Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 16 Persönlichkeiten
Ministerpräsident Wüst: Nordrhein-Westfalen lebt seit 80 Jahren vom Miteinander und der Solidarität der Menschen
Anlässlich des 80. Landesgeburtstags verleiht Ministerpräsident Hendrik Wüst am Montag, 24. August 2026, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 16 besonders engagierte Menschen. Mit dem Verdienstorden ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen.
Anlässlich des 80. Landesgeburtstags verleiht Ministerpräsident Hendrik Wüst am Montag, 24. August 2026, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 16 besonders engagierte Menschen. Mit dem Verdienstorden ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung findet in der Staatskanzlei in Düsseldorf statt.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Durch 80 Jahre Landesgeschichte zieht sich eines wie ein roter Faden: Nordrhein-Westfalen lebt vom Miteinander und der Solidarität der Menschen. Gerade diejenigen, die sich teils jahrzehntelang füreinander einsetzen, machen die Herzlichkeit und Stärke unseres Landes aus. Das verkörpern auch die neuen Trägerinnen und Träger des Landesverdienstordens mit ihrem vielfältigen Engagement. Damit stärken sie Tag für Tag unsere Gesellschaft und Demokratie in einer polarisierten Zeit. Dafür gebührt ihnen unser tief empfundener Respekt und Dank.“
Mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet werden am 24. August 2026:
Magdalene (Lena) Arndt aus Paderborn
Lena Arndt hat 1980 gemeinsam mit Mitstreiterinnen den Trägerverein des Frauenhauses Paderborn gegründet und sich seitdem für den Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt eingesetzt. Als Diplom-Sozialarbeiterin hat sie bei der Aidshilfe Paderborn HIV-positive Frauen und ihre Angehörigen beraten und begleitet. Darüber hinaus hat sie sich im Vorstand der Aidshilfe, in der Landeskommission AIDS und für die Vernetzung von Selbsthilfegruppen engagiert.
Monika Bartsch aus Mönchengladbach
Monika Bartsch hat als Oberbürgermeisterin von Mönchengladbach von 1998 bis 2004 die Stadtentwicklung entscheidend mitgeprägt. Mit der Bewerbung der Stadt als Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 und der erfolgreichen Ausrichtung der Hockey-WM hat sie wichtige Impulse für den Sportstandort gesetzt. Seit rund 20 Jahren engagiert sie sich als Vorsitzende der Mönchengladbacher Tafel für die Versorgung von inzwischen rund eintausend Haushalten und für zahlreiche soziale Projekte.
Bernhard Conin aus Köln
Bernhard Conin hat als ehemaliger Geschäftsführer der Koelncongress GmbH den Veranstaltungsstandort Köln gestärkt. Seit 1996 engagiert er sich für das Kölner Brauchtum und hat als Vorsitzender des „Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V.“ die Schull- und Veedelszöch zukunftsfest aufgestellt. Zudem hat er mit neuen Formaten wie dem Weihnachtssingen im Rathaus neue Begegnungsräume geschaffen.
Monika Düker aus Düsseldorf
Monika Düker hat als langjährige Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen geprägt. Fast 16 Jahre hat sie sich als flüchtlingspolitische Sprecherin für faire Asylverfahren, Sprachförderung und bessere Unterbringung eingesetzt. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag engagiert sie sich für wohnungslose, alte und hilfsbedürftige Menschen im Kuratorium der Franziskanischen Stiftung Johannes Höver.
Veronica Ferres
Veronica Ferres hat als Schauspielerin den deutschen Film geprägt und Nordrhein-Westfalen als Kulturstandort international vertreten. Auch als Produzentin blieb sie ihrer Heimat verbunden. Wiederholt fanden Dreharbeiten für ihre Produktionen in Nordrhein-Westfalen statt. Seit vielen Jahren engagiert sie sich als Schirmherrin der Arche Kinderstiftung sowie des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes Burgholz für benachteiligte und schwerkranke Kinder. Darüber hinaus setzt sie sich mit ihren Kinderbüchern für den Schutz und die Stärkung von Kindern ein.
Albert Gerding aus Haltern am See
Albert Gerding gehört seit mehr als 50 Jahren dem Sportverein „DJK BW Lavesum“ an. Als Vorsitzender hat er von 2004 bis 2026 die Entwicklung des Vereins geprägt, den Ausbau der Vereinsanlagen vorangetrieben und die Sanierung der Sportplätze ermöglicht. Mit seinem Engagement hat er den Verein zu einem wichtigen Treffpunkt für das Gemeindeleben gemacht.
Dr. Philipp Freiherr Heereman aus Hörstel
Dr. Philipp Freiherr Heereman von Zuydtwyck hat von 2009 bis 2025 als Vorsitzender des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen die Interessen der privaten Waldbesitzerinnen und -besitzer vertreten und den Verband durch die Folgen von Stürmen, Klimawandel und strukturellen Veränderungen geführt. Als Mitglied des Deutschen Forstwirtschaftsrates hat er den Austausch zwischen Forstwirtschaft, Politik und Verbänden mitgestaltet. Zudem engagiert er sich seit mehr als 20 Jahren im Rat der Stadt Hörstel.
Lothar Hörning aus Düsseldorf
Lothar Hörning hat im Jahr 2000 die KG Regenbogen e.V. mitgegründet und den Düsseldorfer Karneval um ein starkes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz bereichert. Als Präsident der Prinzengarde Blau-Weiss und des Comitee Düsseldorfer Carneval hat er das Brauchtum weiterentwickelt und neue Impulse gesetzt. Zudem unterstützt er mit großem Engagement die Düsseldorfer Aidshilfe und weitere soziale Projekte.
Arndt G. Kirchhoff aus Attendorn
Arndt G. Kirchhoff hat die KIRCHHOFF-Unternehmensgruppe erfolgreich international ausgerichtet und zu einem führenden Unternehmen der Automobilzulieferindustrie weiterentwickelt. Als Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sowie als Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen und des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen hat er die Wirtschaftspolitik in Nordrhein-Westfalen und Deutschland maßgeblich mitgestaltet. Darüber hinaus engagiert er sich für Wissenschaft, Bildung und den Wirtschaftsstandort Südwestfalen.
