Minister der Finanzen überreicht den Verdienstorden des Landes NRW an 18 Bürgerinnen und Bürger
2. Juli 2018

Minister der Finanzen überreicht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 18 Bürgerinnen und Bürger

Der Minister der Finanzen, Lutz Lienenkämper, hat in Vertretung des Ministerpräsidenten 18 Bürgerinnen und Bürger für ihr überragendes Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen einer Feierstunde im Museum Kunstpalast in Düsseldorf statt.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Der Minister der Finanzen, Lutz Lienenkämper, hat in Vertretung des Ministerpräsidenten 18 Bürgerinnen und Bürger für ihr überragendes Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen einer Feierstunde im Museum Kunstpalast in Düsseldorf statt.
 
Bei der Vergabe der hohen Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen würdigte der Minister der Finanzen den Einsatz und die Leistungen aller Ordensträgerinnen und Ordensträger: „Ihr Engagement ist so vielfältig wie unser Land und seine Menschen. Dazu zählen sowohl bekannte Unternehmer, die durch ihr weltweites Engagement auch überregional Großes bewirken. Dazu gehören auch Menschen aus unserer Nachbarschaft, die durch stete Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit Missstände in der direkten Umgebung bekämpfen und sozialen Zusammenhalt in ihrem Umfeld leben. Jede Ordensträgerin und jeder Ordensträger hat auf einzigartige Weise einen ganz besonderen Beitrag zu unserer Gesellschaft geleistet – und dafür bin ich ihnen dankbar. Solche Menschen braucht unser Land.“
 
Der Verdienstorden des Landes ist im März 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit verliehen. Die Zahl der Landesorden ist auf 2.500 begrenzt. In den Jahren seines Bestehens sind 1.559 Frauen und Männer mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathek. 

Der Minister der Finanzen überreichte die Orden an:

  • Ulrich Banken, Siegen
  • Josef Bellerich, Heek
  • Bundesminister a.D. Jochen Borchert, Bochum
  • Prof. Dr. Hermann Bühlbecker, Aachen
  • Luise Carson, Düsseldorf
  • Prof. Anthony Cragg, Wuppertal
  • Freiherr Hubertus von Fürstenberg, Olsberg
  • Horst Dieter Gölzenleuchter, Bochum
  • Prof. Dr. Andrzej Górak, Witten
  • Dr. Jürgen-Benedikt Hüffer, Münster
  • Walter Kopperberg, Marienheide
  • Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke, Lünen
  • Theo Kutsch, Herzogenrath
  • Staatsministerin a.D. Roswitha Müller-Piepenkötter, Köln
  • Klaus Pavel, Belgien
  • Bundesministerin a.D. Ulla Schmidt, MdB, Aachen
  • Dr. h.c. Fritz Schramma, Köln
  • Bundesministerin a.D. Dr. Irmgard Schwaetzer, Berlin

 

Die Laudationes im Wortlaut

(es gilt das gesprochene Wort)
 
Ulrich Banken aus Siegen
Niemand in diesem Raum wird ernsthaft bestreiten wollen, dass Nordrhein-Westfalen zu den schönsten Ländern der Welt gehört. Und dafür, dass es nicht überall im Land so schön ist, weil ein Bach oder Fluss verschmutzt und die Pflanzen- und Tierwelt kaum vorhanden ist, gibt es nur eine Erklärung: Ulrich Banken war noch nicht da.
Denn Ulrich Banken ist ein Natur- und Umweltschützer der allerersten Stunde. Und zwar einer von der praktischen Sorte, einer, der nicht über die Verschmutzung von Flüssen und Seen lamentiert hat, sondern selber in Gewässer gestiegen ist, um einmal genau nachzumessen, wie es um sie bestellt ist.
Einer, der als Biologie- und Chemielehrer seinen Schülerinnen und Schülern nicht nur Lehrbuchwissen vermittelt, sondern der sie ganz praktisch für unsere Natur und ihren Erhalt begeistert hat: mit einem eigenen Schulwald, einem Obstgarten, einem Wasserlabor und mit organisierten Wanderungen durch die freie Natur.
Dass seine Schüler bei „Jugend forscht“ gleich mehrmals Preise gewonnen haben, sagt viel über das Engagement und die Kreativität, aber auch die Hartnäckigkeit von Ulrich Banken aus. Apropos hartnäckig: Auch gegenüber den Verwaltungen hat er nicht locker gelassen, wenn Missstände aus der Welt geräumt werden mussten.
So beteiligte er sich an hunderten Stellungnahmen in Naturschutzfragen, zum Beispiel zur Ausweisung von Naturschutzgebieten. Erfolgreich war er bei der Verhinderung einer Sondermülldeponie in Wilnsdorf-Rudersdorf und bei seinen vielen Aktivitäten und Aktionen beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in der Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein und im Naturschutzbund Deutschland. Als Landschaftswächter ist er bis heute aktiv.
Lieber Ulrich Banken, Sie sind Naturschützer mit Leib und Seele. Zahlreiche Menschen aus allen Altersgruppen haben Sie für die Natur und ihren Schutz begeistern können. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
 
Josef Bellerich aus Heek
Einige von uns waren noch gar nicht auf der Welt, als Josef Bellerich begann, sich in der „Kolpingfamilie Heek“ zu engagieren. Das war 1956.
Herr Bellerich hat sich schon damals für ungewöhnliche Aktionen begeistern können, insbesondere für „Maschinen und Werkzeuge für die Dritte Welt“ und „Altmetallsammlung“, die die Kolpingfamilie organisierte. Dafür stellte er sogar Teile seines Betriebsgeländes und seiner Produktionshallen zur Verfügung – kostenlos, versteht sich.
Als Josef Bellerich begann, sich für Entwicklungsländer zu engagieren, waren die großen katholischen Hilfswerke noch gar nicht gegründet. Misereor etwa gibt es erst seit 1958, Adveniat seit 1969, missio seit 1972.
Engagiert hat sich der überzeugte Christ Josef Bellerich ebenfalls beim Sozialverband VdK in Heek, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer. Und mit der Gründung der „Hospizgruppe Heilig Kreuz Heek“ kümmerte er sich aufopferungsvoll um Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Zusätzlich organisiert er bis heute den Stand der Gruppe auf dem Heeker Weihnachtsmarkt, wo er selbstgemachten Schmuck verkauft. Den Verkaufserlös stellt er der Hospizgruppe zur Verfügung.
Bis vor kurzem war er auch hier über viele Jahre hinweg der Kassenwart, sozusagen der Herr der Zahlen.
Aber Zahlen zählen für ihn in Wirklichkeit nicht – und wenn, dann zählen sie viel weniger als die Menschen, denen er helfen kann, auf welche Weise auch immer. Josef Bellerich findet und fand immer einen Weg, den christlichen Glauben in praktische Nächstenliebe zu gießen.
Und das zeigte sich besonders eindrucksvoll in den Jahren nach 2015, als viele Menschen bei uns Schutz vor Krieg und Terror, vor Verfolgung und Gewalt suchten. Im „Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Heek“ kümmert er sich darum, dass gespendete Fahrräder repariert und gegen einen kleinen Obolus Flüchtlingen sowie anderen weniger gutsituierten Menschen zur Verfügung gestellt werden.
Das Wichtigste aber ist: Die Flüchtlinge können selber bei der Reparatur mithelfen und sich dabei handwerkliche Fähigkeiten aneignen.
Lieber Josef Bellerich, ich habe mir sagen lassen, dass Sie von den von Ihnen unterstützten Flüchtlingen ein besonderes „Dankeschön“ erhalten haben. Ich hoffe, ich darf das erzählen: Am Tag Ihrer Goldenen Hochzeit (2016) standen über 50 Flüchtlinge nach der Heiligen Messe mit einer Rose in der Hand vor der Kirche Spalier, um Ihnen und Ihrer Frau zur Goldhochzeit zu gratulieren. Ich finde, das ist eine sehr schöne Geste, die viele Worte über Dankbarkeit und gelungene Integration ersetzt.
Sie sind ein Mann, der von seinem Beruf als Landmaschinenmechanikermeister her sehr praktisch veranlagt ist. Und wenn Sie mir den Ausdruck erlauben: In über 60 Jahren ehrenamtlichen Engagements für Ihre Mitmenschen haben Sie sich ganz im Sinne Kolpings als ein Praktiker der christlichen Nächstenliebe erwiesen.
Dafür sage ich Ihnen, lieber Josef Bellerich, heute mit der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen von ganzem Herzen „Danke“
 
