Ministerin Gebauer: Schlechte Ergebnisse erfordern Maßnahmenpaket

13. Oktober 2017

Ministerin Gebauer: Schlechte Ergebnisse erfordern Maßnahmenpaket

IQB-Bildungstrend 2016

Zur Vorstellung des IQB-Bildungstrends 2016 erklärt Schulministerin Yvonne Gebauer: „Die schlechten Ergebnisse der IQB-Studie für Nordrhein-Westfalen belegen, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen notwendig und längst überfällig ist. Für mich gehören zu bester Bildung zwingend gute Leistungen in Deutsch und Mathematik. Wir müssen daher einen ‚Masterplan Grundschule‘ erarbeiten und geeignete Maßnahmen ergreifen, die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler in diesen wichtigen Kernfächern von Beginn an zu steigern. Daher werden wir ein Maßnahmenpaket vorlegen, das unter anderem die umstrittene Methode ‚Lesen durch Schreiben‘ begrenzen soll.“

 
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:

Zur Vorstellung des IQB-Bildungstrends 2016 erklärt Schulministerin Yvonne Gebauer: „Die schlechten Ergebnisse der IQB-Studie für Nordrhein-Westfalen belegen, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen notwendig und längst überfällig ist. Für mich gehören zu bester Bildung zwingend gute Leistungen in Deutsch und Mathematik. Wir müssen daher einen ‚Masterplan Grundschule‘ erarbeiten und geeignete Maßnahmen ergreifen, die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler in diesen wichtigen Kernfächern von Beginn an zu steigern. Daher werden wir ein Maßnahmenpaket vorlegen, das unter anderem die umstrittene Methode ‚Lesen durch Schreiben‘ begrenzen soll.“
 
Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2016, der die Kompetenzen von rund 30.000 Viertklässlerinnen und Viertklässlern in Deutsch und Mathematik untersucht, zeigen einen deutlichen Leistungsrückgang in ganz Deutschland. Im Vergleich zu 2011 weisen die Grundschülerinnen und Grundschüler bundesweit im Durchschnitt schlechtere Fähigkeiten im Lesen, Zuhören, Rechtschreiben und in Mathematik auf. Nur etwa zwei Drittel erreichen die Regelstandards, in Orthografie bundesweit nur etwas mehr als die Hälfte.

In Nordrhein-Westfalen fielen die Leistungen der Grundschulkinder ebenfalls ab. Zum Messzeitpunkt im Frühjahr 2016 lagen die Leistungen im Lesen und in Mathematik deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Hier erreicht Nordrhein-Westfalen nur den 14. Platz im Vergleich der Bundesländer. In den Bereichen Zuhören und Rechtschreibung zählt Nordrhein-Westfalen zum Mittelfeld.

Wie in allen Bundesländern haben ebenfalls in Nordrhein-Westfalen die Heterogenität in den Klassen und die sozioökonomischen Unterschiede innerhalb der Schulen auch aufgrund der Herausforderungen durch die Integration von Kindern mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund zugenommen.

„Diese Herausforderung an den Grundschulen wird von den Lehrkräften mit viel Einsatz und Engagement angenommen. Wir werden die Lehrerinnen und Lehrer hierbei noch besser unterstützen. Dabei werden wir unser Hauptaugenmerk auf die Kinder richten, die schon in der Primarstufe die Mindeststandards verfehlen“, erklärte Ministerin Gebauer. Dies sind in Nordrhein-Westfalen je nach untersuchtem Bereich 13 bis 24 Prozent der Kinder. „Mit diesen Ergebnissen kann Nordrhein-Westfalen nicht zufrieden sein und ich bin es auch nicht. Wir müssen schon vom ersten Schuljahr an dafür sorgen, dass kein Kind abgehängt wird. Deshalb müssen sich die Fördermaßnahmen noch gezielter daran orientieren, in der Primarstufe die Grundlagen für lebenslanges Lernen zu legen.“

Ministerin Gebauer wird zur Stärkung der Kompetenzen in Mathematik und Deutsch eine kritische Bestandsaufnahme aller Programme und Initiativen vornehmen. „Das in dieser Deutlichkeit überraschend schlechte Abschneiden in Mathematik muss aufgearbeitet werden. Die vielfältigen Ansätze und bereits vorhandenen Initiativen zur Stärkung der Kompetenzen werden aufgrund der schlechten Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen auf den Prüfstand gestellt. Aus dieser Analyse werden geeignete Schritte und Konsequenzen gezogen“, so Gebauer.

Im Fach Deutsch sind bereits umfangreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht. In den vergangenen Wochen hat das Ministerium Erfahrungen zur Vermittlung von Rechtschreibkompetenzen aus anderen Bundesländern recherchiert und die einzelnen Lehrpläne für das Fach Deutsch analysiert. Auf Basis dieser Vorarbeiten wird das Schulministerium ein von Ministerin Gebauer initiiertes Maßnahmenpaket erarbeiten und zeitnah umsetzen. Dazu zählen:

  1. Einsetzen einer Expertenkommission zur Erstellung einer Handreichung für den Rechtschreibunterricht an Grundschulen
    Ziel der Handreichung ist die Schaffung von mehr Verbindlichkeit bei der Vermittlung von Deutschkenntnissen. In dieser Kommission sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis u. a. Arbeitshilfen für den Unterricht und die Elternberatung entwickeln, einen Leitfaden zur Implementation an Schulen erstellen und Hinweise zur Lehrplanüberarbeitung geben. Diese Handreichung wird die Schulen auch mit Hinweisen für die methodisch-didaktische Umsetzung der Lernplanvorgaben unterstützen. Die Expertenkommission soll zum Jahresanfang 2018 eingesetzt sein und bis Ende des laufenden Schuljahres Ergebnisse vorlegen.
  2. Einführung eines verbindlichen Grundwortschatzes für die Grundschulen
    Es soll ein Grundwortschatz eingeführt werden, der eine Liste von Lernwörtern enthält, anhand derer die Regeln der Rechtschreibung gelernt werden sollen. Er stellt eine verbindliche Zielmarke für die Vermittlung von Deutschkenntnissen in den Grundschulen dar. Der verbindliche Grundwortschatz soll zum Schuljahr 2018/2019 eingeführt werden.
  3. Begrenzung der Methode „Lesen durch Schreiben“
    Lehrerinnen und Lehrer sollen auf geeignetem Weg noch einmal auf den Schwerpunkt der neuen Landesregierung, die Steigerung der Rechtschreibkompetenzen, hingewiesen werden. Sie werden angehalten, den Gebrauch der Methode „Lesen durch Schreiben“ auf die Anfangsprozesse des Lesen- und Schreibenlernens in der ersten Klasse zu begrenzen und gleichzeitig von Anfang an zum normgerechten Schreiben hinzuführen.
  4. Intensivierung der Lehrkräftefortbildung
    Lehrkräfte werden durch Fokussierung der Fortbildungsangebote im Bereich Rechtschreiben in den Kompetenzteams unter Nutzung bzw. Implementierung der Handreichung ab Sommer 2018 unterstützt.
  5. Überarbeitung des Lehrplans Deutsch Grundschule
    Bis zum Schuljahr 2019/2020 wird das Landesinstitut QUA-LiS die Einberufung einer Lehrplankommission fachlich vorbereiten und umsetzen. Diese soll den Lehrplan Deutsch überarbeiten. Dabei wird der Grundwortschatz eingearbeitet und der Rechtschreibung ein größerer Stellenwert eingeräumt.

 
 

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