Aufbau der Medizinischen Fakultät OWL geschafft – erstmals 300 Medizin-Erstsemester in Bielefeld
Universität setzt Schwerpunkte in ambulanter Behandlung und Allgemeinmedizin für bessere medizinische Versorgung / Ministerin Ina Brandes eröffnet neue Gebäude für Lehre und Forschung
Die Medizinische Fakultät der Universität Bielefeld hat ihren Endausbau erreicht: Zum aktuellen Wintersemester haben erstmals 300 Studentinnen und Studenten ihr Studium der Humanmedizin in Bielefeld aufgenommen.
Die Medizinische Fakultät der Universität Bielefeld hat ihren Endausbau erreicht: Zum aktuellen Wintersemester haben erstmals 300 Studentinnen und Studenten ihr Studium der Humanmedizin in Bielefeld aufgenommen. Mit der Fakultätsgründung im Jahr 2019 ist ein neuer Medizinstandort in Nordrhein-Westfalen entstanden, der gezielt zur Sicherung der ärztlichen Versorgung in Ostwestfalen-Lippe beitragen soll. Das Land hat den Neubau der Medizinischen Fakultät mit einer Finanzierungszusage der Baukosten in Höhe von bis zu 578 Millionen Euro ermöglicht.
Im Zuge des Aufbaus der Fakultät wurden bereits 63 Professuren besetzt – weitere Berufungsverfahren laufen. Ein besonderes Merkmal ist der praxisnahe Modellstudiengang Humanmedizin. Er setzt unter anderem Schwerpunkte auf die ambulante Versorgung und die Allgemeinmedizin.
Ministerin für Kultur und Wissenschaft Ina Brandes besuchte am Dienstag, 27. Oktober 2026, die Eröffnung der neuen Lehr- und Forschungsgebäude R5 und R6, die pünktlich zum Semesterstart in Betrieb genommen werden konnten. Mit den zwei neuen Gebäuden sind weitere rund 8.000 Quadratmeter Nutzungsfläche für moderne medizinische Lehre und Forschung in Bielefeld entstanden. Für den Bau der beiden jüngsten Gebäude der Medizinischen Fakultät hat Land hat rund 120 Millionen Euro investiert.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Mit 300 Studienplätzen für Erstsemester gehört die Universität Bielefeld jetzt zu den großen Standorten der Hochschulmedizin in Nordrhein-Westfalen. Mit den Neubauten auf dem Campus der Universität Bielefeld wurden hervorragende Bedingungen für eine moderne und praxisnahe Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte von morgen geschaffen. Das ist eine sehr gute Nachricht für die vielen jungen Menschen, die in unserem Land Humanmedizin studieren wollen. Und es ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen in Nordrhein-Westfalen, die eine exzellente medizinische Versorgung – auch in ländlichen Regionen – erwarten. Die Medizinische Fakultät OWL ist ein Gewinn für die Region und stärkt Nordrhein-Westfalen als Wissenschaftsstandort.“
Rektorin der Universität Bielefeld Professorin Dr. Angelika Epple: „Wir haben es in Rekordzeit geschafft, ein Medizinstudium an der Universität Bielefeld für nun 300 Studienanfängerinnen und Studienanfänger pro Jahr zu ermöglichen. Damit haben wir die mit dem Land vereinbarte finale Aufnahmekapazität von Medizinstudierenden erreicht. Ein fantastischer Erfolg von Universität und Land, den wir gemeinsam erreicht haben! Wir übernehmen zusammen Verantwortung, um die medizinische Versorgung in der Region auch in Zukunft zu sichern und den Mangel an Ärztinnen und Ärzten zu mindern, indem wir hier in Bielefeld dringend benötigte Medizinerinnen und Mediziner ausbilden. Der Aufbau der Medizinischen Fakultät OWL war, ist und bleibt eine riesige Aufgabe. Auf diesem Weg feiern wir heute zwei wichtige Etappenziele mit der Fertigstellung von R5 und R6.“
In Nordrhein-Westfalen bilden aktuell an acht staatlichen medizinischen Fachbereichen in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Duisburg-Essen, Köln und Münster sowie der privaten Universität Witten/Herdecke 860 Professorinnen und Professoren knapp 21.400 Studierende in den Studiengängen Humanmedizin und Zahnmedizin aus. Im aktuellen Studienjahr stehen 2.749 Studienanfängerplätze für Humanmedizin zur Verfügung – seit 2017 ist ihre Zahl um rund 20 Prozent gestiegen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft stellt den medizinischen Fachbereichen und Universitätskliniken im Haushaltsjahr 2026 rund 1,7 Milliarden Euro für Lehre und Forschung, Investitionen und sonstige betriebsnotwendige Kosten zur Verfügung.
In Bielefeld hatten zum Wintersemester 2021/22 die ersten 60 Studentinnen und Studenten ihr Medizinstudium aufgenommen. Im Zuge des schrittweisen Ausbaus wurde die Zahl der Studienanfängerplätze im vergangenen Jahr auf 120 erhöht. Mit nun 300 Plätzen pro Jahr ist die geplante Vollauslastung erreicht.
Die bauliche Entwicklung des Medizinstandorts ist weit fortgeschritten. Acht Gebäude mit modernen Räumen für Lehre und Forschung sind bereits in Betrieb, zwei weitere befinden sich noch im Bau. Insgesamt entstehen rund 31.000 Quadratmeter Nutzfläche. Die neuen Gebäude R5 und R6 erweitern die Möglichkeiten für eine zeitgemäße medizinische Ausbildung und Forschung. Das Gebäude R5 wird von der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Biologie genutzt. R6 beherbergt die Anatomie der Medizinischen Fakultät mit Prosektur und Präparier-Saal. Hinzu kommen ein Hörsaal mit rund 300 Plätzen sowie Praktikums- und Seminarräume.