Ralf König aus Köln
Ralf König hat als Autor und Comiczeichner mit seinen gesellschaftskritischen Cartoons Debatten über Sexualität, Religion, Politik und Rollenbilder angestoßen. Seit den 1980er Jahren hat er mit seinen Comics zur sexuellen Aufklärung beigetragen und Tabus aufgebrochen. Mit seinem Engagement für Kunstfreiheit und Menschenrechte hat er zudem gesellschaftliche Verantwortung übernommen.
Thomas Kutschaty aus Essen
Thomas Kutschaty engagiert sich seit vier Jahrzehnten in der Kommunal- und Landespolitik, unter anderem als Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen sowie als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Darüber hinaus setzt er sich als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Nordrhein-Westfalen und für den Deutschen Kinderschutzbund in Essen, für Erinnerungskultur und den Schutz von Kindern und Familien ein.
Norbert Mering aus Essen
Norbert Mering hat seit Ende der 1970er Jahre die Kommunalpolitik in Essen mitgestaltet und sich für die Gründung der Realschule Überruhr eingesetzt. Als Vorsitzender der Überruhrer Bürgergesellschaft hat er das Stadtteilleben geprägt. Als Imker vermittelt er bis heute die Bedeutung von Bienen für Artenvielfalt und Umwelt.
Franz Müntefering
Franz Müntefering hat über sechs Jahrzehnte die Politik in Nordrhein-Westfalen und Deutschland geprägt – unter anderem als Landes- und Bundesminister sowie in führenden Funktionen der SPD. Als Vorsitzender der BAGSO hat er die Interessen älterer Menschen gestärkt. Als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes setzte er sich für soziale Projekte, Pflege und den Schutz von Einsatzkräften ein.
Susanne Saage aus Nieheim
Susanne Saage hat nach der Leukämie-Erkrankung ihres Sohnes Moritz im Jahr 2004 die „Aktion Löwenmama“ gegründet. Mit ihrem Team erfüllt sie schwer erkrankten Kindern und ihren Geschwistern Weihnachtswünsche und unterstützt rund 80 Kliniken und Hospize in ganz Deutschland. Durch ihr Engagement schenkt sie betroffenen Familien Hoffnung und besondere Momente in schwierigen Zeiten.
Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg
Professor Thomas Sternberg hat als Leiter des Franz-Hitze-Hauses, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Präsident der Kunststiftung NRW Bildung, kirchlichen Dialog und Kultur nachhaltig geprägt. Mit seinem Einsatz für den Synodalen Weg, die Erinnerung an jüdisches Leben in Deutschland sowie für Kunst und Kultur hat er das Gemeinwohl in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus in besonderer Weise gefördert.
Anja Weber aus Düsseldorf
Anja Weber hat als erste Frau an der Spitze des DGB Nordrhein-Westfalen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten und die Gewerkschaften enger zusammengeführt. Von 2017 bis 2025 hat sie als Vorsitzende den Dialog mit Politik, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen gestärkt. Besonders hat sie sich für Mitbestimmung, ehrenamtliches Engagement und mehr Frauen in verantwortlichen Positionen eingesetzt.
Über den Landesverdienstorden
Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstags des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet. Als Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit wird er an besonders engagierte Persönlichkeiten verliehen.
Die Laudationes an die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Wortlaut:
Es gilt das gesprochene Wort.
Magdalene (Lena) Arndt aus Paderborn
Lena Arndt hat schon in jungen Jahren gewusst, dass sie etwas bewegen möchte. 1979 – mit gerade einmal 20 Jahren – ist sie Mitglied in der „Frauenhausinitiative“ geworden. Das Ziel: Die Gründung eines Frauenhauses in Paderborn. Anfang der 80er-Jahre ist Gewalt in der Ehe „Privatsache“ gewesen. Man hat öffentlich nicht darüber gesprochen.
Lena Arndt und ihre Mitstreiterinnen haben Gewalt gegen Frauen öffentlich benannt. Und sich dafür eingesetzt, dass sich etwas verändert. Dieser Weg ist nicht einfach gewesen. Die Idee eines Frauenhauses in Paderborn hat Widerstand ausgelöst, die Finanzierung ist schwierig gewesen. Aber Lena Arndt hat sich davon nicht entmutigen lassen. Ihr und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern ist es gelungen, dass nur ein Jahr später das erste Frauenhaus in Paderborn eröffnet hat.
Seit 1981 gehört Lena Arndt dem Trägerverein des Frauenhauses an. Die Arbeit des Frauenhauses ist seitdem immer weiter ausgebaut worden, gerade mit Blick auch auf Kinder, die in ihrem jungen Leben schon Gewalt erlebt haben. Lena Arndt hat sich dafür eingesetzt, dass das Land hierfür eine Stelle schafft und die Kinder eine bessere Unterstützung erhalten.
Diese Aufgabe hat sie später auch selbst eine Zeitlang übernommen. Menschen in Not zu helfen – das zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Lena Arndt. Seit 2001 hat sie als Diplom-Sozialarbeiterin bei der Aidshilfe Paderborn gearbeitet und war später auch im Vorstand aktiv. Bei der Aidshilfe hat sie vor allem HIV-positive Frauen beraten und begleitet – hat Halt und Zuversicht gespendet. In der Landeskommission AIDS hat sie ihre langjährige Erfahrung dann auch in die Arbeit der Landesregierung eingebracht.
Gemeinsam mit anderen hat sie Selbsthilfegruppen unterstützt und ein Netzwerk für HIV-positive Frauen aufgebaut. Sie hat Präventionsveranstaltungen unterstützt und Spenden für die Aidshilfe eingeworben. Mit ihrem Engagement hat Lena Arndt Aufmerksamkeit geschaffen und ein sichtbares Zeichen der Solidarität gesetzt, für Menschen, die mit HIV leben.
Liebe Lena Arndt,
für Ihr Engagement, insbesondere für Frauen und Kinder, möchte ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen.
