Schulministerin Löhrmann reist nach Paris

Porträtfoto von Schulministerin Sylvia Löhrmann
24. Februar 2017

Ministerin Löhrmann: Eine starke deutsch-französische Bildungspartnerschaft festigt den demokratischen Zusammenhalt in Europa

Schulministerin reist zum bildungspolitischen Austausch nach Paris – Kooperationsverlängerung mit der Académie de Versailles

Schulministerin Sylvia Löhrmann reist vom 24. bis 27. Februar nach Paris. Im Mittelpunkt der bildungspolitischen Reise stehen Fachgespräche im französischen Erziehungsministerium zu bedeutenden Bildungsthemen wie Integration und Erinnerungskultur, die Besuche einer französischen Schule und der Internationalen Deutschen Schule Paris sowie die Verlängerung einer Kooperationsvereinbarung mit der Académie de Versailles.

 
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilt mit:

Schulministerin Sylvia Löhrmann reist vom 24. bis 27. Februar nach Paris. Im Mittelpunkt der bildungspolitischen Reise stehen Fachgespräche im französischen Erziehungsministerium zu bedeutenden Bildungsthemen wie Integration und Erinnerungskultur, die Besuche einer französischen Schule und der Internationalen Deutschen Schule Paris sowie die Verlängerung einer Kooperationsvereinbarung mit der Académie de Versailles (dt. Akademie von Versailles). Schulministerin Löhrmann: „Nach den Terroranschlägen, die in Deutschland und Frankreich die Gesellschaft aufschrecken, verunsichern und leider auch zu spalten drohen, ist es umso wichtiger, den gemeinsamen Wert unserer Demokratie zu betonen und dazu mit unseren europäischen Partnern im Gespräch zu bleiben. Ich freue mich, dass ich die Reise nach Paris auch dafür nutzen kann, die deutsch-französische Freundschaft in Schulen zu erleben.“
 
Der Höhepunkt des ersten Programmtags der Besuchsreise (25. Februar) ist die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung mit der Académie de Versailles. Für Bildung ist in Frankreich auf ministerialer Ebene das Erziehungsministerium zuständig. Die praktische Umsetzung der nationalen Erziehungspolitik im schulischen und hochschulischen Bereich ist Aufgabe der regionalen Akademien. So liegt zum Beispiel die Schulaufsicht oder der Personaleinsatz von Lehrkräften in ihrer Zuständigkeit. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung kooperiert bereits seit 2008 mit der Académie de Versailles sowie den Akademien von Lille und Aix-Marseille. Inhalt der Kooperationsvereinbarungen ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Schule mit den Zielen, die Mobilität von jungen Menschen im deutsch-französischen und europäischen Wirtschaftsraum zu fördern, ihnen allgemeinbildende und berufliche Auslandserfahrung zu ermöglichen, ihre Fremdsprachenkompetenz zu erweitern sowie die Transparenz der beiden Bildungssysteme weiter zu erhöhen. Die Kooperationsvereinbarung mit der Académie de Versailles wird um zunächst fünf Jahre bis 2022 verlängert.
Im Vorfeld der Unterzeichnung der neuen Vereinbarung betont Daniel Filâtre, Rektor der Académie de Versailles: „Die internationale Öffnung der Schulen bedeutet eine ungeheure Chance, um anders zu lernen und die Mobilität der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler zu fördern, dies sind zwei Ziele des akademischen Strategieplans. Die Erneuerung der Kooperationsvereinbarung zwischen Nordrhein-Westfalen und der Académie de Versailles wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Die in diesem Rahmen festgelegten Schwerpunkte Inklusion, Integration, Anschlussfähigkeit und die Nutzung neuer Medien stehen mit unseren Bildungsprioritäten sowohl auf nationaler als auch auf akademischer Ebene im Einklang.“
 
Am zweiten Programmtag (Sonntag, 26. Februar) wird Ministerin Löhrmann unter anderem zum Thema Integration das Pariser Immigrationsmuseum „Musée de l'histoire de l'immigration“ besuchen. Wie die Kooperation zwischen einer NRW-Schule und einer französischen Schule aussehen kann, wird sich Ministerin Löhrmann am dritten Programmtag (Montag, 27. Februar) beim Besuch des Lycée Jaques Prévert in Boulogne-Billancourt bei Paris ansehen. Die Schule baut seit Oktober 2016 eine Partnerschaft mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Unna auf. Die französischen Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich derzeit mit Informationen zu den Namenspatronen der deutschen Schule, den Geschwistern Scholl. Die deutschen Schülerinnen und Schüler werten Berichte von französischen Schülerinnen und Schülern über deren Herkunftsland Senegal und ihr Leben in Frankreich aus. Für Ende 2017 werden Besuche in den jeweiligen Partnerschulen vorbereitet, die durch eine gemeinsame digitale Kommunikation unterstützt werden sollen. Ziel des Austausches ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben der Jugendlichen zu erarbeiten. Dazu soll ein Video gedreht werden, in dem die Jugendlichen in der jeweiligen Fremdsprache von ihren Erfahrungen berichten.
 
„Wenn Schulen in Deutschland und Frankreich zusammen an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, erleben die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Sprache als verbindendendes Element. Sie werden dadurch auch zu Botschaftern unserer Kultur“, betont Ministerin Löhrmann. Beeindruckend sei, dass zumeist alle Schülerinnen und Schüler von einem Austausch profitieren, egal wie gut sie bereits Französisch sprechen. Das Lycée de la Tourelle in der Nähe von Paris arbeitet zum Beispiel mit dem Adolph-Kolping-Berufskolleg in Kerpen in Elektronik-Projekten zusammen. Hierbei erlernen die Schülerinnen und Schüler die Sprache in der konkreten Arbeit am Projekt, beispielsweise wenn sie Buzzer für Spielshows entwickeln.
 
Ebenfalls am Montag (27. Februar) wird Ministerin Löhrmann die Internationale Deutsche Schule in Paris besuchen und mit Schülerinnen und Schülern unter anderem über die aktuelle Demokratieentwicklung in Europa in Folge der Terroranschläge in Frankreich und Deutschland sprechen. „In unseren Schulen in NRW setzt sich die Schüler- und Lehrerschaft sehr aktiv mit Demokratiethemen wie Menschenwürde, Freiheit oder Toleranz auseinander. Ich bin sehr interessiert daran, zu erfahren, wie die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler an der Deutschen Schule in Paris mögliche Radikalisierungstendenzen in ihrem Umfeld wahrnehmen oder den in der Gesellschaft wachsenden Populismus bewerten“, so die Ministerin.
 
Zum Abschluss der Reise steht der Montagnachmittag noch einmal ganz im Zeichen von Fachgesprächen. Unter anderem ist ein Treffen von Ministerin Löhrmann im französischen Erziehungsministerium vorgesehen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die schulische Integration von Flüchtlingen und die sogenannte Pariser Erklärung, in der 2015 die europäischen Bildungsministerinnen und Bildungsminister die Förderung von staatsbürgerlicher Bildung und der gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung als wichtigste Ziele der europäischen Bildungszusammenarbeit formuliert haben. Schulministern Löhrmann hatte diese als Beauftragte des Bundesrates im EU-Ministerrat im Bereich Bildung mit unterzeichnet. „Die europäischen Demokratien müssen Geschlossenheit demonstrieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich unsere Gesellschaften radikalisieren und müssen rassistischen Tendenzen und Entwicklungen auch gemeinsam ganz entschieden entgegentreten“, so Ministerin Löhrmann abschließend.

 

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