Lesereihe "Gegen das Vergessen": Andrea Sawatzki in Arnsberg und Wanne-Eickel

Am 5. und 6. September fanden mit der Schauspielerin und Autorin Andrea Sawatzki weitere Veranstaltungen im Rahmen der Lesereihe „Gegen das Vergessen“ statt. Die Lesereihe wurde von der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ins Leben gerufen. Ziel der Reihe ist es, möglichst viele Menschen über den in der Gesellschaft verbreiteten Antisemitismus aufzuklären.

5. September 2020
Impressionen der Lesung "Gegen das Vergessen" und Impressionen der Fotoausstellung SURVIVORS in Essen

In Arnsberg und Wanne-Eickel las Andrea Sawatzki in ausverkauften Häusern Auszüge aus dem Roman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz. Die Geschichte des Kaufmanns Otto Silbermann schildert die zunehmende Ausgrenzung jüdischer Menschen in den 30er Jahren. Eindrucksvoll machte Andrea Sawatzki das Geschehen für das Publikum spürbar.
Im anschließenden Bühnengesprächen fanden Abraham Lehrer Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Andrea Sawatzki Anknüpfungspunkte zwischen dem Roman und heutigem Antisemitismus. „Wir machen eine solche Lesereihe, um Aufzurütteln und um Haltung gegen Ressentiments zu zeigen“ sagte die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Begleitend zu den Lesungen besuchten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Andrea Sawatzki am 6. September die Fotoausstellung SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust. Der international renommierte Fotograft Marin Schoeller besuchte und porträtierte 75 Holocaust-Überlebende Die Arbeiten sind auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen erstmalig noch bis zum 13. September zu sehen.

„Den Kampf gegen Antisemitismus können wir nur gemeinsam führen, jeder trägt seinen Teil dazu bei. Mit dem Gang durch die Räume, mit der persönlichen Auseinandersetzung mit den 75 überlebensgroße Nahaufnahmen und den eindringlichen Appellen der Portraitierten wird jeder Einzelne von uns Zeitzeuge der Geschichte. Wir geben den Überlebenden das Versprechen, die Erinnerung an sie und ihre mahnenden Worte wachzuhalten und mutig für Menschlichkeit und gegen Judenhass einzustehen.“ Erklärte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Ausstellung.
„Eine beeindruckende Ausstellung, die gerade in diesen Zeiten sehr wichtig ist. Es gibt keine Zukunft ohne Erinnerung, und wir sind verpflichtet, das Andenken an den Holocaust wachzuhalten. Martin Schoeller schafft dies mit seinen eindrucksvollen Portraits. Die Ausstellung hat mich sehr bewegt,“ resümierte Andrea Sawatzki den Besuch.

Die Lesereihe „Gegen das Vergessen“ wird am 28. September im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen fortgesetzt. Benno Führmann liest aus der Biografie von Ronen Steinke über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse.

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