Kein Abschluss ohne Anschluss

Kein Abschluss ohne Anschluss

Themenseite zum einheitlichen und effizienten Übergangssystem von der Schule in Ausbildung und Studium

NRW hat mit dem Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ als erstes Flächenland ein einheitliches und effizientes Übergangssystem von der Schule in Ausbildung und Studium bis zum Schuljahr 2018/2019 schrittweise aufwachsend eingeführt, um Jugendlichen die Berufs- und Studienwahl zu erleichtern und den Einstieg ins Berufsleben zu ebnen.

 

Damit reiht sich das Landesvorhaben in die präventive Strategie der Landesregierung ein: „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ist Teil der Präventionskette, in der alle relevanten Akteure, Institutionen und Angebote miteinander vernetzt werden, um Kindern und Jugendlichen und ihren Familien in allen Lebensphasen die notwendige Unterstützung zuteil werden zu lassen.
 
Unter dem Leitmotiv „Kein Kind zurücklassen“ verfolgt die Landesregierung das Ziel, vor Ort bestehende Ressourcen und Projekte besser miteinander zu verzahnen und anderen Kommunen die gemachten Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.
 
Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sind für den Übergang von der Schule in die Berufswelt wesentliche Grundlagen geschaffen worden, um

  1. allen jungen Menschen nach der Schule möglichst rasch eine Anschlussperspektive für eine Berufsausbildung oder ein Studium zu eröffnen und
  2. durch ein effektives, kommunal koordiniertes Gesamtsystem unnötige Warteschleifen zu vermeiden.

Damit werden Jugendliche und ihre Eltern in Nordrhein-Westfalen auf dem Weg in die Berufswelt nachhaltig unterstützt.
 
Vier zentrale Handlungsfelder bei "Kein Abschluss ohne Anschluss" Die Umsetzung von "Kein Abschluss ohne Anschluss" erfolgt in vier zentralen Handlungsfeldern.
Als Grundlage dient das im Ausbildungskonsens NRW 2011 beschlossene Gesamtkonzept. 

  • Handlungsfeld 1: Berufs- und Studienorientierung
  • Handlungsfeld 2: Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder das Studium durch schlanke und klare Angebotsstrukturen
  • Handlungsfeld 3: Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung
  • Handlungsfeld 4: Kommunale Koordinierung

In den vier Handlungsfeldern werden folgende Ziele angestrebt:

  • Unterstützung aller jungen Menschen in ihrem Prozess der Berufs- und Studienwahlentscheidung
  • Berufswahlspektrum verbreitern – junge Menschen entscheidungsfähig machen
  • Warteschleifen reduzieren – möglichst direkt in Ausbildung oder ins Studium einsteigen – jeder junge Mensch soll einen Anschluss an seinen (Schul-) Abschluss erhalten – dies bedingt auch ein Mehr an Ausbildungsstellen
  • Übergang von der Schule in den Beruf zu einem transparenten und nachhaltigen Gesamtsystem verändern
  • Prävention statt Nachsorge!
  • Alle Akteure arbeiten zusammen! Jeder auf Basis seiner gesetzlichen Grundlagen und Mittel

Der Prozess der schulischen Studien- und Berufsorientierung auf einen Blick

Wenn „Kein Abschluss ohne Anschluss“ in allen 53 Gebietskörperschaften an allen öffentlichen Schulen eingeführt ist, richtet sich das System an:

  • alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8 und der Sekundarstufe II. Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen einschließlich der derzeitigen Zielgruppe STAR (Schule trifft Arbeitswelt) werden dabei genauso einbezogen wie junge Geflüchtete. Der Ausbildungskonsens NRW hat dieses Thema bereits aufgegriffen und in Arbeitsgruppen Lösungsansätze zur Integration der Jugendlichen mit Fluchterfahrung in das bestehende Landesvorhaben eingearbeitet.
  • alle Jugendlichen, die die Angebote - zum Teil neu gestaltete - des bisherigen Übergangssystems zur Herstellung der Ausbildungsreife bzw. Berufseignung nutzen sowie
  • diejenigen Jugendlichen, die öffentliche Ausbildungsangebote unterschiedlicher Typen wahrnehmen.

Kein Abschluss ohne Anschluss als lernendes System

Seit dem Schuljahr 2012/2013 wird die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss. Übergang Schule – Beruf in NRW“ (KAoA) in Nordrhein-Westfalen umgesetzt und wellenförmig ausgebaut.
 

