Cybersicherheit in Nordrhein-Westfalen: Innenministerium stellt Strategie der Sicherheitsbehörden vor

Reul: Wir wollen hin zu einem Bürger, der im Internet sicher und selbstbestimmt unterwegs ist

15. April 2021
phb Laptop, Darknet

Im Kampf gegen Internet-Kriminalität hat Innenminister Herbert Reul die Strategie der Sicherheitsbehörden vorgestellt: mehr Cyber-Cops, gezielte Warnungen vor Cyberattacken durch den Verfassungsschutz und eine neue Online-Plattform der Koordinierungsstelle Cybersicherheit, die im Innenministerium angesiedelt ist.

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Im Kampf gegen Internet-Kriminalität hat Innenminister Herbert Reul die Strategie der Sicherheitsbehörden vorgestellt: mehr Cyber-Cops, gezielte Warnungen vor Cyberattacken durch den Verfassungsschutz und eine neue Online-Plattform der Koordinierungsstelle Cybersicherheit, die im Innenministerium angesiedelt ist. Für Innenminister Herbert Reul ist Sicherheit im Netz keine Aufgabe eines einzelnen Ministeriums: „Cybersicherheit betrifft alle Ministerien, Organisationen und ist letztlich Aufgabe jedes einzelnen Bürgers. Je besser wir unsere Erkenntnisse und Kompetenzen vernetzen, desto eher können wir Lücken im digitalen Sicherheitsnetz schließen.“
 
Für die ressortübergreifende Zusammenarbeit wurde die Koordinierungsstelle Cybersicherheit NRW bereits im vergangenen Jahr gegründet. Als Vernetzungszentrale der Landesregierung bündelt sie Informationen und stellt sie ab sofort auf www.cybersicherheit.nrw online allen Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmen und Institutionen zur Verfügung. So klärt sie unter anderem auf über Passwortsicherheit, Daten-, Identitätsdiebstahl und Wirtschaftsspionage. Außerdem listet sie Ansprechstellen innerhalb der Landesverwaltung und darüber hinaus auf. Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das eine Koordinierungsstelle dieser Art eingerichtet hat.
 
„Unser Ziel ist es, das individuelle Sicherheitsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, damit sie sich sicher im Cyberraum bewegen“, so Reul und verweist auf das Problem, dass oft der Benutzer selbst das Einfallstor für Cyberangriffe ist: „Im Auto schnalle ich mich an, im Supermarkt an der Kasse tippe ich meine PIN geschützt ein. Wir wollen hin zu einem Bürger, der im Internet sicher und selbstbestimmt unterwegs ist.“
 
Um digitale Bedrohungen für die Innere Sicherheit in Nordrhein-Westfalen noch besser abwehren zu können, verstärkt das Ministerium seine polizeilichen Maßnahmen sowie die des Verfassungsschutzes. Wie wichtig Cybersicherheit ist, hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie offenbart. Innenminister Reul: „Seit Pandemiebeginn findet das Leben noch stärker online statt und das Verbrechen kommt hinterher.“ So stieg die Computerkriminalität im Corona-Jahr 2020 um 20,8 Prozent auf 24.294 Fälle an –­ der höchste Stand seit fünf Jahren. „Wenn online betrogen wird, dann muss die Polizei online auf Streife gehen. Deshalb brauchen wir Cyber-Cops“, so Reul. 2020 hat die nordrhein-westfälische Polizei 78 neue Stellen in der Online-Sachfahndung geschaffen. In diesem Jahr kommen noch einmal 31 Stellen hinzu.
 
Mit der Spionage- und Cyberabwehr des Verfassungsschutzes und dem Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts leistet das Innenministerium einen wichtigen Beitrag zur Cybersicherheit im Land. Die Bedeutung des Verfassungsschutzes beim Thema Cybersicherheit wird auch in Bezug auf Bedrohungen aus dem Ausland deutlich: Allein im Jahr 2020 hat der Landesverfassungsschutz 110 Unternehmen und Institutionen in Nordrhein-Westfalen vor Angriffsversuchen fremder Nachrichtendienste gewarnt.
 
 

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