Monika Bartsch aus Mönchengladbach
Die Menschen in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach verbinden mit Monika Bartsch seit vielen Jahren vor allem drei Dinge: ein großes Herz für ihre Mitmenschen, eine klare Haltung und Hilfsbereitschaft, auf die man sich verlassen kann. Monika Bartsch hat ihre Stadt Mönchengladbach geprägt – in ganz unterschiedlichen Funktionen.
Von 1997 bis 2004 ist sie Oberbürgermeisterin gewesen. Sie hat zu den treibenden Kräften bei der Gründung der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach gehört. Mit Weitblick hat sie zum Beispiel die Weichen für die Entwicklung des ehemaligen Kasernenareals gestellt. Das heutige Stadtquartier Nordpark ist ein modernes Quartier für Sport, Wirtschaft, Arbeiten, Kultur und Freizeit geworden.
Mit dem Nordpark verbinden Fußballfans in ganz Europa die Elf vom Niederrhein. Aber der Nordpark ist mehr als Borussia-Park. Im Nordpark steht auch eine der modernsten Hockey-Arenen in ganz Deutschland. 2006 Austragungsort der Feldhockey-Weltmeisterschaft der Herren – gekrönt mit dem Weltmeistertitel für die deutsche Mannschaft.
Und es wird keinen hier im Raum wundern, dass Monika Bartsch mit dafür verantwortlich gewesen ist, dass die Hockey-WM in Mönchengladbach stattgefunden hat und dass der Sport in Mönchengladbach so ein gutes Zuhause hat. Während ihrer Amtszeit als Oberbürgermeisterin hat Monika Bartsch die Entwicklung ihrer Stadt und das Miteinander der Menschen mit vielen guten Ideen geprägt.
Das Ende ihrer Amtszeit ist dann der Startschuss für ein neues Kapitel gewesen: Monika Bartsch hat ihr ehrenamtliches Engagement bei der Mönchengladbacher Tafel begonnen. Seit 2005 engagiert sie sich hier – erst als Mitglied, dann als Vorsitzende. Sie ist ein echter Teamplayer und packt immer mit an: Sie fährt aus. Sie hilft bei der Essensausgabe. Sie bringt neue Projekte auf den Weg und sie motiviert andere, sich auch zu engagieren.
Für ihr Engagement ist Monika Bartsch zur Ehrenoberbürgermeisterin ihrer Heimatstadt ernannt geworden. Liebe Monika Bartsch,
seit Jahrzehnten schenken Sie Mönchengladbach und den Menschen Ihre Zeit und Ihr Herz. Für alles, was Sie geleistet haben, verleihe ich Ihnen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Bernhard Conin aus Köln
Köln ist eine bunte und lebendige Stadt. Eine Stadt, in der Menschen zusammenkommen. Bekannt natürlich vor allem auch für den Karneval und für viele tolle Veranstaltungen im ganzen Jahr, bei denen die Traditionen und das Brauchtum gelebt und gefeiert werden. Damit das alles in Köln möglich ist, braucht es Menschen, die sich für ihre Stadt engagieren.
Bernhard Conin ist so jemand. In seiner Zeit als Geschäftsführer der Koelncongress GmbH hat er Köln zu einem bedeutenden Kongress- und Veranstaltungsstandort in Deutschland und weit darüber hinaus gemacht. Aber sein Einsatz für Köln ist immer über das Berufliche hinausgegangen: Schon seit 1996 engagiert sich Bernhard Conin bei den Freunden und Förderern des Kölnischen Brauchtums. 2011 hat er den Vorsitz übernommen – und ist bis heute Vorsitzender des Vereins.
Der Verein unterstützt und fördert zum Beispiel die Schull- und Veedelszöch. Für alle Nicht-Karnevalisten: die Schull- und Veedelszöch sind kleinere Karnevalsumzüge in den Kölner Stadtteilen am Karnevalssonntag. Hinter jedem Zug stecken viel Arbeit und Manpower. Bernhard Conin packt hier seit Jahren an. Er hat sich dafür eingesetzt, dass die Schull- und Veedelszöch für die Zukunft abgesichert werden – organisatorisch aber auch finanziell.
Das kommt vielen zugute: Den Kindern und Jugendlichen, die sich für unser Brauchtum begeistern. Den Veedeln, die in Köln eigene kleine Gemeinschaften bilden. Bernhard Conin hat immer wieder neue gute Ideen und setzt sie auch um. Im Rheinland weiß man: Alles, was mehr als dreimal stattgefunden hat, das ist Tradition. So zum Beispiel der „Daach der Kölschen Sproch“, der dieses Jahr zum dritten Mal stattgefunden hat. Er wurde von Bernhard Conin initiiert, weil ihm die Kölsche Mundart sehr am Herzen liegt und er sie pflegen und bewahren will.
Auch das Weihnachtssingen im Kölner Rathaus gehört zu diesen Ideen, die Bernhard Conin hatte und dann in die Tat umgesetzt hat. Lieber Bernhard Conin, Sie bewahren das rheinische Brauchtum und entwickeln es immer weiter. Für ihr außergewöhnliches Engagement danke ich Ihnen. Es ist mir eine Freude, Ihnen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
Monika Düker aus Düsseldorf
Monika Düker hat die Politik in Nordrhein-Westfalen über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt. Mit 26 Jahren ist Monika Düker Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen geworden. Und direkt in den Rat der Stadt Düsseldorf eingezogen. Dort hat sie sich 13 Jahre lang kommunalpolitisch engagiert.
Im Jahr 2000 ist sie in den Landtag eingezogen und 22 Jahre Abgeordnete geblieben. Bei allen Aufgaben, die sie in fünf Legislaturperioden im Landtag übernommen hat, hat ihr immer ein Thema besonders am Herzen gelegen: das Wohl der Menschen, die bei uns Schutz suchen. Fast sechzehn Jahre war Monika Düker flüchtlingspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie hat sich für faire Asylverfahren eingesetzt. Sie hat die Sprachförderung vorangebracht. Sie hat bessere Bedingungen in Flüchtlingsunterkünften unterstützt.
