Stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur händigt den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 14 Persönlichkeiten aus

Ministerin Neubaur: Zusammenhalt entsteht, wenn Menschen Verantwortung übernehmen – für andere, für ihre Heimat, für unsere Natur, für Bildung, Demokratie, Kultur und die Zukunft unseres Landes

6. November 2026
PHB Neubaur, Mona - lächelnd, blauer Hintergrund (2022)

Damit ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, Mona Neubaur, händigt am Freitag, 6. November 2026, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 14 ehrenamtlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. Damit ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung findet in der Staatskanzlei in Düsseldorf statt.

Stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur: „Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er entsteht, wenn Menschen Verantwortung übernehmen – für andere, für ihre Heimat, für unsere Natur, für Bildung, Demokratie, Kultur und die Zukunft unseres Landes. Die Trägerinnen und Träger des Landesverdienstordens leben diese Verantwortung auf ganz unterschiedliche Weise. Sie packen an, wo Hilfe gebraucht wird, und gestalten statt nur zuzusehen. Manche Leistungen sind weithin sichtbar, andere entfalten ihre Wirkung ganz still, ganz leise. Aber alle machen einen Unterschied. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Menschen ihre Fähigkeiten und ihre Zeit in den Dienst aller stellen. Diese Lebensleistung verdient unsere höchste Anerkennung und unseren aufrichtigen Dank. Sie zeigen uns, wie viel ein einzelner Mensch bewegen kann – und wie viel stärker wir gemeinsam sind.“

Mit dem Landesverdienstorden werden ausgezeichnet:

Wilfried Berger aus Kreuztal
Wilfried Berger hat seit den siebziger Jahren die musikalische Leitung der Jagdhornbläsergruppen Fürst-Pless-Horn in Kreuztal und Esshörner in Kreuztal und Hickengrund übernommen und erfolgreich zu zahlreichen musikalischen Höhepunkten geführt. Als Bläserchor-Richter trägt er dazu bei, die Leistungen der Jagdhornbläsergruppen zu beurteilen und zu fördern. Von 1998 bis 2009 hat Wilfried Berger zunächst die stellvertretende Leitung und später die Leitung des Hegerings Kreuztal übernommen. Sein jahrzehntelanges Wirken hat die Jagd und das Brauchtum in Kreuztal geprägt.

Heinz-Ludwig Bücking aus Dortmund
Seit 1987 ist Heinz-Ludwig Bücking Mitglied des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier. Mit großer Ausdauer und Sachkenntnis setzt er sich im Verein dafür ein, die Spuren des frühen Bergbaus zu sichern und historische Anlagen zu erhalten. Seit über 25 Jahren leitet er den Arbeitskreis Dortmund und engagiert sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Sein Ziel ist es, die Geschichte des Steinkohlenbergbaus lebendig zu halten und an kommende Generationen weiterzugeben. 

Beatrice Bülter aus Köln
Beatrice Bülter setzt sich mit großem Engagement zunächst als Geschäftsführerin, später als geschäftsführender Vorstand für die Kölner Grün Stiftung ein. Die Stiftung hat den Zweck, Kölns Grünflächen zu bewahren und zu erweitern. Ein bemerkenswertes Projekt ist der „Grüngürtel Impuls Köln 2012“, mit dem ein bedeutender Erholungs-, Natur- und Klimaraum für die Zukunft gestärkt worden ist. Das Projekt „1000 Bäume für Köln“ der Stiftung ist 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt worden.

Rüdiger Frohn aus Gevelsberg
Rüdiger Frohn hat als Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei die Arbeit der Ministerien koordiniert und Ministerpräsidenten beraten. Sein Name ist eng mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet verknüpft. Rüdiger Frohn war maßgeblich daran beteiligt, Strukturen aufzubauen und das Potential von Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Kultur zu stärken. Unter Bundespräsident Rau war Rüdiger Frohn Chef des Bundespräsidialamtes. Von 2006 bis 2021 war er Vorsitzender des Beirates der Stiftung Mercator. Darüber hinaus war er in verschiedenen weiteren Stiftungen und Vereinen engagiert.

Hans-Joachim Hering aus Düsseldorf
Hans-Joachim Hering hat als Präsident des Unternehmerverbandes Handwerk NRW und als Vizepräsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages das Handwerk in Nordrhein-Westfalen nachhaltig geprägt. Seit über einem Jahrzehnt bringt er seine Erfahrung im Vorstand der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen ein. Vor allem für junge Menschen hat er durch wichtige Impulse in der Ausbildung Perspektiven geschaffen, die das Handwerk attraktiv und zukunftsfähig gestalten.

Heinrich Kahlert aus Duisburg
Heinrich Kahlert engagiert sich seit 45 Jahren ehrenamtlich. Über viele Jahre hinweg war er, auch als Vorsitzender, im Pfarrgemeinderat seiner Heimatpfarrei St. Hildegard in Duisburg tätig und beteiligt sich bis heute aktiv an dessen Arbeit, unter anderem bei der Organisation des jährlichen Pfarrfestes. Besonders am Herzen liegen ihm Kinder und Jugendliche. Als Vorsitzender des Vereins „Die Arche – Raum für Kinder e. V.“ setzt er sich zudem für deren Wohl ein und unterstützt eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Familien in Duisburg.

Klaus Kaja aus Xanten
Als Verwaltungsangestellter der Stadt Xanten ist Klaus Kaja in verschiedenen Ämtern und als Vorsitzender des Personalrats tätig gewesen. Die St. Pantaleon Schützenbruderschaft Lüttingen 1721 e.V. kann seit 1994 als aktives Mitglied auf ihn zählen. Seit 2006 setzt er sich als stellvertretender Kompanieführer und Schriftführer für die Schützenbruderschaft ein. 2010 hat Klaus Kaja den Vorsitz des Heimat- und Bürgervereins übernommen. Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist unter anderem die Ausgestaltung der Fischerhütte zu einem kleinen Dorfmuseum. 