 

Im Schuljahr 2012/2013 startete „Kein Abschluss ohne Anschluss“ in sieben Referenzkommunen. Hierbei handelte es sich um die StädteRegion Aachen, Bielefeld, Kreis Borken, Dortmund, Rheinisch-Bergischer Kreis, Mülheim sowie umd den Kreis Siegen-Wittgenstein mit allen Schulen und allen Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen.

Mit den Referenzkommunen sollten aus allen Regionen in NRW Kommunen dabei sein und Erfahrungen bei der Umsetzung in städtischen wie in ländlichen Regionen gesammelt werden.

In der Zweiten Welle im Jahr 2013 sind 24 Kommunen und 2014/2015 in der dritten Welle die weiteren 22 Kommunen in „Kein Abschluss ohne Anschluss“ eingestiegen.

Mittlerweile sind in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten Kommunale Koordnierungsstellen eingerichtet und haben ihre Arbeit aufgenommen.

Der Aufwuchs von "Kein Abschluss ohne Anschluss"

Im Rahmen der wellenförmigen Einführung starten seither in jedem Schuljahr weitere Schulen mit der Umsetzung der Standardelemente der Berufs- und Studienorientierung, beginnend mit den Angeboten für die 8. Jahrgangsstufen.
 
Ab dem Schuljahr 2016/2017 wird „Kein Abschluss ohne Anschluss“ an allen öffentlichen Schulen mit allen rund 175.000 Schülerinnen und Schülern ab der 8. Jahrgangsstufe umgesetzt. Im Schuljahr 2018/2019 werden dann alle Schülerinnen und Schüler Nordrhein-Westfalens der Jahrgangsstufen 8 bis 10 erreicht.

Die Umsetzung in den einzelnen Handlungsfeldern

Handlungsfeld 1: Berufs- und Studienorientierung

Die systematische Berufs- und Studienorientierung mit definierten Standardelementen ist ein zentrales Handlungsfeld des Landesvorhabens. Die einzelnen Standardelemente der systematischen Berufs- und Studienorientierung sind in einer Veröffentlichung des Landes ausführlich beschrieben.
 
Im Handlungsfeld I sind die Mindestanforderungen der Standardelemente in jeder Schule entsprechend umzusetzen und unter Zuhilfenahme der konkretisierenden Hinweise auszugestalten. Die Standardelemente können jederzeit durch weitere kommunale Angebote ergänzt werden. Damit bietet das Landesvorhaben den Schulen die Möglichkeit, auf ihren bestehenden und bewährten Konzepten der Berufs- und Studienorientierung aufzubauen und die bisherigen Kontakte zu Wirtschaftspartnern fortzusetzen und zu intensivieren.
 
Im Schuljahr 2014/2015 wurde erstmals ein flächendeckendes Monitoring durchgeführt. Das MAIS hat die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.) mit der Auswertung und Berichtslegung dieser Daten beauftragt. Für das Monitoring wurde ein bestehendes Online-Portal bei der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) weiterentwickelt und den Schulen für die Dateneingabe zur Verfügung gestellt.
 
Die Rücklaufquote für das Monitoring der an „Kein Abschluss ohne Anschluss“ teilnehmenden Schulen lag bei 97 Prozent (1.353 von 1.392 Schulen). Die Zahl der Schülerinnen und Schüler die im Schuljahr 2014/2015 durch „Kein Abschluss ohne Anschluss“ erreicht wurden, ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt:

Aktuell findet das Monitoring für das Schuljahr 2015/2016 statt. Die Schulen tragen ihre Ergebnisse in das Monitoring-Onlineportal ein. Die Auswertung erfolgt ab September.

Handlungsfeld 2: Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder das Studium durch schlanke und klare Angebotsstrukturen

Im Handlungsfeld II steht aktuell die Übergangsgestaltung in den Kommunen im Vordergrund. Ziel ist, dass die Kommunalen Koordinierungsstellen und ihre Partner vor Ort die notwendigen Angebote abstimmen, die „Organisation“ eines Überblicks über genutzte Anschlussoptionen von jungen Menschen und optimale Ausschöpfung des vorhandenen Angebotes an Ausbildungsstellen leisten - ggf. die Bereitstellung weiterer Ausbildungsstellen forcieren. Dazu gehört auch die frühzeitige Identifizierung derjenigen Schülerinnen und Schüler aus den Abgangsjahrgängen der Schulen.
 
Es müssen gemeinsame Vereinbarungen getroffen werden, wie diesen Jugendlichen über Beratungsangebote noch Anschlussoptionen eröffnet werden können. Die Kommunalen Koordinierungsstellen nehmen sich dieser Aufgabe an, viele stehen jedoch erst am Anfang dieser Aufgabe.
 