Jochen Borchert aus Bochum
Unser nächster neuer Landesverdienstordensträger ist ein Politiker mit einem beeindruckenden Lebenslauf. Wir kennen Jochen Borchert als ehemaligen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und als Bundesvorsitzenden des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU. Über ein Vierteljahrhundert lang, von 1980 bis 2009, war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Auch in dieser Zeit blieb er seiner Heimat Bochum und dabei vor allem jenen Menschen eng verbunden, die man landläufig als „Parteibasis“ bezeichnet und die in Wirklichkeit jene sind, die unsere Demokratie so lebendig machen, vor Ort und Tag für Tag.
Über 23 Jahre lang leitete Jochen Borchert als Kreisvorsitzender die Geschicke der CDU in Bochum. Das ist bis heute ein unerreichter Rekord.
Zusätzlich zu seiner politischen Karriere war und ist Jochen Borchert ein engagierter Umwelt- und Naturfreund. Und weil er das ist, ist er heute gleich zweifacher Ehrenpräsident, nämlich des Landesjagdverbandes NRW und des Deutschen Jagdverbandes, deren Präsident er war.
Auf seine Initiative hin wurde 2005 die Stiftung „Natur und Mensch“ gegründet. Bis 2016 war Jochen Borchert Vorsitzender dieser Stiftung. Das Bewusstsein dafür, dass in einer urbanisierten Gesellschaft die Jagd zum Naturschutz gehört und dazu beiträgt, das Ökosystem zu pflegen und zu stärken, ist auch ihm zu verdanken.
Unser Land Nordrhein-Westfalen geprägt hat Jochen Borchert nicht zuletzt als Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege. In seiner Amtszeit wurden 516 Projekte bewilligt und hunderte von ehrenamtlichen Vereinen gefördert. Großprojekte wie die Renovierung von Burgen oder der Einstieg in das Nationale Naturerbe fanden unter seiner Präsidentschaft statt. Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen zu schaffen und Baudenkmäler zu pflegen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben dieser Landesstiftung, an deren Arbeit Jochen Borchert bis heute als Ehrenpräsident regen Anteil nimmt.
Lieber Jochen Borchert, ich weiß, dies ist nicht Ihre erste Ehrung. Dennoch: der Verdienstorden unseres Landes soll Ihr Engagement für die Menschen, die Natur und die Kultur in unserer Heimat Nordrhein-Westfalen ganz besonders würdigen. Tragen Sie ihn mit Stolz!
 
Professor Dr. Hermann Bühlbecker aus Aachen
Er würde sich zu Recht darüber ärgern, wenn seine Lebensleistung nur darauf reduziert würde, aber dennoch: Dass der Erfolg der berühmten Aachener Printe vor allem natürlich mit ihrem Geschmack und ihrem Duft zu tun hat, ist nur die halbe Wahrheit. Man muss diese Delikatesse auch zu einem weltweiten Exportschlager machen. Und das konnte und kann Professor Hermann Bühlbecker aus Aachen. Als Vorstand der Lambertz-Gruppe, der Printen- und Schokoladenfabrik Deutschlands, ist er einer der bekanntesten und zugleich sehr erfolgreichen nordrhein-westfälischen Unternehmer. Im Jahre 2011 wurde er zum Honorarkonsul der Republik Elfenbeinküste ernannt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat Professor Bühlbecker entscheidend dazu beigetragen, den Wirtschaftsstandort Aachen zu modernisieren und zu stärken. Doch es sind vor allem seine weltweiten Kontakte und Verbindungen zu zahlreichen Institutionen, zur Politik und zur Kunstszene, die Hermann Bühlbecker für sein soziales und gesellschaftliches Engagement nutzt.
Deutsche und ausländische Stiftungen und Initiativen haben in ihm einen großzügigen Förderer.
Er selbst war und ist in zahlreichen Ehrenämtern aktiv, zum Beispiel in der Industrie- und Handelskammer zu Aachen, im Wirtschaftssenat des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft und im Europäischen Wirtschaftssenat – und natürlich ebenso im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie.
Das ist schon viel. Für Hermann Bühlbecker ist es nicht genug. Seit 2009 ist Herr Professor Bühlbecker an der „International School of Management“ in Dortmund tätig und bietet den Studierenden Praktika-Plätze in seinem Unternehmen an.
Und es geht noch weiter. Als Kuratoriumsmitglied der Deutschen Sporthilfe hilft er seit 2001 bei der Förderung von sportlichen Talenten und Spitzenathleten in Deutschland. Kleine Vereine wie der „Tennisklub Kurhaus Aachen“ dürfen ebenso mit ihm rechnen wie der große und berühmte Aachen-Laurensberger Rennverein. Wer ihn nicht kennt: Dieser Verein veranstaltet alljährlich das Weltfest des Pferdesports, den CHIO in Aachen.
Sein Erfolg ist auch ein Erfolg von Hermann Bühlbecker, der als Beiratsmitglied seine vielfältigen Kontakte und Möglichkeiten ins Spiel bringt.
Lieber Hermann Bühlbecker, ohne Unternehmer-persönlichkeiten wie Sie, die sich so vielfältig in Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen, wäre unser schönes Nordrhein-Westfalen um Vieles ärmer. Deshalb freue ich mich ganz besonders, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes zu überreichen.
 
