Nordrhein-Westfalen stärkt die Energiesicherheit in ukrainischer Partnerregion Dnipropetrowsk

Minister Liminski: Wir werden dem russischen Kriegsterror weiter Menschlichkeit und Solidarität entgegensetzen

5. November 2026
Ukraine Flagge

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt seine ukrainische Partnerregion Dnipropetrowsk gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dabei, ihre Energieversorgung zu dezentralisieren und zu modernisieren.

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt seine ukrainische Partnerregion Dnipropetrowsk gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dabei, ihre Energieversorgung zu dezentralisieren und zu modernisieren. Das gab Minister Nathanael Liminski gemeinsam mit GIZ-Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel, der stellvertretenden GIZ-Vorstandssprecherin Ingrid-Gabriela Hoven und Iryna Hrytsai, Vize-Gouverneurin der Oblast Dnipropetrowsk, am Mittwoch, 4. November 2026, in der Staatskanzlei bekannt.

Im Rahmen des Projektes sollen kommunale Einrichtungen mit Solaranlagen und Batteriespeichern ausgerüstet werden, zudem erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schulungen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Ziel ist es, die Verwundbarkeit der regionalen Energieversorgung gegenüber russischen Angriffen zu reduzieren. Gleichzeitig soll das Projekt zu einem nachhaltigen Wiederaufbau nach dem Prinzip „Build Back Better“ beitragen. Die Landesregierung und die GIZ knüpfen mit dem Projekt an ihre erfolgreiche Zusammenarbeit beim Aufbau einer Prothesen-Werkstatt in der Oblast Dnipropetrowsk an.

Minister Liminski erklärt dazu: „Mit seinen kontinuierlichen Angriffen auf Züge, Kraftwerke, Wohnungen und Schulen will Wladimir Putin die Menschen in der Ukraine zermürben und ihnen ihre Zuversicht nehmen. Aber in der Ukraine behaupten sich Staat und Gesellschaft seit inzwischen über viereinhalb Jahren mit unglaublicher Resilienz. Genau hier setzt unser neues Projekt zur Stärkung der Energiesicherheit in Dnipropetrowsk an. Wir setzen dem russischen Kriegsterror weiter Menschlichkeit und Solidarität entgegen, indem wir die Energieversorgung vor Ort widerstandsfähiger und unabhängiger machen. Zugleich verstehen wir unsere Partnerschaft als Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren. Nordrhein-Westfalen bringt seine Expertise bei der kommunalen Energieversorgung ein. Gleichzeitig lernen wir von unseren ukrainischen Partnern, die unter schwierigsten Bedingungen Wege finden, ihre Energieversorgung auch bei Angriffen und Ausfällen aufrechtzuerhalten. Dieser Austausch stärkt die Energiesicherheit in der Ukraine und gibt uns wichtige Impulse dafür, unsere eigene Infrastruktur zu stärken und zu schützen.“

Das Projekt wird von der GIZ umgesetzt und vom Land Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 480.000 Euro gefördert. Eine zentrale Rolle kommt dabei auch der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate GmbH zu. Sie wird Expertise nordrhein-westfälischer Kommunen mobilisieren und in einen Fachaustausch mit der ukrainischen Seite einbringen. Dies betrifft etwa die Frage, wie Energiemanagementsysteme den Energieverbrauch in kommunalen Gebäuden und Liegenschaften dauerhaft senken können. Umgekehrt sollen Erfahrungen der Oblast Dnipropetrowsk zum Umgang mit Energieausfällen für Nordrhein-Westfalen nutzbar gemacht werden.

Thorsten Schäfer-Gümbel und Ingrid-Gabriela Hoven erklären dazu gemeinsam: „Gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen steht die GIZ an der Seite der Ukraine. Wir sind sehr froh, dass wir unsere Zusammenarbeit für eine stabile Energieversorgung in der Oblast Dnipropetrowsk verstärken können. Das ist gerade im bevorstehenden Winter eine Nachricht, die den Menschen vor Ort Hoffnung gibt. Sie brauchen Strom und Wärme – im Krankenhaus, in der Schule, im eigenen Zuhause. Als GIZ unterstützen wir die Ukraine seit Kriegsbeginn dabei, die Strom- und Wärmeversorgung nachhaltig zu stabilisieren. Das hilft den Menschen nicht nur kurzfristig, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes. Wir danken dem Land Nordrhein-Westfalen, dass wir uns dafür in Dnipropetrowsk gemeinsam noch stärker einbringen können.“

Oleksandr Hanzha ist Gouverneur von Dnipropetrowsk und sagt: „Jede Solaranlage auf dem Dach einer Schule oder eines Krankenhauses bedeutet, dass es dem Feind schwerer fällt, die Menschen von Strom und Wärme abzuschneiden. Sie trägt dazu bei, den Betrieb wichtiger Einrichtungen für die Bevölkerung auch während Stromausfällen aufrechtzuerhalten. Die dezentrale Energieerzeugung ist für uns eine Frage der Sicherheit. Wir danken unseren Partnern aus Nordrhein-Westfalen für die konkrete Unterstützung, die unsere Gemeinden stärkt.“

Die Bekanntgabe des Projekts erfolgte im Rahmen eines „Round Table“ zur Winterhilfe für die Oblast Dnipropetrowsk. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern großer deutscher Hilfsorganisationen haben Minister Liminski und Vize-Gouverneurin Hrytsai erörtert, wie die Menschen in Dnipropetrowsk zielgerichtet vor den Härten des Winters geschützt werden können. Denn vor Beginn der Heizperiode hat Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur und andere systemkritische Versorgungseinrichtungen in der Ukraine erneut massiv verstärkt. Im Fokus der Gesprächsrunde standen ein Bericht der Vize-Gouverneurin über die aktuelle Lage und die dringendsten humanitären Bedarfe in Dnipropetrowsk sowie ein Austausch darüber, wie die Stärken der anwesenden Hilfsorganisationen zusammengebracht werden können. Ziel ist es, bis Anfang Dezember weitere konkrete Hilfspakete auf den Weg zu bringen.

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