2016 hat sie sich dazu entschieden, diese Aufgabe niederzulegen – aus Überzeugung. Politische Entscheidungen über Sammelabschiebungen nach Afghanistan wollte sie nicht mittragen. Von 2017 bis 2020 hat Monika Düker die Landtagsfraktion der Grünen als Ko-Vorsitzende geführt. Zwei Anliegen hat sie besonders verfolgt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Stärkung sozialer Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.
Monika Düker hat als starke Stimme der Opposition die damalige Landesregierung regelmäßig gefordert – kritisch, hartnäckig und in der Sache klar. Verantwortung übernommen hat Monika Düker aber nicht nur im Parlament. Auch innerhalb ihrer Partei hat sie – in verschiedenen Funktionen – immer wieder neue Impulse gegeben. Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen, liegen ihr seit vielen Jahren besonders am Herzen.
Bis heute engagiert sie sich als Mitglied des Kuratoriums der Franziskanischen Stiftung Johannes Höver. Dort setzt sie sich für wohnungslose, alte und hilfsbedürftige Menschen ein. Diese Aufgabe ist ihre Herzensangelegenheit. Für Ihr langjähriges Engagement in unserem Land sage ich danke und verleihe Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Veronica Ferres
Große Schauspielerinnen erzählen Geschichten. Große Persönlichkeiten schreiben selbst Geschichte. Veronica Ferres hat beides geschafft. Sie alle kennen Veronica Ferres. Sie gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen im Land.
Mit Filmen wie „Schtonk!“, „Das Superweib“ und „Rossini“ hat Veronica Ferres das deutsche Kino der 1990er-Jahre mitgeprägt. Später hat sie in Produktionen wie „Die Manns“ und „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ gezeigt, wie groß ihre schauspielerische Bandbreite ist. Als Produzentin blieb sie ihrer Heimat verbunden und produzierte zum Beispiel den Spielfilm „Entführt – 14 Tage Überleben“ und die Doku-Serie „Lebenslänglich Erlemann“ größtenteils in Nordrhein-Westfalen.
Internationale Erfolge feiert sie bis heute. Durch ihre außergewöhnliche Karriere hat Veronica Ferres auch dazu beigetragen, Nordrhein-Westfalen als Kultur- und Filmstandort über die Landesgrenzen hinaus sichtbar zu machen. Veronica Ferres hat ihre Bekanntheit nie nur als persönlichen Erfolg verstanden. Sie hat sie genutzt, um die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf wichtige Themen zu lenken: Sie hat ihre Stimme erhoben, wenn es um Frauenrechte geht.
Seit vielen Jahren engagiert sie sich besonders für die Arche Kinderstiftung. Als Schirmherrin der Arche unterstützt sie benachteiligte Kinder und ihre Familien. Sie hat Türen geöffnet, Unterstützer gewonnen und der Arbeit der Arche Aufmerksamkeit verschafft. Die klare Haltung und zuverlässige Unterstützung prägt auch ihr Engagement für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz. Schon beim Bau und bei der Eröffnung im Jahr 2015 hat sie geholfen, Aufmerksamkeit für diesen besonderen Ort zu schaffen.
Das hat vielen Menschen das Hospiz nähergebracht und die Bereitschaft zu helfen, gestärkt. Veronica Ferres besucht die Kinder und ihre Familien bis heute, verbringt Zeit mit ihnen – oft fernab jeder Öffentlichkeit. Gleichzeitig nutzt sie ihre Bekanntheit, wirbt für das Hospiz, sammelt Spenden und gewinnt neue Unterstützer. Und sie setzt sich als Autorin für den Schutz von Kindern ein. In ihren Büchern zeigt sie schon den Jüngsten, wie wichtig es ist, Grenzen zu setzen und selbstbewusst „Nein“ zu sagen.
Liebe Veronica Ferres,
Sie sind in Deutschland und der Welt zu Hause. Ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen haben Sie nie vergessen. Für Ihre künstlerischen Leistungen und für Ihr außergewöhnliches gesellschaftliches Engagement verleihe ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Albert Gerding aus Haltern am See
Manche Menschen prägen einen Verein für eine gewisse Zeit in ihrem Leben. Albert Gerding hat seinen Verein über Jahrzehnte geprägt – und ist längst selbst ein kleines bisschen Vereinsgeschichte geworden. Albert Gerdings Herz gehört seit seiner Jugend: der DJK Blau-Weiß Lavesum. Mehr als 55 Jahre ist Albert Gerding im Verein sportlich aktiv, zuerst selbst als Fußballer. Seine Begeisterung für den Verein hat er weitergegeben: Als seine Kinder beim DJK angefangen haben, hat Albert Gerding das Spielertrikot gegen die Trainerpfeife getauscht.
Über viele Jahre hat er Mannschaften unterschiedlichster Altersgruppen trainiert und dabei weit mehr als Technik und Taktik vermittelt: Nämlich Gemeinschaft, Zusammenhalt und Freude am Sport. 2004 übernimmt Albert Gerding als Vorsitzender Verantwortung für den gesamten Verein. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er den Verein geführt – und das nicht vom Schreibtisch aus.
Er hat den Um- und Ausbau der Vereinsgebäude angestoßen, hat die Sanierung der Sportplätze vorangetrieben und sich um die notwendigen finanziellen Mittel gekümmert. Und wenn auf der Baustelle helfende Hände gebraucht wurden, hat er selbst mit angepackt. So ist über die Jahre mehr entstanden als ein gut ausgestatteter Sportverein. Es ist ein Ort entstanden, an dem Menschen zusammenkommen. Ein toller Ort für Sport, für Begegnung und für Gemeinschaft.
Heute nutzen deshalb auch andere Vereine die Räumlichkeiten auf dem Sportgelände. Dass die DJK Blau-Weiß Lavesum zu einem solchen festen Anker des Gemeindelebens geworden ist, trägt ganz wesentlich die Handschrift von Albert Gerding. In Lavesum weiß man seit vielen Jahren: Auf Albert Gerding ist Verlass. Und auch wenn seine Zeit als Vorsitzender inzwischen zu Ende gegangen ist: Als Ehrenmitglied bleibt Albert Gerding seinem Verein eng verbunden.
