Akute Waldbrand-Lage im Hürtgenwald – Ministerin Gorißen macht sich ein Bild vor Ort

14. August 2026
PHB Gorißen, Silke - ernst, blauer Hintergrund (2022)

Forstministerin Silke Gorißen hat sich am Nachmittag ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und den Einsatzkräften sowie den Land- und Forstwirtinnen und -wirten gedankt

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Aufgrund der akuten Trockenheit kommt es derzeit an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen zu Waldbränden. Besonders betroffen ist der Hürtgenwald in der Rureifel. Hier hat sich in der vergangenen Nacht ein Feuer ausgebreitet. Nach aktueller Beurteilung ist der Waldbrand im Hürtgenwald wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. Die Brandfläche liegt nach aktuellem Kenntnisstand bei mindestens 200 Hektar. Eine abschließende Beurteilung kann erst nach den Löscharbeiten erfolgen. Zahlreiche Einsatzkräfte auch aus den umliegenden Regionen sind inzwischen an den Löscharbeiten beteiligt. Aus der Luft gehen Löschhubschrauber gegen die Flammen vor, am Boden unterstützen Wasserwerfer der Polizei dabei, die Ausbreitung des Feuers zu begrenzen. Bereits zuvor hatte die Bundeswehr zwei Panzer eingesetzt, um breite Schneisen als Brandschutzstreifen in den Wald zu ziehen. Unterstützung kommt zudem von Land- und Forstwirten. Der im Hürtgenwald stationierte Fire Fighter – ein geländegängiges Fahrzeug mit Löschaufsatz des Landesbetriebs Wald und Holz NRW – ist im Einsatz und hilft bei den Löscharbeiten.

Forstministerin Silke Gorißen hat sich am Nachmittag ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und den Einsatzkräften sowie den Land- und Forstwirtinnen und -wirten gedankt: „Der große Dank gilt allen Einsatzkräften, die unter schwierigsten Bedingungen gegen diesen Waldbrand kämpfen und Außergewöhnliches leisten, um die Flammen einzudämmen und Menschen, Tiere und Natur zu schützen. Mein Dank gilt ebenso den Landwirtinnen und Landwirten, die mit Grubbern und Güllefässern helfen, Brandschneisen zu schaffen und Wasser bereitzustellen, um die Arbeit der Feuerwehr zu unterstützen. Diese praktische Hilfe ist in einer solchen Lage von unschätzbarem Wert.“

Weiter sagte die Ministerin: „Außerdem danke ich den Forstleuten, die ihre Wälder und die örtlichen Gegebenheiten kennen, die Einsatzkräfte beraten und mit ihrer Erfahrung einen wichtigen Beitrag zur Brandbekämpfung leisten. Was hier geleistet wird, zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Dafür gebührt allen Beteiligten mein aufrichtiger Dank und mein größter Respekt.“

Darüber hinaus wiederholte sie ihren Appell an die Bevölkerung: „Bitte halten Sie sich in diesen Tagen nicht im Wald auf. So können wir ihn am besten schützen. Seien Sie vorsichtig und melden Sie sofort jede Beobachtung! Wenn Sie Rauch oder Feuer sehen, wählen Sie sofort den Notruf 112.“

Derzeit gilt für nahezu die gesamte Landesfläche der Waldbrandgefahrenindex 4 von 5 möglichen Stufen. Gerade in der zweiten Hälfte dieser Woche hat sich die Lage aufgrund der anhaltenden Trockenheit noch einmal zugespitzt. Derzeit sind mehrere Waldbrand-Einsatzstellen landesweit vorhanden. 

Zum Stichtag 31. Juli waren der Landesforstverwaltung 86 Waldbrände mit einer Fläche von 9,3 Hektar bekannt. Im August kamen bis heute allein 36 Waldbrände mit einer Fläche von etwa 330 Hektar hinzu.

Hintergrund Waldbrandbekämpfung Nordrhein-Westfalen

Die Waldbrandgefahr in Nordrhein-Westfalen nimmt langfristig zu. Das Land hat deshalb bereits 2022 ein Waldbrandschutzkonzept vorgestellt und eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Waldbrände zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und effektiv bekämpfen zu können. Mittlerweile stehen landesweit zwei Fire Fighter zur Verfügung. Das geländegängige Fahrzeug mit 10.000-Liter-Tank des Landesbetriebs Wald und Holz NRW kann abseits der Wege auf Waldflächen fahren und dort Flammen löschen – sogar in bis zu rund 50 Metern Entfernung.

Seit Beginn der Waldbrandsaison 2024 ist das Fire Watch-System in der Region Niederrhein aktiv: Ein Pilotprojekt zur halbautomatischen Waldbrandüberwachung mit Kamerasystemen. Die optischen Sensoren ermöglichen eine flächendeckende Überwachung und erkennen und verorten Rauchentwicklungen bereits in 20 Kilometern Entfernung. Großbrände werden sogar bei einer Entfernung von über 40 Kilometern erkannt. Ziel ist es, Waldbrände frühzeitig zu lokalisieren, um deren Ausbreitung zu verhindern und Schäden für Mensch und Natur zu minimieren. Die Brandmeldeeinrichtung läuft erfolgreich und wird auf die Niederlande ausgeweitet.

Auch der Wald selbst soll widerstandsfähiger werden: Das Land setzt auf klimaresiliente Mischwälder mit verschiedenen Baumarten.

Zusätzlich informieren und sensibilisieren Warnschilder Waldbesucherinnen und Waldbesucher über die Waldbrandgefahr.

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