Wetter kann man nicht planen – aber Städte schon: Nordrhein-Westfalen startet „Cooles Nordrhein-Westfalen“

Ministerin Scharrenbach: Von Madrid nach Köln – Nordrhein-Westfalen bringt internationale Klimafolgenanpassung in der Stadtentwicklung in die Praxis

2. September 2026
phb Junge Brunnen Wasser Hitze Stadt

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Köln und die Zurich Gruppe Deutschland starten gemeinsam das Modellvorhaben „Cooles Nordrhein-Westfalen“.

Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung

Hitze, Dürre und Unwetter haben den Sommer 2026 geprägt: Nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes war er mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt. Die Bilanz zeigt: Der Schutz vor Hitze ist zu einer zentralen Aufgabe moderner Stadtentwicklung geworden. 

Deshalb handelt Nordrhein-Westfalen: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Köln und die Zurich Gruppe Deutschland starten gemeinsam das Modellvorhaben „Cooles Nordrhein-Westfalen“. Der Ansatz ist deutschlandweit bisher einmalig: ein für Stadtentwicklung zuständiges Ministerium verbindet kommunale Klima- und Standortdaten mit internationaler Risikoexpertise und dem Praxiswissen einer Modellkommune. Köln macht den Anfang.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wetter kann man nicht planen. Aber Städte schon. Nordrhein-Westfalen handelt mutig und modern mit einer ‚coolen‘ Städtebauförderung. Wir bringen kommunale Klima- und Standortdaten, internationale Risikoexpertise und das Wissen vor Ort zusammen. Daraus entsteht keine weitere Studie, sondern ein konkreter Investitionsfahrplan: Wo ist der Handlungsbedarf am größten? Welche Maßnahme wirkt am schnellsten? Und wo schaffen Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und ein kluger Umgang mit Wasser den größten Schutz für Menschen und Infrastruktur? Genau dort setzen wir zuerst an. Aus ‚Coolem Land‘ wird ‚Cooles Nordrhein-Westfalen‘ – Nordrhein-Westfalen setzt den Impuls jetzt in konkrete Praxis um. Aus Daten werden priorisierte Maßnahmen für die Stadt von morgen. Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und ein kluger Umgang mit Wasser schützen Menschen, Tiere, Umwelt und Infrastruktur. So machen wir unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähiger gegen Hitze. Köln gibt den Startschuss. Das ist vorausschauende Stadtentwicklung und praktische Sicherheitspolitik.“

Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln: „Der Schutz vor Hitze und eine bessere Klimawandelanpassung sind zentrale Aufgaben für zukunftsfähige Städte. Für Köln ist es daher ein starkes Signal, dass wir als erste Modellkommune im Projekt ‚Cooles Nordrhein-Westfalen‘ vorangehen. Gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Zurich Gruppe verwandeln wir Daten in konkreten Schutz für die Kölnerinnen und Kölner: Mit gezielter Begrünung, Verschattung und Entsiegelung machen wir unsere Stadt widerstandsfähiger und zukunftsfest.“

Dr. Carsten Schildknecht, CEO der Zurich Gruppe Deutschland: „Unsere Methodik zur Steigerung der Klimaresilienz haben wir ursprünglich für Großunternehmen mit ihren Industriestandorten und kritischen Infrastrukturen und Logistikketten entwickelt und setzen dieses Know-how sehr erfolgreich für unsere Kunden ein. Die Übertragung unserer Expertise auf Städte und Kommunen ist naheliegend, da diese vor ähnlichen Herausforderungen stehen und insofern vom Wissenstransfer von den Unternehmen direkt profitieren können. Wir freuen uns das Land Nordrhein-Westfalen und im ersten Projekt bundesweit die Stadt Köln unterstützen zu können. Mit der Dom-Metropole sind wir historisch eng verbunden. Hier werden wir exemplarisch zeigen, wie moderne Klimaanpassung funktioniert: wissenschaftlich fundiert, datenbasiert, kommunal umsetzbar und konsequent auf den Schutz von Menschen und deren Einrichtungen ausgerichtet.“

Vom Wärmebild zur Lösungskarte

Bis zu 25 priorisierte Standorte in Köln sollen vor Ort untersucht werden. Im Fokus stehen Orte, an denen eine hohe Hitzebelastung auf besonders schutzbedürftige Menschen oder wichtige kommunale Funktionen trifft – etwa Schulen, Kindertagesstätten, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie stark genutzte öffentliche Räume. Fachleute bewerten unter anderem Verschattung, Versiegelung, Gebäudebelastung, Aufenthaltsqualität und vorhandene Schutzmaßnahmen. Die Ergebnisse werden als praxistauglicher Fahrplan für konkrete Investitionen aufbereitet und sollen auf weitere Kommunen übertragbar sein.

International erprobt. In Nordrhein-Westfalen umgesetzt.

Die Zurich Gruppe Deutschland bringt Erfahrungen aus internationalen Projekten in das Modellvorhaben ein. Weltweit arbeiten rund 1.000 Risiko-Ingenieurinnen und -Ingenieure sowie Klima- und Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten für Zurich. Der Madrid City Council arbeitet mit Zurich daran, die Widerstandsfähigkeit gegen extreme Hitze zu stärken; im London Borough of Camden werden kommunale Klimarisiken detailliert bewertet. Diese Erfahrungen werden nun erstmals auf die Stadtentwicklung in Nordrhein-Westfalen übertragen.

Hintergrund: Aus „Coolem Land“ wird „Cooles Nordrhein-Westfalen“

Der Länderimpuls „Cooles Land“ wird in Nordrhein-Westfalen erstmals kommunale Praxis: Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben die Initiative „Cooles Land“ gemeinsam angestoßen.

Kontakt

Pressekontakt

Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung

Telefon: 0211 8618-4264
E-Mail: presse [at] mhkbd.nrw.de

Bürgeranfragen

Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung

Telefon: 0211 8618-50
E-Mail: nrwdirekt [at] nrw.de