Luise Carson aus Düsseldorf
Luise Carson kann einfach nicht wegschauen, wenn sie durch ihren Düsseldorfer Stadtteil, durch Flingern, geht und ihr ein Problem ins Auge springt. Sie lamentiert dann nicht, sondern packt an, bis das Problem beseitigt ist, ganz gleich, ob es um ‚wilde‘ Müllhalden oder um mangelnde Barrierefreiheit geht.
Der Duden hat dafür das Wort ‚Stadtteilarbeit‘ parat. Doch das wird einer Persönlichkeit wie Frau Carson nicht gerecht. Denn sie ist couragiert, resolut und immer hilfsbereit – mit ihrem rheinischen Herzen und ihrer „Berliner Klappe“. So hat sie es selber einmal gesagt.
Frau Carson ist aktives Mitglied der Kirchengemeinde in Flingern und kümmert sich um die Menschen in ihrer Nachbarschaft, vor allem um jene, die alleine leben und Unterstützung brauchen. Sie hat keine Berührungsängste und setzt sich für das Miteinander der Kulturen ein. Wo andere übereinander sprechen, spricht sie die Menschen an und ermuntert sie, miteinander zu sprechen.
Luise Carson gehört zu den Gründern der „Bürgerinitiative Flingern-Süd“. 15 Jahre lang, von 2001 bis 2016, war sie ihre Sprecherin und Schriftführerin. Ganz besonders wichtig ist es ihr, „ihren“ Stadtteil lebens- und liebenswerter zu gestalten. Dabei hat sie auch Auseinandersetzungen und Konflikte mit den jeweils zuständigen Ämtern und Diensten nicht gescheut. Und wer sie kennt, der glaubt gerne, dass das meistens zu einer zügigen Behebung der Missstände führte.
Aber wir dürfen uns Frau Carson nun nicht als eine Person mit ständig erhobenem Zeigefinger vorstellen. Nein, sie bedankt sich anschließend immer sehr freundlich – egal ob beim Gartenamt, der Müllabfuhr oder dem Ordnungsamt. Auch dafür werden Sie, liebe Frau Carson, allseits sehr geschätzt.
Zupackende Menschen wie Sie braucht das Land, liebe Frau Carson. Sie klagen nicht, sondern Sie handeln. Für Ihr herausragendes Engagement für ihren Stadtteil und seine Menschen überreiche ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Professor Tony Cragg aus Wuppertal
Anthony Douglas Cragg kam in Liverpool auf die Welt, als Sohn eines Elektroingenieurs in der Luftfahrtindustrie. Sein künstlerischer Werdegang war ihm also nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Doch heute haben wir die große Freude, Tony Cragg als einen Bildhauer von Weltruhm zu ehren. Our honour and pleasure!
Seit über 40 Jahren lebt und arbeitet er in Wuppertal. Im Bereich der Skulptur hat er eine neue, sinnliche und verspielte Formensprache entwickelt. International hat Tony Cragg dafür zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erhalten. Stellvertretend will ich nur erwähnen, dass er Mitglied der Royal Academy of Arts in London ist.
Bildhauerei sei vergleichbar mit Bergsteigen, hat er einmal gesagt, denn man wisse nie, was vor einem liege. Wie gut, dass wir wissen, wer heute unter uns ist.
Vor 30 Jahren wurde Tony Cragg zum Professor an der Kunstakademie Düsseldorf berufen. 2009 wurde er ihr Rektor als Nachfolger von Markus Lüpertz. Heute ist Tony Cragg ihr Ehrenmitglied.
An der Kunstakademie hat er sich besonders für die systematische Verstärkung des Stipendienangebots eingesetzt und damit für die Förderung des künstlerischen Nachwuchses.
Doch wir hier in Nordrhein-Westfalen verbinden noch etwas ganz Einzigartiges mit dem Namen Tony Cragg: den wunderbaren Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. Aus dem rund 15 Hektar großen verwilderten Park mit angrenzendem Wald und einer denkmalgeschützten leerstehenden Villa hat Tony Cragg ein wahres Kleinod geschaffen: einen Skulpturengarten, der seinesgleichen sucht.
Überwiegend aus eigenen Mitteln hat er den Kauf, die Planung, die aufwändige Gebäudesanierung, den Neubau des Ausstellungspavillons und des Eingangs-gebäudes und die behutsame Umwandlung des Geländes durchgeführt. Die von ihm 2005 gegründete gemeinnützige Stiftung, die Cragg Foundation, ist Betreiberin des Skulpturenparks. Dort präsentiert Tony Cragg aber nicht nur seine eigenen Werke, sondern auch die Arbeiten anderer bedeutender Künstler.
Der Park ist für die Bevölkerung kulturelles Highlight und Erholungsmöglichkeit in einem. In Tony Craggs ‚Waldfrieden‘ verbinden sich in einzigartiger Weise Natur und hochwertige Kunst.
Tony Cragg ist ein Glücksfall für unser Land! Wir sind froh und stolz, dass er bei uns Wurzeln geschlagen hat.
Lieber Herr Professor Cragg, mit großer Freude darf ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen.
 
Hubertus Freiherr von Fürstenberg aus Olsberg
Die Bruchhauser Steine - das sind vier riesige Vulkanfelsen, die weithin sichtbar aus der ohnehin bergigen Landschaft des Sauerlandes hervorragen. Auch über unsere Landesgrenzen hinaus ist das Bodendenkmal bekannt und beliebt.
Und dass das so ist, haben wir maßgeblich Hubertus Freiherr von Fürstenberg zu verdanken.
Seit 1992 ist er Präsident der von ihm und dem Land Nordrhein-Westfalen errichteten gleichnamigen Stiftung Bruchhauser Steine. Die Stiftungsfläche umfasst die vier Vulkanfelsen und hat eine Größe von mehr als 20 Hektar. Aus aktuellem Anlass erlaube ich mir den Vergleich: das sind etwa 30 Fußballfelder.
Diese Bruchhauser Steine – der Bornstein (übrigens mit 92 Metern Felsenhöhe der höchste der vier Felsen), der Feldstein, der Goldstein und der Ravenstein – sind als Naturschutzgebiet ausgezeichnet.
Sie gehören als Vogelschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat zum europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000. Ihre große naturgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung wird auch durch die Auszeichnung als Nationales Geotop und als Nationales Naturmonument unterstrichen.
Seit der Gründung der Stiftung ist Hubertus Freiherr von Fürstenberg ihr Präsident und für den Erhalt dieses wunderbaren kulturellen Ensembles verantwortlich. Aber nicht nur das: Natur- und Vogelschutz sind ihm besondere Anliegen, ebenso wie die Umweltbildung.
Hubertus Freiherr von Fürstenberg hat viele regionale Partner gewinnen können. So arbeitet er eng mit der örtlichen Grundschule in Olsberg-Bruchhausen oder mit der Waldjugendherberge in Brilon zusammen.
Regelmäßig tut er sich mit heimischen Naturschutzvereinen zusammen. So entstand auf dem Stiftungsgelände in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Hochsauerland ein naturkundlicher Wanderweg.
Ein Herzensanliegen ist ihm, Jugendliche für Natur- und Umweltschutz zu begeistern. Für dieses Ziel engagiert sich Hubertus Freiherr von Fürstenberg durch den Ausbau von Schulpartnerschaften im „Netzwerk der Zukunft“ bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW.
Lieber Hubertus Freiherr von Fürstenberg, ich freue mich, Sie heute für Ihre Verdienste um das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Landes-verdienstorden auszeichnen zu dürfen.
 
