Polizei Nordrhein-Westfalen stärkt Opferschutz für queere Menschen
Minister Reul: Sicherheit entsteht durch Vertrauen
Die Polizei Nordrhein-Westfalen richtet eine zentrale Ansprechstelle für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, nicht-binäre und queere Menschen beim Polizeipräsidium Köln ein. Sie soll landesweit einheitliche Standards entwickeln, die Arbeit der bestehenden Ansprechstellen koordinieren und ein neues Konzept für die Aus- und Fortbildung der Polizei zu diesem Themenfeld erarbeiten.
Die Polizei Nordrhein-Westfalen richtet eine zentrale Ansprechstelle für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, nicht-binäre und queere Menschen beim Polizeipräsidium Köln ein. Sie soll landesweit einheitliche Standards entwickeln, die Arbeit der bestehenden Ansprechstellen koordinieren und ein neues Konzept für die Aus- und Fortbildung der Polizei zu diesem Themenfeld erarbeiten.
Innenminister Herbert Reul: „Sicherheit entsteht nicht alleine durch Polizeiarbeit. Sie entsteht vor allem durch Vertrauen. Alle Menschen müssen darauf vertrauen können, dass sie Schutz erfahren, wenn sie bedroht und angegriffen werden – unabhängig davon, wen sie lieben, wie sie sich identifizieren oder wie sie sich selbst verstehen. Vertrauen wächst dort, wo Menschen miteinander sprechen und einander zuhören, wo Respekt, Toleranz und Akzeptanz gelebt werden. Wir haben in Nordrhein-Westfalen schon viele gute Ansätze. Jetzt wollen wir daraus einen gemeinsamen Standard für die ganze Polizei machen.“
In der Polizei Nordrhein-Westfalen gibt es bereits zahlreiche Maßnahmen zum Opferschutz und zur Prävention queerfeindlicher Gewalt.
Die Polizeibehörden bearbeiten das Thema bislang aber unterschiedlich. Auch die Aufgaben, die organisatorische Anbindung und die personelle Ausstattung der jeweiligen Ansprechstellen sind nicht einheitlich geregelt.
Das soll sich ändern. Die zentrale Ansprechstelle soll künftig Aufgaben und Zuständigkeiten definieren, den Austausch zwischen den Ansprechstellen verbessern, Informationen und Fachwissen bündeln und bei rechtlichen Fragen unterstützen. Ziel ist ein landesweit einheitliches Vorgehen.
Ein Schwerpunkt der neuen Stelle wird die Aus- und Fortbildung sein. Wissen zu LSBTIQ*, queerfeindlicher Gewalt, Opferschutz und Prävention sollen in der Polizei Nordrhein-Westfalen künftig systematisch vermittelt werden.
Die zentrale Ansprechstelle soll außerdem die Verbindung zu externen Partnerinnen und Partnern stärken. Dazu gehören insbesondere die LSBTIQ*-Community und ihre Interessenverbände. Gleichzeitig soll sie innerhalb der Polizei informieren und sensibilisieren, sowie Anlaufstelle für queere Polizeibedienstete sein.
Das Polizeipräsidium Köln hat bei der Entwicklung entsprechender Strukturen eine Vorreiterrolle übernommen. Es hat bereits im Jahr 2023 als erste Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen einen hauptamtlichen LSBTIQ*-Beauftragten eingesetzt.
Weitere Polizeibehörden haben ebenfalls Ansprechstellen eingerichtet. Dort werden die Aufgaben bislang überwiegend im Nebenamt wahrgenommen.