Resozialisierung durch Arbeit: Minister Dr. Limbach besucht die JVA Geldern

28. August 2026
Eine Justizia-Figur vor einer Wand

Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach besuchte die Justizvollzugsanstalt Geldern. Schwerpunkt des Besuchs war die Bedeutung von Arbeit und Ausbildung für eine erfolgreiche Resozialisierung.

Justiz

Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach besuchte am Mittwoch, 26. August 2026, die Justizvollzugsanstalt Geldern. Schwerpunkt des Besuchs war die Bedeutung von Arbeit und Ausbildung für eine erfolgreiche Resozialisierung.

Die JVA Geldern ist das Aushängeschild für die berufliche Bildung von Gefangenen. Sie beherbergt das Berufsbildungszentrum für den geschlossenen Erwachsenenvollzug in Nordrhein-Westfalen mit 242 Ausbildungsplätzen für Inhaftierte. Während eines Rundgangs informierte sich Minister Dr. Limbach über die verschiedenen Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten sowie die Eigenbetriebe der Anstalt, darunter die anstaltseigene Druckerei. Dort können Gefangene unter anderem zu „Medientechnologen Druck“ sowie zu Mediengestaltern umgeschult werden. Die Anstalt passt ihre Ausbildungsangebote bestmöglich der Nachfrage am Arbeitsmarkt an, beispielsweise beginnt zum 1. Oktober 2026 erstmals ein Ausbildungslehrgang zum Fachlageristen.

Minister Dr. Limbach erklärte: „Resozialisierung beginnt mit einer echten Perspektive. Dabei vermittelt Arbeit nicht nur berufliche Kenntnisse, sondern auch Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein. Wer während der Haft einen Beruf erlernt und seine Fähigkeiten erweitert, hat nach seiner Entlassung bessere Chancen auf ein selbstbestimmtes und straffreies Leben. Eine stabile Beschäftigungsperspektive kann entscheidend dazu beitragen, erneute Straffälligkeit zu vermeiden und die Gesellschaft dauerhaft zu schützen.

Mit Blick darauf sind Arbeit und Ausbildung zentrale Bestandteile des nordrhein-westfälischen Vollzugs. Ein geregelter Arbeitstag gibt Struktur, vermittelt Verlässlichkeit, stärkt das Selbstwertgefühl und soziale Kompetenzen. Zugleich können die Gefangenen schulische und berufliche Fähigkeiten erwerben, vorhandene Kenntnisse vertiefen und anerkannte Abschlüsse erlangen. Das verbessert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und erleichtert den Übergang in ein eigenverantwortliches Leben nach der Haft.“ 

Zum Abschluss seines Besuches dankte der Minister den Bediensteten für ihr großes Engagement und die höchst professionelle Ausbildung der dort inhaftierten Gefangenen.

Über die JVA Geldern:

Die JVA Geldern als eine Anstalt des geschlossenen Vollzuges für männliche Strafgefangene mit 679 Haftplätzen ist zugleich Standort des Berufsbildungszentrums für erwachsene männliche Gefangene in Nordrhein-Westfalen. Dieses stellt mehr als 200 Ausbildungsplätze in 16 verschiedenen Berufen, wie beispielsweise Energieelektroniker für Betriebstechnik, Holzmechaniker, Koch oder Gebäudereiniger zur Verfügung. Zudem werden die Gefangenen in Unternehmer- und Eigenbetrieben, unter anderem der anstaltseigenen Druckerei beschäftigt.

Über das Projekt „Handwerk im Hafthaus“

Im September 2021 hat das Justizministerium mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag erstmalig eine Kooperationsvereinbarung für das Projekt „Handwerk im Hafthaus“ geschlossen. Diese sollte vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels im Handwerk und im Interesse einer nachhaltigeren Vermittlung von Inhaftierten im Anschluss an ihre Haft eine bessere Verzahnung der Ausbildung innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern erreichen.

Für die Kooperation wurden die Justizvollzugsanstalt Heinsberg, wo jugendliche Inhaftierte aus einer größeren Anzahl handwerklicher Berufe entsprechend der festgestellten Bedarfe und Neigungen ausgebildet werden können, und die Justizvollzugsanstalt Bochum-Langendreer – Berufsförderungsstätte – ausgewählt, weil in dieser zentralen Ausbildungseinrichtung des offenen Vollzuges erwachsene Männer und Frauen ebenfalls in unterschiedlichen handwerklichen Berufen ausgebildet werden. Diese Partnerschaft wird seit diesem Jahr fortgesetzt: Dabei liegt der Fokus darauf, das Aus- und Weiterbildungsprogramm in den Justizvollzugsanstalten gemeinsam um sogenannte Teilqualifizierungen im Handwerk zu erweitern. Zudem soll das Netzwerk der Projektpartner auf geeignete Justizvollzugsanstalten des Landes ausgedehnt werden. 

Weitere Informationen zur Kooperation, zu den Werkstatt-Tagen und über das, was die Partner bisher erreicht haben, finden sich unter: https://www.handwerk-im-hafthaus.de

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