Bekämpfung der Cyberkriminalität

Erster „Kongress Cybercrime“ in NRW
21. Oktober 2015

Bekämpfung der Cyberkriminalität hat für die NRW-Polizei hohe Priorität

Minister Jäger: Experten der Polizei beraten Firmen und Institutionen gegen Cyberangriffe

Minister Ralf Jäger lobte die seit 2011 bestehende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität zwischen dem NRW-Landeskriminalamt und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) und der vor wenigen Monaten geschlossenen Kooperation mit dem Bundesverband der Internet-Anwender VOICE.

 
Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Für die NRW-Polizei hat die Bekämpfung der Cyberkriminalität hohe Priorität. „Cybercrime ist eine wachsende Gefahr für die Gesellschaft. Straftäter nutzen die fortschreitende Vernetzung und nehmen dabei private Internetnutzer genauso wie Behörden, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen in ihren kriminellen Fokus. Das Ausspähen von Bankdaten und Angriffe auf Computernetzwerke können jeden treffen“, erklärte Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf. Dort diskutierte er auf dem ersten NRW-Cybercrime-Kongress mit Experten aus Forschung, Wirtschaft, Politik, Polizei und Justiz, wie die Sicherheit im Netz verbessert werden kann.

„Die Bekämpfung der Cyberkriminalität kann nur gut funktionieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Darum arbeitet die Polizei eng mit Fachleuten aus Forschung und Wirtschaft zusammen“, sagte Jäger. Er lobte die seit 2011 bestehende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität zwischen dem NRW-Landeskriminalamt und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) und der vor wenigen Monaten geschlossenen Kooperation mit dem Bundesverband der Internet-Anwender VOICE.

Cyberkriminelle sind meist hochprofessionell und international organisiert. „Sie handeln im Verborgenen, bleiben anonym, überschreiten Staatsgrenzen per Mausklick, verschleiern ihre Identität, verschlüsseln ihre Daten. Das macht es schwer, sie aufzuspüren“, erläuterte der Innenminister. „Darauf hat sich die NRW-Polizei organisatorisch und technisch eingestellt. Sie bündelt ihr Expertenwissen in spezialisierten Kommissariaten in den Polizeibehörden, die vom Cybercrime Kompetenzzentrum des Landeskriminalamtes unterstützt werden.

Im Cybercrime Kompetenzzentrum arbeiten rund 100 sehr gut ausgebildete Spezialisten mit modernster Technik. „Rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche sind die Experten beim Verdacht von Hacking oder einem anderen Cyberangriffs erreichbar“, erläuterte der Minister. Allein im vergangenen Jahr haben sie in mehr als 600 Fällen Firmen und Institutionen, die über die Hotline Rat suchten, beraten und unterstützt. „Aber noch viel zu wenig Unternehmen wenden sich bei Cyberattacken an die LKA-Experten. Die Sorge vor einem möglichen Imageverlust ist aber unbegründet“, betonte Jäger. Er machte an einem Beispiel deutlich, wie sinnvoll die Hotline ist:

Einem Täter gelang es, Millionen Kundendaten von einem großen Telekommunikationsanbieter in NRW abzugreifen. Sie wurden unbemerkt an einen Server in der Schweiz übermittelt. Die Firma wandte sich an die Hotline des Cybercrime Kompetenzzentrum. Die Profis beim LKA übernahmen. Sie konnten den Täter schnell ermitteln und den Server mitsamt Daten sichern.

„Es ist nie zu spät, sich bei den Sicherheitsbehörden zu melden. Oft sind die Daten noch zu retten, und der Täter kann ermittelt werden. Springen Sie über den eigenen Schatten und vertrauen sie sich der Polizei an. Wenn es um Kundendaten geht sowieso, aber auch, wenn eigene Innovationen oder Ideen gestohlen wurden“, appellierte Ralf Jäger.

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