Zahl der Verkehrstoten so niedrig wie nie zuvor

17. Februar 2009

Zahl der Verkehrstoten so niedrig wie nie zuvor / Minister Dr. Ingo Wolf: „Jeder Unfall ohne Sicherheitsgurt ist ein tödliches Risiko - 72 Menschen könnten noch leben“

Die Zahl der Verkehrstoten auf nordrhein-westfälischen Straßen hat im vergangenen Jahr einen historischen Tiefststand erreicht. 687 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben und damit 6,2 Prozent oder 45 weniger als im Vorjahr. Außerdem gab es weniger Verletzte und weniger Unfälle.

Das Innenministerium teilt mit:

Die Zahl der Verkehrstoten auf nordrhein-westfälischen Straßen hat im vergangenen Jahr einen historischen Tiefststand erreicht. 687 Men­schen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben und damit 6,2 Prozent oder 45 weniger als im Vorjahr. Außerdem gab es weniger Verletzte und weniger Unfälle. „Diese gute Entwicklung ist für uns Ansporn, die Stra­ßen noch sicherer zu machen, damit weniger Menschen im Verkehr sterben oder verletzt werden“, sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (17. Februar 2009) in Düsseldorf bei der Vorstellung der Verkehrsunfall­zahlen 2008.

„Unsere Strategien gegen die Hauptursachen von tödlichen Unfällen wie überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen am Steuer sowie Nichtanschnallen wirken“, betonte Wolf. Setzt man die Zahl der Ver­kehrstoten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so belegt Nordrhein-Westfalen deutschlandweit Platz 1 mit den wenigsten Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner unter den Flächenländern. „Wir haben das dich­teste, aber auch sicherste Straßennetz in Deutschland“, betonte der Mi­nister.

Weniger Verletzte und weniger Unfälle

Die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen ging um fast sechs Prozent auf insgesamt 79.757 zurück. Dies sind rund 5.000 weniger als 2008. Die Tendenz der vergangenen Jahre setzte sich damit fort. Die Polizei registrierte insgesamt 558.500 Verkehrsunfälle – von der Parkplatz­schramme bis zum Unfall mit mehreren Toten. Die Gesamtzahl der Un­fälle sank um 2,4 Prozent oder 13.894 Unfälle.

Weniger Verkehrstote bei den Motorradfahrern

Die Zahl der Motorradunfälle nahm um 11,5 Prozent ab, weniger Biker wurden getötet oder verletzt. Bei 4.956 Verkehrsunfällen starben 102 Motorradfahrer oder deren Beifahrer. Das sind 18,4 Prozent oder 23 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten ging um 11,8 Prozent von 4.896 auf 4.320 zurück. „Hier sehen wir erste Erfolge der Motorrad­kampagne, die die Polizei 2007 ins Leben gerufen hat, um dem riskan­ten Fahren entgegen zu wirken“, sagte Wolf. Sie beinhaltet intensive Kontrollen mit Videomotorrädern, aber auch den Einsatz der so ge­nannten Schockvideos. „Die Verkehrssicherheitsberater führen dem an­gehaltenen Biker, der einen Verkehrsverstoß begangen hat, Video-Clips mit realen Motorradunfällen vor, um die schrecklichen Folgen von Ver­kehrsverstößen deutlich zu machen“, erläuterte der Minister.

So wenig verunglückte Kinder wie nie zuvor

Bei den Kindern sank die Zahl der Verunglückten gegenüber 2007 um zehn Prozent auf die historisch niedrigste Zahl von 7.612. Davon star­ben 18 Kinder; das ist ein Kind mehr als 2007.

Zum Vergleich: Im Jahr 1970, dem Jahr mit den meisten Verkehrstoten, starben 652 Kinder bei Verkehrsunfällen. Das ist mehr als das 30fache. „Wir haben in den letzten 40 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Aber wir wollen noch besser werden und die schwächsten Verkehrsteilneh­mer noch wirksamer schützen“, betonte Wolf.

Begleitetes Fahren mit 17

Rund 77.000 junge Menschen nutzten im vergangenen Jahr das Ange­bot des seit Oktober 2005 laufenden Modellversuchs „Begleitetes Fah­ren mit 17“. Die Zahl der Verkehrsunfälle, die von den Teilnehmern ver­ursacht wurden, ist sehr niedrig. Sie ging im Jahr 2008 von 56 auf 33 zurück. „Für ein endgültiges Resümee ist es noch zu früh. Das Modell scheint aber erfolgreich zu sein. Deshalb bin ich froh, dass wir es in Nordrhein-Westfalen frühzeitig eingeführt haben“, erklärte der Innenmi­nister.

