Zum Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle

Immer wieder werden bewusst antisemitische Taten an hohen jüdische Feiertage begangen – wie 2019 der schreckliche Anschlag auf die Synagoge in Halle an Jom Kippur.

9. Oktober 2022
phb Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Hintergrund Newsroom (2021)

Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, bedeutet „Versöhnungsfest“ und ist ein Fasten- und Ruhetag. Es ist ein Tag der Buße, Reue und Vergebung. Für Jüdinnen und Juden steht dabei die Besinnung auf ihre Beziehung zu Gott und zu ihren Mitmenschen im Vordergrund. Doch auch in dieses Jahr wurde am höchsten jüdischen Feiertag ein Anschlag auf eine Synagoge, dieses Mal in Hannover, verübt. Nur ein Steinwurf und nur eine zerstörte Scheiben? Nein, es ist mehr. Es ist ein Ausdruck der Judenfeindschaft, die in Deutschland weit verbreitet ist. Und wir erinnern uns an den Anschlag auf die Synagoge in Halle an Jom Kippur am 9. Oktober 2019, bei dem nur durch die starke Holztür viele jüdische Verletzte und Tote verhindert wurden. 

Ja, es werden bewusst und damit vorsätzlich am jüdischen Feiertag antisemitische Gewalttaten vorgenommen. Es muss uns alle fordern, den antisemitischen Einstellungen und Stereotypen in der Bevölkerung aktiv und bei jeder Gelegenheit entgegen zu treten. Antisemitismus verletzt die Menschenwürde und ist eine Gefahr für unser demokratisches Zusammenleben.