Horst Dieter Gölzenleuchter aus Bochum
Als Horst Dieter Gölzenleuchter im Jahre 1968 mit 24 Jahren in Wanne-Eickel die „Proletenpresse“ gründete, erschien als erste Publikation die Zeitschrift „Asphalt. Blätter für kritische Kunst und Literatur“.
Seither hat sich Horst Dieter Gölzenleuchter auf die Fahnen geschrieben, als Künstler auch politisch und sozial zu wirken. Seinen künstlerischen Anspruch verbindet er mit gesellschaftlichem Engagement. So hat er sich besonders für die Entwicklung von Talenten eingesetzt, die aus Arbeiterfamilien stammen.
1979 hat Herr Gölzenleuchter in Bochum seinen Kleinverlag „Edition Wort und Bild“ aus der Taufe gehoben. Den gibt es bis heute, also seit fast 40 Jahren! Die von ihm edierten eigenen literarischen Texte und Illustrationen sind im Wortsinne „Zeitzeugnisse“ eines engagierten Zeitgenossen.
Im Elfenbeinturm hat „Oskar“, wie Horst Dieter Gölzenleuchter im Künstler- und Freundeskreis genannt wird, nie gesessen: So hat er sich uneigennützig um Ausstellungs- und Publikationsmöglichkeiten für andere Künstler gekümmert und damit zur Entwicklung der künstlerischen Szene im Ruhrgebiet beigetragen.
Vor bald vier Jahrzehnten war Horst Dieter Gölzenleuchter Gründungsmitglied des Bundesverbandes Bildender Künstler Westfalen/Süd und außerdem viele Jahre erster Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst Westliches Westfalen in der IG Medien. Gemeinsam mit seiner Frau eröffnete er in Bochum-Gerthe die „Werkstatt Wort und Bild“ als Ort für Autorenlesungen und regelmäßige Ausstellungen.
Der Künstler arbeitet besonders gern im Bereich Linol-/Holzschnitt und wirkt in diesem Bereich an museumspädagogischen Konzepten mit. Es war und ist ihm ein besonderes Anliegen, jungen Menschen die alte Kunst des Holzschneidens näherzubringen.
Und auch Lesungen für alle Altersgruppen bezeugen sein soziales Engagement.
Sein so vielseitiges künstlerisches Schaffen, vor allem als exzellenter Holzschneider, hat längst auch international seinen Niederschlag gefunden. Werk und Engagement von Herrn Gölzenleuchter sind von einer kritischen, zugleich sozialen und zutiefst humanistischen Grundhaltung geprägt. Er wirbt für einen respektvollen Umgang mit der Natur und für eine demokratische Kultur des friedlichen Miteinanders.
Lieber Horst Dieter Gölzenleuchter: Für Ihre Verdienste verdienen Sie nichts Geringeres als eine Auszeichnung mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, den ich Ihnen heute mit einem herzlichen Dank sehr gerne verleihe.
 
Prof. Dr. Andrzej Górak aus Witten
Lieber Professor Andrzej Górak, für Ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der thermischen Trennverfahren - und ich vermute, nicht viele hier im Saal werden wissen, was genau damit gemeint ist - sind Sie bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Doch heute möchte ich Sie ehren für das, was Sie miteinander verbinden.
1992 wurde Andrzej Górak Professor am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik der Universität Dortmund. In den folgenden Jahren baute er den Fachbereich zu einem weltweit führenden Forschungszentrum auf seinem Gebiet aus. Und seit 2003 ist Professor Andrzej Górak ebenfalls ordentlicher Professor an der TU Lodz.
Aber Professor Andrzej Górak ist nicht nur ein Spezialist für Trennverfahren. Er weiß ebenso, wie man Verbindungen herstellt, und zwar Verbindungen zwischen Menschen und zwischen Ländern. Denn er ist zugleich ein engagierter Förderer der deutsch-polnischen Beziehungen.
Die zahlreichen von ihm angestoßenen Kooperationen von Wissenschaftlern aus Polen und Deutschland trugen nicht nur reiche Früchte auf dem Gebiet der Wissenschaft, sondern haben Polen und Deutsche einander näher gebracht.
Unermüdlich fördert Professor Górak die Freundschaft zwischen beiden Ländern. Dank seiner Initiative haben im Jahr 2014 die Technische Universität Dortmund und die Technische Universität Lodz einen Kooperationsvertrag und ein Abkommen für eine beiderseitige Anerkennung des Doktorgrades unterzeichnet.
Professor Andrzej Górak engagiert sich für die „Ost-West-Initiative“, die polnische Technologieunternehmen im Ruhrgebiet ansiedeln möchte. Er ist Koordinator zahlreicher europäischer Forschungsprojekte, eines zur Reinigung der Abgase in der chemischen Industrie und eines zur Reinigung von Medikamenten, die er gemeinsam mit der TU Warschau entwickelt.
Besondere Anerkennung verdient auch sein Engagement für die Nachwuchsförderung. Bis heute unterstützt er als Hochschullehrer aktiv die internationale Mobilität junger Forscherinnen und Forscher.
Verehrter Professor Andrzej Górak, Sie trennen und Sie verbinden. Beides tun Sie in heraus-ragender Weise zum Wohle der Menschen in Polen und Nordrhein-Westfalen. Dafür möchte ich Sie heute mit dem Landesverdienstorden auszeichnen.
 
