Ministerpräsident Wüst verleiht Kunstpreis 2025 an Autor Ralf Rothmann

Ein außergewöhnlicher Schriftsteller, der in Romanen und Kurzgeschichten immer wieder auf seine prägenden Jugendjahre in Ruhrgebiet Bezug nimmt – das ist Ralf Rothmann. Am Montag wurde er für ein beeindruckendes literarisches Schaffen mit dem Kunstpreis 2025 ausgezeichnet.

17. November 2025
Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2025

Am Montag, 17. November 2025, hat Ministerpräsident Hendrik Wüst Autor Ralf Rothmann mit den Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2025 ausgezeichnet. Der in Oberhausen aufgewachsene Schriftsteller überzeugte die Jury um Kulturministerin Ina Brandes mit seinem herausragenden Werk, das in Romanen und Kurzgeschichten immer wieder auf die prägenden Jugendjahre im Ruhrgebiet Bezug nimmt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte im Vorfeld: „Ralf Rothmann ist ein außergewöhnlicher Schriftsteller und Meister der Gegenwartsliteratur. Seine Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet prägen sein Werk bis heute – sie spiegeln Klarheit, Härte und tiefe Zuneigung zu den Menschen und der Region. Zwischen Zeche, Pommesbude und Stadion hat Ralf Rothmann die Vergangenheit des Ruhrgebiets eingefangen – präzise, subtil und zutiefst bewegend. Seine klare Sprache und die intensive Auseinandersetzung mit historischer Schuld und moralischer Verantwortung haben ihm auch international Anerkennung und Erfolg sowie zahlreiche Auszeichnungen eingebracht.“

Kulturministerin Ina Brandes: „Ralf Rothmann kennt die Menschen, die Orte und den Umgang miteinander im Ruhrgebiet. Und so trifft er in jeder Zeile den Ton, der das Ruhrgebiet ausmacht und einzigartig liebenswert macht. Gleichzeitig gelingt es ihm, mit Erzählungen aus der Zeit seiner Eltern-Generation auch die dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte in Erinnerung zu rufen. Ralf Rothmann ist ein bedeutendes Aushängeschild für die Literaturlandschaft Nordrhein-Westfalens.“

Rothmann wurde 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf, wo sein Vater unter Tage als Kohlenhauer arbeitete. Nach der Schule absolvierte Rothmann eine Maurerlehre, arbeitete unter anderem auf dem Bau, als Drucker, Krankenpfleger und Koch. Seit 1976 lebt er in Berlin und veröffentlicht Romane, Erzählungen und Gedichte.

Zu seinen bekanntesten Ruhrgebiets-Romanen zählen „Stier“ (1991), „Wäldernacht“ (1994), „Milch und Kohle“ (2000) und „Junges Licht“ (2004). Letzterer wurde 2016 von Adolf Winkelmann verfilmt. 2024 wurde der Roman „Milch und Kohle“ am Theater Oberhausen inszeniert. In seiner Kriegs- und Nachkriegs-Trilogie der Romane „Im Frühling sterben“ (2015), „Der Gott jenes Sommers“ (2018) und „Die Nacht unterm Schnee“ (2022) verarbeitet Rothmann die Kriegserlebnissen seiner Eltern.

Neben dem Kunstpreis verleiht die Landesregierung jährlich den mit je 15.000 Euro dotierten Förderpreis für Künstlerinnen und Künstler jeweils in den fünf Sparten Baukunst, Darstellende Künste, Literatur, Musik und Visuelle Künste.

Förderpreisträgerinnen und -träger 2025

  • In der Sparte Baukunst: oba architektur - Marcello Bramigk Bonon und John Paul Kaufel
  • in der Sparte Darstellende Künste: Prof. Caspar Weimann
  • in der Sparte Literatur: Lena Schätte
  • in der Sparte Musik: das Kammerorchester Les Essences
  • in der Sparte Visuelle Künste: Emmélie Lempert

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