Erfolgsgeschichte der Dritten Orte geht weiter: Landesregierung verkündet Start der nächsten Generation
46 Dritte Orte der ersten und zweiten Generation machen beim landesweiten Aktionstag Lust auf Kunst und Kultur / Ministerin Ina Brandes zu Gast in Gronau, Steinfurt und Nordwalde
Aus einer ehemaligen Synagoge wird ein Haus für Kultur und Erinnerung, aus einer alten Gaststätte ein Kino, aus einem leerstehenden Ladenlokal ein offener Treffpunkt für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Beim vierten landesweiten Tag der Dritten Orte öffnen am Samstag, 12. September 2026, alle 46 geförderten Dritten Orte ihre Türen und feiern zugleich die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte
Aus einer ehemaligen Synagoge wird ein Haus für Kultur und Erinnerung, aus einer alten Gaststätte ein Kino, aus einem leerstehenden Ladenlokal ein offener Treffpunkt für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen: Dritte Orte zeigen in ganz Nordrhein-Westfalen, wie mit Kultur, Ideen und ehrenamtlichem Engagement neues Leben in den ländlichen Raum kommt. Beim vierten landesweiten Tag der Dritten Orte öffnen am Samstag, 12. September 2026, alle 46 geförderten Dritten Orte ihre Türen und feiern zugleich die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte: Denn das Ministerium für Kultur und Wissenschaft startet die dritte Generation des Förderprogramms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“. Damit setzt die Landesregierung ihr Engagement für eine starke kulturelle Infrastruktur im ländlichen Nordrhein-Westfalen fort. Für die dritte Fördergeneration stehen im Zeitraum 2027 bis 2031 über 9 Millionen Euro für die Projektförderung einschließlich einer fachlichen Begleitung zur Verfügung.
Kulturministerin Ina Brandes: „46 Dritte Orte machen das Leben der Menschen in Nordrhein-Westfalen besser. Denn Lebensqualität im ländlichen Raum ist auch eine Frage des kulturellen Angebots. Bei jedem Besuch eines Dritten Ortes bin ich beeindruckt, mit wie viel Energie, Leidenschaft und bürgerlichem Engagement aus ungenutzten Gebäuden lebendige Kulturorte von Menschen für Menschen werden. Mit der Ausschreibung der dritten Fördergeneration schreiben wir diese Erfolgsgeschichte konsequent fort. Ich freue mich schon sehr auf die kreativen Ideen, die uns in den nächsten Bewerbungen erwarten.“
Die Dritten Orte verbinden Kultur mit Begegnung und bürgerschaftlichem Engagement. Sie nutzen vorhandene, aber ungenutzte Räume für Konzerte, Theater, Ausstellungen und Lesungen ebenso wie für Dorf- und Repair-Cafés, Kreativwerkstätten und generationsübergreifende Treffpunkte. Das Besondere: Die Programme entstehen gemeinsam mit den Menschen vor Ort und orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen Region. Seit dem Start des Förderprogramms hat sich das Interesse an den Dritten Orten kontinuierlich entwickelt. Heute gibt es landesweit 46 geförderte Dritte Orte, die das kulturelle Leben in ihren Städten und Gemeinden bereichern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Mit der dritten Fördergeneration baut das Land auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre auf. Das bewährte Fördermodell mit einer einjährigen Konzeptionsphase und einer anschließenden dreijährigen Umsetzungsphase bleibt erhalten. Neu ist die Förderstruktur in der Umsetzungsphase: Künftig können Projekte mit unterschiedlichem Förderbedarf passgenauer unterstützt werden. Besonders kleinere, ehrenamtlich getragene Initiativen erhalten einen leichteren Zugang zur Förderung. Gleichzeitig können insgesamt mehr Dritte Orte entstehen. Die Begleitung durch das Programmbüro pro loco unterstützt die Projektträger dabei, tragfähige Konzepte zu entwickeln und ihre Ideen erfolgreich umzusetzen. Die Ausschreibung der dritten Fördergeneration startet zum 30. Oktober 2026. Interessierte Initiativen, Vereine, Kommunen und weitere Träger im ländlichen Raum Nordrhein-Westfalens können sich mit ihren Ideen für neue Dritte Orte bewerben.
Der Tag der Dritten Orte macht die Vielfalt der Ideen jedes Jahr aufs Neue sichtbar und lädt dazu ein, die Orte und die engagierten Menschen dahinter kennenzulernen. Ministerin Ina Brandes besucht die Projekte in Gronau, Steinfurt und Nordwalde – und nutzt dafür auch das Fahrrad für die Strecke zwischen Steinfurt und Nordwalde. In Gronau-Epe wird heute in der ehemaligen Synagoge das Haus Lebenstein offiziell als Ort der Kultur, Bildung und Erinnerung für Menschen aller Generationen eröffnet. Eine Ausstellung zeigt den Wandel „Von der Ruine zum Dritten Ort“, die Gruppe „Klezmers Techter“ spielt Klezmer-Musik.
In Steinfurt präsentiert sich der Dritte Ort KulturLandDumte unter anderem mit einem Fahrradflohmarkt und einem Linedance-Workshop: Das Team im ehemaligen Hofladen in der Bauerschaft Dumte verbindet Kultur mit Natur, Landwirtschaft und Umweltbildung, etwa durch einen Lehrgarten für ökologische Zusammenhänge und nachhaltige Landwirtschaft.
Die Kulturinsel Bispinghof in einem historischen Herrenhaus in Nordwalde lädt zum Sommerfest mit Livemusik, Hula-Hoop-Mitmachaktion, Bogenschießen, Fahrrad- und Bobbycar-Parcours: Das Programm ist so vielfältig wie die Initiativen und Vereine, die den Bispinghof nutzen.
Hintergrund
In den 1980er-Jahren hat der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg den Begriff des Dritten Ortes geprägt. Er beschreibt damit öffentliche Orte für Begegnung und Austausch in Abgrenzung zum Ersten Ort, dem Zuhause, und dem Zweiten Ort, der Arbeit. Im Rahmen des neuen Förderprogramms zeichnet sich eine Kultureinrichtung als Dritter Ort durch die Erfüllung weiterer Merkmale aus – dazu gehören vor allem eine einladende Atmosphäre, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und ein Kulturprogramm, das gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt wird.
Weitere Informationen zum Förderprogramm sowie die Ausschreibungsunterlagen finden Sie unter http://www.dritteorte.nrw.