Grenzüberschreitende Bekämpfung von Waldbränden: Nordrhein-Westfalen verstärkt Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Belgien
Ministerin Gorißen unterzeichnet Erklärung zur Erweiterung von „FireWatch“ in den Niederlanden
Um die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Waldbränden im grenznahen Raum zwischen Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien weiter zu stärken, hat Ministerin Silke Gorißen am Mittwoch, 2. September 2026, im niederländischen Herkenbosch an einer internationalen Fachkonferenz zur Waldbrandprävention und -bekämpfung teilgenommen.
Im Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien hängen Wald- und Naturräume eng zusammen. Zur Vermeidung von Waldbränden und – im Fall der Fälle – zur Brandbekämpfung in diesen Regionen ist eine enge, grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Forstverwaltungen, Feuerwehren, Wissenschaft und weiteren Einsatzkräften notwendig – zum Schutz von Mensch, Natur und Umwelt.
Um die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Waldbränden im grenznahen Raum zwischen Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien weiter zu stärken, hat Ministerin Silke Gorißen am Mittwoch, 2. September 2026, im niederländischen Herkenbosch an einer internationalen Fachkonferenz zur Waldbrandprävention und -bekämpfung teilgenommen. Zu den weiteren Gästen gehörten ebenfalls die Landwirtschaftsminister der Niederlande, Jaimi van Essen, sowie des belgischen Landesteils Flandern, Jo Brouns.
Ministerin Silke Gorißen: „Waldbrände machen nicht an Staatsgrenzen halt. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn in den Niederlanden und Belgien ist gelebte Praxis. Unsere Spezialfahrzeuge „Fire Fighter“ des Landes Nordrhein-Westfalen mit ihren Besatzungen waren zuletzt bei Löscharbeiten im Hohen Venn auf belgischer Seite im Einsatz. Diese Unterstützung ist selbstverständlich. Die Themen Waldbrandprävention und -bekämpfung werden im Klimawandel immer wichtiger. Zum Schutz der Menschen und der Natur ist es notwendig und lohnend, gemeinsam und stetig immer noch besser zu werden.“
Internationale Projekte zu grenznahen Waldbrandschutz
Deshalb beteiligt sich Nordrhein-Westfalen an drei europäischen Projekten – finanziell und mit Fachwissen –, um den grenznahen Waldbrandschutz weiterzuentwickeln und Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Partnern in den Nachbarländern auszutauschen.
Im Projekt Naturbrandmanagement zum Beispiel arbeiten deutsche und niederländische Feuerwehren sowie Fachleute aus Forst- und Naturschutz an der Prävention und Bewältigung von Vegetationsbränden. Dabei stehen gemeinsame praktische Übungen im Mittelpunkt, es werden Naturbrandmanagementpläne erarbeitet und verbessert und Wissen und Erfahrungen geteilt. Bei der Konferenz wurde zudem ein „Letter of Intent“ zwischen den drei Ländern unterzeichnet, um die technische und administrative Zusammenarbeit bei der Waldbrandprävention und -bekämpfung weiter zu verbessern und um noch enger im Austausch zu bleiben.
Waldbranderkennungssystem „FireWatch“ auch in den Niederlanden
Einen weiteren Schwerpunkt bei der Konferenz bildete die grenzübergreifende Zusammenarbeit beim nordrhein-westfälischen Waldbrandfrüherkennungssystem „FireWatch“ zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Provinz Limburg. Ministerin Silke Gorißen und der Gouverneur der niederländischen Provinz Limburg, Emile Roemer, unterzeichneten eine entsprechende Erklärung.
