Flüchtlingshilfe in Lemgo

Flüchtlingshilfe in Lemgo
22. Oktober 2015

"Wir bemerken ein starkes Interesse der Bevölkerung"

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt”, dieses Zitat von Wilhelm von Humboldt, hat sich Lemgo in Ostwestfalen-Lippe zum Motto genommen: Dort bieten Bürgerinnen und Bürger Sprachkurse für Flüchtlinge an. Organisiert wird das offene Angebot von der Flüchtlingshilfe der Kirche in Lemgo, die zur Koordination der Flüchtlingshilfe und aller dazu gehörigen Angebote und Bedarfe sogar einen hauptamtlichen Mitarbeiter eingestellt haben.

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Thomas Frank aus Bielefeld arbeitet seit dem 15. April 2015 hauptamtlich als Koordinator der Flüchtlingshilfe Lemgo. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag bietet der 27-Jährige in seinem Büro Flüchtlingen in seinem Büro kostenlos Beratung an, primär in ihrem Asylverfahren und Aufenthaltsrecht. Einmal monatlich veranstaltet er Info-Abende für Bürgerinnen und Bürger, die er über die aktuelle Flüchtlingssituation in Lemgo aufklärt und erste Tipps gibt, wie sie Flüchtlingen helfen können.

In Lemgo leben zurzeit rund 350 Flüchtlinge, die sich auf Übergangseinrichtungen verteilen, aber auch schon in eigenen Wohnungen leben. Die meisten von ihnen aus Syrien, dem Westbalkan, Afghanistan und Irak. Weitere 150 Flüchtlinge leben in zwei Notunterkünften und werden anschließend Kommunen zugewiesen.

Thomas Frank (l.) und sein Kollege Oliver Tene helfen Flüchtlingen.

Ob Unterstützung beim Asylverfahren, der Vermittlung medizinischer Hilfe oder die gemeinsame Suchen nach Freizeitangeboten: Thomas Frank weiß immer weiter. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Einer von ihnen ist Olivier Tene, ein Student der Produktionstechnik an der Fachhochschule in Lemgo. Oliver Tene, der ursprünglich aus Kamerun stammt und derzeit ein Praktikum in Süddeutschland absolviert, bemüht sich Neuankömmlingen die deutsche Sprache näher zu bringen, um ihnen den Aufenthalt zu vereinfachen. "Insgesamt haben wir zurzeit 120 Ehrenamtliche, die was tun wollen", erzählt Thomas Frank. Er erklärt, dass die Flüchtlingshilfe Lemgo mittlerweile zwei Standbeine hat: "Wir vermitteln beispielsweise für Flüchtlinge Patenschaften mit Bürgerinnen und Bürger, die bei Behördengängen, bürokratischen Angelegenheiten oder Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben helfen."

Das andere Standbein der Flüchtlingshilfe ist eine Sprachgruppe: "Zielgruppe sind hier Flüchtlinge, die wenig bis gar kein Deutsch können oder noch nicht einmal in der Lage sind, lateinische Schriftzeichen lesen zu können. Für sie haben wir ein offene Angebot entwickelt, das gut angenommen wird."

Thomas Frank mit jungen Leuten, die ein Sommerpraktikum bei der Flüchtlingshilfe absolviert haben.

Und das funktioniert so: Der "Sprachunterricht" findet an mehreren Gruppentischen statt. Jeder Tisch hat eine Betreuungsperson, die ein bestimmtes "Thema des Tages" mit den Sprachankömmlingen durch spricht. Innerhalb der zwei Stunden des Unterrichts wechseln die Sprachschülerinnen und -schüler von Tisch zu Tisch. Auf diese Weise lernen die Flüchtlinge sowohl eine Vielfalt von Themen kennen und schließen gleich mit mehreren Bürgerinnen und Bürgern Kontakt, aus dem auch Bekanntschaften entstehen können. Auf diese Weise hilft die Sprachgruppe, nicht nur sprachliche Barrieren abzubauen, sondern auch kulturelle. Aktuell wird die Sprachschule ausschließlich von Ehrenamtlichen geschultert. Mittelfristig, so Thomas Frank, sollen auch Flüchtlinge selbst als Sprachlehrer mit anpacken: "Sie sollen das, was sie von uns lernen, auch ehrenamtlich an andere weitergeben."

In den vergangenen Wochen hat Thomas Frank bemerkt, dass die Hilfsbereitschaft der Lemgoer Bürgerinnen und Bürger nochmals gestiegen ist: "Hilfe für Flüchtlinge gab es schon früher. Die Intensität ist aber neu". Zweifelsohne trägt die hauptamtliche Arbeit des Flüchtlingshelfers Früchte und entwickelt sich in die richtige Richtung.

Dennoch besteht an allen Ecken und Enden noch Bedarf an weiterer Unterstützung: Auf dem neuen Online-Portal des Landes NRW zur Flüchtlingshilfe www.ich-helfe.nrw hat die Initative aus Lemgo gemeldet, dass unter anderem noch Bedarf an Dolmetschern für Arabisch, Dari, Farsi, Urdu, Tigrinisch und Kurdisch vorhanden ist.

Einen konkreten Überblick erhalten Sie hier: https://www.ich-helfe.nrw/eintrag/?id=127
 

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