Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Tod von Prof. Dr. Rita Süssmuth

1. Februar 2026
Rita Süssmuth hält eine Rede

Die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages und Bundesministerin, Prof. Dr. Rita Süssmuth, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages und Bundesministerin, Prof. Dr. Rita Süssmuth, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Wir sind in tiefer Trauer. Mit Rita Süssmuth verlieren Nordrhein-Westfalen und Deutschland eine wirkliche Pionierin der Chancengleichheit und eine große Architektin einer gerechten und weltoffenen Gesellschaft. Rita Süssmuth war ein mutiger Mensch, die aber vor allen Dingen anderen Mut gemacht hat. Sie stand ein für unabhängiges Denken, für leidenschaftliche und sachliche Diskussionen und eine klare wertegeleitete Haltung. Geprägt von der katholischen Soziallehre war ihr christlicher Glaube Kompass und Wertefundament. Sie waren die Maximen für ihr Streben nach Gerechtigkeit. Sie war eine echte Christdemokratin, die immer die Zeichen der Zeit erkannte und daraus Schlüsse für lösungsorientierte Politik der Mitte ziehen zu wusste. Ihre starke Stimme der Vernunft wird uns fehlen.

Trotz ihres beachtlichen politischen Wirkens war Rita Süssmuth keine klassische Politikerin. Als Quereinsteigerin kam sie in die Politik und wusste schnell, wie sie die ihr wichtigen Themen bewegen konnte. Sie interessierte und engagierte sich für die Menschen. Sie war mutig, kampfbereit und ging die Probleme der Zeit an. Ihr Motto lautete: ‚Wer nicht kämpft, hat schon verloren‘ – und so kämpfte sie: Für die Gleichstellung von Mann und Frau, für die Entstigmatisierung von Aidskranken und die Eindämmung von HIV. Auch wenn ihr Handeln nicht immer auf die Freude von Partei- und Kabinettkollegen stieß, war Rita Süssmuth beharrlich und hat Themen auf die Agenda gesetzt, die auch gegenwärtig von Bedeutung sind. Sie engagierte sich für ein breites Verständnis von Gesundheit und nahm insbesondere die seelische Gesundheit in den Blick. Zudem gelang es ihr, große Erfolge für die Sichtbarkeit und politische Teilhabe von Frauen und die Vereinbarkeit der Familie zu erzielen. Das zeigt: Rita Süssmuth war oftmals Pionierin in gesellschaftlichen Debatten und hat früh Weichen gestellt, von denen viele Menschen im Land noch heute profitieren. Rita Süssmuth bleibt einmalig und unvergessen.

Für ihren lebenslangen Einsatz sind wir Rita Süssmuth zu Dank verpflichtet. Sie wird für immer einen Platz in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland haben. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. In unseren Gebeten und Gedanken sind wir bei ihrer Familie und Freunden, insbesondere bei ihrer Tochter.“

Zeit ihres Lebens war die gebürtige Nordrhein-Westfälin ihrem Land verbunden: Als Professorin in Bochum und Dortmund, als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, als langjährige Bundestagspräsidentin in Bonn sowie als langjähriges Mitglied der Ministerehrenkommission. Aber auch nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik blieb Rita Süssmuth engagiert. Sie setzte sich für das Verhältnis Deutschlands zu Frankreich und Polen ein, war Vordenkerin für ein Deutschland als Einwanderungsland und engagierte sich im Kampf gegen den Antisemitismus. Rita Süssmuth war Wegbereiterin für gesellschaftliche Entwicklungen und demokratische Veränderungen. 2011 wurde sie mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, seit 2021 würdigt das Land ihr großes gesellschaftliches und wissenschaftliches Wirken mit der Verleihung des Rita Süssmuth-Forschungspreises an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit hervorragenden Arbeiten mit Geschlechterbezug. 

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