Förderprojekt Zentrum für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion
Ministerin Gorißen setzt Spatenstich für Forschungsgewächshaus an der Fachhochschule Südwestfalen
Für die Gründung des „Zentrums für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion (ZEKAN-2L)“ hat die Fachhochschule Südwestfalen eine Zuwendung von 7,8 Millionen Euro erhalten. Jetzt entsteht im Rahmen dieser Zuwendung auf dem Campus ein Forschungsgewächshaus.
Vor rund anderthalb Jahren hat Ministerin Silke Gorißen beim Agrarforschungstag NRW einen wichtigen Förderbescheid übergeben. Für die Gründung des „Zentrums für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion (ZEKAN-2L)“ hat die Fachhochschule Südwestfalen eine Zuwendung von 7,8 Millionen Euro erhalten. Jetzt entsteht im Rahmen dieser Zuwendung auf dem Campus ein Forschungsgewächshaus. Ministerin Silke Gorißen war am Donnerstag, 30. April 2026, beim Spatenstich dabei.
„Das Projekt ZEKAN-2L ist ein Leuchtturmprojekt der Agrarwirtschaft, das wir gerne fördern“, so Ministerin Gorißen. „Das neue Gewächshaus ermöglicht es, landwirtschaftliche Kulturen bei verschiedenen Szenarien des Klimawandels anzubauen und deren Auswirkungen und Anpassungsfähigkeit zu erforschen. Das Zentrum für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion leistet nicht nur einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe, sondern stärkt auch den Hochschulstandort Soest, der für die wissensbasierte und nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen von außerordentlicher Bedeutung ist.“
Das Forschungsgewächshaus wird Kammern für Klimasimulationen und die Arbeit mit potenziell risikoreichen biologischen Materialien wie invasiven Organismen beherbergen. Hier führt der Fachbereich Agrarwirtschaft künftig pflanzenbauliche Versuche mit unterschiedlichen Fragestellungen unter zukünftigen Klimaszenarien durch.
„Das Gebäude umfasst sowohl Vorbereitungsräume als auch unterschiedlich große Gewächshauskammern, in denen zeitgleich ganz unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet werden können“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Tanja Schäfer. „Jede Kammer kann durch automatische Steuerungs- und Lüftungstechnik separat geführt werden. So können pflanzenbauliche Versuche mit variiertem Pflanzenschutzmitteleinsatz, unterschiedlichem Düngungsregime, variierter Wasserversorgung oder erhöhter CO2-Konzentration gefahren werden.“
Im Forschungsgewächshaus ist auch ein sogenanntes Apikultur-Abteil vorgesehen. Hier können Bienenvölker bei unterschiedlichen Klimaszenarien beobachtet werden. Studierende werden nach Einweisung in die jeweiligen Forschungsfragen einbezogen und es finden auch regelmäßig Lehrveranstaltungen statt.
Der Bau des Forschungsgewächshauses erfolgt hauptsächlich mit Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF Programms NRW zum Aufbau von Forschungsinfrastruktur.
Förderprojekt ZEKAN-2L
Im Projekt ZEKAN-2L entsteht neben dem Forschungsgewächshaus ein Labor für Umwelt- und Lebensmittelanalytik. Geforscht wird zudem in Freiland-Reallaboren. Gleichzeitig setzt das Projekt auf Machine-Learning-basierte Verfahren und KI-Anwendungen, um generierte Versuchsdaten aus Laboreinheiten, Freiland-Reallaboren und dem Forschungsgewächshaus zu nutzen. Darüber hinaus dienen die gewonnenen Erkenntnisse dazu, innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle für die Landwirtschaft und die vor- und nachgelagerten Bereiche der Wertschöpfungsstufen zu identifizieren.