Ralf Jäger

Porträtfoto Ralf Jäger, Minister für Inneres und Kommunales

Ralf Jäger

Minister für Inneres und Kommunales

Ralf Jäger wurde am 25. März 1961 in Duisburg geboren. Er ist seit dem 15. Juli 2010 Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen. Erfahren Sie hier mehr über den Menschen Ralf Jäger und seine Politik.

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Wenn mehrere hundert Jugendliche in einem Saal sitzen, herrscht wenig Ruhe. An diesem Morgen in Köln sind es fast nur Jungen, manche tragen verwegene Frisuren, andere ein lässig angedeutetes Lächeln. Sie werden gleich Bilder von jungen Unfallopfern sehen. Die Berufsschüler wissen, dass die Bilder authentisch sind, ihre Lehrer haben sie auf den „Crash Kurs NRW“ vorbereitet. Trotzdem johlen und pfeifen viele, vielleicht um sich selbst zu beweisen, dass sie cool bleiben werden.

Als der Innenminister die Jugendlichen von der Bühne aus begrüßt, wird es nicht wesentlich ruhiger. Ralf Jäger, Vater von drei Kindern, spricht leiser, und das funktioniert. Die Schüler werden aufmerksam. „Wir wollen Sie nachdenklich machen, weil wir uns Sorgen um Sie machen“, sagt der Minister und begründet, warum er das Projekt für so wichtig hält. Weil die Statistik lautet: 600 Verkehrstote in NRW in einem Jahr – jeder fünfte ein junger Mensch. Die drei Hauptursachen: Alkohol am Steuer, zu hohe Geschwindigkeit, Fahren ohne Gurt.

Der „Crash Kurs NRW“ ist sehr emotional. Sehr direkt. Mehr noch als die Bilder der jungen Opfer rühren deren Geschichten die Zuschauer an. Notärzte schildern auf der Bühne, wie verzweifelt sie versuchen, Leben zu retten. Feuerwehrmänner berichten, wie sie Tote aus Wracks schneiden. Die Jugendlichen in Köln sind still geworden. Der Innen­minister­ ­hält die Kampagne gerade wegen ihrer harten Realität für richtig. Dass besonders viele junge Menschen auf den Straßen sterben, treibt ihn um. „Wie viele zu schnell unterwegs sind und ohne Gurt fahren, das glaubt man einfach nicht.“ Er setzt auf Prävention. Das gilt auch für auffällige Kinder und Jugendliche.

Ralf Jäger ist überzeugt, dass viele noch die Kurve kriegen könnten, wenn sie früher pädagogisch betreut würden. Genau das macht die bundesweit einmalige Initiative „Kurve Kriegen“. Dabei arbeiten Polizei und Kommunen Hand in Hand. Hierfür erfährt Jäger viel Zustimmung vor Ort. „Wenn wir in Vorbeugung investieren, schützen wir nicht nur die Menschen und bewahren junge Leute vor einem Abgleiten in die Kriminalität. Wir senken auch langfristig die sozialen Reparaturkosten.“

Mit direkten und klaren Worten macht Ralf Jäger deutlich, dass er weiß, wie diese Kids ticken und wie man das Problem richtig anpackt. Wer selbst eine Kindheit in kleinen Verhältnissen verbracht hat, ist sensibilisiert für Umstände, unter denen Jugendliche leicht abrutschen können.

Ralf Jäger wächst im Schatten der Duisburger Hochöfen auf. Der Vater stirbt früh, die Mutter sorgt allein für vier Kinder. Sie betreibt eine Kneipe in Meiderich. „Da kamen die Stahlkocher nach Feierabend und tranken ihr Bier.“ 1961 geboren, besucht er als Einziger in der Familie das Gymnasium. Nach der Schule: Fußball und der Mutter helfen. Die Kneipe wird für Ralf Jäger zu einer Art Brennglas, unter dem er beobachtet, wie sein Stadtteil sich durch den Rückzug der Stahlindustrie verändert. Mit den Arbeitsplätzen schwindet der soziale Austausch, auch in der Kneipe. Die einstigen Gastarbeiter bleiben in Duisburg – und zunehmend unter sich. Weil kaum jemand von Integration überhaupt gehört hat, entwickeln sich parallele Welten.