Dr. Benedikt Hüffer aus Münster
Schlägt man heute eine Zeitung auf, so liest man viel über die Zeiten des Umbruchs, die bevorstehen und die sogar unsere Welt nachhaltig verändern werden. Man liest viel darüber, dass die Welt immer komplizierter wird. Das ist richtig. Es gibt keine einfachen Lösungen für komplexe Herausforderungen. Auch wenn Populisten jeder Couleur den Menschen das vormachen: Es ist falsch. Und genauso falsch und gefährlich sind die Rezepte, die sie propagieren.
Umso wertvoller ist, dass es in unserer Gesellschaft Werte und Tugenden gibt, die über die Jahrhunderte hinweg auch die größten Veränderungen überstanden und die bis heute nichts von ihrem Wert und von ihrer Gültigkeit verloren haben. Gerade in der Finanzkrise vor zehn Jahren haben wir erlebt, was passiert, wenn diese Werte missachtet werden und von Gier und Egoismus verdrängt werden.
Die Werte, die ich meine und die für uns so wichtig sind, gerade im Wirtschaftsleben, sind die Werte des ehrbaren Kaufmanns. Und damit sind wir bei Ihnen, lieber Benedikt Hüffer.
Denn Dr. Benedikt Hüffer ist ein solcher ehrbarer Kaufmann. Er trägt die unternehmerische Verantwortung als geschäftsführender Gesellschafter der Aschendorff GmbH & Co. KG – einem der größten inhabergeführten Medienhäuser in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Münster. Gleichzeitig trägt er die Verantwortung als Präsident der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen. Hier setzt Dr. Benedikt Hüffer wesentliche Impulse. Seit über 20 Jahren ist er im Präsidium und in der IHK-Vollversammlung aktiv sowie in verschiedenen Gremien des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.
Kurz: Überall dort, wo er gebraucht wird, ist er zur Stelle. Und das mit großem Erfolg für die heimische Wirtschaft und damit für Nordrhein-Westfalen.
Dr. Benedikt Hüffer ist ein Gestalter der Digitalisierung, die schon heute unser Leben in fast allen Bereichen verändert. Sein Engagement in Sachen Breitbandausbau ist vorbildlich und sorgt an vorderster Stelle mit dafür, dass die Potenziale digitaler Geschäftsmodelle auch in ländlichen Regionen ausgeschöpft werden können. So wird – neben dem Standort – auch nachhaltig die Gründerkultur in Nordrhein-Westfalen gefördert.
Ein weiteres, besonderes Augenmerk von Dr. Benedikt Hüffer ist das Bekenntnis zur betrieblichen Ausbildung als ein Instrument der Fachkräftesicherung. Zudem möchte er Jugendliche schon frühzeitig mit den verschiedensten Berufen vor allem in den sogenannten MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – vertraut machen.
Als Vorstandsmitglied der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. setzt er sich für unsere soziale Marktwirtschaft ein. Ihr Fundament ist die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung. Und genau das, Erfolg und Verantwortung für das Gemeinwohl zu verbinden,  tut ein ehrbarer Kaufmann wie Dr. Benedikt Hüffer, der kürzlich erst den Vorsitz der Münsteraner Kaufmannschaft übernommen hat.
Dr. Benedikt Hüffer ist starker Impulsgeber und Initiator, ein Macher, der seine Mitmenschen niemals aus dem Auge verloren hat. So engagiert er sich bereits seit 17 Jahren im Förderverein des Johannes-Hospiz Münster.
Verehrter Benedikt Hüffer, Ihre außerordentlich hohe soziale Verantwortung als erfolgreicher Unternehmer, eben das, was einen ehrbaren Kaufmann ausmacht, möchte ich heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen würdigen.
 
