Inge Auerbacher spricht im Deutschen Bundestag

Anlässlich des Holocaustgedenktages am 27. Januar 2022 wird die Holocaust-Überlebende, Inge Auerbacher, eine Rede im Bundestag halten.
Auerbacher ist 1934 in Kippenheim in Baden-Württemberg geboren. Am 22. August 1942 wird die siebenjährige Inge mit ihren Eltern zum Sammelplatz in Göppingen gebracht und erhält die Transport-Nummer XIII‑1–408. Zwei weitere Nächte werden sie in der Sammelhalle am Stuttgarter Killesberg interniert und anschließend ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Das kleine Mädchen überlebt zusammen mit ihren Eltern den schrecklichen Terror des Nazi-Regimes und widmet seither ihr Leben als Zeitzeugin dem Kampf gegen Antisemitismus.

26. Januar 2022
Ministerpräsident Armin Laschet trifft Shoah-Überlebende Inge Auerbacher

Mit Inge Auerbacher als Rednerin hat der Bundestag eine hervorragende Wahl getroffen. Vor zwei Jahren hatten wir in Nordrhein-Westfalenebenfalls die Ehre Inge Auerbacher zu empfangen.

Armin Laschet, Ministerpräsident a.D. anlässlich des Treffens mit Inge Auerbacher: „Sie ist eine wichtige Mahnerin für unsere Zeit. Sie führt uns vor Augen, zu was Menschen in ihrer hasserfüllten Ideologie fähig sind. Die Begegnung mit einer Zeitzeugin und Persönlichkeit wie Inge Auerbacher ist persönlich berührend und ebenso bedeutend für unsere Gesellschaft und das Wahren der Erinnerung. Es ist unser aller Pflicht, die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen Shoa wach zu halten und in der Gegenwart gegen jede Form von Antisemitismus und Hetze zu kämpfen.“

Neben der Landesregierung und dem Landtag Nordrhein-Westfalen besuchte Inge Auerbacher das Max-Weber-Berufskolleg in Düsseldorf, die Auslandsgesellschaft in Dortmund sowie die Gesamtschule Nordstadt Neuss. Mit unerschütterlicher Freude nahm sie sich Zeit für Begegnungen mit mehr als 500 Schülerinnen und Schüler.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Genau wie Ministerpräsident Laschet a.D., waren wir alle immer wieder aufs Neue tief beeindruckt von ihrer Stärke und ihrem Engagement. Ihr bekanntestes Buch „Ich bin ein Stern“ („I am a star“) schildert den Zeitraum von ihrer Geburt bis zum Kriegsende und der Befreiung aus dem KZ Theresienstadt und sei an dieser Stelle zur Lektüre ausdrücklich empfohlen.“

Auch bei der Kooperationsveranstaltung mit Fortuna Düsseldorf und dem Erinnerungsort Alter Schlachthof in Düsseldorf - einem Ort, der eine Verbindung zwischen den Deportationen nach Theresienstadt und dem Schicksal von Inge Auerbacher herstellte, faszinierte die Persönlichkeit der Zeitzeugin die vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihr Gespräch kamen. Insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte konnte, die heute in den USA lebende Auerbach, motivieren durch Fleiß und Willen in Nordrhein-Westfalen ihre Heimat zu suchen und zu finden. Sie ermutigte alle, sich zu bilden, zu lernen und ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen.