Weltrekord zum Start der Woche der Wiederbelebung
Laienreanimation seit diesem Schuljahr für Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen an allgemeinbildenden Schulen verpflichtend
Von Montag, 21. September 2026, bis Montag, 28. September 2026, finden im Bielefelder Franziskus-Hospital im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ Reanimationen ohne Unterbrechungen und Pausen an Puppen statt, an denen neben der Ministerin auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler partizipieren – alles live gestreamt im Internet.
Schulministerin Dorothee Feller nimmt in den kommenden sieben Tagen an einem Weltrekordversuch teil. Von Montag, 21. September 2026, bis Montag, 28. September 2026, finden im Bielefelder Franziskus-Hospital im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ Reanimationen ohne Unterbrechungen und Pausen an Puppen statt, an denen neben der Ministerin auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler partizipieren – alles live gestreamt im Internet. Die öffentlichkeitswirksame Aktion soll zeigen, dass die richtigen Handgriffe bei der Herzdruckmassage Leben retten. Mit ihrer Teilnahme möchte Schulministerin Feller zudem zum Ausdruck bringen, dass es besonders wichtig ist, diese Kenntnisse gerade bei jungen Menschen zu fördern. Schließlich kann es nur in der Schule gelingen, dass möglichst viele Jugendliche ausgebildet werden und das Wissen so auch in die Familien hineingetragen werden kann. Deshalb hat die Landesregierung die Laienreanimation mit dem kürzlich begonnenen Schuljahr zu einem verpflichtenden Bestandteil des Schullebens gemacht.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Im Notfall zählt jede Sekunde – und jeder kann zum Lebensretter werden. Entscheidend ist, zu wissen, was zu tun ist und den Mut zu haben, zu handeln. Die Woche der Wiederbelebung zeigt, wie wichtig es ist, dieses Wissen möglichst vielen Menschen zu vermitteln. Genau deshalb lernen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen seit diesem Schuljahr verpflichtend in der Schule, wie sie im medizinischen Notfall richtig handeln und Leben retten können. Solche Kompetenzen weiterzugeben, ist Teil unseres Bildungs- und Erziehungsauftrags.“
„Unser Konzept soll dafür sorgen, dass sehr viele Schülerinnen und Schüler künftig wissen, was in lebensbedrohlichen Situationen zu tun ist. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde, gerade die Zeit vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes ist oft entscheidend. Ich danke den Schulen, dass sie bereits mit großem Engagement damit begonnen haben, die verpflichtende Ausbildung in Laienreanimation zu gestalten und in ihren Alltag einzubauen. Sie bekommen von uns jede Unterstützung, die notwendig ist“, betont Ministerin Feller.
Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an rund 2.100 allgemeinbildenden Schulen werden in die Lage versetzt, im Notfall die Herzdruckmassage anwenden zu können. Dafür erhalten sie mindestens einmal 90 Minuten lang eine entsprechende Schulung. Das Schulministerium arbeitet mit zahlreichen Partnern zusammen, um zu gewährleisten, dass die Ausbildung auf hohem Qualitätsniveau umgesetzt wird. Beispielsweise können Lehrerinnen und Lehrer Videoschulungen verschiedener Partner oder Präsenzfortbildungen im Rahmen der staatlichen Lehrkräftefortbildung nutzen oder an Schulungen anerkannter Hilfsorganisationen und ärztlicher Partner teilnehmen. Landesweit fanden von September 2025 bis Juni 2026 bereits neun Präsenzfortbildungen der Geschäftsstelle Reanimation mit rund 1.200 teilnehmenden Lehrkräften statt. Von September bis Dezember 2026 finden voraussichtlich fünf weitere Präsenzfortbildungen für bis zu 600 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. „Ich bin allen Organisationen, die sich beteiligen und dieses Konzept möglich machen, sehr dankbar“, sagt Ministerin Feller.
Im Landeshaushalt des Jahres 2026 stehen 400.000 Euro zum Start der Laienreanimation zur Verfügung. Ab dem Haushaltsjahr 2027 sollen es nach der Verabschiedung des Etats im Landtag fortlaufend 300.000 Euro jährlich sein.
Alle teilnehmenden Schulen sollen langfristig mit je zehn Reanimationsphantomen ausgestattet werden. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hat das Schulministerium Phantome im Wert von 80.000 Euro beschafft. Auch die Björn-Steiger-Stiftung und die Deutsche Herzstiftung haben sich bereit erklärt, weitere Phantome im Wert von 400.000 Euro zu liefern. Darüber hinaus führt das Land Nordrhein-Westfalen ein europaweites Vergabeverfahren zur Lieferung von bis zu 18.000 weiteren Phantomen. Zur Beschaffung der Phantome stehen neben den landeseigenen Mitteln zusätzlich 100.000 Euro der ADAC Stiftung bereit.
Folgende Partner unterstützen die Landesregierung bei der verpflichtenden Einführung der Laienreanimation im Unterricht:
- ADAC Stiftung,
- Aachener Institut für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit
- Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe
- Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten
- Björn-Steiger-Stiftung,
- BKK-Landesverband NORDWEST
- Deutsche Herzstiftung
- Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
- Deutscher Rat für Wiederbelebung
- Deutsches Rotes Kreuz (Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe)
- Deutsches Jugendrotkreuz (Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe)
- DLRG Nordrhein e.V.
- DLRG Westfalen e.V.
- Florence-Nightingale-Krankenhaus Düsseldorf
- Franziskus Hospital Bielefeld
- Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Landesverband Nordrhein-Westfalen
- Malteser Hilfsdienst e.V. Nordrhein-Westfalen
- Stiftung Universitätsmedizin Münster
- Unfallkasse NRW
- Universitätsklinikum Köln
- Universitätsklinikum Münster