Ministerin Silke Gorißen: „Mit dem FireWatch-System verfügen wir in Nordrhein-Westfalen bereits seit einigen Jahren über ein effektives und modernes High-Tech-Instrument zur Erkennung von Waldbränden in der Region Niederrhein. Ich freue mich sehr darüber, dass FireWatch nun auch bei unseren niederländischen Nachbarn zur Früherkennung von Waldbränden in der Grenzregion eingesetzt werden kann, um wertvolle Naturschutzgebiete in der Provinz Limburg noch besser schützen zu können. Die partnerschaftliche Nutzung des FireWatch-Systems in der deutsch-niederländischen Grenzregion ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um die grenzüberschreitenden Herausforderungen des Klimawandels gemeinsam anzugehen.“
Seit der Waldbrandsaison 2024 betreibt der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen das kameragestützte Waldbrandfrüherkennungssystem „FireWatch“ am Niederrhein. Mit derzeit acht hochsensiblen Kameras werden rund 62.000 Hektar Wald- und Vegetationsfläche überwacht. Rauchentwicklungen können je nach Bedingungen in einer Entfernung von bis zu 20 Kilometern erkannt und lokalisiert werden. Größere Brände sind auch über größere Entfernungen erkennbar. „FireWatch“ hat unter anderem in dieser Waldbrandsaison dazu beigetragen, einen Flächenbrand bei Sonsbeck im Kreis Wesel frühzeitig zu identifizieren.
Neue Standorte verbessern Früherkennung auf beiden Seiten der Grenze
Die Provinz Limburg wird bis zum Sommer 2027 drei eigene Beobachtungstürme mit „FireWatch“-Kameras errichten und in das bestehende System bei Wald und Holz NRW integrieren. Der Vorteil: Die zusätzlichen Standorte verbessern die Waldbrandfrüherkennung im grenznahen Raum auf beiden Seiten der Grenze.
Das geschulte Team der Waldbrandzentrale am Regionalforstamt Niederrhein von Wald und Holz NRW wird auch die Überwachung der Kameras auf niederländischer Seite übernehmen.
Hintergrund Waldbrandbekämpfung in Nordrhein-Westfalen
Die Waldbrandgefahr in Nordrhein-Westfalen nimmt langfristig zu. Das Land hat deshalb bereits 2022 ein Waldbrandschutzkonzept vorgestellt und eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Waldbrände zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und effektiv bekämpfen zu können. Mittlerweile stehen landesweit zwei Fire Fighter zur Verfügung. Die geländegängigen Löscheinheiten mit 10.000-Liter-Tank des Landesbetriebs Wald und Holz NRW können auch abseits der Wege auf Waldflächen fahren und dort Flammen löschen – sogar in bis zu rund 50 Metern Entfernung. Zuletzt waren sie bei der Bekämpfung der Brände im Hohen Venn und im Hürtgenwald eine große Hilfe. Sie können dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Löschfahrzeuge an ihre Grenzen kommen. Speziell ausgebildete Forstleute von Wald und Holz NRW steuern die Fire Fighter und unterstützen so die örtliche Feuerwehr.
Darüber hinaus informieren Warnschilder Waldbesucherinnen und Waldbesucher vor allem an Wanderparkplätzen über Waldbrandgefahren.
Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge setzen den Wäldern in Nordrhein-Westfalen zunehmend zu. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz verfolgt deshalb eine umfassende Strategie, um die Wälder widerstandsfähiger zu machen und besser an den Klimawandel anzupassen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung stabiler, strukturreicher Mischwälder.
Hierzu hat das Land Nordrhein-Westfalen mit der Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen einen umfassenden Ansatz entwickelt. Neben dem Waldumbau zu klimaanpassungsfähigen Mischwäldern, der gezielten Wiederbewaldung von Schadflächen, der klimaangepassten Bewirtschaftung, stellt das Land unter anderem über Waldinfo.NRW digital wichtige forstliche Daten zur Verfügung und unterstützt kontinuierlich den Waldbesitz durch Beratung und Praxisleitfäden.
Die Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen finden Sie unter: https://www.mlv.nrw.de/wp-content/uploads/2026/04/waldstrategie_nrw-1.pdf
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