Sylvia Löhrmann

Porträtfoto Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung

Sylvia Löhrmann

Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin

Sylvia Löhrmann wurde am 1. März 1957 in Essen geboren. Sie ist seit dem 15. Juli 2010 Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Erfahren Sie hier mehr über den Menschen Sylvia Löhrmann und ihre Politik.

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Sylvia Löhrmann hält eine Rede vor den Vereinten Nationen. Konferenzsprache Englisch. Die Delegierten aus aller Welt hören mit konzentrierten Mienen zu. Auf ihren Tischen weisen Schilder die Heimatländer aus: Afghanistan, USA oder Russland. Die Schulministerin spricht darüber, wie notwendig es für ein friedliches Miteinander sei, unterschiedliche Inte­ressen aller Beteiligten sorgfältig und sensibel abzuwägen. „Das erinnert mich an meine Arbeit als Ministerin“, lächelt sie, und die Delegierten lächeln auch.

Die Gymnasiasten, die im Dortmunder Rathaus „Model United Nations“ spielen, sich also in die Organisation der UN hineinversetzen, nehmen ihre Sache sehr ernst. In Kostümen und Anzügen sehen sie ziemlich erwachsen aus und halten Reden in fließendem Englisch. „Schon toll“, sagt Sylvia Löhrmann, als die Schülerinnen und Schüler in die Kaffeepause strömen. Es sind gute Schülerinnen und Schüler aus guten Schulen.

Sylvia Löhrmann wünscht sich gute Schulen und ein hohes Bildungsniveau für alle Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen. Deshalb ist die frühere Lehrerin für Englisch und Deutsch Ministerin für Schule und Weiterbildung geworden. Sie will Bildungsgerechtigkeit in NRW durchsetzen, auch durch längeres gemeinsames Lernen an Sekundar­schulen.

Man täuscht sich allerdings, wenn man die Entschiedenheit und Durchsetzungsstärke der Ministerin für ihren politischen Stil halten wollte. „Es ist besser, behutsam vorzugehen, als Menschen zu überfordern.“ Natürlich wäre es ihr am liebsten, sagt Sylvia Löhrmann und lacht, dass alle immer richtig fänden, was sie tue. Doch erstens ist das nicht die Regel. Zweitens schätzt die Grünen-Politikerin die Herausforderung zu diskutieren und mit Argumenten zu überzeugen. Und drittens führt sie gern Menschen zusammen.

Schule hat in Sylvia Löhrmanns Leben immer eine besondere Bedeutung eingenommen, schon in der Kindheit. Im Unterschied zu vielen anderen Kindern mochte sie ihre Schule, sehr sogar. Als die Familie von Essen-Bergeborbeck nach Witten umzog, setzte sie als Dreizehnjährige durch, dass sie an ihrem katholischen Mädchengymnasium bleiben durfte. Fünf Jahre lang fuhr sie vier Stunden am Tag Zug. Für die Schule und für die vertraute Umgebung, an der sie hing.

In Essen-Bergeborbeck lebt die Familie in einer Küster­wohnung in der Nähe der Zinkhütte, eine eher herbe Um­gebung. Der Vater verdient als kaufmännischer An­gestellter nicht viel, die Mutter hat ihren Beruf als technische Zeichnerin aufgegeben, um sich ganz der Familie zu widmen. Die Küsterwohnung kostet wenig Miete, und hinter der Kirche bestellt der Vater ein kleines Stück Garten. Die Zinkhütte rußt. „Je nachdem, wie der Wind stand, hatten wir schwarze Stippen auf der Wäsche.“ In Hörweite liegt das Georg-Melches-Stadion, und Sylvia Löhrmann, geboren 1957, geht mit dem älteren Bruder zu Spielen von Rot-Weiß Essen. Es ist die Zeit großer Namen wie Willi „Ente“ Lippens.

