Erstmalig in NRW wird Privatwald in die europäische Wildnisgebiets-Kulisse integriert

17. April 2014

Minister Remmel: Das wilde NRW wächst – NRW-Naturerbe bewahren und schützen

Nordrhein-Westfalen erhält sein 101. Wildnisgebiet und schlägt damit ein neues Kapitel in der deutschen Naturschutzpolitik auf. Erstmalig beteiligt sich ein privater Waldbesitzer am Ausbau der landesweiten Wildnisgebiete und bringt dafür seinen Privatwald in eine eigene Naturschutzstiftung ein. Dies teilten der Stifter, der Unternehmer Dieter Mennekes, und Umweltminister Johannes Remmel auf einer Pressekonferenz im Kreis Siegen-Wittgenstein mit. „Wildnisgebiete sind die Urwälder von morgen. Sie sind Garanten für die biologische Vielfalt in unserem Land und Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten“, sagte Minister Remmel. „Wildnisgebiete sind ein entscheidender Schritt zum Schutz und zur Wiederherstellung unseres wertvollen Naturerbes. Ich freue mich, dass sich erstmals nun ein Privatwaldbesitzer an der Realisierung dieses Zieles beteiligt. Ich hoffe, dieses Beispiel findet zahlreiche Nachahmer“, betonte Remmel.

Erstmalig in NRW wird Privatwald in die europäische Wildnisgebiets-Kulisse integriert – Private Naturschutzstiftung soll Areal entwickeln und erhalten

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Nordrhein-Westfalen erhält sein 101. Wildnisgebiet und schlägt damit ein neues Kapitel in der deutschen Naturschutzpolitik auf. Erstmalig beteiligt sich ein privater Waldbesitzer am Ausbau der landesweiten Wildnisgebiete und bringt dafür seinen Privatwald in eine eigene Naturschutzstiftung ein. Dies teilten der Stifter, der Unternehmer Dieter Mennekes, und Umweltminister Johannes Remmel auf einer Pressekonferenz im Kreis Siegen-Wittgenstein mit. „Wildnisgebiete sind die Urwälder von morgen. Sie sind Garanten für die biologische Vielfalt in unserem Land und Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten“, sagte Minister Remmel. „Wildnisgebiete sind ein entscheidender Schritt zum Schutz und zur Wiederherstellung unseres wertvollen Naturerbes. Ich freue mich, dass sich erstmals nun ein Privatwaldbesitzer an der Realisierung dieses Zieles beteiligt. Ich hoffe, dieses Beispiel findet zahlreiche Nachahmer“, betonte Remmel.

„Ich möchte den Menschen Waldästhetik und Waldmystik vermitteln und gleichzeitig wünsche ich mir, dass sie den Schutzgedanken der wertvollen Wälder begreifen“, sagte der Stifter Dieter Mennekes. „Nur durch das Begreifen von wichtigen Abläufen in der Natur sind die Menschen bereit sich auch für diese einzusetzen“.

Seit 2009 wurden in NRW 100 Wildnisgebiete, bestehend aus etwa 300 Einzelflächen, ausgewiesen. Auf einer Fläche von insgesamt 7800 Hektar verteilen sich die Wildnisgebiete über ganz NRW. Mit dem geplanten Wildnisgebiet „Heiligenborner Wald“ kommen nun weitere 350 Hektar hinzu.

„Ein Privatwaldbesitzer, der seinen 350 Hektar großen Wirtschaftswald, das entspricht in etwa 500 Fußballfeldern, in ein Wildnisgebiet umwandelt, ist sicherlich bundesweit einmalig“, würdigte Minister Remmel eines der ungewöhnlichsten Naturschutzprojekte der letzten Jahre. „Es ist ein Schatz direkt vor unserer Tür, den es für kommende Generationen zu entwickeln und zu bewahren gilt. Mit diesem Engagement von Herrn Mennekens schlagen wir hier in Wittgenstein ein neues Buch in der Naturschutzpolitik auf, das viele neugierig verfolgen werden.“

Das geplante Wildnisentwicklungsgebiet Heiligenborn ist aus der Idee des Stifters Dieter Mennekes geboren, der Region Siegen-Wittgenstein ein Stück Natur, künftig möglichst unberührt, zurück zu geben. Der Wald in Heiligenborn, der viele sehr naturnahe Bereiche aus autochtoner Buche, Quellen und Moore mit naturnahen Bachläufen enthält, soll sich langfristig ungestört durch menschliche Eingriffe zu einem Urwald vom morgen entwickeln.

Hierbei wird der Landesbetrieb Wald und Holz NRW das Projekt sowohl naturschutzfachlich, als auch forst- und jagdwissenschaftlich begleiten, um diesen Übergang ohne Probleme für Dritte zu gestalten. Die letzten Formalitäten zur Umsetzung sollen bis zum Sommer geklärt werden. „Der Landesbetrieb Wald und Holz verfolgt keinen Käseglocken-Naturschutz. Wir wollen Natur und Wildnis auch im Sinn einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erlebbar machen. Das geplante Wildnisgebiet Heiligenborn wird dabei als Modellregion das Konzept zur Umweltbildung des Landesbetriebs bereichern“, erläuterte der für den Naturschutz zuständige Abteilungsleiter im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Dr. Hans-Jürgen Schäfer.