Lieber Albert Gerding,
es ist mir eine große Freude, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
Dr. Philipp Freiherr Heereman aus Hörstel
Unser Wald ist ein wertvoller Teil Nordrhein-Westfalens – und für viele Menschen ein besonderes Stück Heimat. Ein Wald wächst nicht von jetzt auf gleich. Ein Wald braucht Zeit und Menschen, die heute schon an morgen denken. Menschen, die pflanzen, pflegen und bewahren – auch wenn sie selbst erst viel später sehen, was daraus entsteht.
Nordrhein-Westfalen ist Privatwaldland Nummer 1: Zwei Drittel des Waldes in unserem Land sind in privatem Eigentum. Die Stimme der Menschen, die sich um diesen Wald kümmern, ist der Waldbauernverband. Dessen Vorsitzender ist Dr. Philipp von Heereman von 2009 bis 2025 gewesen. Der Klimawandel stellt Mensch und Natur vor große Herausforderungen. Anhaltende Trockenheit macht den Wäldern zu schaffen. Waldbrände – das haben wir in den letzten Wochen erlebt – vernichten Waldgebiete. Der Borkenkäfer hat vielerorts ganze Waldstücke heimgesucht und vernichtet.
All das verändert die Arbeit der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer grundlegend. Dr. Philipp von Heereman hat den Waldbauernverband sicher durch schwierige Zeiten geführt und gut für die Zukunft aufgestellt. Er hat mit viel Fachkenntnis beraten, er hat unterschiedliche Interessen zusammengeführt und den Austausch zwischen den Beteiligten gefördert. Auch im Deutschen Forstwirtschaftsrat hat Philipp von Heereman seine Expertise eingebracht. Philipp von Heereman kennt den Wald. Er weiß: Ein Wald braucht Geduld. Wer einen Wald bewirtschaftet, denkt in Jahrzehnten, in Generationen.
Diese Haltung prägt Philipp von Heereman auch dort, wo ihm seine Heimat besonders am Herzen liegt: in Hörstel. Mehr als zwanzig Jahre lang hat er als Ratsmitglied Verantwortung für seine Stadt übernommen. Natürlich – das liegt bei ihm nahe – auch im Ausschuss für Umwelt, Natur- und Landschaftsschutz. Auch für Bildung, Kultur und die Entwicklung seiner Stadt hat er sich mit großer Ausdauer eingesetzt. Bis heute ist er Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt Hörstel.
Lieber Philipp Freiherr Heereman, für Dein bemerkenswertes Engagement möchte ich Dir heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen.
Lothar Hörning aus Düsseldorf
Neben Bernhard Conin aus Köln haben wir heute einen weiteren verdienten Karnevalisten hier – einen aus Düsseldorf: Lothar Hörning. Lothar Hörning hat im Jahr 2000 zusammen mit anderen den Karnevalsverein KG Regenbogen e.V. gegründet. Heute ist dieser Karnevalsverein einer der größten schwul-lesbischen Karnevalsvereine in Deutschland. In der Session 2008/2009 hat er als erster offen homosexueller Karnevalsprinz Düsseldorfs Geschichte geschrieben.
Für ihn kein großes Ding – einfach selbstverständlich. Für viele andere: ein ganz wichtiges Signal. Auch in der Prinzengarde Blau-Weiss hat Herr Lothar Hörning Verantwortung übernommen. Von 2020 bis 2024 hat Herr Lothar Hörning als Präsident der Prinzengarde das Vereinsleben geprägt. Dazu gehören etwa die Wiederbelebung der Herbstjagd und das Kö-Treiben, eine ausgelassene Karnevalsfeier für jedermann am Karnvelassonntag auf der berühmten Düsseldorfer Kö.
2024 hat das Comitee Düsseldorfer Carneval Lothar Hörning zum Präsidenten seines Dachverbandes gewählt. Eine Auszeichnung und Anerkennung für sein langjähriges Engagement. Aber auch eine große Aufgabe, die viel Zeit und Einsatz fordert. Bei all seinem Engagement hat Lothar Hörning immer auch die gesellschaftliche Bedeutung im Blick. Zum Beispiel beim „Tunte Lauf“ – ein Wettlauf in hohen Absätzen, schrillen Kostümen, mit viel Humor – und einer starken Botschaft für Offenheit, Vielfalt und Solidarität. Der Erlös des Tunte Laufs kommt der Aidshilfe Düsseldorf zugute.
Auch darüber hinaus hat Lothar Hörning immer wieder Menschen unterstützt, die Hilfe brauchen. Gemeinsam mit seiner Venetia Ute hat er als Karnevalsprinz einen hohen Geldbetrag an wohltätige Organisationen gespendet. Und auch das Projekt „Wasser für Afrika“ kann auf Lothar Hörning zählen.
Lieber Lothar Hörning,
Sie haben allen gezeigt, wie modern und offen Brauchtum sein kann. Für Ihr besonderes Engagement verleihe ich Ihnen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Arndt G. Kirchhoff aus Attendorn
Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Industrieland und ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort. Das verdanken wir auch unseren mittelständischen Familienunternehmen und den Menschen, die seit Jahrzehnten Verantwortung in diesen Unternehmen tragen. Das sind Menschen wie Arndt Kirchhoff – Familienunternehmer in vierter Generation.
Arndt Kirchhoff ist Unternehmer aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Für Arndt Kirchhoff hat wirtschaftlicher Erfolg immer auch gesellschaftliche Verantwortung bedeutet. Und deshalb hat sich Arndt Kirchhoff weit über das eigene Unternehmen hinaus engagiert. Er hat seine Erfahrung und seine Stimme dort eingebracht, wo über die Zukunft unserer Wirtschaft und Industrie entschieden wird.
Als Präsident von METALL.NRW und als Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hat er die Interessen der Industrie mit großer Überzeugung vertreten. Als Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Verbandes der Automobilindustrie hat er wichtige wirtschaftspolitische Debatten mitgeprägt. Und auch der wissenschaftlich fundierte Blick auf die Entwicklung unseres Landes war ihm wichtig: Von 2013 bis 2025 hat Arndt Kirchhoff als Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft entscheidende Impulse gesetzt.