Die Eltern, konservativ, streng gläubig, wählen die von Nonnen geführte Schule „Beatae Mariae Virginis“ für die zwei Mädchen aus. Sie ahnen nicht, dass ihre Tochter Sylvia dort eine frühe politische Prägung erfahren wird. Der Religions­lehrer wirft im Unterricht die Frage auf, ob der Schnelle Brüter im Sinne der Schöpfung sei. „Das habe ich nie vergessen. Zum ersten Mal wurde ich mit Atomkraft konfrontiert.“ Auch der Umstand, dass Sylvia Löhrmann unter Mädchen lernt und sich ohne die Konkurrenz zu Jungen gezielt gefördert fühlt, hinterlässt politische Spuren. Sie führen später in die Frauen­bewegung.

Nach dem Abitur studiert Sylvia Löhrmann Englisch und Deutsch auf Lehramt, macht ihr Referendariat in Duisburg und wird Lehrerin an der Städtischen Gesamtschule Solingen. Dort findet sie, längst im Protest gegen Atomkraft und im Kampf für mehr Frauenrechte engagiert, schnell zu den Grünen. Und die Grünen setzen schnell große Erwartungen in die junge Lehrerin. Sie wird Ratsmitglied und Fraktionssprecherin in Solingen. 1995 zieht sie in den Landtag ein, und wieder geht alles schnell: Parlamentarische Geschäftsführerin, Fraktions­sprecherin, Fraktionsvorsitzende. 2010 dann Spitzen­kandidatin bei der Landtagswahl, ­Ministerin für Schule und Weiterbildung und Stellvertretende Minister­präsidentin. Sylvia Löhrmann ist in Solingen heimisch geworden, auch wenn sie sich als echtes Kind des Ruhrgebiets beschreibt und von den Kathedralen der Industriekultur ebenso heftig schwärmt wie vom Theater. „Claus Peymann in Bochum – das war eine großartige Zeit.“ Die Theaterbesuche sind etwas seltener geworden, auch zum Kochen kommen Sylvia Löhrmann und ihr Lebensgefährte nicht mehr so oft wie früher. Wenn, dann aber mit Leidenschaft. „Ich kann aus allem, was gerade da ist, eine gute Nudelsauce bewerkstelligen. Mein Mann hat sich auf Salate spezialisiert.“ Den Verlust an Freizeit durch die Aufgaben als Ministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin wiegen für Sylvia Löhrmann die Ergebnisse auf. „Politik beinhaltet ja auch die Freude am Gelingen. Und über alle Fortschritte, die wir bei der Schulentwicklung machen, freue ich mich riesig.“ 

Lebenslauf Sylvia Löhrmann

Sylvia Löhrmann

Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Schule und Weiterbildung

Ausbildung

  • 1975 Abitur am katholischen Mädchengymnasium Beatae Mariae Virgines (BMV)
  • 1975 bis 1981 Studium an der Ruhr-Universität Bochum, Lehramt Sekundarstufe I und II, Fächer: Englisch und Deutsch

Politischer und beruflicher Werdegang

  • 1982 bis 1984 Referendariat an verschiedenen Duisburger Schulen
  • 1984 bis 1995 Lehrerin an der Städtischen Gesamtschule Solingen, Vorsitzende des LehrerInnenrates, Mitglied der erweiterten Schulleitung, Mitarbeit in der regionalen Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA) Solingen, Konzeptentwicklung und Beratungsarbeit
  • Seit 1985 Mitglied der Grünen, Vorstandsarbeit
  • 1989 und 1994 Spitzenkandidatin der Grünen zur Kommunalwahl in Solingen
  • 1989 bis 1998 Ratsmitglied und Fraktionssprecherin in Solingen
  • 1994 bis 1995 Fachberaterin für Gleichstellungsangelegenheiten bei der Bezirksregierung Düsseldorf, Erarbeitung eines Frauenförderplans, Vernetzungsarbeit zur Mädchenförderung
  • Seit 1995 Landtagsabgeordnete
  • 1998 bis 1999 Parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion
  • Seit 1999 Fraktionssprecherin der Landtagsfraktion
  • 2000 bis 2005 Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin
  • 2000 und 2005 Wiederwahl in den Landtag NRW
  • 2005 bis 2010 Fraktionsvorsitzende und europapolitische Sprecherin
  • Mai 2008 Einstimmige Wiederwahl zur Fraktionsvorsitzenden; Mitglied im Hauptausschuss, im Ältestenrat und im Ausschuss für Schule und Weiterbildung; Stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe
  • November 2009 Wahl zur Spitzenkandidatin für Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl in NRW am 9. Mai 2010
  • Mai 2010 Wiederwahl in den Landtag NRW
  • Seit dem 15. Juli 2010 Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Stellvertretende Ministerpräsidentin