Der 73jährige Stifter Dieter Mennekes besitzt neben Wäldern in NRW auch große Waldgebiete in Brandenburg. Der engagierte Naturschützer hat schon vor Jahren eine eigene Umweltstiftung gegründet. Weil man nur schützen kann, was man kennt, möchte Dieter Mennekes das von ihm gestiftete Wildnisgebiet vor allem auch zu einem Ort für  Umweltbildung und Inspiration entwickeln. Für ihn ist der Wald mit seinen vielschichtigen Zusammenhängen eine faszinierende Zauberwelt. An dieser Zauberwelt möchte er die Menschen in NRW teilhaben lassen.

Das erste private Wildnisgebiet soll den Namen „Heiligenborner Wald“ tragen. Die Bezeichnung Heiligenborn verweist auf die heilige Ilsequelle, die ein wichtiger Ort im Wildnisgebiet sein wird. Das von Dieter Mennekes gestiftete private Wildnisgebiet grenzt direkt an ökologisch sehr interessante Staatswaldflächen und dort gelegene Wildnisgebiete. Das gesamte Waldgebiet gilt als der größte unzerschnittene Waldraum in NRW Dort sind bereits jetzt seltene Tierarten wie Wildkatze und Schwarzstorch heimisch.

Hintergrund der NRW-Wildnisgebiete sind Beschlüsse des Europäischen Parlaments zur Wildnis in Europa und die Strategie der Bundesregierung zur biologischen Vielfalt, mit dem Ziel, fünf bis zehn Prozent der Waldflächen für natürliche Entwicklung bereitzustellen. Für NRW ist das Ziel von mindestens zehn Prozent im Staatswald bereits im vorigen Jahr erreicht worden.

Wildnisgebiete sind naturnahe Wälder, in denen sich die Natur dynamisch entfalten kann. Forstliche Nutzungen werden dauerhaft ausgeschlossen. In Wildniswäldern leben alle Bäume bis zu ihrer natürlichen Zerfallsphase. Solche Wälder entwickeln eine große Artenvielfalt an Vögeln, Pflanzen, Käfern, Pilzen und Flechten.

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat im Staatswald NRW bisher einen Nationalpark sowie insgesamt rund 170 Naturwaldzellen und Wildnisgebiete ausgewiesen. Damit entwickelt sich derzeit auf mehr als elf Prozent der staatlichen Waldfläche der Urwald von morgen. Die Erfahrungen aus dem Management dieser auch als Prozessschutzflächen bezeichneten Wildnisareale wird Wald und Holz NRW künftig in die Betreuung des ersten privaten Wildnisgebiets einbringen.

Fotos vom Termin und dem Rundgang in den Waldflächen stehen zum Herunterladen bereit ab 16:00 Uhr unter:

https://www.dropbox.com/sh/cq3mkfu1qib5ps6/L_sZy4nJoE?n=201959771

Das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) und Landesbetrieb Wald und Holz NRW haben die Wildnisflächen im Staatswald in einem Kataster gesammelt:

www.naturschutzinformationen-nrw.de/wildnis/de/start

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Wilhelm Deitermann, Telefon: 0211 4566-719.


WildesNRW – ‚Der Schatz vor Deiner Tür’

Alte Buchenwälder, mystische Moore, knorrige Eichenbäume, moosbedeckte Auenwälder, blühende Heideflächen, ausgedehnte Wasserlandschaften und wilde Mittelgebirgsbäche: Nordrhein-Westfalen hat eine einzigartige Natur und eine faszinierende Artenvielfalt. Mehr als 3.000 Naturschutzgebiete, etwa 550 Gebiete des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“, der Nationalpark Eifel, rund 100 Wildnisgebiete und 14 Naturparke bewahren das heimische Naturerbe und machen es für die Bevölkerung erlebbar. Als bevölkerungsreichstes Bundesland ist Nordrhein-Westfalen nicht nur Heimat für rund 18 Millionen Menschen; auch mehr als 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten finden hier Lebensraum, vom kleinsten Insekt über unseren „Urwald-Baum“, die Rotbuche, und den Wanderfalken als weltweit schnellstem Lebewesen bis hin zum größten Wildtier in NRW, dem europäischen Wisent. Sie alle gehören zum „Wilden NRW“: Ein Schatz vor unserer Tür, den es für kommende Generationen zu bewahren gilt.

Doch diese beeindruckenden Zahlen dürfen nicht drüber hinwegtäuschen, dass unser Naturerbe gefährdet ist. Das Artensterben schreitet auch in NRW weiter voran: Etwa 45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten in NRW sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Und die Situation verschärft sich. Denn mittlerweile geraten auch immer mehr Allerweltsarten an den Rand ihrer Existenz.

Die Ursachen des Artensterbens sind häufig menschengemacht: Hierzu gehören die zu intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, der Klimawandel, der auch in NRW bereits deutlich Spuren hinterlässt und der fortschreitende Flächenfraß. So verschwinden täglich in NRW etwa 10 Hektar an wertvollen Flächen, Brutstätten und Lebensräume für eine Vielzahl von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten.

Weitere Informationen zum Thema:

www.wildes.nrw.de
www.twitter.com/wildesnrw

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