Walter Kopperberg aus Marienheide
Lieber Walter Kopperberg, spätestens jetzt dürfte allen hier Versammelten klar sein, warum Sie nicht nur im Oberbergischen Kreis bekannt sind „wie ein bunter Hund“. Seit etwa 18 Jahren spielt Walter Kopperberg mehrmals in der Woche, und meistens als Zwerg verkleidet, die Drehorgel und sammelt auf diese Weise Spendengelder. Meistens spielt er in Fußgängerzonen oder vor Supermärkten.
Walter Kopperberg kann man aber auch auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten, auf Hochzeiten und Firmenfesten erleben. Die erspielten Spendengelder gibt er eins zu eins an unterschiedliche karitative und soziale Institutionen weiter.
Aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen unterstützt Walter Kopperberg insbesondere solche Einrichtungen, die sich um an Krebs erkrankte Menschen kümmern – bevorzugt an solche, die krebskranken Kindern und ihren Familien helfen.
Da über Ihre Spendenaktionen, lieber Herr Kopperberg, regelmäßig in den Medien berichtet wird, verrate ich jetzt kein Geheimnis, wenn ich beispielhaft die Oberbergische Krebskrankenhilfe in Wiehl, die Kinderonkologie der Uni-Klinik Köln, die Onkologie des Kreiskrankenhauses Gummersbach, die Leukämie- und Lymphomhilfe Bergneustadt, die Elterninitiative Krebskranker Kinder St. Augustin, die Kinderklinik Amsterdamer Straße Köln, die Hospizgruppe Marienheide, das Kinderhospiz Olpe und das Johannes Hospiz Oberberg erwähne. Dank Ihres großen Herzens, Ihrer originellen Musikalität und Ihrer Ausdauer haben Sie all diesen Einrichtungen helfen können.
Und das nicht mit kleinen Beträgen, so willkommen auch diese sind. Wenn ich jetzt die Summe nenne, die Walter Kopperberg mit seiner Drehorgel erspielt hat, werden Sie staunen: es ist fast eine halbe Million Euro!
Lieber Walter Kopperberg, ich ziehe den Hut vor Ihnen und Ihrem vorbildlichen Engagement und überreiche Ihnen dafür sehr gerne den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke aus Lünen
Viele, die Wolfram Kuschke in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erlebt haben und die seine Leidenschaft für Europa kennen, nennen ihn „Mister Europa“. Kein Wunder, denn Europa ist für Wolfram Kuschke viel mehr als Brüssel, viel mehr als EU-Richtlinien, viel mehr als Gipfel, Kongresse und Resolutionen: Europa ist für den Politprofi aus dem östlichen Ruhrgebiet eine echte Herzenssache.
Ob als langjähriger Landtagsabgeordneter der SPD, als Chef der Staatskanzlei, oder als Europaminister: Der Traum von einem friedlichen, einem gerechten und starken „Europa“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Wolfram Kuschke.
Auch nach seinem Abschied aus Landesregierung und Landtag blieb er für Europa aktiv, zum Beispiel bei der Europa-Union Nordrhein-Westfalen, deren Landes- und Ehrenvorsitzender er wurde.
Der Träger der „Europa-Union-Medaille“ engagierte sich weiterhin für Städtepartnerschaften und die Europaarbeit in den Kommunen. Besonders wichtig ist ihm, gerade jüngeren Menschen die Ideale und den unschätzbaren Wert eines geeinten Europa für unsere Zukunft nahezubringen. Denn sie sind es, die die Zukunft Europas bestimmen werden.
Zugleich ist Wolfram Kuschke fest verwurzelt in seiner Heimat. Denn auch hier gibt es viel zu tun. Der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Unna und dem Landesverband der Multiplen Sklerose Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen kamen seine Erfahrungen und Fähigkeiten ebenso zugute wie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Naturschutz in Nordrhein-Westfalen.
Die Geschichte zu kennen und daraus Lehren für die Gegenwart zu ziehen, auch das ist ein roter Faden in der Biografie Wolfram Kuschkes. Integration ist ihm ebenso ein wichtiges Anliegen wie die christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Wolfram Kuschke gehört der „Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung“ an und begleitet die Arbeit des „Stern – jüdischer kulturell-integrativer Verein e.V.“ bei seinen Bemühungen, jüdische Immigranten in unsere Gesellschaft zu integrieren. Und vor zehn Jahren wurde er Vorsitzender des „Freundeskreises der Jüdischen Gemeinde für den Kreis Unna e.V.“.
Wolfram Kusche ist darüber hinaus Vorsitzender des Westfälischen Literaturbüros in Unna und Kuratoriumsmitglied der „Gesellschaft zur Förderung des Strukturwandels in der Arbeitergesellschaft e.V.“ Im Kuratorium der „Bürgermeister-Harzer-Stiftung setzt er sich seit fast 20 Jahren vor allem für Jugendliche und für Seniorinnen und Senioren in Lünen ein.
Lieber Wolfram Kuschke, wer sich so vielfältig und beherzt um seine Mitmenschen kümmert und sich seit Jahren in so vielen Bereichen ehrenamtlich einbringt, verdient nicht nur aus gutem Grund, sondern aus vielen guten Gründen den Verdienst-orden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Theodor Josef (Theo) Kutsch aus Herzogenrath
Wir begrüßen jetzt einen ganz besonderen Gast. Ich freue mich sehr, dass Theo Kutsch heute hier ist. Ich denke, ich darf verraten, dass Sie, lieber Herr Kutsch, der älteste Ehrengast sind, der heute den Verdienstorden unseres Landes erhält. Noch bis vor wenigen Tagen war nicht klar, ob Sie kommen können. Umso mehr freuen wir uns, dass Sie heute hier sind.
Mit Herrn Kutsch haben wir heute einen Mann unter uns, dem wir für sein im Wortsinne grenzenloses Engagement zu Dank verpflichtet sind. Theo Kutsch hat Grenzen überwunden zu einer Zeit, als Europa noch sehr starre Grenzen kannte.
Seit über 90 Jahren lebt er in Herzogenrath an der Grenze zu Kerkrade in den Niederlanden. Als 1914 zwischen beiden Städten plötzlich eine physische Grenze auf der Neustraße / Nieuwstraat gezogen wurde, mitten auf der Straße, wurde eine seit Jahrhunderten gewachsene Einheit von Dialekt und Kultur durchschnitten, wurden familiäre und persönliche Beziehungen plötzlich getrennt.
Theo Kutsch fand sich damit nicht ab. Seit den 1960er Jahren kämpfte er gegen diese Teilung, klebte Protestplakate und schrieb Briefe an Politiker in beiden Ländern. 1967 wurde der bestehende meterhohe und kilometerlange Stacheldraht abgebaut – und durch Betonblöcke ersetzt! Für Theo Kutsch konnte es das nicht sein. Er protestierte weiter, hartnäckig und unüberhörbar.
Kaum einer hätte für möglich gehalten, was dann geschah: 1970 wurde die Grenze aufgehoben und die zuvor getrennte Neustraße / Nieuwstraat wurde zur ersten Europastraße umgebaut. Endlich konnte wieder zusammenwachsen, was zusammengehörte. Dafür sorgte auch Theo Kutsch, indem er unermüdlich die Zusammenarbeit beider Städte voranbrachte. Es entstand eine in Europa einzigartige Modellregion. Seit 20 Jahren besteht die Kooperation „Zweckverband Eurode“. Ein schönes, ein wichtiges Jubiläum!
Winston Churchill hat einmal gesagt: „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der trägt sie an der falschen Stelle.“
Vielleicht kennen Sie, lieber Herr Kutsch, diesen Satz. Jedenfalls scheint er Ihr Lebensmotto zu sein. Denn Sie kämpfen bis heute weiter, zurzeit gegen die Einführung einer Pkw-Maut in Eurode.
Ihr Engagement ist wirklich grenzenlos! Die gesamte Region profitiert davon. Ich denke dabei auch an die Burg Rode in Herzogenrath, die Sie zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum gemacht haben. Und ich denke an den Kerkrader Chor „Chévemonts Mannenkoor 1912“, der 1996 bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen an Königin Beatrix auftrat. Auch das ist und bleibt eine schöne Würdigung Ihres grenzenlosen Engagements, lieber Herr Kutsch!
Vor wenigen Tagen erst hat der Ministerpräsident die Abtei Klosterrath (Rolduc) besucht. Das erwähne ich, weil der Gründer dieser Abtei Ailbertus von Antoing war. Das Verfahren zu seiner Seligsprechung – Sie erraten es! – geht auf Theo Kutsch zurück. Was ich hier in einem Satz erwähne, kostete ihn zwölf Jahre Arbeit und bestimmt auch viel Kraft und Nerven.
Und als wäre das nicht schon viel, hat Theo Kutsch als Kenner der örtlichen Industrie- und Heimatgeschichte eine Reihe von Büchern und Texten veröffentlicht.
Lieber Theo Kutsch, es ist schlicht unmöglich, Ihrem Lebenswerk in einer kurzen Rede gerecht zu werden. Für Ihre herausragenden Verdienste haben Sie bereits einige Auszeichnungen erhalten.
Nehmen Sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen als Zeichen unserer großen Anerkennung für Ihr grenzenloses Engagement und als meinen ganz persönlichen Dank.
 