Über das gemeinsame Verständnis, dass eine Unterstützung durch den Ausbildungskonsens für diesen Prozess notwendig ist, haben die Partner vereinbart, eine möglichst einheitliche Datenlage auf der Ebene der einzelnen Gebietskörperschaften aufzubereiten. Ebenso wird eine gemeinsame schriftliche Empfehlung zum Grundverständnis der Kooperation zwischen den Kommunalen Koordinierungen und den regionalen Ausbildungskonsensen entwickelt.

Ein Angebot im Übergangssystem ist die Produktionsschule.NRW. Wesentliches Merkmal der Produktionsschule.NRW ist, dass sie in betriebsähnlichen Strukturen (beim Träger) durchgeführt wird. Sie zielt im Rahmen ihrer pädagogischen Methode auf marktorientierte Produktion bzw. Dienstleistung im Kundenauftrag ab, um hierauf aufbauend Lernprozesse zu initiieren. Arbeiten und Lernen finden dabei inhaltlich zusammenhängend und pädagogisch gestaltet statt. Der arbeitspolitische Mehrwert besteht in der Verbindung von Arbeiten und Lernen in echten betriebsförmigen Wertschöpfungs- und Dienstleistungsprozessen, d.h. „echter“/unmittelbarer Kontakt zu Kunden!

Handlungsfeld 3: Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung

Zum Thema „Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung“ werden mittlerweile in allen 53 Gebietskörperschaften Aktivitäten entwickelt, die jedoch in der Ausprägung sehr unterschiedlich erfolgen. Diverse Medienaktivitäten, Dialogveranstaltungen im Rahmen Wirtschaft/Schule, Diskussionsrunden der Kammern mit Arbeitgebern und Innungen sowie das Landesprojekt der Ausbildungsbotschafter sind Beispiele der kommunalen und regionalen Aktivitäten. Die Kommunalen Koordinierungsstellen entwickeln mit den Partnern Ansätze, die Aktivitäten lokal miteinander zu verzahnen und abzustimmen. Der wichtigste Partner, um das Thema Attraktivität und Qualität in den einzelnen Gebietskörperschaften gut zu verankern und voranzubringen, ist die Wirtschaft selbst.

Kampagne duale Ausbildung

Im Rahmen der Medienaktivitäten wurde durch das MAIS NRW die Kampagne zur dualen Ausbildung „In drei Jahren Weltklasse“ entwickelt. Finanziert wird die Ausbildungskampagne seitens des MAIS mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 750.000 Euro und einer finanziellen Beteiligung der Industrie- und Handelskammer NRW in Höhe von 100.000 Euro.
 
An 600 Stellen in NRW werden Großflächenplakate aufgestellt. Auf den verschiedenen Bildern sind „echte“ Auszubildende in ungewöhnlicher, aber realer Arbeitsumgebung zu sehen. Mit dieser Aktion sollen Jugendliche, Eltern und Unternehmen gleichermaßen angesprochen werden.

Unter www.weltklasse-aus-NRW.de gibt es die „Geschichten“ der Auszubildenden, der Eltern und Unternehmen dazu und viele Informationen zum Thema duale Ausbildung. Ergänzend dazu bietet Facebook die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen.
 
Ziel der Kampagne ist, in der breiten Öffentlichkeit das Image der beruflichen Ausbildung in Nordrhein-Westfalen zu verbessern und die vielfältigen Chancen beruflicher Ausbildung aufzuzeigen. In vielen Kommunalen Koordinierungsstellen wird die Kampagne mit eigenen Aktivitäten verknüpft.

Ausbildungsbotschafter

Was macht eigentlich ein Feinwerkmechaniker genau? Oder eine Kauffrau für Marketingkommunikation? Gut gelernt ist halb gewonnen, denken sich die Ausbildungsbotschafter/innen und tragen die Begeisterung für ihre Berufe an die Schulen.

Seit Anfang des Jahres 2015 wird das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ von den Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern, bei dem Auszubildende in allgemein bildende Schulen gehen und den Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihre Ausbildung geben, in Nordrhein-Westfalen umgesetzt.
 
