Antisemitismus im Gangsta-Rap

Forschungsprojekt: Die Suszeptibilität von Jugendlichen für Antisemitismus im Gangsta Rap und Möglichkeiten der Prävention

Die Hiphop-Kultur ist derzeit die größte und wichtigste Jugendkultur. Im Gangsta-Rap lässt sich seit längerer Zeit beobachten, dass auch ein hypermaskuliner Körperkult, autoritäre Machtfantasien sowie Heroisierungs- und Martialitätsvorstellungen zentrale Motive der Selbstinszenierung der meist männlichen Künstler bilden. Diese vermitteln in ihren Liedern, Musikvideos und Stellungnahmen in sozialen Netzwerken seit einigen Jahren auch sexistische und antifeministische Rollenbilder, autoritäre Moral- und Gesellschaftsvorstellungen sowie verschwörungsideologische und antisemitische Interpretationen globaler Herrschaftsverhältnisse.

04. Mai 2021
Pressekonferenz zur Vorstellung der Studie „Die Suszeptibilität von Jugendlichen für Antisemitismus im Gangsta-Rap und Möglichkeiten der Prävention“

Während in der Forschung weitgehend Einigkeit herrscht, dass die Texte der Künstler unbestreitbar Ideologien der Ungleichheit transportieren, liegen aktuell keine belastbaren Daten über die Wirkung und den Einfluss der Ideologien auf die Wahrnehmung und das Denken von Jugendlichen vor.

Das Forschungsprojekt ist gefördert durch die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Vorhaben, das zusammen mit dem Forschungsinstitut Ipsos Public Affairs durchgeführt wurde, wird hier erste Daten liefern und den Zusammenhang des Konsums von Gangsta-Rap und der Empfänglichkeit von Antisemitismus und Ideologien der Ungleichheit mit quantitativen und qualitativen Methoden untersuchen. Darüber hinaus werden auf Grundlage der Ergebnisse Empfehlungen für den Umgang mit Gangsta-Rap im Kontext schulischer sowie außerschulischer Bildung gegeben.

Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden im Mai 2021 der Öffentlichkeit während einer Pressekonferenz vorgestellt und im Juni 2021 bei einem digitalen Fachtag diskutiert. Anfang 2022 erscheint eine wissenschaftliche Publikation.

Die Studienergebnisse finden Sie auf der Projektwebseite des Zentrums für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter der Universität Bielefeld.

  • 49:53
  • Video: Land NRW

04.05.2021

Videoaufnahme der Pressekonferenz

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Wetsfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellt eine neue Studie zu Antisemitismus im Gangsta-Rap vor.

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