Professor Karl Karst aus Köln
Professor Karl Karst gründete 1996 den Projektkreis Schule des Hörens. Aus dieser Initiative sind Projekte hervorgegangen, die Kindern das Hören auf spielerische Weise näherbringen. Durch die folgende Gründung der „Initiative Hören“ ist ein bundesweit bedeutender, branchenübergreifender Zusammenschluss entstanden, der das Thema Hören aus ganz unterschiedlichen Perspektiven in die Öffentlichkeit trägt. 2011 gründete er die gemeinnützige Stiftung Hören. Mit dem Netzwerk der Kulturpartner NRW hat er dazu beigetragen, die kulturelle Vielfalt des Landes sichtbarer und für mehr Menschen zugänglich zu machen.

Alice Klein aus Monschau
Alice Klein engagiert sich seit jungen Jahren für bedürftige Menschen. Aus diesem Engagement heraus gründete sie den gemeinnützigen Verein „Hoffnung schenken“. Mit ihrem Verein unterstützt sie Menschen in Monschau und Umgebung sowie überregional und international. Die Hilfsangebote umfassen Kleiderspenden, Weihnachtsgeschenke für Seniorinnen und Senioren, Ferienfreizeiten, die Bereitstellung von Schulmaterialien und die Unterstützung von Menschen in finanziellen Notlagen. Darüber hinaus organisiert der Verein internationale Hilfstransporte.

Paul Kröfges aus Windeck
Paul Kröfges Lebenslauf ist durch langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik und im Umwelt- und Naturschutz geprägt. Dabei verband er beide Bereiche immer wieder miteinander. Er leitete die Dorfgemeinschaft Merten in Eitorf-Merten und brachte während seiner langjährigen Tätigkeit im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises wichtige Initiativen, insbesondere im Gewässerschutz, auf den Weg. Seit 1979 engagiert er sich im BUND. Dort ist er bis heute als Sprecher und Schatzmeister der BUND-Regionalgruppe Köln tätig. Von 2007 bis 2013 war er Landesvorsitzender des BUND Nordrhein-Westfalen.

Jutta Kruft-Lohrengel aus Oberhausen
2013 wurde Jutta Kruft-Lohrengel die erste weibliche Präsidentin der Industrie- und Handelskammer. Zwölf Jahre lang stand sie an der Spitze der IHK und setzte sich mit Nachdruck für die Unternehmen der Region und für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein. Besonders am Herzen lag ihr die nächste Generation. Ihr Ziel war es, jungen Menschen Chancen zu eröffnen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen und dazu beizutragen, dass Beruf und Familie besser miteinander vereinbar sind. Sie war ebenfalls Vizepräsidentin im Vorstand der IHK NRW sowie im Vorstand und Präsidium des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Ihr Einsatz für den Wirtschaftsstandort war immer verbunden mit intensivem gesellschaftlichem Engagement.

Alfons Nagel aus Hamm
Mitte der siebziger Jahre hat Alfons Nagel Verantwortung für Eulen, Greifvögel und gefährdete Vogelarten übernommen. Es ist ihm im Laufe der Zeit mit der Schaffung von Brut- und Nistplätzen gelungen, in Hamm die Zahlen der Brutbestände von verschiedenen bedrohten Vogelarten deutlich anzuheben. Sein Engagement hat praktisches Handeln mit großer Sachkenntnis verbunden. Mit dem Kartieren, Beringen und dem systematischen Erfassen der Vogelbestände hat er eine wissenschaftliche Datengrundlage geschaffen, mit der Schutzmaßnahmen geplant und die Artenvielfalt überwacht werden können. Viele Jahre lang hat Alfons Nagel das Amt des Landschaftswächters engagiert ausgefüllt.

Hamidiye Ünal aus Köln
Hamidiye Ünal war Psychologin sowie Verhaltens- und Traumatherapeutin. Im Kölner Therapiezentrum für Menschen nach Flucht und Folter des Caritasverbandes behandelte und unterstützte sie traumatisierte Geflüchtete. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die kultursensible Psychotherapie, für die sie sich auch auf nationalen und internationalen Fachkongressen einsetzte. Sie war Gründungsmitglied der Vereinigung für türkischsprachige Psychotherapie und psychosoziale Beratung und engagierte sich in der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer. Bis heute setzt sie sich insbesondere für Frauen und Familien mit Fluchtgeschichte ein.

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Augin Yalcin aus Rheda-Wiedenbrück
Augin Yalcin kam 1987 mit seiner Familie als Asylsuchender nach Deutschland. Heute unterrichtet er an öffentlichen Schulen in Rheda-Wiedenbrück syrisch-orthodoxe Religion. Bei der Einführung des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2000 wirkte er maßgeblich an der inhaltlichen Ausgestaltung mit und übernahm anschließend die Landeskoordination für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht. In der Kirchengemeinde St. Johannes Apostel in Rheda-Wiedenbrück unterrichtet er syrisch-orthodoxe Liturgie, Sprache und Gesänge und arbeitet eng mit dem Kirchenvorstand zusammen.

Über den Landesverdienstorden

Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet. Als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit wird er an besonders engagierte Persönlichkeiten verliehen.

Die Laudationes an die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Wortlaut:

Es gilt das gesprochene Wort.

Wilfried Berger aus Kreuztal

Als Jäger kennen Sie die Stille des Waldes. Als Leiter einer Jagdhornbläsergruppe wissen Sie, wie aus vielen Stimmen ein harmonischer Klang entsteht. Beides verlangt Erfahrung und Geduld. Bereits Anfang der siebziger Jahre haben Sie die musikalische Leitung von zwei Jagdhornbläsergruppen übernommen: Der Fürst-Pless-Horn in Kreuztal und der Esshörner in Kreuztal und Hickengrund. 

Über Jahrzehnte haben Sie das Repertoire erweitert, Proben gestaltet und Auftritte vorbereitet. Sie haben musikalische Fähigkeiten gefördert und Ihre Bläsergruppen zu zahlreichen Höhepunkten geführt. Bei Gottesdiensten und Konzerten haben sie die Menschen mit ihrer Musik berührt. Bei Wettbewerben haben sie ihr Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt – bis hin zu Landesmeisterschaften und Bundeswettbewerben. 