Staatsministerin a.D. Roswitha Müller-Piepenkötter aus Köln
Roswitha Müller-Piepenkötter setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass möglichst vielen Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind, Gerechtigkeit widerfährt. Dabei ist sie keine Opferanwältin von Beruf. Sie ist eine Anwältin der Opfer aus Berufung.
2005 wurde Roswitha Müller-Piepenkötter zur Justizministerin des Landes Nordrhein-Westfalen berufen. Hier kümmert sie sich besonders intensiv um die Verbesserung des Opferschutzes. Bereits im zweiten Amtsjahr wird eine „Expertengruppe Opferschutz“ eingerichtet; 2009 ruft sie den Aktionstag „pro Opfer“ ins Leben, der bis heute ein wichtiges Forum zur Stärkung des Opferschutzes ist.
Seit 2010 ist Roswitha Müller-Piepenkötter ehrenamtliche Bundesvorsitzende des „WEISSEN RINGS“. Mit mehr als 3.000 ehrenamtlichen und über 100 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der „WEISSE RING“ die mit Abstand bekannteste und erfolgreichste bundesweite Organisation im Bereich des Opferschutzes und der Opferhilfe.
Roswitha Müller-Piepenkötter gelingt es, die professionelle Arbeit und die Bedeutung des Vereins einem breiten öffentlichen Publikum bekannt zu machen. Sie ist maßgeblich an der Gründung der „WEISSER RING Stiftung“ beteiligt. In ihrer Amtszeit werden die Angebote des Vereins ausgebaut, neue kommen hinzu, etwa im Bereich der Onlineberatung.
Auch in aktuelle Gesetzgebungsverfahren bringt Roswitha Müller-Piepenkötter sich erfolgreich ein. So ist es auch ihr zu verdanken, dass der Stalking-Paragraph im Jahr 2017 novelliert wurde.
Neben all dem wurde sie 2016 zur Vorsitzenden des Vereins „Seitenblick – Polizei-Geschichte-Kunst e.V.“ in Wuppertal gewählt, der sich vor allem mit der Aufklärung und Aufarbeitung von nationalsozialistischen Verbrechen der damaligen Polizei in Wuppertal, Remscheid und Solingen beschäftigt.
Auch der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln kann auf Roswitha Müller-Piepenkötter bauen. Seit 2010 ist sie hier im Vorstand aktiv, seit 2011 ist sie Mitglied des Verwaltungsrates der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft und seit 2015 kümmert sie sich als Mitglied des Aufsichtsrates um das St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind.
Ganz persönlich bin ich ihr sehr dankbar dafür, dass sie bereit war, den Vorsitz unseres Landespräventionsrates zu übernehmen.
Liebe Roswitha Müller-Piepenkötter, Sie sind eine Frau mit sehr viel Power – und das ist mit die beste Voraussetzung für Ihren Kampf zur Verbesserung der Lebenssituation von Kriminalitätsopfern. Dafür sage ich Ihnen ein herzliches Dankeschön und überreiche Ihnen gerne den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Klaus Pavel aus Aachen
Ein Umweg über Brasilien, lieber Klaus Pavel, hat Sie im Alter 19 Jahren wieder nach Deutschland und – zum Glück – nach Nordrhein-Westfalen geführt. Und hier haben Sie sehr bald gezeigt, dass die Kombination aus unternehmerischem Erfolg, sozialem Engagement und sportlichem Ehrgeiz Großes möglich macht. Doch der Reihe nach:
Nach einem Studium der Fertigungstechnik an der RWTH Aachen stieg Klaus Pavel 1970 in das Familienunternehmen ein. Nur vier Jahre später war er bereits geschäftsführender Gesellschafter der gesamten Unternehmensgruppe, der Rhein-Nadel-Gruppe. Mit ihm an der Spitze stieg das Unternehmen zu einem Marktführer der Branche mit Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern auf. Eines seiner Erfolgsrezept lautet: Innovation. Gleich mehrere Patente tragen den Namen von Klaus Pavel.
Vor vier Jahren gab er die Geschäftsführung des Unternehmens an seinen Sohn Christopher ab.
Aber Klaus Pavel ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer.
Man kann sagen: Ohne ihn gäbe es den CHIO Aachen, wie wir ihn heute kennen, nicht. Dieses „Weltfest des Pferdesports“ gibt es zwar schon seit 1924. Aber erst durch den langjährigen Präsidenten des Aachen-Laurensberger Rennvereins Klaus Pavel wurde der Verein zu dem, was er heute ist.
Klaus Pavel ließ das Turniergelände ausbauen und modernisieren. Mit Erfolg! Heute ist das Aachener CHIO das offizielle Turnier in Deutschland mit einer herausragenden Position in der Welt des internationalen Pferdesports. Nicht weniger als rund 350.000 Zuschauerinnen und Zuschauer aus aller Welt kommen Jahr für Jahr in die Aachener Soers.
Der größte Erfolg gelang dem Aachen-Laurensberger-Rennverein mit dem Zuschlag der Weltreiterspiele 2006: Insgesamt 852 Pferde und 773 Sportlerinnen und Sportler aus 61 Nationen gingen an den Start. Erstmalig konnten gleich sieben Disziplinen an einem einzigen Austragungsort stattfinden. So wurde also auch in Aachen ein Sommermärchen wahr! Bis heute ist Klaus Pavel Ehrenpräsident des Vereins.
Klaus Pavel trägt seine frühere Wahlheimat Brasilien im Herzen – und das ist wörtlich gemeint. Nicht nur, dass er Honorarkonsul Brasiliens ist. Gemeinsam mit seiner Frau Gudrun gründete er 1992 die Kinder- und Jugendhilfe „Fundacão Pavel“. Sie kümmert sich mit verschiedenen Maßnahmen um Kinder und Jugendliche und holt sie von der Straße. Mehr als 30 feste Mitarbeiter und Ehrenamtliche betreuen Tag für Tag über eintausend Kinder und Jugendliche.
Lieber Klaus Pavel, Ihr Engagement ist heraus-ragend. Ich bin stolz darauf, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen.
 
Bundesministerin a.D. Ursula (Ulla) Schmidt aus Aachen
Mit Ulla Schmidt ehren wir heute eine Persönlichkeit mit einem großen Herzen für Menschen, die auf die Solidarität unserer Gesellschaft angewiesen sind.
Seit 1990 ist die Aachener Sozialdemokratin Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2001 bis 2009 war sie Bundesministerin für Gesundheit und zwischen 2013 und 2017 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.
Aber sie wäre nicht Ulla Schmidt, wenn sie sich nicht während ihrer aktiven Zeit als Spitzenpolitikerin um Menschen gekümmert hätte, die sie brauchten – immer herzlich und immer hartnäckig. Denn immer ging es um Gerechtigkeit und es ging um Menschlichkeit. „Anwalt des kleinen Mannes zu sein“ – diese Aufforderung Johannes Raus hat Ulla Schmidt beherzigt.
So unterstützt sie seit vielen Jahren die Arbeit der „Bundesvereinigung Lebenshilfe“.
Seit 2012 ist Ulla Schmidt ihre Bundesvorsitzende. Ihr ist dabei besonders wichtig, Menschen mit Behinderung offen und auf Augenhöhe zu begegnen. Zum Beispiel auf bundesweit etwa 200 Veranstaltungen, die für Ulla Schmidt intensive Begegnungen mit Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen waren.
Darüber hinaus ist es ihr auf der politischen Ebene zum Beispiel gelungen, wesentliche Verbesserungen im Gesetzgebungsverfahren zum Bundesteilhabegesetz zu erreichen. Ulla Schmidt hat wirkliche Lebenshilfe geleistet. Und das tut sie bis heute.
Auch die „Aktion Mensch“ erfährt großartige Unterstützung durch Ulla Schmidt. Seit fünf Jahren engagiert sie sich bei der strategischen Aus-richtung des Vereins und setzt sich leidenschaftlich für die Inklusion ein. Und auch als Vorsitzende des Kuratoriums der „Hospizstiftung Region Aachen“ übernimmt Ulla Schmidt Verantwortung.
Am längsten aber ist Ulla Schmidt dem Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt treu geblieben, nämlich seit ziemlich genau 35 Jahren.
Auch hier kämpft sie für eine gerechtere Gesellschaft. Zahlreiche Fortschritte auf diesem Weg sind ihr zu verdanken. Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde Ulla Schmidt von der AWO im Jahr 2009 mit der „Marie-Juchacz-Plakette“ geehrt, ihrer höchsten Auszeichnung.
Liebe Ulla Schmidt, Ihr jahrzehntelanger Einsatz für Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, wird heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen gewürdigt. Ich freue mich mit Ihnen!
 
