Tourismusland NRW

Familie mit Fahrrädern
12. August 2016

Wie sich NRW vom Malocherland zum Ferien- und Tourismusland entwickelt hat

70 Jahre Nordrhein-Westfalen

Kultur, Sport, Messen, Naturerlebnisse - Nach 70 Jahren hat das Tourismusland Nordrhein-Westfalen für Besucherinnen und Besucher mittlerweile eine Menge zu bieten. Nicht von ungefähr landet das bevölkerungsreichste Bundesland im Vergleich der Bundesländer regelmäßig bei den Übernachtungszahlen auf den vorderen Plätzen.

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Mit Material von dpa, Marie Frech

Kultur, Sport, Messen, Naturerlebnisse - Nach 70 Jahren hat das Tourismusland Nordrhein-Westfalen für Besucherinnen und Besucher mittlerweile eine Menge zu bieten. Nicht von ungefähr landet das bevölkerungsreichste Bundesland im Vergleich der Bundesländer regelmäßig bei den Übernachtungszahlen auf den vorderen Plätzen. Und jährlich kommen immer mehr Gäste ins Bindestrich-Bundesland. 

Wie es war?

"Noch Ende der 70er Jahre hätte niemand damit gerechnet, dass sich NRW in Sachen Tourismus so sensationell entwickelt", sagt Silke May-Landgrebe, Dozentin für Tourismusmanagement an der Westfälischen Hochschule. Wer an Nordrhein-Westfalen dachte, hatte schnell die rauchenden Schlote des Ruhrgebiets im Sinn - und nicht Erholung.

Wie es ist?

Besucherinnen und Besucher schätzen an NRW, dass man auf kleinem Raum große Vielfalt erleben kann, wie May-Landgrebe erklärt. Die einst teils abschreckende Industriekultur hat sich zu einer äußerst attraktiven Kulturindustrie gewandelt. Und Kunst, Ausstellungen und Theater finden Gäste längst nicht mehr nur in Köln und Düsseldorf, sondern auch im Ruhrgebiet: in ehemaligen Zechen, Gasspeichern und Hochöfen. Und das gepaart mit einer Menge Natur.

Wie es kam?

Den Erfolg des Tourismussektors in Nordrhein-Westfalen erklären die Experten neben externen Investitionen auch mit Subventionen vom Bund und der EU. Fahrradwege wie der Ruhrtalradweg wurden teils runderneuert; Wanderwege wie der Natursteig Sieg oder im Ahrtal ausgebaut, wie Tourismusmanagement-Professor der Internationalen Hochschule Bad Honnef Bonn, Helmut Wachowiak, berichtet.

Wer kommt?

Die Nordrhein-Westfalen lieben ihr Land - und sind dort auch häufig als Touristen unterwegs. Gefolgt wird diese größte Gruppe unter den NRW-Touristen von Besuchern aus anderen Bundesländern, sagt Tourismus NRW-Sprecherin Julie Sengelhoff. Auch das Gros der internationalen Gäste hat einen kurzen Anreiseweg: Sie kommen aus den Niederlanden, Belgien und Großbritannien. Zuletzt stieg aber auch die Zahl der Gäste aus arabischen Staaten.

Wohin?

Städtetrips sind absolut im Kommen: Köln und Düsseldorf gehören zu den beliebtesten Zielen in Nordrhein-Westfalen. Ins Messe-Land kommen aber auch Geschäftsreisende, etwa zu Europas größter Jagdmesse in Dortmund oder zur Gamescom in Köln. In ländlichen Regionen suchen Touristen Naturerlebnisse: "War das Sauerland einst mit traditioneller Pensionen-Landschaft verbunden, ist es jetzt hip und angesagt für Mountainbike- und Wintersporttouren", sagt May-Landgrebe.

Wohin noch?

Gleich fünf Bauten in Nordrhein-Westfalen sind Unesco-Weltkulturerbestätten: Beispielsweise der Aachener Dom, der als erstes Gebäude Deutschlands in die UNESCO-Liste aufgenommen wurde. Weltberühmt ist auch der Karneval im Land der Vielfalt, der das internationale Feiervolk von überall anlockt . Im Sommer reisen Tages- oder Wochenendtouristen für Junggesellenabschiede oder Großereignisse wie Konzerte oder Fußballspiele in den Arenen des Landes an. Der Tourist Service Aachen verzeichnet auch wachsende Nachfrage nach lokalen Geheimtipps.

Wer profitiert?

Nach einer Studie im Auftrag vom Tourismus NRW trug die Tourismuswirtschaft 2013 direkt und über Zulieferbranchen mit über 25,1 Milliarden Euro 4,6 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung in NRW bei.

Wo es noch hakt?

Die massenhaften Übergriffe in der Silvesternacht in Köln schreckten kurzzeitig Touristen ab. Den Rückgang bei den Übernachtungszahlen führt ein Sprecher von Köln Tourismus aber eher auf die anhaltende latente Terrorangst zurück. Tourismus-Experte Wachowiak sagt: "Krisen haben ihre Gesetzmäßigkeiten - im Tourismus bedeutet das, dass die Gäste nach einiger Zeit wieder zurückkommen."

Was noch beser geht?

Vor allem beim öffentlichen Personennahverkehr  könnte NRW noch attraktiver werden. May-Landgrebe sagt: "Noch immer enden Verbindungen an der Stadtgrenze oder verlaufen zwischen verschiedenen Verkehrsverbünden, das kann Touristen verwirren."
 

Weitere Informationen und Quellen

Tourismus NRW
RWI Heft zu Tourismus im Ruhrgebiet
Tourismus NRW Marktforschungsstudie 
Instagram "Dein NRW"
Twitter "Dein NRW"
Köln Tourismus Blog 
Vine "Dein NRW" 
Statistik Touristische Ankünfte 2015 nach Bundesländern
Statistisches Landesamt NRW Beherbergungen 2015
 

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