Als authentische Vorbilder stehen die Ausbildungsbotschafter/innen Rede und Antwort – an Realschulen, Berufskollegs, Gesamtschulen, Hauptschulen, Gymnasien und auf Bildungsmessen. Über 500 Auszubildende konnten bereits gewonnen werden und haben in 172 Schuleinsätzen mehr als 4.500 Schülern und Schülerinnen aus dem Alltag ihres Ausbildungsberufs berichtet. Im Vorfeld ihres Einsatzes werden die Auszubildenden zu den Themen duale Ausbildung, Karrieremöglichkeiten, Rhetorik und Präsentationstechniken von den Koordinator/innen der Kammern geschult und so optimal auf ihren Einsatz vorbereitet.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler sind von den praxisnahen Berichten der Botschafter begeistert und nutzen das Angebot, sich auf Augenhöhe mit Gleichaltrigen über die duale Ausbildung zu unterhalten. Auch die Lehrkräfte finden das Projekt gut und wollen im beginnenden Schuljahr wieder Ausbildungsbotschafter/innen die Möglichkeit geben, in den Klassen über ihren Weg in die Ausbildung zu berichten. Die Unternehmen in NRW zeigen sich ebenso von dem Konzept überzeugt und entsenden gerne ihre Auszubildenden in die Schulen.
 
Die gute Zusammenarbeit mit den Kommunalen Koordinierungsstellen trägt auch zum Erfolg des Projektes bei. Erfahrungen zeigen, dass es bei der Bewerbung des Projektes sinnvoll ist, auf die vorhandenen Netzwerke der Kommunalen Koordinierungsstellen zurückgreifen zu können. Beispielsweise ist die Teilnahme der regionalen Koordinator/innen bei Treffen mit Studien- und Berufswahlkoordinator/innen wichtig, um Multiplikator/innen über das Projekt direkt zu informieren und Kontakte zu Schulen aufzubauen.

Handlungsfeld 4: Kommunale Koordinierung

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ wird in den 53 Gebietskörperschaften kommunal koordiniert. Hierzu wurden in allen Kommunen „Kommunale Koordinierungsstellen“ eingerichtet. Diese sind das zentrales Element für die erfolgreiche Umsetzung von KAoA, da nur vor Ort die umfangreichen Reformaufgaben umgesetzt werden und die Vernetzung aller Akteure vor Ort gelingen kann. Ziel ist die Bildung einer „lokalen Verantwortungsgemeinschaft“ mit der Kommunalen Koordinierungsstellen als „Motor“.

Die Aufgaben dieser Koordinierungsstellen erstrecken sich auf die Ansprache und Zusammenführung aller relevanten Partner, die Klärung von Zuständigkeiten und Rollen, das Initiieren von Absprachen und Zielsetzungen, die Herleitung von Vereinbarungen zwischen den Partnern sowie die Qualitätssicherung und Evaluierung auf lokaler Ebene. Die Kommunalen Koordinierungsstellen haben keine originäre Zuständigkeit für die operative Umsetzung einzelner Elemente von „Kein Abschluss ohne Anschluss“, sondern koordinieren die lokalen Partner. Auch bleiben alle Partner vor Ort in ihren rechtlichen und funktionalen Zuständigkeiten.

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ – Finanzierung im partnerschaftlichen Verbund

Es ist gelungen, die Finanzierung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ gemeinsam durch das Land NRW, den Europäischen Sozialfonds (ESF), die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit NRW (RD NRW) und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sicher zu stellen. Auch die Gruppe der schwerbehinderten Schülerinnen und Schüler in STAR wird zusammen durch das Land NRW, die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit NRW (RD NRW) und den Landschaftsverbänden in NRW finanziert.

Die Kommunalen Koordinierungsstellen (KoKos) werden zu 50 Prozent durch das Land NRW und den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Kommunen finanziert. Die Kommunalen Koordinierungsstellen können mit bis zu vier Stellen ausgestattet werden und größere Kommunen in Staffelung zu den Einwohnerzahlen bis zu zwei weiteren Stellen durch das Land kofinanziert (mit mehr als 400.000 und mit bis zu 500.000 Einwohnern eine Stelle – gilt für Kreis Mettmann, Kreis Steinfurt, Kreis Wesel, Märkischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Stadt Duisburg und mit mehr als 500.000 Einwohnern zwei weitere Stellen – gilt für Kreis Recklinghausen, Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Düsseldorf, Stadt Dortmund, Stadt Essen, Stadt Köln, StädteRegion Aachen).

Entwicklung und Wirkung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“

Die Umsetzung des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ist eine große Aufgabe, die tief in bestehende Systeme wie die Schule und über Praxisphasen in Betriebe eingreift. Wir haben viel erreicht! So ist KAoA mit Beginn des kommenden Schuljahres flächendeckendend eingeführt und wird in ganz NRW kommunal koordiniert.
 
Alle Akteure – auf Landes- wie kommunaler und auch auf politischer Ebene – sind von der Richtigkeit dieses Vorhabens überzeugt und flankieren die Umsetzung. So nutzen viele Schulen die Chance, das systematisch aufeinander aufbauende System umzusetzen, die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sind positiv. In keinem anderen Bundesland werden so viele Schülerinnen und Schüler durch ein Landesvorhaben in der Berufsorientierung unterstützt.
 