Seiner Heimatregion ist Arndt Kirchhoff dabei immer besonders eng verbunden geblieben. Das Sauerland ist sein Zuhause. Und schon immer Firmensitz der Kirchhoff-Gruppe gewesen. Auch deshalb hat Arndt Kirchhoff sich im Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe über viele Jahre engagiert. Als Aufsichtsratsvorsitzender des Automotive Centers Südwestfalen hat er die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie gestärkt. Als Vorsitzender des Hochschulrates der Universität Siegen hat er den Hochschulstandort weiterentwickelt.
Heute engagiert er sich unter anderem für die Akademie Biggesee, für die Stadtentwicklung und das kulturelle Leben in Attendorn. Man könnte sagen: Wo es um Wirtschaft, Bildung oder die Zukunft des Industriestandorts geht, ist Arndt Kirchhoff meist schon da, bevor die Einladung verschickt worden ist. Arndt Kirchhoff ist ein Vorbild für die gelebte soziale Marktwirtschaft, die unser Land seit über 75 Jahren stark macht.
Aber der Blick von Arndt Kirchhoff ist immer auch über unser Land hinausgegangen. Seit 2018 ist Arndt Kirchhoff Honorarkonsul der Republik Polen und engagiert sich ganz besonders für die Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Schlesien. Lieber Arndt Kirchhoff, ich danke Dir für dieses bemerkenswerte Engagement und verleihe Dir heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ralf König aus Köln
Ralf König ist ein Künstler – ein Comic-Zeichner und Comic-Autor. Und was für einer: Weltweit erfolgreich. Und bekannt für seine klare Haltung mit Wirkung. Ralf König schafft, was gute Satire leisten soll: Gute Satire bringt Menschen zum Lachen. Und zum Nachdenken.
Seine Geschichten sind voller Witz und Selbstironie, voller Wärme, Menschlichkeit und Liebe. Auf diese Weise hat er Themen aus gesellschaftlichen Tabuzonen geholt: Homosexualität, Rollenbilder, Religion oder Politik – nichts ist vor seinem Bleistift sicher. Seine Bücher sind weit über Deutschland hinaus erfolgreich und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ralf König zeigt: Humor kann mehr sein als gute Unterhaltung. Humor kann Grenzen überwinden. Und er kann eine Gesellschaft ein Stück freier machen.
2006 hat Ralf König ein deutliches Zeichen für die Kunst-, Meinungs- und Pressefreiheit gesetzt. Nach den gewaltsamen Protesten gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen hat er fundamentalismuskritische Cartoons veröffentlicht. Dafür braucht man großen Mut. Sein Ziel war nicht, die Debatte weiter anzuheizen.
Sein Ziel war und ist: die Freiheit der Kunst verteidigen. Er hat deutlich gemacht: Eine freie Gesellschaft muss auch Religionskritik aushalten.
Dass es dem Künstler Ralf König auch jenseits der Comics um gesellschaftliche Haltung geht, zeigen seine weiteren Herzensprojekte: Ralf König hat die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. unterstützt. Als Botschafter von intaktiv e. V. hat er sich für das Recht auf genitale Selbstbestimmung eingesetzt. Kinder sollen selbst über medizinisch nicht notwendige Eingriffe an ihren Genitalien entscheiden können.
Lieber Ralf König,
Sie haben mit Ihren Zeichnungen Millionen Menschen zum Lachen gebracht. Und damit auch nebenbei unsere Gesellschaft mitverändert. Für dieses künstlerische und gesellschaftliche Wirken verleihe ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Thomas Kutschaty aus Essen
Politik hat Thomas Kutschaty schon in seiner Jugend interessiert, während der Schulzeit ist er in die SPD eingetreten. Als Sprecher der Jungsozialisten im Stadtbezirk Essen-Borbeck hat er angefangen, ist Mitglied der Bezirksvertretung geworden und später Sachkundiger Bürger im Stadtrat. Da hat er gelernt, worauf es ankommt: Zuhören. Einordnen. Und kluge Entscheidungen treffen.
Seit 2005 ist er Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen und vertritt hier seinen Essener Wahlkreis. Als Justizminister hat er sieben Jahren lang besondere Verantwortung in Nordrhein-Westfalen übernommen. Nach dem Regierungswechsel ist er dann Vorsitzender der SPD-Fraktion geworden.
Auch innerhalb der Partei hat Thomas Kutschaty über viele Jahre gewirkt: Im SPD-Ortsverein Essen-Borbeck und im SPD-Unterbezirk Essen. Von 2021 bis 2023 als Landesvorsitzender und als stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei. Vor vier Jahren hat er die NRW-SPD als Spitzenkandidat in die Landtagswahl geführt und einen engagierten und zugleich fairen Wahlkampf geführt.
Ein Thema ist Thomas Kutschaty von Beginn seines politischen Engagements an besonders wichtig: Der Kampf gegen Rechtsextremismus und für Toleranz und unsere freiheitliche Demokratie. Dafür setzt er sich unermüdlich ein. Auch abseits der Politik engagiert sich Thomas Kutschaty: Als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Nordrhein-Westfalen setzt er sich dafür ein, die Erinnerung an die Leiden des Krieges zu erhalten und daraus Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.
Im Ortsverein Essen-Borbeck der Arbeiterwohlfahrt engagiert er sich seit vielen Jahren und unterstützt den Verein heute als Revisor. Im Vorstand des Vereins Bergbaukolonie Schönebeck hilft er dabei, ein wichtiges Stück Ruhrgebietsgeschichte lebendig zu halten. Und als Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Kinderschutzbundes in Essen hat er die Entwicklung des neuen Familienzentrums begleitet und damit einen Ort mit aufgebaut, an dem Kinder und Familien Unterstützung finden.