Musik und Brauchtum sind Ihre Herzensangelegenheiten. Mit Leidenschaft und Ausdauer begeistern Sie Menschen für die Musik und Sie bringen Menschen zusammen. Ihre Erfahrung und Ihr fachliches Können bringen Sie auch als Bläserchor-Richter beim Landesjagdverband ein. Bei Wettbewerben tragen Sie damit als Juror auch dazu bei, die Qualität der jagdlichen Bläsermusik zu fördern. 

Jagd ist auch das Stichwort für ein weiteres Engagement, das Sie mehrere Jahrzehnte lang mit Leidenschaft ausgefüllt haben: Von 1998 bis 2009 sind Sie zunächst stellvertretender Hegeringleiter gewesen. Von 2009 bis 2018 haben Sie die Leitung des Hegerings Kreuztal übernommen.

Ein Hegering – für alle, die mit der Jagd nicht so vertraut sind – ist der Zusammenschluss von Jägerinnen und Jägern eines bestimmten Gebiets, die sich gemeinsam für die Hege des Wildes, den Schutz der Lebensräume und die Pflege des jagdlichen Brauchtums einsetzen.

Für Ihr Engagement danke ich und überreiche Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Heinz-Ludwig Bücking aus Dortmund

Wer wissen möchte, was es mit dem Arschleder auf sich hat, der ist bei Heinz-Ludwig Bücking goldrichtig. Seit 1987 sind Sie Mitglied des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.. Mit großer Ausdauer und Sachkenntnis setzen Sie sich im Verein dafür ein, die Spuren des frühen Bergbaus zu sichern und zu erhalten. 

Von Anfang an sind Sie im Arbeitskreis Dortmund aktiv und hier insbesondere im ehemaligen Kohlenbergwerk Graf Wittekind tätig. Was Sie dort, gemeinsam mit anderen Engagierten, über Jahrzehnte geleistet haben, ist beeindruckend: Sie haben dazu beigetragen, das historische Grubengebäude wieder zugänglich zu machen. Bis heute wird die Erforschung dieses Bergwerks in Dortmund-Syburg betrieben. 

Seit 2001 leiten Sie nun schon den Arbeitskreis Dortmund. Sie sind gleichzeitig von der Bergbehörde als verantwortlicher Betriebsleiter der Zeche Graf Wittekind bestellt und organisieren bzw. überwachen alle dort stattfindenden Arbeiten.

Mit großer Leidenschaft bringen Sie auch die Geschichte des Bergbaus in die Öffentlichkeit: Mit einem eigenen Stand auf dem jährlichen Hombrucher Stadtfest, mit Einblicken in Ihre Arbeit durch Berichte in Zeitungen und im WDR, mit Vorträgen an der Volkshochschule Dortmund und in den Kirchengemeinden, mit Wanderungen durch die Geschichte Hombruchs, mit der Erarbeitung und Herausgabe montanhistorische Literatur und vor allem mit Führungen durch das Besucherbergwerk Graf Wittekind.

Sie sorgen dafür, dass auch jüngere Generationen erfahren können, was unter ihren Füßen liegt – und was die Menschen in dieser Region früher geleistet haben. Und damit zurück zum Arschleder, mit dem wir begonnen haben. Das gehörte nämlich zur Ausrüstung der Bergleute und schützte den Hosenboden vor Kälte und Nässe. 

Für Ihren unermüdlichen Einsatz, die Geschichte des Steinkohlenbergbaus – und damit auch ein großes Stück nordrhein-westfälischer Kultur und Identität – weiterzutragen, danke ich Ihnen. 

Ich überreiche Ihnen nun den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Beatrice Bülter aus Köln

Seit 2006 setzen Sie sich mit großem Einsatz für die Kölner Grün Stiftung ein. Ziel der Stiftung ist es, Kölns Grünflächen zu bewahren, zu erweitern und neues Grün zum Wachsen zu bringen. Für die Nicht-Kölner: Das Grünsystem in Köln ist in Europa fast einzigartig. Es ist ein grünes Netz, das sich durch die Stadt zieht und Erholungsräume schafft.

Konrad Adenauer, Kölns damaliger Oberbürgermeister, war der Initiator des Grüngürtels in der Stadt. Aber eine solche Vision lebt nur weiter, wenn Menschen sie mit Überzeugung in die Zukunft tragen. Genau das tun sie. Zunächst als Geschäftsführerin, später als geschäftsführender Vorstand der Kölner Grün Stiftung tragen Sie maßgeblich dazu bei, das grüne Erbe Kölns weiterzuentwickeln. 

Sie waren und sind maßgeblich an der Ausgestaltung der Stiftung beteiligt. Sie haben ein bemerkenswertes Netzwerk aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern geschaffen. Sie haben private Initiativen eingebunden. Sie haben Spenderinnen und Spender akquiriert. 

Dahinter steckt viel Arbeit: In Ihrer Verantwortung liegen die laufenden Geschäfte und die Umsetzung der Projekte, die Betreuung der Sponsoren und die Abstimmung mit den Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik und Verwaltung. 

Ein herausragendes Beispiel Ihres Engagements ist der „Grüngürtel Impuls Köln 2012“. Mit Ihrer Beteiligung am Entwicklungskonzept für den Äußeren Grüngürtel haben Sie dazu beigetragen, einen ganz wichtigen Erholungs-, Natur- und Klimaraum für die Zukunft zu stärken. 

Dabei stehen die Bedürfnisse der Menschen in Köln im Mittelpunkt: Grünflächen sollen erhalten bleiben und die Natur soll sich entfalten können. Auch mit den Initiativen „1000 Bänke für Köln“ und „1000 Bäume für Köln“ haben Sie gezeigt, wie sich eine große Vision in konkrete Schritte übersetzen lässt. 