Dr. h.c. Fritz Schramma aus Köln
Fritz Schramma ist ein echter „Kölscher Jung“. Von 2000 bis 2009 Oberbürgermeister der Domstadt, setzt er bis heute und damit weit über seine Amtszeit hinaus mit viel Leidenschaft und großem Sachverstand Maßstäbe für Engagement.
Dabei könnte er sich doch ganz zufrieden zurücklehnen. Aber das wäre nicht Fritz Schramma. Er bleibt ein Macher so wie früher. Einer, der das Beste für seine Stadt und ihre Menschen erreichen möchte. Und der dabei klare Zeichen setzt.
Ein Beispiel: Damit, dass Köln 2006 einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft war, gab er sich nicht zufrieden. Für die im Anschluss stattfindende vierte Fußball-WM der Menschen mit Behinderung übernahm er ganz selbstverständlich das Amt des „Botschafters“. Denn in ihm schlägt nicht nur ein großes Herz für den Fußball, sondern ebenso für Menschen mit Behinderungen.
Bis heute ist Fritz Schramma der Dialog zwischen den Kulturen und Religionen ein besonderes Anliegen. Der Kölner „Rat der Religionen“ geht auf seine Initiative zurück. Von Beginn an warb er mit viel Empathie, aber auch mit Verständnis für die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger, für den Bau der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.
Dem ehrenamtlichen Engagement maß Fritz Schramma, selber ein Ehrenamtler mit Leib und Seele, einen hohen Stellenwert bei. So lobte er beispielsweise den Kölner Ehrenamtspreis aus und gewann immer wieder Prominente als Ehrenamtspatin oder Ehrenamtspaten.
Besonders erwähnen möchte ich sein Engagement für wohnungslose Menschen in Köln. Jahr für Jahr zu Weihnachten organisiert Fritz Schramma ein besonderes Festessen für die Obdachlosen. Bis zum letzten Jahr führte er diese wunderbare Tradition fort – und ließ es sich nicht nehmen, die Drei-Gänge-Menüs persönlich zu servieren.
Bis heute ist Fritz Schramma Schirmherr des Projektes „Helfen durch Geben - Der Sack e.V.“. Dank seiner vielfältigen Kontakte kann er immer wieder Sponsoren gewinnen. Mehr als 800 Familien und 16 Kindertagesstätten mit rund 1.300 Kindern werden dank dieses Engagements regelmäßig mit gesunden Lebensmitteln oder Artikeln des täglichen Bedarfs versorgt – übergeben in einem Leinensack.
Nach dem tragischen Tod ihres Sohnes gründete Fritz Schramma mit seiner Frau Ulla vor vielen Jahren den Verein „Kölner Opferhilfe“. Hier setzt sich das Ehepaar Schramma für eine bessere Hilfe für die Opfer von Gewalt ein.
Lieber Fritz Schramma, Sie sind ein heraus-ragender Repräsentant der Stadt Köln, Sie tragen Ihr ‚Hätz‘ am richtigen Fleck und nehmen sich noch immer viel Zeit für die Wünsche und Sorgen der Kölnerinnen und Kölner. Ich freue mich sehr, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
 
Bundesministerin a.D. Dr. Irmgard Schwaetzer aus Berlin
Liebe Irmgard Schwaetzer, Sie sagten einmal, ohne Musik gehe nichts für Sie, und so hoffe ich, dass die heutige musikalische Begleitung zu Ihrer besonderen Freude beiträgt.
Und so ist auch im Leben von Frau Dr. Schwaetzer viel Musik drin. Als gebürtige Westfälin startete sie ihre politische Karriere ausgerechnet im Rheinland. Wir in Nordrhein-Westfalen wissen, was das bedeutet! Ich bin nicht so sicher, ob das andersherum auch in Westfalen geklappt hätte. Was für ein schöner Beweis für die Liberalität der Rheinländer!
Nun aber zu den Fakten: 1980 zog Frau Dr. Schwaetzer erstmals für die FDP in den Deutschen Bundestag ein. Ihm gehörte sie 22 Jahre lang an. Und mehr als das: Sie wurde Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.
In der FDP wurde sie Bundesschatzmeisterin und Generalsekretärin – als erste Frau in der Geschichte ihrer Partei!
Dr. Irmgard Schwaetzer blieb dem Rheinland treu, zum Beispiel als aktives Vorstands- und Kuratoriumsmitglied der Bonner „Stiftung Entwicklung und Frieden“, als Kuratorin des „Bildungszentrums BGZ Simmerath“ oder als Unterstützerin des Projektes „HOPE Deutschland“. Als Vorsitzende des „Deutschen Komitees für Katastrophenvorsorge e.V.“ in Bonn hat sie sich auf höchster politischer Ebene für einen wirksameren Katastrophenschutz eingesetzt. Der Erfolg ihrer Arbeit wurde insbesondere beim Hochwasser im Jahr 2013 deutlich sichtbar.
Darüber hinaus war Dr. Schwaetzer entscheidend an der Vorbereitung und an den Beratungen zum „Hyogo Framework for Action“ beteiligt, einem internationalen Rahmenabkommen von 168 Nationen während der Weltkonferenz für Katastrophenvorsorge 2005 in Japan.
„Ich halte, weil ich gehalten werde“ – Dr. Irmgard Schwaetzer lebt diesen Satz aus dem Siegel der rheinischen Bekenntnissynode von 1934. Sie lebt den christlichen Glauben. Er gibt ihr Halt, und so konnte und so kann sie ihren Mitmenschen Halt geben. Das tut sie mit einer klaren Haltung. Kirche braucht klare Haltung, gerade in den großen Fragen unserer Zeit. Nur so kann sie Halt geben.
2009 wurde Frau Dr. Irmgard Schwaetzer in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Vier Jahre später war sie Präses des höchsten Parlamentes der evangelischen Kirche in Deutschland. Das wird sie mindestens bis 2021 bleiben. Ihre liberale Haltung zeigt sie auch in diesem hohen kirchlichen Amt: Freiheit und Vielfalt, überhaupt die Stärkung liberaler Werte, dafür tritt die Liberale mit Leidenschaft ein. Und dafür die Kultur des Ehrenamtes in der Kirche weiterzuentwickeln.
Dies alles macht deutlich, wie intensiv und vielfältig Sie sich, verehrte Irmgard Schwaetzer, für unsere Gesellschaft einsetzen. Als liberale Christin mit klarer Haltung.
Darum ist es mir eine Ehre, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen.
 

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