Lieber Thomas Kutschaty, für alles, was Sie geleistet haben, danke ich Ihnen. Es ist mir eine große Freude, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
Norbert Mering aus Essen
Manche Menschen hinterlassen Spuren, weil sie laut sind. Andere, weil sie dranbleiben. Nobert Mering ist einer, der drangeblieben ist. Ende der siebziger Jahre ist Norbert Mering in die CDU eingetreten. Sein Engagement hat bei der Bezirksvertretung Ruhrhalbinsel begonnen. Später ist er Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Überruhr gewesen. Von 1999 bis 2009 hat er dem Rat der Stadt Essen angehört: Er hat als Vorsitzender den Schulausschuss geleitet und ist Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeit gewesen.
Wer – wie Norbert Mering – Lehrer ist und Kommunalpolitik macht, kennt die Sorgen der Familien aus zwei Perspektiven: Aus dem Klassenzimmer und dem Rathaus heraus. Norbert Mering hat früh erkannt, dass im Essener Süden, neben dem bereits vorhandenen Gymnasium, eine Realschule gefehlt hat. Er hat einen Vorschlag gemacht. Und er hat nicht lockergelassen. Zunächst ist eine Außenstelle einer Realschule entstanden. 2003 hat der Rat der Stadt Essen dann die eigenständige Realschule Überruhr beschlossen, der Unterricht konnte schnell beginnen.
Das ist, lieber Norbert Mering, Ihr Verdienst. Von 2010 bis 2019 hat Norbert Mering an der Spitze der „Überruhrer Bürgergesellschaft“ gestanden. In dieser Zeit hat er Vereine zusammengebracht und das Miteinander im Stadtteil gestärkt. So sind Vorträge und Ausstellungen entstanden, die Geschichten aus Überruhr erzählen. Norbert Mering hat Orte geschaffen, an denen Menschen ihre Heimat noch besser kennenlernen können.
Und dann gibt es noch ein Thema, das Norbert Mering wichtig ist: Die Imkerei. Als Imker kümmert er sich um die Aufzucht von verschiedenen Bienenvölkern und gibt seine Begeisterung weiter. Vor allem Schulklassen zeigt er, welche wichtige Rolle Bienen für die Artenvielfalt und unser Ökosystem spielen.
Lieber Norbert Mering, ich freue mich, Ihnen heute für Ihren vielfältigen und langjährigen Einsatz den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.
Franz Müntefering
Franz Müntefering und Nordrhein-Westfalen – das ist eine lange und intensive Beziehung. Das passt einfach: Beide haben Charakter. Sind bodenständig. Und immer bereit, sich auf neue Zeiten einzustellen. Vor 60 Jahren ist Franz Müntefering in die SPD eingetreten und hat seitdem Politik gemacht. Angefangen hat seine politische Laufbahn im Sauerland im Stadtrat von Sundern.
Danach sind viele Ämter und Funktionen gefolgt: Sein Weg hat ihn in die nordrhein-westfälische Landespolitik geführt, später an die Spitze der NRW-SPD und schließlich nach Berlin: als SPD-Generalsekretär, SPD-Vorsitzender, Bundesminister und Vizekanzler. Das ist eine beeindruckende politische Laufbahn. Aber Ämter allein erzählen noch keine Geschichte, entscheidend ist, was man bewirkt.
Franz Müntefering hat seine politischen Ämter immer als Auftrag verstanden, etwas für die Menschen zu bewegen. Dabei hat Franz Müntefering großen Weitblick bewiesen und er war bereit, Entscheidungen zu treffen, die Gegenwind erzeugt haben. Aber wenn Franz Müntefering von etwas überzeugt ist, dann hält er diesen Gegenwind aus. Sein Engagement für seine Mitmenschen hat Franz Müntefering auch nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik fortgesetzt.
So hat er den Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen übernommen. Sechs Jahre lang hat er sich dort für die Interessen der älteren Menschen eingesetzt und mit seiner Erfahrung das Profil der Arbeitsgemeinschaft geschärft. Er hat deutlich gemacht: Ältere Menschen verdienen Aufmerksamkeit und eine starke Stimme in unserer Gesellschaft.
Auch als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes hat er von 2013 bis 2021 wichtige Impulse gesetzt: Für wohnungslose Menschen, für den Schutz unserer Rettungskräfte, für gute Rahmenbedingungen in der Pflege und als Schirmherr für den „Wünschewagen“. Der „Wünschewagen“ macht es möglich, dass schwerstkranke Menschen einen ganz persönlichen Wunsch erfüllt bekommen.
Das passt zu Franz Müntefering: Franz Müntefering ist ein Menschenfreund mit dem Herz am rechten Fleck. Lieber Franz Müntefering, Sie haben unserem Land, unserer Demokratie und vielen Menschen gedient. Dafür danke ich Ihnen und verleihe Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Susanne Saage aus Nieheim
Es gibt einschneidende Erlebnisse, die einen Menschen für immer verändern. Und es gibt Menschen, die aus ihren Erfahrungen heraus, den Wunsch und die Kraft entwickeln, anderen Hoffnung zu schenken. So, wie Susanne Saage das tut.
Moritz Saage ist der Sohn von Susanne Saage und schon als kleines Kind an Leukämie erkrankt. Viele Monate hat er um sein Leben gekämpft. Der Krebs ist zweimal zurückgekehrt. Erst eine Stammzellenspende hat ihm das Leben gerettet. Zwei Weihnachtsfeste hat Moritz Saage im Krankenhaus verbringen müssen. Während dieser langen Zeit hat Susanne Saage ihrem Sohn jeden Moment zur Seite gestanden. An sein Krankenbett hat sie einen Löwenkopf gemalt. Darunter standen die Worte: „Bitte nicht stören!“ – damit ihr schlafendes Kind nicht unnötig geweckt wird.
Von diesem Tag an haben alle sie liebevoll „Löwenmama“ genannt. Aus diesem Namen ist 2004 die „Aktion Löwenmama“ entstanden, um etwas zurückzugeben und Menschen, mit ähnlichem Schicksal, zu helfen. Aktion Löwenmama erfüllt schwer erkrankten Kindern und ihren Geschwistern Weihnachtswünsche. Schon im Sommer verschickt Susanne Saage mit ihrem Team Wunschzettel an Krankenhäuser und Hospize in ganz Deutschland.