Sie haben die Kölnerinnen und Kölner eingeladen, sich selbst für ihre Stadt einzusetzen. Sie sind der Motor und das Gesicht der Kölner Grün Stiftung. Köln und Nordrhein-Westfalen haben Ihnen viel zu verdanken. 

Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Rüdiger Frohn aus Gevelsberg

Das Landeshaus dürfte für Sie mit besonderen Erinnerungen verbunden sein. Hier im Landeshaus haben Sie selbst, als Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei, den damaligen Ministerpräsidenten beraten, die Arbeit der Ministerien koordiniert und wichtige Entscheidungen für unser Land getroffen. Heute kehren Sie an diesen Ort zurück – aus einem besonderen Anlass.

Heute geht es darum, Ihnen zu danken: Für einen beruflichen Weg, auf dem Sie unser Land entscheidend mitgestaltet haben. Und für ein vielfältiges gesellschaftliches Engagement, mit dem Sie bis heute wichtige Impulse setzen.

Ihr Name ist eng mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet verknüpft. Sie haben sich dafür eingesetzt neue Strukturen aufzubauen und das Potential von Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Kultur zu stärken. Damit haben Sie einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das Ruhrgebiet als zukunftsfähigen Wissen- und Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln.

Ihr beruflicher Weg führte Sie von der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei bis an die Spitze des Bundespräsidialamtes unter dem Bundespräsidenten Johannes Rau. 

Mit der Übernahme des Vorsitzes des Beirats der Stiftung Mercator sind Sie dann 2006 nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. In dieser Funktion haben Sie die Strategieprozesse der Stiftung im Bereich Demokratie, Europa und Klimaschutz begleitet und die Stärkung der Bildungschancen in Duisburg und der Region vorangetrieben. Ein wichtiges Beispiel Ihres Wirkens als Beiratsvorsitzender ist die enge Kooperation der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen.

Mit dem – unter Ihrem Vorsitz initiierten – Mercator-Research Center Ruhr forschen und lehren die Universitäten heute nicht mehr nebeneinander, sondern miteinander. Von 2010 bis 2020 haben Sie sich im Kuratorium für die Stiftung der Ruhr-Universität Bochum engagiert. Bildungsgerechtigkeit und die Förderung wissenschaftlich innovativer Projekte waren Ihnen dabei besonders wichtig.

Darüber hinaus haben Sie Ihre Erfahrung in das Kuratorium der Theodor-Fliedner-Stiftung, in das forum thomanum Leipzig e. V. und in die Johannes-Rau-Stiftung eingebracht.

Durch all ihre Stationen zieht sich ein roter Faden: Sie erkennen Herausforderungen und entwickeln neue Perspektiven. Nordrhein-Westfalen hat Ihnen viel zu verdanken!

Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Hans-Joachim Hering aus Düsseldorf

Das Handwerk ist weit mehr als ein Wirtschaftszweig. Das Handwerk schafft Arbeitsplätze, bildet junge Menschen aus und entwickelt praktische Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Damit das gelingt, braucht es engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer – und Menschen, die sich über den eigenen Betrieb hinaus für die Zukunft des gesamten Handwerks einsetzen.

Seit über 40 Jahren engagieren Sie sich ehrenamtlich in der Innungs-, Fachverbands- und Kammerorganisation. In dieser Zeit haben Sie die Interessen des Handwerks mit Nachdruck vertreten. Als Präsident des Unternehmerverbandes Handwerk NRW und als Vizepräsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages haben Sie Verantwortung übernommen. 

Seit über einem Jahrzehnt bringen Sie Ihre Erfahrung auch im Vorstand der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen ein. Besonders am Herzen liegen Ihnen die kleinen und mittleren Handwerksbetriebe. Sie geben diesen Betrieben eine Stimme und setzen sich dafür ein, dass ihre Anliegen in Politik und Wirtschaft Gehör finden.

Auch als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks engagieren Sie sich dafür, die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu stärken. Aber Ihr Blick richtet sich nicht allein auf die Gegenwart. Sie denken voraus – und dabei besonders an die nächste Generation.

Die Zukunft des Handwerks beginnt mit guter Ausbildung und echten Entwicklungschancen – aus dieser Überzeugung heraus haben sie konkrete Veränderungen angestoßen. Ein besonderes Beispiel ist das duale Weiterbildungsangebot Haus-, Energie- und Anlagentechnik – kurz HEAT – das Sie maßgeblich initiiert haben. 

Gemeinsam mit der Hochschule Düsseldorf wurde damit ein Bildungsweg geschaffen, der Gesellinnen und Gesellen des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks mit Hochschulzugangsberechtigung neue Perspektiven eröffnet: Sie können berufsbegleitend den Meisterabschluss erwerben und zugleich einen Bachelorabschluss machen.

Hinter diesem Angebot steckt ein wichtiger Gedanke: Praktische Erfahrung des Handwerks mit wissenschaftlicher Qualifikation verbinden. 

Ich freue mich sehr, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Heinrich Kahlert aus Duisburg

45 Jahre ehrenamtliches Engagement – das sind 45 Jahre, in denen Sie Verantwortung übernommen haben und für andere Menschen da gewesen sind. Seit viereinhalb Jahrzehnten engagieren Sie sich im Pfarrgemeinderat Ihrer Heimatpfarrei St. Hildegard in Duisburg – als Mitglied und als Vorsitzender. Dabei haben Sie auch Zeiten der Veränderung erlebt. 

Sparmaßnahmen des Bistums Essen und die Zusammenlegungen von Gemeinden haben die kirchliche Landschaft verändert. Aus Ihrer Heimatpfarrei ist die Großpfarrei St. Johann hervorgegangen. 

Doch Veränderungen dieser Art konnten eines nicht erschüttern: Ihre Verbundenheit mit Ihrer Gemeinde und Ihren Willen, weiter Verantwortung zu übernehmen. Bis heute bringen Sie sich im Pfarrgemeinderat ein. Bis heute engagieren Sie sich bei der Organisation des jährlichen Pfarrfestes.

