgefahr. Nur durch das beherzte und mutige Eingreifen konnten Menschenleben gerettet werden.

Dafür verleihe ich Khuder Berhim, Khodr Fakhro und Tarek Saado die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Polizeikommissar Christian Lüke aus Bönen und Polizeioberkommissar Anthony Ulbrich aus Kamen
Öffentliche Belobigung für Polizeihauptkommissar Marvin Barabo und Polizeikommissarin Saskia Link aus Kamen, Polizeikommissar Enes Enbiya Özsakiz aus Bergkamen, Erster Polizeihauptkommissar Jens Jakubczak aus Lüdinghausen und Polizeioberkommissar Christopher Ruppel aus Werne

Am 1. November 2024 passiert morgens um 4 Uhr auf der Wickeder Straße in Dortmund ein Verkehrsunfall. Ein 20-jähriger Dortmunder verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallt gegen einen Baum. Das Auto geht sofort in Flammen auf.

Die Polizeibeamten Christian Lüke, Anthony Ulbrich, Marvin Barabo, Jens Jakubczak, Saskia Link, Enes Enbiya Özsakiz und Christopher Ruppel werden zu dem Unfall gerufen. Das brennende Fahrzeug ist in einem Graben zum Stehen gekommen.

Auf der Beifahrerseite sehen die Beamtinnen und Beamten eine eingeklemmte Person, die um Hilfe schreit. Polizeikommissar Christian Lüke rennt sofort zum brennenden Auto, aber Flammen und Hitze sind so stark, dass er den Mann nicht greifen und aus dem Auto ziehen kann. 

Mehrere weitere Versuche scheitern an Hitze und Flammen. Immer wieder gibt es kleine Explosionen im Fahrzeug. Christian Lüke kriecht in den Entwässerungsgraben unterhalb des Autos. Das Feuer hat sich ausgebreitet und ist mittlerweile überall – ein Baum neben dem Fahrzeug brennt schon. 

Mit ganzer Kraft und allem Mut schafft es Christian Lüke bis zum eingeklemmten Beifahrer. Er fasst die Hand des Mannes und will ihn aus dem brennenden Auto ziehen. Ohne Erfolg. Der Fuß ist zu fest eingeklemmt. Er greift in den Fußraum und bekommt den Fuß des Mannes zu packen und kann ihn lösen. Es gelingt Christian Lüke, den Mann aus dem Auto zu ziehen.

Polizeioberkommissar Anthony Ulbrich kommt seinem Kollegen zur Hilfe und gemeinsam bringen sie den Verletzten aus der Gefahrenzone. Direkt versucht Anthony Ulbrich, die brennenden Beine des Verletzten mit bloßen Händen und einem Sweatshirt zu löschen. 

Polizeikommissar Enes Enbiya Özsakiz und Polizeihauptkommissar Jens Jakubczak holen zur gleichen Zeit Feuerlöscher und Löschdecken. Polizeioberkommissar Christopher Ruppel, Polizeihauptkommissar Marvin Barabo und Polizeikommissarin Saskia Link übernehmen die Erstversorgung. 

Für ihren vorbildlichen und mutigen Einsatz verleihe ich Polizeikommissar Christian Lüke und Polizeioberkommissar Anthony Ulbrich die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. 

Polizeikommissarin Saskia Link, Polizeihauptkommissar Marvin Barabo, Polizeikommissar Enes Enbiya Özsakiz, Erster Polizeihauptkommissar Jens Jakubczak und Polizeioberkommissar Christopher Ruppel, die die Rettungsaktion tatkräftig unterstützt haben, erhalten eine Öffentliche Belobigung.

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