Antisemitismus und Schule

Forschungsprojekt „Antisemitismus als soziales Phänomen in der Institution Schule“

Um Schulen in ihrer Präventionsarbeit zu unterstützen, soll das Thema Antisemitismus in der Schule wissenschaftlich besser erforscht werden. Dazu wurde 2020 zusammen mit dem Schul- und Bildungsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und der Ruhr-Universität Bochum das Forschungsprojekt „Antisemitismus als soziales Phänomen in der Institution Schule“ initiiert.

01. September 2021
phb Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, lächelnd, Schreibtisch (2021)

Mithilfe von Unterrichtsbeobachtung soll erforscht werden, in welchen schulischen Handlungs-, Verhaltens- und Wissensräumen sich Antisemitismus äußert und wie eine nachhaltige Bildungsarbeit in diesem Zusammenhang ihre Wirkung entfalten kann. Durch Grundlagenforschung sowie einer empirischen Studie in Schulen vor Ort sollen Erkenntnisse gewonnen werden, auf deren Basis Schulen zukünftig noch zielgenauer in ihrer Präventions- und Interventionsarbeit unterstützt werden können.

Im Rahmen der empirischen Studie wird erstmalig das Instrument der Unterrichtsbeobachtung eingesetzt, um unter anderem Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie gegenwärtige Lern- und Gruppensituationen aussehen, in denen über Antisemitismus diskutiert wird oder in denen sich Antisemitismus äußert. Auf Basis der Erkenntnisse sollen passgenau Unterrichtsmaterialien entwickelt und erprobt werden, die Lehrkräfte direkt in ihrer pädagogischen Praxis einsetzen können und die sie in ihrer Präventionsarbeit unterstützen. Zudem sollen auch Konzepte für Fortbildungen von (angehenden) Lehrerinnen und Lehrern entwickelt werden.

Die Studie wird durchgeführt von einer interdisziplinären Projektgruppe an der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Karim Fereidooni (Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung). Zur Unterstützung stellen das Ministerium für Schule und Bildung eine Lehrerstelle zur Verfügung und die Staatskanzlei Personalkosten für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter und eine wissenschaftliche Hilfskraft sowie weitere Sachmittel.

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