Was für viele ein fröhlicher Tag im Kalender ist, bedeutet für Sie viel mehr. Sie schaffen Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenkommen. Sie stärken damit das, was unsere Gesellschaft gerade so dringend braucht: Begegnung und das Gefühl, dazuzugehören. Wenn wir nach dem Kern Ihres Engagements fragen, dann führt uns das zu den Kindern und Jugendlichen. Ein besonderes Beispiel dafür ist Ihr Einsatz für den Verein „Die Arche – Raum für Kinder e. V.“. 

Die Einrichtung wurde 1996 von Pfarrer Reinders als offenes Angebot für Kinder und Jugendliche gegründet. Als Pfarrer Reinders im Jahr 2006 plötzlich verstarb, haben Sie den Vorsitz des Vereins übernommen. Sie haben damit geholfen, eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Familien in Duisburg zu bewahren.

In der Arche bekommen Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben. In der Arche können sie nach der Schule spielen, zur Ruhe kommen und Gemeinschaft erleben. Ferienspiele und Freizeiten eröffnen ihnen zusätzliche Möglichkeiten, Neues zu entdecken und schöne Erfahrungen zu sammeln.

In Ihrem jahrzehntelangen Wirken verbinden Sie Verlässlichkeit und Menschlichkeit. Sie übernehmen Verantwortung nicht nur, wenn es leicht ist. Sie bleiben, wenn Strukturen sich verändern. Sie setzen sich dort ein, wo Menschen Unterstützung brauchen.

Deshalb darf ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Klaus Kaja aus Xanten

Wer sich für seine Heimat einsetzt, hinterlässt Spuren. Sie haben in Xanten viele Spuren hinterlassen. Ob im Schützenwesen oder im Heimat- und Bürgerverein – seit Jahrzehnten gestalten Sie das Leben vor Ort aktiv mit. Dabei zählt für Sie nicht, im Mittelpunkt zu stehen, sondern etwas zu bewegen. Genau das macht Ihr Engagement so wertvoll.

Als Verwaltungsangestellter der Stadt Xanten sind Sie in verschiedenen Ämtern tätig gewesen. Zuletzt haben Sie als stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur und Demografie eng mit den Schulen der Stadt zusammengearbeitet. Und Ihr Einsatz für die Stadt endete keineswegs mit Dienstschluss. 

Von 1993 bis 2000 engagierten Sie sich als Vorsitzender des Personalrates für die Interessen Ihrer Kolleginnen und Kollegen. Ein besonders prägender Teil Ihres Engagements gilt dem Schützenwesen. Die St. Pantaleon Schützenbruderschaft Lüttingen 1721 e.V. kann seit 1994 auf Sie zählen. 

Die 1. Kompanie liegt Ihnen besonders am Herzen. Seit 2006 setzen Sie sich als stellvertretender Kompanieführer und Schriftführer für die Schützenbruderschaft ein. Mit Herzblut und Haltung leben Sie die Schützentradition und verkörpern das Leitwort der Schützenbruderschaft „Glaube, Sitte und Heimat“ auf bemerkenswerte Weise. Und Ihr Wirken reicht weit über die Organisation von Brauchtumsfesten hinaus: Sie waren zum Beispiel maßgeblich an der Erneuerung des Ehrenmals für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege beteiligt.

Im Jahr 2010 haben Sie dann den Vorsitz im Heimat- und Bürgerverein übernommen. Untrennbar mit Ihrem Namen verbunden ist die Ausgestaltung der Fischerhütte zu einem kleinen Dorfmuseum. 

Auch die Pflege der Rastplätze für Wanderer und Radfahrer, die Organisation des Fischerhüttenfestes          und des Open-Air Gottesdienstes gehen auf Ihr Engagement zurück. Ob Adventszauber auf dem Dorfplatz, die Dorfsäuberungsaktionen oder die Pflege der Kriegsgräber: Ihr Einsatz zeigt sich in vielen Bereichen des Dorflebens. Die Liste könnte ich noch fortsetzen.

Sie leisten einen wertvollen Beitrag für eine lebendige und lebenswerte Heimat. Vielen Dank für dieses großartige Engagement für Xanten und für Nordrhein-Westfalen.

Ich freue mich, Ihnen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Professor Karl Karst aus Köln

Hören ist etwas Selbstverständliches. Wir hören eine Stimme, Musik, das Lachen eines Kindes. Wir hören Warnungen, Zwischentöne und manchmal auch das, was unausgesprochen bleibt. Doch selbstverständlich ist das Hören nur so lange, wie wir uns keine Gedanken darüber machen, wie wichtig das Hören für unsere Wahrnehmung der Welt ist.

Sie haben sich seit mehr als 30 Jahren dafür eingesetzt, dass wir genau das nicht vergessen. Dass wir dem Hören Aufmerksamkeit schenken – und vor allem Kindern die Möglichkeit geben, die Welt mit allen Sinnen zu entdecken.

1996 haben Sie den Projektkreis Schule des Hörens gegründet. Aus dieser Initiative sind Projekte hervorgegangen, die Kindern das Hören auf spielerische Weise näherbringen – darunter „Olli der Ohrwurm“ und die Hörwerkstatt „AUDITORIX“.

2003 haben Sie die Gründung der „Initiative Hören“ angestoßen. Damit ist ein bundesweiter, branchenübergreifender Zusammenschluss entstanden, der das Thema Hören in die Öffentlichkeit trägt.

Und Sie sind noch einen Schritt weitergegangen: 2011 haben Sie mit eigenen Mitteln die gemeinnützige Stiftung Hören gegründet. Eine Idee zu haben, ist das eine. Sie über Jahre zu verfolgen, andere dafür zu gewinnen und mit eigenen Mitteln eine dauerhafte Grundlage für ihre Umsetzung zu schaffen – das ist eine andere Qualität des Engagements. 

Ein weiteres Steckenpferd, dem Sie sich mit großer Leidenschaft widmen, ist die Kultur in Nordrhein-Westfalen. Sie haben die „WDR 3-Kulturpartnerschaften“ mit auf den Weg gebracht. Die WDR 3- Kulturpartnerschaften sind ein dauerhaftes Partnerschaftsnetzwerk zwischen Kulturträgern und den ARD-Rundfunkanstalten. Die Kulturpartner haben gemeinsam das Ziel, ihre Angebote sichtbarer zu machen und mehr Menschen dafür zu begeistern. Heute gehören dem Netzwerk der Kulturpartner mehr als 140 Theater, Konzerthäuser, Museen, Kulturorganisationen und Festivals in Nordrhein-Westfalen an.

Und Sie haben sich einem besonderen Stück Kulturgeschichte gewidmet: Ich spreche vom Studio für elektronische Musik des WDR. Das Kölner Studio ist zum internationalen Impulsgeber für die elektronische Musik geworden. Es steht für eine Entwicklung, die das Verständnis von Musik grundlegend verändert hat: Klänge wurden nicht mehr nur gespielt, sondern elektronisch erzeugt, bearbeitet und neu gedacht. Technik wurde zum Instrument künstlerischer Freiheit.

Mit großem Einsatz haben Sie dazu beigetragen, dass das Studio mit seinen zahlreichen, teilweise historisch einzigartigen Apparaten erhalten blieb. Heute hat das Studio im ZAMUS, dem Kreativzentrum für Alte Musik in Köln, ein neues Zuhause gefunden.

Für Ihr Engagement rund um das kulturelle Leben in unserem Land danke ich und verleihe Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Alice Klein aus Monschau

Eine solidarische Gesellschaft lebt von Menschen, die hinschauen, wenn andere in Not geraten – Sie schauen hin. Seit 1980 sammeln Sie Kleidung, Schuhe und Haushaltsgegenstände für bedürftige Menschen. Mit Ihrer Familie und später auch mit einem Team von Ehrenamtlichen schicken Sie diese Güter nach Polen, Kasachstan, Rumänien oder Moldawien. Als immer mehr Spenden kamen und immer mehr Menschen mithelfen wollten, haben Sie den gemeinnützigen Verein „Hoffnung schenken“ gegründet. Dieser Name ist weit mehr als ein Vereinsname. Er steht für das, was Sie seit Jahrzehnten tun.

Auf Ihrem Bauernhof kochen Sie aus gespendeten Lebensmitteln Suppen und Marmeladen, die Sie bei Spendenflohmärkten in Ihrer alten Scheune anbieten. Mit den Erlösen unterstützen Sie hilfsbedürftige Menschen in Ihrer Heimatstadt Monschau und darüber hinaus. Sie sind Ansprechpartnerin für Menschen mit Problemen und Sorgen aller Art. 

Warmherzig stehen Sie zu allen Tages- und Nachtzeiten als Nothelferin bereit. Dabei werden Sie auch von Ämtern und Verwaltungen um Hilfe gebeten. Sie unterstützen regelmäßig den Caritasverband für die Region Eifel, engagieren sich in der Schuldnerberatung und in der allgemeinen sozialen Beratung. 

Dabei begegnen Ihnen Schicksale, die unglaublich schwierig sind: Familien, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können, ältere Menschen, denen die finanziellen Mittel zum Leben fehlen, und Menschen, denen der Verlust ihrer Wohnung droht. Mit Ihrem Verein gelingt es Ihnen immer wieder, selbst in scheinbar ausweglosen Situationen eine Perspektive zu eröffnen.

Dabei haben Sie besonders Kinder im Blick. Sie unterstützen kinderreiche Familien mit Kleidung, Spielzeugen, Kinderwagen oder Möbeln. Sie übernehmen Kosten für Schulmaterial und Klassenfahrten und sorgen dafür, dass Kinder zu Weihnachten und an ihren Geburtstagen Geschenke erhalten.

Für Menschen, die einsam oder mittellos sind, organisieren Sie Aktivitäten und Feiern. Besonders beliebt ist dabei Ihre jährliche Weihnachtsaktion: Für Kinder und Senioren liegen unter dem festlich geschmückten Wunschbaum Geschenke bereit. 

Auch als die Flutkatastrophe 2021 im Gemünder und Schleidener Tal Zerstörung hinterließ, konnten Sie und Ihr Verein dringend benötigte Hilfe für die zahlreichen Betroffenen leisten. 

Ich freue mich, Ihnen für ihren intensiven und vielfältigen Einsatz mit ihrem Verein „Hoffnung schenken“ den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Paul Kröfges aus Windeck

Engagement beginnt oft mit der einfachen Überzeugung: dass es sich lohnt, die eigene Kraft einzusetzen, um etwas zum Guten zu verändern. Dafür stehen Sie. Seit Ihrer Jugend engagieren Sie sich für Ihre Mitmenschen ebenso wie für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Anfang der 1990er-Jahre gehörten Sie zu den Mitbegründern der Dorfgemeinschaft Merten in Eitorf-Merten, deren Leitung Sie übernahmen. Ihr Ziel war und ist es, gemeinschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen und das Miteinander im Dorf zu stärken.

Ein zweiter Schwerpunkt Ihres Lebenswerks ist der Schutz unserer Umwelt – und hier besonders der verantwortungsvolle Umgang mit unserer wichtigsten Lebensgrundlage: dem Wasser.

Seit 1979 sind Sie Mitglied des BUND und sind dort bis heute aktiv. Als Sprecher und Schatzmeister der BUND-Regionalgruppe Köln bringen Sie Ihre Erfahrung in die praktische Naturschutzarbeit ein. Über zwei Jahrzehnte haben Sie sich im Arbeitskreis Wasser des BUND auf Bundes- und Landesebene engagiert, etwa auch bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Als Landesvorsitzender des BUND Nordrhein-Westfalen waren Sie in zahlreichen Gremien tätig. 

Nachhaltigkeit ist für Sie der Maßstab für verantwortungsvolles Handeln: für Entscheidungen, die nicht nur kurzfristig überzeugen, sondern langfristig Bestand haben. Auch Ihre Arbeit in der Kommunalpolitik im Rhein-Sieg-Kreis war von diesem Anspruch geprägt. 

