Oscar-Preisträger Mstyslav Chernov zeigt Kriegsalltag in der Ukraine

In Berlin hat der ukrainische Regisseur Mstyslav Chernov seinen neuen Film vorgestellt. Er zeigt das Leben ukrainischer Soldaten an der Front. Warum es im Film auch um die Zukunft Europas geht und wie Nordrhein-Westfalen die Ukraine unterstützt.

28. Oktober 2025
Oscar-Preisträger Mstyslav Chernov zeigt Kriegsalltag in der Ukraine

Der ukrainische Regisseur Mstyslav Chernov hat seinen neuen Film „2000 Meters to Andriivka“ in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin vorgestellt. Am Montag, 20. Oktober 2025, hatte Christian Wiermer, Staatssekretär für Europaangelegenheiten sowie Internationales, ihn dazu mit seinem Produzenten Fabian Gasmia eingeladen. Zu den Gästen zählte auch Oleksii Makeiev, der Botschafter der Ukraine in Deutschland. Er sagte am Rande der Veranstaltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: „Wir wollen diesen Krieg nicht, aber dieser Krieg wird von den Russen auf uns Ukrainer, auf uns Europäer aufgesetzt. Deswegen ist es sehr wichtig, das so nah wie möglich zu erleben – oder versuchen, das zu vermitteln, was das eigentlich heißt, im Krieg zu leben.“

Im März 2024 erhielt Mstyslav Chernov einen Oscar für seinen Dokumentarfilm „20 Days in Mariupol“. Sein neuer Film „2000 Meters to Andriivka“ zeigt, wie ukrainische Soldaten das Leben an der Front wahrnehmen. Dabei nutzt der Regisseur auch Filmmaterial aus Hand- und Helmkameras sowie Drohnenbilder. Mstyslav Chernov erläuterte nach der Filmvorführung in Berlin, an die eine Podiumsdiskussion anschloss: „Wenn wir von Gefallenen an der Front hören, wenn wir von Bombenangriffen auf Städte und von tragischen Verlusten in Familien hören, dann sind das Worte – und man muss diesen Worten Gesichter geben.“

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges hat das Land Nordrhein-Westfalen die Ukraine auf vielfache Art und Weise unterstützt. So wurden über zehn Millionen Euro für Hilfsinitiativen bereitgestellt. In Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und Hilfsorganisationen wie dem Verein Blau-Gelbes Kreuz e. V. wurden unter anderem Medikamente, medizinische Ausstattung, Stromgeneratoren und Kommunalfahrzeuge in die Ukraine geliefert. Fokus der Unterstützung ist dabei die Partnerregion Dnipropetrowsk. Diese Regionalpartnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einer ukrainischen Oblast war die erste Verbindung dieser Art. Viele kommunale Partnerschaften sind aus dieser Verbindung erwachsen.