70 Jahre Zentralrat der Juden: Erinnern allein reicht nicht

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, gratuliert dem Zentralrat der Juden zu seinem 70. Geburtstag und wünscht ihn sich auch künftig als Mahner, Unterstützer und Kämpfer für Judenfreundschaft und für friedliches jüdisches Zusammenleben.

19. Juli 2020
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

"Um allen Jüdinnen und Juden in Deutschland ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen, muss noch viel getan werden angesichts ständig ansteigender antisemitischer Straftaten in Deutschland um 17 % im Jahr 2019 auf über 2000.
Ich setzte deshalb in meiner Arbeit in Nordrhein - Westfalen auf verstärkte Prävention in allen Bereichen - verpflichtende Verankerung des Antisemitismus in der Aus - und Fortbildung für die öffentliche Verwaltung,  für Polizisten und alle Sicherheitskräfte, für LehrerInnen und für die Justiz. Ich will Begegnungen schaffen, so dass jüdisches Leben erlebbar wird und unterstütze die Ausbildung junger Menschen zu Zweitzeugen, die dann für die nicht mehr lebenden Zeitzeugen Zeugnis über den rassistischen Antisemitismus ablegen", betont Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. "Erinnern ist wichtig, Erinnern allein reicht aber nicht gegen Antisemitismus. Gegen den allgegenwärtigen  Alltagsantisemitismus hilft nur Zivilcourage und Engagement. "

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