Während Ihrer Zeit im Kreistag gaben Sie den entscheidenden Anstoß für ein Zukunftskonzept zur Wasserversorgung, das dazu beitrug, den Neubau einer Talsperre zu vermeiden. Und sie setzten wichtige Impulse für Initiativen zum Gewässerschutz im Kreis und zum Schutz des Rheins. Über viele Jahre vertraten Sie die Naturschutzverbände in den Versammlungen der Emschergenossenschaft, des Ruhrverbands und des Aggerverbands. In dieser Funktion initiierten Sie auch die tollen „Naturschutztage am Rhein“.

Und im März 2021 sind Sie vom Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises einstimmig als ehrenamtliches Mitglied in den Naturschutzbeirat des Kreises gewählt worden.

Die Zeit reicht hier nicht aus um Ihrem vielfältigen Engagement gerecht zu werden. Nehmen sie den Verdienstorden des Landes als Zeichen unserer Anerkennung für Ihren Einsatz. Herzlichen Glückwunsch.

 

Jutta Kruft-Lohrengel aus Oberhausen

173 Jahre. So lange hat es gedauert, bis erstmals eine Frau an der Spitze der Industrie- und Handelskammer zu Essen, Mülheim und Oberhausen stand. 2013 war es so weit: Sie wurden Präsidentin.

Zwölf Jahre lang standen Sie an der Spitze der IHK – 12 Jahre, in denen Sie sich mit Nachdruck für die Unternehmen in der Region und für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen eingesetzt haben. Besonders am Herzen lag Ihnen dabei immer die nächste Generation.

Sie wollten jungen Menschen Chancen eröffnen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen und dazu beitragen, dass Beruf und Familie besser miteinander vereinbar sind. Auch über die Grenzen der Region hinaus haben Sie Verantwortung übernommen: Als Vizepräsidentin im Vorstand der IHK NRW sowie im Vorstand und Präsidium des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. In diesen Funktionen haben Sie die Interessen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft mit vertreten.

Neben der Frage, wie wir unseren Wirtschaftsstandort stärken, beschäftigt Sie eine weitere: Wie können wir Menschen stärken, die Unterstützung brauchen. Insbesondere Frauen und Mädchen. 

2005 gehörten Sie zu den Mitbegründerinnen des Zonta Clubs Oberhausen und übernahmen dessen erste Präsidentschaft.  Zonta ist ein internationales Netzwerk, das sich für die Rechte, die Chancen und die Lebensperspektiven von Frauen und Mädchen einsetzt. Sie haben dieses Anliegen zu ihrer Herzensangelegenheit gemacht. Und oft auch ganz praktisch unterstützt.

Wenn sich partout kein Ausbildungsplatz finden lässt, dann wird eben auch mal im familieneigenen Automobilunternehmen eine Tür geöffnet. Bei allem Verantwortungsbewusstsein, bei aller Ernsthaftigkeit der Herausforderungen haben Sie sich eines bewahrt: Ihren Humor. Und auch Ihre Verbundenheit mit Ihrer Heimatstadt Oberhausen.

Sie sind stolze Ritterin des Eulenordens. Der Orden wird seit 1963 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das gesellschaftliche und karnevalistische Leben in Oberhausen verdient gemacht haben. Seit über 10 Jahren wachen Sie als Schatzmeisterin mit eulenscharfen Augen über die Finanzen des Eulenordens. 

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und überreiche Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Alfons Nagel aus Hamm

Wer sich ein Leben lang für den Tier- und Naturschutz einsetzt, weiß: Um Tiere zu schützen und ihre Art zu erhalten, braucht es Menschen, die beherzt handeln. Sie sind so ein Mensch.

Mit besonderer Leidenschaft haben Sie in Hamm seit Mitte der siebziger Jahre Verantwortung für Eulen und Greifvögel übernommen. Besonders gefährdete Vogelarten liegen Ihnen am Herzen.

Im Laufe der Zeit ist es Ihnen etwa gelungen, die Zahlen der anfangs sehr kleinen Brutbestände von verschiedenen bedrohten Vogelarten deutlich anzuheben. Ihr Engagement verbindet praktisches Handeln mit großer Sachkenntnis. 

In unzähligen Arbeitsstunden sind in Ihren Händen hunderte Niströhren und Nistkästen entstanden. Sie haben Steilufer für brütende Vögel hergerichtet und Horst-Bäume für Greifvögel geschaffen. Auch das Pflanzen von Hecken haben Sie angestoßen, um den Vögeln die Suche nach einem Nistplatz zu erleichtern. 

Häufig haben Sie die Eigentümerinnen und Eigentümer von Scheunen, Grundstücken und Streuobstwiesen für Ihre Vorhaben gewinnen können und dort weitere Brutplätze für Schleiereule, Steinkauz und Hohltaube geschaffen. Und Sie haben sich um Brutplätze für Eisvögel und Uferschwalben bemüht. All das braucht Zeit, Ausdauer, handwerkliches Geschick und vor allem: ein großes Herz für Tiere. 

Mit dem Kartieren und dem systematischen Erfassen der Vogelbestände haben Sie eine wissenschaftliche Datengrundlage geschaffen, um Schutzmaßnahmen besser planen zu können und die Artenvielfalt zu überwachen. Diese sorgfältige Arbeit wirkt bis heute nach: das Umweltamt der Stadt Hamm profitiert noch heute von den Grundlagen-Daten, die Sie zusammengetragen und erfasst haben.

Ein weiterer Schwerpunkt Ihres Wirkens war die wissenschaftliche Vogelberingung. Von 1995 bis 2014 haben Sie gemeinsam mit anderen für die Vogelwarte Helgoland tausende Schleiereulen und Steinkäuze beringt. Auch die Beringung von Jung- und Altvögeln im Raum Hamm lag Ihnen am Herzen. All die Daten helfen dabei, Erkenntnisse über Lebensweise, Wanderungen und Bestandsentwicklung zu gewinnen – und damit den Artenschutz weiter zu verbessern.

