Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe: Gemeinsames Gedenken von Landtag und Landesregierung im Beisein von Bundespräsident Steinmeier
Fünf Jahre nach einer der schlimmsten Naturkatastrophen des Landes kamen im Plenarsaal Angehörige, Helferinnen und Helfer, Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Regionen mit Abgeordneten des Landtags und Mitgliedern der Landesregierung zusammen.
Landtag und Landesregierung Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag, 14. Juli 2026, der Opfer der Hochwasserkatastrophe von 2021 gedacht. Fünf Jahre nach einer der schlimmsten Naturkatastrophen des Landes kamen im Plenarsaal Angehörige, Helferinnen und Helfer, Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Regionen mit Abgeordneten des Landtags und Mitgliedern der Landesregierung zusammen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, André Kuper, Präsident des Landtags, und Ministerpräsident Hendrik Wüst sprachen Worte des Gedenkens. Claudia Müller-Bück, Pfarrerin und Superintendentin, hielt eine Ansprache. Die rund 200 Gäste im Plenarsaal erhoben sich zu einer Schweigeminute im stillen Gedenken an die Opfer. Als sichtbares Zeichen der Trauer und des Gedenkens wehten zeitgleich im ganzen Land die Fahnen auf Halbmast.
André Kuper, Präsident des Landtags: „Die Hochwasserkatastrophe von 2021 hat in Nordrhein-Westfalen Wunden gerissen, die nicht so schnell verheilen werden. Der unermüdliche Einsatz der Helferinnen und Helfer und ihre Mitmenschlichkeit bleiben unvergessen. Die parlamentarische Aufarbeitung und nicht zuletzt die heutige Gedenkstunde sollten Mahnung und Auftrag für uns sein, weiterhin die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen. Möge die Erinnerung an die Opfer allen ein Antrieb sein, aufeinander achtzugeben und füreinander da zu sein. Mit Mitgefühl für das Vergangene, aber auch mit Zuversicht und Hoffnung für die Menschen in unserem Land.“
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren war die größte und verheerendste Naturkatastrophe in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Sie hat 49 Menschen in unserem Land das Leben gekostet und tiefe Wunden hinterlassen, die bis heute nachwirken. Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und allen, die bis heute mit den Folgen der Katastrophe leben. Zugleich erfüllt uns großer Respekt vor dem, was die Menschen in den betroffenen Regionen gemeinsam mit unzähligen Helferinnen und Helfern geleistet haben. Ihre Hilfsbereitschaft und Solidarität haben den Betroffenen Kraft gegeben und den Wiederaufbau möglich gemacht. Dafür danke ich allen, die Verantwortung übernommen und mit angepackt haben. Von Beginn an war klar: Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen. Deshalb haben Bund und Länder innerhalb kürzester Zeit die Grundlage für den Wiederaufbau geschaffen und die Menschen, Kommunen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen mit umfangreichen Hilfen unterstützt. Heute sind viele Straßen, Brücken, Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser wieder aufgebaut oder instandgesetzt. Unser Auftrag endet aber nicht mit dem Wiederaufbau. Wir ziehen die Lehren aus dieser Katastrophe und investieren entschlossen in Vorsorge und Hochwasserschutz, damit Nordrhein-Westfalen künftig noch besser auf die Folgen von Extremwetter vorbereitet ist.“
Am 14. und 15. Juli 2021 war es infolge von Starkregen zu Überflutungen in vielen Teilen des Landes gekommen. 49 Menschen verloren ihr Leben. Unzählige Menschen in Nordrhein-Westfalen verloren ihre Häuser und Wohnungen. Ganze Innenstädte und Infrastruktur in vielen Teilen des Landes wurden zerstört. Tausende Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk sowie zahllose ehrenamtliche und private Helferinnen und Helfer standen den Betroffenen zur Seite. Bund und Land brachten innerhalb weniger Wochen den Wiederaufbaufonds auf den Weg und stellten für Nordrhein-Westfalen Hilfen in Höhe von insgesamt 12,3 Milliarden Euro bereit. Mit den Mitteln werden unter anderem der Wiederaufbau der kommunalen Infrastruktur, die Unterstützung von Privathaushalten und Unternehmen sowie Maßnahmen zur Stärkung des Hochwasserschutzes finanziert. Darüber hinaus unterstützt das Land die betroffenen Regionen mit ergänzenden Angeboten – etwa durch zusätzliche Hilfen für besonders betroffene Kommunen, Beratungsangebote für Betroffene sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Vorsorge vor Starkregen- und Hochwasserereignissen. Auch der Landtag Nordrhein-Westfalen hat die Hochwasserkatastrophe parlamentarisch aufgearbeitet.
Der Bundespräsident, der Präsident des Landtags sowie der Ministerpräsident kamen nach der Gedenkstunde mit Helferinnen und Helfern und Angehörigen von Opfern persönlich ins Gespräch.
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