Das hat Ralf Jäger geprägt, um sich aber politisch zu engagieren, gab es Anfang der 80er Jahre den Auslöser. „Als Helmut Kohl die geistig-moralische Wende ausrief, habe ich vor lauter Ärger noch abends bei der SPD angerufen.“ Dort meldet sich zwar nur der Anrufbeantworter, aber Ralf Jäger tritt wenig später in die SPD ein. Nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandels­kauf­mann arbeitet er als Fachreferent und studiert gleichzeitig Pädagogik. 1989 wird er in den Rat der Stadt Duisburg gewählt. Kommunalpolitik ist ihm wichtig. Deswegen setzt er sich auch für die Demokratie vor Ort und solide Kommunal­finanzen ein, als er 2000 in den Landtag gewählt wird. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD übernimmt er die Bereiche Inneres und Kommunales, für die er später zum Minister berufen wird.

Keine zehn Tage ist Ralf Jäger im Amt, als sich die Katastrophe auf der Loveparade ereignet. „Mein erster Gedanke war: Das kann doch nicht in Deutschland passiert sein.“ Es ist passiert, in Duisburg, in seiner Stadt. Es ist ein Schock für Ralf Jäger, aber als Minister ist er gefordert.

Er spricht mit Angehörigen der 21 Toten und mit Verletzten. Er warnt vor schnellen Schuldzuweisungen und leitet die Aufklärungsarbeit ein. Die Tragödie erlebt Ralf Jäger als harte Bewährungsprobe, vor allem die Gespräche mit den Angehörigen brennen sich ein. „Das geht nahe.“ Auch wenn ihm manche die hohen Auflagen für Großveranstaltungen als zu bürokratisch vorhalten: „Sicherheit geht vor.“

Lebenslauf Ralf Jäger

Ralf Jäger

Minister für Inneres und Kommunales

geboren am 25. März 1961 in Duisburg, verheiratet, drei Kinder

Ausbildung

  • 1981: Abitur
  • 1983 bis 1985: Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann
  • 1995 bis 2000: Studium der Pädagogik

Politischer und beruflicher Werdegang

  • 1985 bis 2000. Tätigkeit als Fachreferent
  • 1989 bis 2000:  Mitglied des Rates der Stadt Duisburg, dort stellv. Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion
  • Seit 2000: Abgeordneter des Landtags Nordrhein-Westfalen
  • April 2004: Kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion
  • 2004: Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, in dieser Funktion zuständig für die Bereiche Innen-, Rechts- und Kommunalpolitik
  • Seit dem 15. Juli 2010: Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen
Interview: "Wir werden alles dafür tun, die Bevölkerung vor möglichen Gefahren zu schützen."

Wie würden Sie NRW in einem knappen Satz beschreiben?
Ehrlich, offen, bodenständig. So sind die Menschen hier.

Welchen Ort im Land mögen Sie am liebsten?
NRW hat so viele markante und schöne Orte, dass ich mich unmöglich auf einen beschränken möchte.

Was sollte man in NRW auf keinen Fall verpassen?
Den Landschaftspark Nord in Duisburg.

Welche regionale Spezialität können Sie empfehlen?
Spargel vom Niederrhein. Frisch geerntet einfach köstlich.

Welches politische Projekt für NRW liegt Ihnen am meisten am Herzen?

  • Präventiv arbeiten, statt reparieren
  • Stärkungspakt für Städte und Gemeinden in NRW
  • Mehr Demokratie wagen – 2.0
Transparenzerklärung

Erklärung gemäß § 16 Satz 1 des Gesetzes zur Verbesserung der Korruptionsbekämpfung und zur Errichtung und Führung eines Vergaberegisters in NordrheinWestfalen (Korruptionsbekämpfungsgesetz - KorruptionsbG)

Stand: 30. Juni 2016

Nr. Organisation Funktion
Ausgeübter Beruf
(§ 16 Satz 1 Nr. 1 KorruptionsbG)
1.1 Land NRW  Minister für Inneres und Kommunales
Beraterverträge
(§ 16 Satz 1 Nr. 1 KorruptionsbG)
1.2 ./. ./.
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 des Aktiengesetzes
(§ 16 Satz 1 Nr. 2 KorruptionsbG)
2.1 ./. ./.
Mitgliedschaft in Organen von verselbständigten Aufgabenbereichen in öffentlichrechtlicher oder privatrechtlicher Form der in § 1 Abs. 1 und Abs. 2 des Landesorganisationsgesetzes genannten Behörden und Einrichtungen
(§ 16 Satz 1 Nr. 3 KorruptionsbG)
3.1 ./. ./.
Mitgliedschaft in Organen sonstiger privatrechtlicher Unternehmen
(§ 16 Satz 1 Nr. 4 KorruptionsbG)
4.1 ./. ./.
Funktionen in Vereinen und vergleichbaren Gremien
(§ 16 Satz 1 Nr. 5 KorruptionsbG)
5.1 Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention Mitglied des Kuratoriums

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