Gemeinsam stärker – Gewinner des „Landespreises für interkommunale Zusammenarbeit 2.0“ stehen fest

16. April 2026
viele Menschen stehen auf einem Treppenaufgang, zwei halten Urkunden, eine Person einen Blumenstrauß

Der Landesbeauftragte für interkommunale Zusammenarbeit, Thomas Hunsteger-Petermann, hat den „Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit 2.0“ ausgelobt.

Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung

Der Landesbeauftragte für interkommunale Zusammenarbeit, Thomas Hunsteger-Petermann, hat den „Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit 2.0“ ausgelobt. 

Ziel ist es, besonders nachahmenswerte und innovative Kooperationsprojekte aus kommunalen Verwaltungen und politischen Gremien sichtbar zu machen und zu würdigen. Im Zeitraum vom 1. Dezember 2025 bis zum 9. Februar 2026 waren 427 nordrhein-westfälische Kommunen eingeladen, sich mit ihren Projekten in sechs Kategorien zu bewerben. Insgesamt wurden 63 Projekte mit rund 280 Beteiligten aus Nordrhein-Westfalen sowie angrenzenden Regionen eingereicht. Nun stehen die Preisträgerinnen und Preisträger fest. Pro Kategorie ist ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro vorgesehen.

„63 eingereichte Projekte zeigen eindrucksvoll: In Nordrhein-Westfalen wird Zusammenarbeit gelebt. Gerade in herausfordernden Zeiten ist interkommunale Kooperation ein echter Zukunftsmotor – sie bündelt Kräfte, schafft Effizienz und macht Verwaltung leistungsfähiger. Viele Kreise, Städte und Gemeinden gehen diesen Weg bereits konsequent gemeinsam. Mit dem ‚Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit 2.0‘ geben wir diesen Projekten Rückenwind und richten den Scheinwerfer auf die besten Beispiele. Denn klar ist: Wer gemeinsam handelt, gestaltet Zukunft – gemeinsam weiterdenken, gemeinsam mehr erreichen. So bleiben unsere Kommunen stark und handlungsfähig“, sagt Thomas Hunsteger-Petermann, Beauftragter der Landesregierung für interkommunale Zusammenarbeit. 

In den einzelnen Kategorien haben folgende Kreise, Städte und Gemeinden mit ihrer interkommunalen Zusammenarbeit überzeugen können:

Kategorie „Pflichtaufgaben und Innere Verwaltung“ 

Stadt Oberhausen: „KommI – Kommunale Intelligenz (Künstliche Intelligenz für die Kommunalverwaltung)“. Die interkommunale Entwicklungsgemeinschaft „KommI – Kommunale Intelligenz“ bündelt die Kräfte von Kommunen und IT-Dienstleistern zur Entwicklung von KI-Lösungen für die Verwaltung. Ziel ist es, Künstliche Intelligenz souverän, datenschutzkonform und praxisnah in den Verwaltungsalltag zu integrieren. Durch arbeitsteilige Entwicklung und gemeinsame Nutzung entstehen effiziente, nachnutzbare Softwarelösungen. Die Kooperation beschleunigt die Umsetzung, senkt Kosten und stärkt die digitale Handlungsfähigkeit der Kommunen nachhaltig.

Kategorie „Informationsaustausch und Vernetzung“ 

Stadt Gütersloh: „Urban Stack – Das digitale Ökosystem von Kommunen für Kommunen“. Der „Urban Stack“ bietet Kommunen ein gemeinsames digitales Ökosystem, das sofort einsatzbereit ist und dauerhaft im Verwaltungsalltag verankert werden kann. Er reduziert technische Hürden, bricht Datensilos auf, vermeidet Doppelentwicklungen und ermöglicht die gemeinsame Nutzung digitaler Anwendungen. Gleichzeitig bleiben Datenhoheit und kommunale Selbstständigkeit gewahrt. Durch standardisierte Lösungen, Wissensaustausch und Skaleneffekte stärkt die Kooperation Effizienz, Interoperabilität und Innovationskraft und schafft die technische Grundlage für die Umsetzung gemeinsamer Projekte.

Kategorie „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ 

Kreis Euskirchen: „Tourist-Information der Zukunft (TI) in der Nordeifel“. Der Kreis Euskirchen und seine Kommunen modernisieren gemeinsam die touristischen Anlaufstellen in der Nordeifel grundlegend. Ziel ist es, die Region durch moderne Infrastruktur, digitale Angebote und ein einheitliches Erscheinungsbild zukunftsfähig aufzustellen. Gleichzeitig behalten die einzelnen Standorte ihre individuelle Ausprägung innerhalb der gemeinsamen Marke. Ergänzend sichern Qualifizierungsmaßnahmen die Servicequalität und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig.

Kategorie „Umwelt und Infrastruktur“

Gemeinde Schwalmtal: „Ein interkommunales Medizinisches Versorgungszentrum: Gemeinsam die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern“. Die Gemeinden Schwalmtal und Brüggen sichern mit einem interkommunalen medizinischen Versorgungszentrum die ambulante Versorgung im ländlichen Raum. Das Projekt reagiert auf den Ärztemangel und den demografischen Wandel, indem es die medizinische Infrastruktur in kommunaler Trägerschaft fortführt. Der Weiterbetrieb eines bestehenden Zentrums mit zahlreichen Patientinnen und Patienten wird so langfristig gewährleistet. Das Modell ist in Nordrhein-Westfalen bislang einzigartig und hat Vorbildcharakter.

Kategorie „Krisenbewältigung“

Rheinisch-Bergischer Kreis: „Gemeinsame Krisen-Hotline im Rheinisch-Bergischen Kreis“. Der Rheinisch-Bergische Kreis und seine Kommunen haben eine gemeinsame, digitale Krisenhotline aufgebaut, um die Bevölkerung in Notlagen schnell und verlässlich zu informieren. Die Lösung ist ausfallsicher, skalierbar und ermöglicht eine flexible Nutzung durch alle beteiligten Kommunen. Durch gemeinsame Schulungen und Übungen wird eine einheitliche und professionelle Krisenkommunikation sichergestellt. Die Kooperation stärkt die Resilienz und Reaktionsfähigkeit der kommunalen Strukturen nachhaltig.

Kategorie „Shared Service Center“

Gemeinde Bad Sassendorf: „Das interkommunale Sozialamt“. Das interkommunale Sozialamt mehrerer Kommunen schafft eine gemeinsame Struktur für die Bearbeitung komplexer sozialrechtlicher Fälle. Ziel ist es, Fachwissen zu bündeln, Prozesse zu vereinheitlichen und die Qualität der Entscheidungen zu erhöhen. Gleichzeitig entstehen attraktive Spezialisierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende. Das Modell reagiert auf Fachkräftemangel und steigende Anforderungen und stärkt die Leistungsfähigkeit der beteiligten Verwaltungen nachhaltig.

Die eingereichten Projekte wurden anhand der Kriterien „Gewinn der Kooperation“, „Innovationsgrad“ sowie „Nachnutzbarkeit und Nachhaltigkeit“ bewertet. Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, der drei kommunalen Spitzenverbände Nordrhein-Westfalens sowie der landeseigenen Förderbank NRW.BANK zusammen. Pro Kategorie wurde jeweils eine Preisträgerin oder ein Preisträger ausgewählt. Ausgezeichnet werden ausschließlich Projekte mit mindestens zwei kommunalen Kooperationspartnern.

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