Ministerpräsident Wüst trifft Staatspräsident Erdoğan in Ankara

Austausch über die Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei, wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie aktuelle politische Fragen

28. September 2026
Ministerpräsident Hendrik Wüst trifft den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die engen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei, die weitere Zusammenarbeit sowie aktuelle politische Entwicklungen.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Hendrik Wüst ist am Montag, 28. September 2026, in Ankara mit dem Präsidenten der Republik Türkiye, Recep Tayyip Erdoğan, zu einem Gespräch zusammengekommen. Das Treffen fand im Rahmen der Reise von Ministerpräsident Wüst vom 28. bis 30. September 2026 nach Ankara und Istanbul statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die engen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei, die weitere Zusammenarbeit sowie aktuelle politische Entwicklungen. Themen waren unter anderem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen, die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei sowie Visaerleichterungen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen und die Türkei verbindet eine besondere Beziehung. Rund eine Million Menschen mit Wurzeln in der Türkei leben bei uns, viele seit Jahrzehnten und über mehrere Generationen. Sie prägen unser Land, unsere Wirtschaft und unsere Kultur und bauen jeden Tag Brücken zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei. Diese engen und über viele Jahre gewachsenen Verbindungen wollen wir weiter stärken. Dazu gehört, bei gemeinsamen Interessen gemeinsam voranzugehen und zugleich offen miteinander über unterschiedliche Positionen zu sprechen. Gerade weil unsere Beziehungen so eng sind, müssen auch schwierige Fragen Teil eines offenen Dialogs sein.“

Schwerpunkte des Gesprächs waren die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei. Angesichts geopolitischer Veränderungen gewinnt die Türkei für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zudem als Produktionsstandort und bei der Diversifizierung von Lieferketten an Bedeutung.

Gegenstand des Austauschs waren auch die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei. Nordrhein-Westfalen befürwortet eine Reform der EU-Türkei-Zollunion. Voraussetzung dafür ist die Umsetzung der bestehenden Vereinbarungen. Eine modernisierte Zollunion kann dazu beitragen, wirtschaftliche Verflechtungen zu stärken und Lieferketten resilienter aufzustellen. Auch die Visavergabe spielte eine Rolle. Nordrhein-Westfalen setzt sich insbesondere bei Geschäftsvisa für schnellere Verfahren und weniger bürokratische Hürden ein.

Die Landesregierung verfolgt die innenpolitischen Entwicklungen in der Türkei mit Sorge. Zugleich setzt Nordrhein-Westfalen auf einen offenen Dialog mit der Türkei: Unterschiedliche Positionen schließen Zusammenarbeit bei gemeinsamen Interessen nicht aus. Auch das Auswärtige Amt hat zuletzt öffentlich auf kritische Entwicklungen bei Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit hingewiesen und zugleich die Bedeutung der Türkei als NATO-Partner und strategischen Partner betont.

Hintergrund: Nordrhein-Westfalen und die Türkei

Nordrhein-Westfalen und die Türkei sind gesellschaftlich und wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Rund 950.000 Menschen mit Wurzeln in der Türkei leben in Nordrhein-Westfalen, darunter etwa 490.000 Menschen mit ausschließlich türkischer Staatsangehörigkeit. Damit lebt rund ein Drittel der türkeistämmigen Bevölkerung Deutschlands in Nordrhein-Westfalen. Zwischen Kommunen in Nordrhein-Westfalen und der Türkei bestehen 25 Städtepartnerschaften und neun Städtefreundschaften.

Die Türkei unterhält in Nordrhein-Westfalen vier Generalkonsulate in Essen, Düsseldorf, Köln und Münster sowie ein Honorarkonsulat in Aachen. Seit 2002 besteht im Landtag Nordrhein-Westfalen eine eigene Parlamentariergruppe Nordrhein-Westfalen–Türkei. Neben den mehr als 1.300 türkischen Unternehmen mit Standorten im Land werden rund 25.000 bis 30.000 kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen von Menschen mit türkischen Wurzeln geführt.

Verwandte Meldungen

Kontakt

Pressekontakt

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0211 / 837-1134
E-Mail: presse [at] stk.nrw.de

Bürgeranfragen

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0211837-01
E-Mail: nrwdirekt [at] nrw.de