Es ist dem Land NRW gelungen, die Finanzierung mit dem Bund, der RD NRW und auch den Landschaftsverbänden erfolgreich zu verknüpfen und so KAoA für eine lange Zeit sicher zu gestalten.
 
Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ erwartet das Land NRW eine verbesserte Berufs- und Studienorientierung der Schülerinnen und Schüler. „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wird nur dann erfolgreich sein, wenn ausreichende und passende Anschlussmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler nach dem Schulabschluss bereitstehen.
 
Eine wichtige Anschlussmöglichkeit, für die sich das Land NRW und die Partner im Ausbildungskonsens NRW stark machen, ist die duale Ausbildung. Daher wurde sich schon im Mai 2015 gemeinschaftlich im Spitzengespräch Ausbildungskonsens auf „Handlungspläne“ verständigt, um die Lage auf dem Ausbildungsmarkt aus den Regionen heraus zu verbessern und mehr Ausbildungsstellen bereit zu stellen.
 
Der Ausbildungsmarkt in NRW ist nach wie vor unausgeglichen. Das gemeinschaftliche Ziel ist es, dass es für jeden jungen Menschen eine konkrete Anschlussperspektive in Ausbildung oder Studium gibt.
 
Dass diese Rechnung aufgeht, und wir sagen können „Ja! – ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ wirkt!“, zeigen erste Entwicklungen in den Referenzkommunen:

  • So konnte die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in NRW am 31.12.2015 gegenüber dem Vorjahr um 537 zusätzliche Ausbildungsverträge gesteigert werden. Die Bemühungen der Ausbildungskonsenspartner zur Steigerung der gemeldeten Stellen haben also bis zum Jahresende 2015 erste Wirkung entfaltet. Allein auf die sieben Referenzkommunen entfallen davon mehr als die Hälfte (rund 54 Prozent, 288 Stellen) der zusätzlichen Ausbildungsverträge in NRW.
  • Betrachtet man die Entwicklung der unversorgten Bewerber in den Referenzkommunen, so zeigt sich, dass deren Anzahl (um 83) gesunken ist, während die Zahl der Unversorgten in NRW zwischen September 2014 und 2015 um 127 anstieg.
  • Auch bei der Entwicklung der Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen schneiden die Referenzkommunen gut ab: Hier war nur eine Steigerung von rund 6,5 Prozent zu verzeichnen. In NRW insgesamt wurde jedoch eine Steigerung unbesetzter Ausbildungsstellen um rund 14 Prozent (auf rd. 6.000) im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. 

Die Referenzkommunen zeigen im Schnitt eine positivere Entwicklung hinsichtlich

  • der Steigerung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge (zum 31.12.2015) und
  • der Minderung der unversorgten Bewerber sowie
  • der Reduzierung unbesetzter Ausbildungsstellen

als der Vergleich mit dem landesweiten Durchschnitt von NRW.

Fazit

Diese positiven Tendenzen können als Indiz gelten, dass sich die Anstrengungen auf allen Ebenen zur Umsetzung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ lohnen!
Und diese Tendenzen sind der Anfang, da in 2015 zunächst nur 27.000 Schulabgängerinnen und -abgänger in den Referenzkommunen KAoA komplett von der achten bis zur zehnten Klasse durchlaufen haben. In allen weiteren Gebietskörperschaften werden künftig jährlich 175.000 weitere Schulabgängerinnen und -abgänger folgen.
 
Die Entwicklungen in den Referenzkommunen müssen für uns alle Ansporn sein, weiterzumachen und einen langen Atem zu haben. Denn die erforderlichen Strukturen und Prozesse nicht nur aufzubauen, sondern auch fortzuführen, damit sie für die jungen Menschen und für die Unternehmen und Betriebe in unserem Land Wirkung entfalten, erfordert Zeit und Geduld!
 
„Kein Abschluss ohne Anschluss“ entwickelt sich als lernendes System, welches sich durch den quantitativen stufenweisen Aufwuchs und neue Herausforderungen wie z.B. den Zuwachs an jungen Geflüchteten anpasst. Es gibt noch Baustellen wie die zu steigernde Zahl an Ausbildungsverträgen und das zu gestaltende Übergangsmanagement.
 
Aber schon jetzt ist „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ein Erfolg – und zwar ein gemeinsamer Erfolg der Landesregierung und aller Partner im Ausbildungskonsens NRW.

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