 

Interview: "Das Ziel ist die beste Bildung für alle. Das gilt für Leon und Karoline genauso wie für Ayse und Mehmet."

Wie würden Sie NRW in einem knappen Satz beschreiben?
Nordrhein-Westfalen ist bunt und lebendig – Vielfalt ist Trumpf.

Welchen Ort im Land mögen Sie am liebsten?
Das Tal der Wupper – mit vielen Spazier- und Wanderwegen im Müngstener Brückenpark.

Was sollte man in NRW auf keinen Fall verpassen?
Das Museum Folkwang in Essen – ein absolutes Muss für jeden Kunstliebhaber.

Welche regionale Spezialität können Sie empfehlen?
Die mehr als reichhaltige Bergische Kaffeetafel, weil sie ein Zeichen für die herzliche Gastfreundschaft der Menschen ist.

Welches politische Projekt für NRW liegt Ihnen am meisten am Herzen?
Die Sekundarschulen. Wir wollen durch längeres gemeinsames Lernen für mehr Chancengerechtigkeit und bessere Leistungen sorgen.

Transparenzerklärung

Erklärung gemäß § 16 Satz 1 des Gesetzes zur Verbesserung der Korruptionsbekämpfung und zur Errichtung und Führung eines Vergaberegisters in NordrheinWestfalen (Korruptionsbekämpfungsgesetz - KorruptionsbG)

Stand: 30. Juni 2016

Nr. Organisation Funktion
Ausgeübter Beruf
(§ 16 Satz 1 Nr. 1 KorruptionsbG)
1.1 Land NRW  Ministerin für Schule und Weiterbildung; Stellvertreterin der Ministerpräsidentin
Beraterverträge
(§ 16 Satz 1 Nr. 1 KorruptionsbG)
1.2 ./. ./.
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 des Aktiengesetzes
(§ 16 Satz 1 Nr. 2 KorruptionsbG)
2.1 ./. ./.
Mitgliedschaft in Organen von verselbständigten Aufgabenbereichen in öffentlichrechtlicher oder privatrechtlicher Form der in § 1 Abs. 1 und Abs. 2 des Landesorganisationsgesetzes genannten Behörden und Einrichtungen
(§ 16 Satz 1 Nr. 3 KorruptionsbG)
3.1 ./. ./.
Mitgliedschaft in Organen sonstiger privatrechtlicher Unternehmen
(§ 16 Satz 1 Nr. 4 KorruptionsbG)
4.1 ./. ./.
Funktionen in Vereinen und vergleichbaren Gremien
(§ 16 Satz 1 Nr. 5 KorruptionsbG)
5.1 Deutschlandradio Mitglied des Hörfunkrats
5.2 Stiftung des Bistums Essen „Hilfreich, edel und gut“ Mitglied des Kuratoriums
5.3 Stiftung Lesen  Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums
5.4 Stiftung Jugend forscht e.V.  Mitglied des Kuratoriums
5.5 Verein buddy e.V. Mitglied des Kuratoriums
5.6 Zentralkomitee der deutschen Katholiken Mitglied
5.7 EU-Ministerrat Bildung, Jugend, Kultur und Sport für den Bereich Bildung Beauftragte des Bundesrates

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