Verleihung des Landesverdienstordens am 27. Juni 2013

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an Pfarrer Manfred Deselaers
27. Juni 2013

Verleihung des Landesverdienstordens am 27. Juni 2013

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an Pfarrer Manfred Deselaers

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat Pfarrer Manfred Deselaers bei ihrem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Ministerpräsidentin übergab diese besondere Ehrung an den gebürtigen Düsseldorfer für seine Verdienste um die Völkerverständigung, seinen Einsatz gegen totalitäre und rassistische Ideologien und seine Arbeit als Seelsorger für Besuchsgruppen in Auschwitz.

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Manfred Deselaers arbeitet seit Mitte der 90er Jahre in der Pädagogischen Abteilung des Zentrums und leitet deren inhaltliche Arbeit. Im Jahr 2008 wurde er einer der beiden Vizepräsidenten der Stiftung des Zentrums für Dialog und Gebet in Oswiecim.

Hannelore Kraft würdigte Pfarrer Deselaers im Rahmen ihres Besuchs: „Wir brauchen Menschen, die Vorbildliches leisten, die sich für andere stark machen, die von Werten wie Mitmenschlichkeit nicht nur reden, sondern sie praktisch vorleben.“ Sie wünsche von ganzem Herzen, dass diese Auszeichnung eine Ermutigung sei, weiter zu machen und weiter zu arbeiten. „Wir in Nordrhein-Westfalen sind Ihnen sehr dankbar für Ihren großen, außerordentlich wertvollen Dienst an diesem Ort“, sagte Hannelore Kraft.

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist im März 1986 gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, deren außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit in allen Lebensbereichen erworben wurden. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt. In den 27 Jahren seines Bestehens sind knapp 1500 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Die Laudationes im Wortlaut

Wenn wir Ihnen, lieber Herr Pfarrer Deselaers, dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Theologen, heute mit dem Landesverdienstorden „Danke“ sagen, dann ist das weit mehr als ein Gruß aus der Heimat. Dann wollen wir hervorheben, wie wertvoll und vorbildlich Ihre Arbeit ist, vor allem Ihre Arbeit mit jungen Menschen. Denn sie ist ein überaus wertvoller Beitrag zur Verständigung zwischen den Völkern und für die Überwindung von totalitären und rassistischen Ideologien. Und ich glaube, Sie haben dabei genau den richtigen Ansatz, wenn Sie sagen, ich zitiere: „Man kann Ausschwitz nicht mit Diskussionen anfangen. Anfangen muss man mit Offenheit des Herzens, Betroffenheit, Schweigen (…) Anfangen muss man mit dem Kennenlernen der erschütternden Fakten und der Erfahrung, dass alle Worte zurückbleiben hinter dem, was hier geschehen ist“. Lieber Herr Pfarrer Deselaers, nahezu täglich sprechen Sie mit jungen Menschen. Als Seelsorger wissen Sie besser als wir, wie schwer das Geschehene besonders auf junge Menschen wirkt.

Diese jungen Menschen tragen keine Verantwortung für die Geschichte. Und doch lastet dieser Teil unserer Vergangenheit auch auf ihnen. Sie leisten eine Arbeit, die in der täglichen Auseinandersetzung mit den hier so unvergleichlich sichtbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch Ihre eigene Existenz berührt. „Glauben in Auschwitz ist immer auch ein Ringen um den Glauben.“ So haben Sie, lieber Herr Pfarrer Deselaers, es in Ihren „Kreuzwegmeditationen“ einmal formuliert. Es ist in der Tat eine Frage, die keinen gläubigen Menschen los lassen kann: Warum hat Gott diese Verbrechen zugelassen? Glaube muss sich an dieser schweren Frage bewähren. Und wenn er das tut, dann gewinnt er eine ganz neue Kraft und Tiefe. Ihr Lebensweg, sehr geehrter Herr Deselaers, zeigt, dass Sie selber eine lange Strecke gegangen sind, um an diesem Ort Ihre Berufung zu finden:

  • Seit Oktober 1990 leben Sie hier und arbeiten als Priester in der Pfarrei „St. Mariä Himmelfahrt“ und im „Zentrum für Dialog und Gebet“.
  • 1996 ließen Sie sich zum Fremdenführer hier in der staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ausbilden.
  • 1998 wurden Sie in Jerusalem an der Inter-national School of Holocaust Studies, Yad Vashem zum „Holocaust Educator“ qualifiziert.

Es ist also eine doppelte Berufung, die Sie hier gefunden haben: als Pfarrer Ihrer Gemeinde in Oswiecim und als Mann, der in Auschwitz die Erinnerung an die Opfer und die Taten der Nationalsozialisten lebendig hält. Sie haben damit zugleich sehr viel für ein besseres Verhältnis zwischen Juden und Christen und zwischen Polen und Deutschen bewirkt. Lieber Herr Pfarrer Deselaers, der Landesverdienstorden, mit dem ich Sie heute auszeichnen darf, soll zeigen, dass wir in Nordrhein-Westfalen um Ihre Arbeit wissen und dass wir das, was Sie hier als Priester aus Nordrhein-Westfalen in Auschwitz, in Oswiecim leisten, sehr schätzen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass diese Auszeichnung Ihnen eine Ermutigung ist, weiter zu machen und weiter zu arbeiten. Wir in Nordrhein-Westfalen sind Ihnen sehr dankbar für Ihren großen, außerordentlichen und außerordentlich wertvollen Dienst an diesem Ort.

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