Ruhrpott für Europa: Gemeinsam gegen Einsamkeit junger Menschen
Begegnung, Austausch und Teilhabe für junge Menschen – darum geht es der Initiative „Ruhrpott für Europa“. Besonders im Fokus stehen Menschen, die bisher nicht von klassischen politischen Bildungsangeboten angesprochen werden. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat dafür die Schirmherrschaft übernommen.
Ruhrpott für Europa ist eine überparteiliche Initiative der politischen Bildung aus dem Ruhrgebiet, die niedrigschwellige Räume für Begegnung, Austausch und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen schafft. Mit unterschiedlichen Formaten sollen insbesondere auch junge Menschen erreicht werden, die sich von klassischen Angeboten der politischen Bildung bislang weniger angesprochen fühlen. Seit diesem Jahr setzt Ruhrpott für Europa das Projekt „Supportive Ruhrpott – Einsamkeit & Demokratie“ um.
Gefühle und Zukunftsfragen zählen
Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Einsamkeit nicht nur ein privates Gefühl, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung ist. Gerade bei jungen Menschen stellt sich die Frage, was es für Zugehörigkeit, Vertrauen und gesellschaftliche Teilhabe braucht.
Mit einer öffentlichen Veranstaltungsreihe und interaktiven Schulworkshops schafft „Supportive Ruhrpott“ deshalb langfristige Beteiligungs- und Begegnungsangebote im Ruhrgebiet. Junge Menschen sollen erfahren, dass ihre Gefühle, Erfahrungen und Zukunftsfragen zählen und dass sie ihr Umfeld mitgestalten können.
Am 2. Oktober kamen rund 140 Menschen im Dampfgebläsehaus der Jahrhunderthalle Bochum zur zweiten großen Veranstaltung der Reihe zusammen. Unter dem Titel „Let’s talk about Kohle – und was sie mit Einsamkeit zu tun hat“ stand der Zusammenhang zwischen Armut, sozialer Ungleichheit, Zugehörigkeit und Einsamkeit im Mittelpunkt.
Nach einem digitalen Grußwort von Ministerpräsident Hendrik Wüst diskutierten die Teilnehmenden in zwei Panelrunden mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft darüber, wie finanzielle Ungleichheit gesellschaftliche Teilhabe beeinflussen kann und was es für mehr Gemeinschaft im Ruhrgebiet braucht. Eine szenische Schauspieleinlage griff Erfahrungen mit Einsamkeit auf. Live-Musik und ein gemeinsames Get-together boten Raum für Begegnung und persönlichen Austausch.
Eine zentrale Botschaft des Abends: Einsamkeit ist nicht allein Privatsache. Wenn finanzielle Möglichkeiten darüber mitentscheiden, ob junge Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich zugehörig fühlen können, braucht es auch gesellschaftliche Antworten. Gleichzeitig können niedrigschwellige und kostenfreie Orte der Begegnung dazu beitragen, Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit zu stärken.
„Supportive Ruhrpott“ ist Teil des Projekts „Einsamkeit bekämpfen – Demokratie stärken“, das von der RAG-Stiftung, der Stiftung – Dein Zuhause hilft (eine Initiative der LEG Immobilien) und der VIVAWEST Stiftung initiiert wurde. Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Ausweitung der psychosozialen Beratung für junge Menschen im Ruhrgebiet durch krisenchat. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Hendrik Wüst übernommen.