Darüber hinaus haben Sie 1980 das Amt des Landschaftswächters übernommen. Auch damit haben Sie sich für den Schutz unserer Landschaft eingesetzt. Sie haben viel für den Schutz gefährdeter Vogelarten und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewirkt. 

Ich freue mich, Ihnen für dieses herausragende Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Hamidiye Ünal aus Köln

Wenn Menschen Krieg, Flucht und Folter erleben, dann endet das Leid nie mit der unmittelbaren Gefahr. Traumatische Erfahrungen können das ganze Leben prägen. Umso wichtiger sind Menschen, die zuhören, fachkundig begleiten und neue Perspektiven eröffnen. Sie haben sich dieser Aufgabe mit großer Kompetenz und viel Menschlichkeit verschrieben.

Nach dem Psychologiestudium hat Ihr Weg Sie zur Verhaltens- und Traumatherapie geführt. Im Kölner Therapiezentrum für Menschen nach Flucht und Folter des Caritasverbandes haben Sie Betroffene therapiert und unterstützt. Alle sind durch erschütternde Erfahrungen schwer belastet gewesen. Sie haben früh erkannt, dass eine wirksame Therapie auch die kulturellen Hintergründe, Wertvorstellungen und Lebenserfahrungen der Betroffenen berücksichtigen muss. Die kultursensible Psychotherapie ist deshalb Ihr besonderer Schwerpunkt.

Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Bedürfnisse von Menschen mit internationaler Familien- und Fluchtgeschichte in der psychotherapeutischen Versorgung stärker berücksichtigt werden. Auf Kongressen haben Sie Ihre Erkenntnisse geteilt. Mit Vorträgen, Seminaren und Fortbildungen haben Sie Fachkräfte dafür sensibilisiert, kulturelle Unterschiede zu verstehen und in die therapeutische Arbeit einzubeziehen.

Sie setzen sich ebenso dafür ein, dass Menschen mit Fluchterfahrung auch im Alltag Unterstützung finden und wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Dazu bieten Sie bis heute kreative und handwerkliche Aktivitäten für Frauen und Familien an. 

Gleichzeitig haben Sie Ihren Blick auch auf diejenigen gerichtet, die Geflüchtete begleiten und unterstützen: Sie haben Fortbildungen für ehrenamtlich Engagierte durchgeführt und ihnen vermittelt, wie wichtig der sensible Umgang mit traumatischen Erfahrungen ist.

Ihre Verbindung von fachlicher Kompetenz und praktischem Einsatz hat sich auch gezeigt in der Gründung der Vereinigung für türkischsprachige Psychotherapie und psychosoziale Beratung und in ihrem Engagement für die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer.

Die Gründung der Arbeitsgruppe Gesundheit und Migration der Kommunalen Gesundheitskonferenz ist ein weiteres Feld, auf dem Sie wichtige Impulse für geflüchtete Menschen gesetzt haben.

Sie unterstützen Geflüchtete in einer unglaublich schweren Phase ihres Lebens. Gleichzeitig tragen Sie dazu bei, dass Strukturen entstehen, die den Geflüchteten und deren Familien helfen.

Für dieses bemerkenswerte Engagement freue ich mich, Ihnen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

 

Augin Yalcin aus Rheda-Wiedenbrück

Hinter jedem ehrenamtlichen Engagement steckt eine ganz eigene Geschichte. Was Sie zu Ihrem Engagement geführt hat, möchte ich kurz erzählen: Als in der Türkei geborener Christ waren Sie und Ihre Familie Unterdrückung und Übergriffen ausgesetzt. 1987 sind Sie im Alter von nicht einmal zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Sie haben studiert und in Deutschland eine Familie gegründet. Inzwischen haben Sie die deutsche Staatsangehörigkeit.

Aus Ihren eigenen Erfahrungen ist ein Engagement erwachsen, das Bildungschancen eröffnet und kulturelle Identität stärkt. Seit 2002 unterrichten Sie syrisch-orthodoxe Religion an den öffentlichen Schulen in Rheda-Wiedenbrück. Darüber hinaus haben Sie die Landeskoordination für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht übernommen. Damit haben Sie ein Angebot geschaffen, das es jungen Menschen ermöglicht, ihren Glauben kennenzulernen und ihre kulturellen Wurzeln besser zu verstehen.

Als der syrisch-orthodoxe Religionsunterricht im Jahr 2000 in Nordrhein-Westfalen eingeführt wurde, haben Sie an seiner Ausgestaltung mitgearbeitet. Sie erkannten früh, dass ein neues Unterrichtsfach geeignete Lehr- und Lernmaterialien braucht. Deshalb haben Sie in Ihrer Freizeit Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, Lehrwerke entwickelt und veröffentlicht. 

So entstanden kindgerechte, moderne und didaktisch fundierte Lehrbücher – von der Primarstufe bis zum Ende der Sekundarstufe I. Mittlerweile haben andere Länder, wie die Niederlande, Interesse an den Unterrichtsmaterialien gezeigt. 

Auch die Kirchengemeinden profitieren in der Gemeindearbeit von Ihren Werken. Und als Lehrer der syrisch-orthodoxen Liturgie, Sprache und Gesänge machen Sie selbst mit: In der Kirchengemeinde St. Johannes Apostel in Rheda-Wiedenbrück stärken Sie die kulturelle Identität der Kinder und Jugendlichen und helfen ihre Herkunft und Wurzeln zu verstehen. 

Seit 2014 sind Sie auch Mitglied des Beirats „Integration und interkulturelle/interreligiöse Fragen und im Bundesverband der Aramäer in Deutschland in der Arbeitsgruppe „Diaspora, Identität, Sprache und Kultur“ engagiert. Ihr Fachwissen bringen Sie auf Integrationskongressen des Landes Nordrhein-Westfalen ebenso engagiert ein wie bei Veranstaltungen des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland.

Ich freue mich, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch.

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