Ministerpräsident Wüst zeichnet Pfarrer Franz Meurer mit der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus
Ministerpräsident Wüst: Mit seinem Wirken zeigt Franz Meurer, dass Zusammenhalt dort entsteht, wo Menschen einander offen begegnen und Verantwortung füreinander übernehmen
Der katholische Geistliche engagiert sich seit Jahrzehnten mit großem persönlichem Einsatz für benachteiligte Menschen sowie für den interkulturellen und interreligiösen Dialog.
Pfarrer Franz Meurer aus Köln wird in diesem Jahr für seine besonderen Verdienste um den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der katholische Geistliche engagiert sich seit Jahrzehnten mit großem persönlichem Einsatz für benachteiligte Menschen sowie für den interkulturellen und interreligiösen Dialog. Insbesondere in den Kölner Stadtteilen Vingst und Höhenberg setzt er sich für ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Religionen und Kulturen ein.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Seit Jahrzehnten setzt sich Franz Meurer mit beeindruckender Hingabe für Menschen ein, die Unterstützung brauchen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status. Er lebt tagtäglich vor, was unsere Gesellschaft zusammenhält: Respekt, Menschlichkeit, Solidarität und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Franz Meurer erhebt seine Stimme gegen Ausgrenzung, Armut und Perspektivlosigkeit. Er baut Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen und setzt sich mit großem Engagement für ein friedliches Miteinander ein. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen zunehmen und Menschen immer häufiger gegeneinander ausgespielt werden, ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert. Mit seinem Wirken zeigt Franz Meurer, dass Zusammenhalt dort entsteht, wo Menschen einander offen begegnen und Verantwortung füreinander übernehmen. Sein Einsatz für Verständigung und Versöhnung steht damit ganz im Sinne von Mevlüde Genç. Sie hat auch nach unermesslichem Leid nie aufgehört, an Menschlichkeit und Zusammenhalt zu glauben. Franz Meurer lebt diese Haltung seit vielen Jahren auf beeindruckende Weise vor. Unser Land braucht genau solche Menschen.“
Pfarrer Franz Meurer wurde 1951 in Köln geboren und 1978 zum Priester geweiht. Seit vielen Jahren prägt er als Pfarrer der Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in Köln-Vingst und Höhenberg das soziale und gesellschaftliche Leben in den Stadtteilen. Bekannt wurde er weit über Köln hinaus durch seinen unkonventionellen und praktischen Einsatz für benachteiligte Menschen. So entstanden unter seiner Mitwirkung unter anderem eine Kleiderkammer, eine Lebensmittelausgabe, eine Gemeindewerkstatt sowie zahlreiche Unterstützungsangebote für Familien, Kinder und Jugendliche.
Franz Meurer engagiert sich seit vielen Jahren intensiv für den interreligiösen Dialog und das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. So ließ er etwa während einer katholischen Sonntagsmesse eine Kollekte für den Bau der Kölner Zentralmoschee sammeln. Ökumenische Zusammenarbeit mit evangelischen Gemeinden gehört für ihn ebenso selbstverständlich dazu wie die konkrete Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen. Seine Arbeit folgt dabei einem klaren Leitgedanken: „Die Basis von allem ist die Barmherzigkeit.“
Für sein gesellschaftliches Engagement wurde Franz Meurer bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2020 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Mevlüde-Genç-Medaille wird ihm im Sommer 2026 im Rahmen einer Feierstunde verliehen.
Über die Mevlüde-Genç-Medaille
Die Landesregierung hat im Jahr 2018 die Mevlüde-Genç-Medaille gestiftet. Sie wird an Einzelpersönlichkeiten und/oder Gruppen verliehen, die sich für Verständigung und Toleranz einsetzen und so zu einem friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen. Die Verleihung erinnert an die Nacht des 29. Mai 1993, in der vier Jugendliche Brandsätze in das Haus der Familie Genç warfen. Mevlüde und Durmuş Genç verloren zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte, 17 Familienmitglieder wurden zum Teil sehr schwer verletzt und leiden noch heute an den Folgen. Die Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille soll die vorbildliche Haltung von Mevlüde Genç in Erinnerung halten und damit zugleich diejenigen würdigen, die sich wie sie um Versöhnung, Toleranz und den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt verdient gemacht haben. Die Verleihung erfolgt jährlich durch den Ministerpräsidenten. Träger der Mevlüde-Genç-Medaille im Jahr 2025 ist der Fußballspieler und ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, İlkay Gündoğan.
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