Die erkrankten Kinder und ihre Geschwister schreiben dort ihre Herzenswünsche auf. Die Geschenke organisiert Susanne Saage. Sie holt die Geschenke in Kaufhäusern und Geschäften ab, Kindergärten und Schulen, Seniorinnen und Senioren helfen beim Verpacken. Susanne Saage und ihr Team sind in der Vorweihnachtszeit im Dauereinsatz. Sie bringen die Geschenke in die rund achtzig Kliniken in ganz Deutschland. Für die Kinder und ihre Familien sind die Geschenke eine große Freude. Für einen Moment tritt die Krankheit in den Hintergrund. Susanne Saage weiß aus eigener Erfahrung, wie kostbar genau diese Momente sind.
Liebe Susanne Saage, aus der Sorge um Ihren eigenen Sohn ist Hoffnung für unzählige andere Familien entstanden. Für dieses tief bewegende Engagement verleihe ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg
Nur wenige haben für so vielfältige Anliegen Verantwortung übernommen wie Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg. Thomas Sternberg hat Germanistik, Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte studiert. Er hat in Germanistik und Theologie promoviert, ist Honorarprofessor für Kunst und Liturgie. Er ist Politiker. Er ist Kunstexperte.
Zu dieser Vielfalt kommen zwei besondere persönliche Gaben: Thomas Sternberg überzeugt. Und er führt Menschen zusammen und begeistert sie für gemeinsame Ziele. Dass er das für Nordrhein-Westfalen tut, ist ein Glücksfall für unser Land. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist Thomas Sternberg Mitglied der CDU. Von 2005 bis 2017 ist er Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags gewesen. Dort hat er vor allem die Kultur- und Medienpolitik seiner Fraktion geprägt und seine besondere Leidenschaft für Kunst und Kultur eingebracht.
Der Landtag hat ihn in den WDR-Rundfunkrat entsandt. Bis heute bringt er dort seine Erfahrung als stellvertretendes Mitglied ein. Vor allem aber ist die Kunst ein Herzensanliegen von Thomas Sternberg. 2005 hat ihn die Landesregierung in das Kuratorium der Kunststiftung NRW berufen. Von 2021 bis 2026 hat Professor Thomas Sternberg die Kunststiftung NRW als Präsident geleitet. Mit großer Erfahrung, viel Engagement und echter Leidenschaft. Unter seiner Leitung haben zahlreiche Projekte Unterstützung erhalten und Künstlerinnen und Künstler verlässliche Förderung bekommen.
Er hat Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen eine starke Stimme gegeben. Und er hat wichtige Impulse für die Zukunft der Kunststiftung gesetzt. Prägend für Thomas Sternberg ist sein katholischer Glaube. Sowohl beruflich als auch privat war und ist es ihm ein Anliegen, die christlichen Werte zu stärken und weiterzutragen. Als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken hat Thomas Sternberg den Reformprozess des synodalen Weges in der katholischen Kirche initiiert und mitgestaltet.
Ein weiteres Thema begleitet ihn über viele Jahre: Die Erinnerung an jüdisches Leben in Deutschland. Als Gründungsmitglied des Vereins „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ hat er sich von Anfang an eingebracht.
Lieber Thomas Sternberg,
Du hast über viele Jahre Verantwortung übernommen – mit Haltung, mit Weitsicht und mit großem persönlichen Einsatz. Du hast Nordrhein-Westfalen kulturell, gesellschaftlich und politisch bereichert. Für dieses außergewöhnliche Engagement verleihe ich Dir heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Anja Weber aus Düsseldorf
Wenn man in Nordrhein-Westfalen über soziale Gerechtigkeit, Tarifverhandlungen und Bündnisarbeit spricht, fällt ein Name: Anja Weber. Und das, obwohl Anja Weber Anfang des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Nach acht Jahren als Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nordrhein-Westfalen.
Wer ihren Einsatz erlebt hat, ahnt aber: so richtig ruhig wird es sicherlich auch in Zukunft bei Ihnen nicht. Dass Gewerkschaftsarbeit ihr Ding ist, erkennt Anja Weber schon als Studentin. Während ihrer Studienzeit in Marburg hat sie sich im Sozialistischen Hochschulbund engagiert – und ist Bundesvorsitzende geworden. Nach ihrem Studium ist die gebürtige Dortmunderin nach Berlin gegangen. Sie hat in der Schultheiss-Brauerei gearbeitet und ist von den Beschäftigten in den Betriebsrat gewählt worden.
Da erlebt sie, was gute Mitbestimmung bewirken kann: faire Arbeitsbedingungen helfen den Beschäftigten und geben ihnen eine starke Stimme. Und das bringt auch die Unternehmen voran. Nach Stationen in Berlin und Hamburg ist Anja Weber nach Nordrhein-Westfalen zurückgekommen. Sie wird Gewerkschaftssekretärin des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen, bevor sie 2014 unter Minister Guntram Schneider zur Landesschlichterin berufen wird.
2017 wählen die Delegierten der Bezirkskonferenz sie zur Vorsitzenden. Eine historische Wahl: Sie wird die erste Frau an der Spitze des DGB Nordrhein-Westfalen. Ihre Marschrichtung ist von Anfang an klar: Einsatz für eine starke Mitbestimmung und für soziale Gerechtigkeit. Unter ihrer Führung hat die Stimme des DGB in der Landespolitik spürbar an Gewicht gewonnen.
Anja Weber hat die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgewerkschaften an einen Tisch gebracht und zugleich den engen Austausch mit den demokratischen Parteien gesucht. So haben die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den landespolitischen Debatten mehr Gehör gefunden.
Ein besonderes Anliegen ist ihr immer das Ehrenamt gewesen. Anja Weber hat die Stadt- und Kreisverbände stärker eingebunden. Sie hat junge Menschen für die Gewerkschaftsarbeit gewonnen. Besonders Frauen hat sie ermutigt, sich zu engagieren. Auch die Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen und dem Integrationsrat hat Anja Weber vorangebracht. Sie hat den Austausch gesucht und gewusst: Gute Lösungen entstehen im Gespräch.
Liebe Anja Weber, für Ihr großes Engagement für das Land möchte ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen.
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