Junge Fahrer: Historisch wenig Verkehrstote

Nie zuvor seit 1970 wurden in einem Jahr weniger junge Fahrer getötet und verletzt als 2008. Die Zahl der 18- bis 24jährigen, die bei einem Unfall ums Leben kamen, sank um 16,9 Prozent auf 113 (2007: 136). Die Zahl der Verletzten ging um 980, das sind 6,5 Prozent weniger, auf 14.081 zurück. „Die Polizei kümmert sich weiter intensiv um diese Gruppe der noch unerfahrenen und oftmals risikofreudigen Verkehrsteil­nehmer“, betonte der Minister. „Die Verkehrssicherheitsberater gehen in Schulen oder Jugendeinrichtungen, um die jungen Fahrer aufzuklären, wie gefährlich überhöhte Geschwindigkeit oder Alkohol und Drogen am Steuer sowie das Fahren ohne Gurt ist.“

Lastkraftwagen: Weniger Verletzte, mehr Tote

Bei Verkehrsunfällen mit Lkw wurden im letzten Jahr mit 169 Verkehrs­toten fünf Menschen mehr getötet als 2007, das ist ein Zuwachs um 3,1 Prozent. Die Verletztenzahl sank um 7,5 Prozent auf 7.841. Die Ge­samtzahl der Unfälle mit Lkw ging um 2,6 Prozent auf 24.669 zurück.

Im Frühsommer des vergangenen Jahres gab es eine Serie von Unfäl­len, bei denen Lkw ungebremst auf das Ende eines Verkehrsstaus auf­fuhren. Ursachen solcher Stauendunfälle, bei denen es oft Tote und Verletzte gibt, sind Abstands- und Geschwindigkeitsverstöße sowie Übermüdung und Unaufmerksamkeit. Deshalb hat die nordrhein-westfä­lische Polizei die systematischen Großkontrollen von Lastwagen auf den Autobahnen verstärkt. „Lkw-Fahrer, die bei Tempo 90 Zeitung lesen, mit dem Handy am Ohr telefonieren oder sich während der Fahrt Kaffee kochen, handeln verantwortungslos und müssen mit Konsequenzen rechnen“, warnte Innenminister Wolf.

„Aber auch die Spediteure stehen in der Pflicht. Der Einbau technischer Hilfen wie Abstandswarn-, Notbrems- und Spurhaltesysteme schützt den eigenen Fahrer und die anderen Verkehrsteilnehmer.“ Die Europäi­sche Kommission schätzt, dass jährlich bis zu 2.500 Menschenleben gerettet werden könnten, wenn alle Nutzfahrzeuge solche Fahrerassis­tenzsysteme hätten.

Kampagne: ER hält alles – der Profi fährt mit Gurt

Auch in Zukunft kämpft die Polizei in Nordrhein-Westfalen schwer­punktmäßig besonders gegen folgenschwere Verkehrsunfälle. Beson­dere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr den Gurtverweigerern. „Der Sicherheitsgurt ist der Lebensretter Nummer 1. Wir werben deshalb energisch dafür, dass sich alle Fahrer und Mitfahrer anschnallen“, er­klärte Wolf. „Unsere Verkehrsexperten gehen davon aus, dass allein im vergangen Jahr 72 Menschen nicht gestorben wären, wenn sie sich an­geschnallt hätten. Das heißt: Jeder neunte aus der Verkehrstoten-Sta­tistik könnte noch leben.“

Anfang des Jahres startete die Polizei landesweit eine neue Kampagne unter dem Motto: „ER hält alles – der Profi fährt mit Gurt“. Neben ver­stärkten Kontrollen und konsequentem Ahnden von Gurtverstößen klärt sie über die dramatischen Folgen von fehlendem Sicherheitsgurt auf. Auch dabei setzen die Polizisten bei Kontrollen Schockvideos ein. Gurt­verweigerer können sehen, welche gravierende Auswirkung ihr Verhal­ten haben kann. Wolf: „Sie machen sich oft kein Bild von den gewaltigen Kräften, die bei einem Zusammenstoß frei werden.“ So ist auf den Clips zum Beispiel zu sehen, wie der Kopf eines Gurtverweigerers beim Unfall gegen die Windschutzscheibe prallt oder auch ein Beifahrer, der beim Unfall ohne Gurt im Auto umher geschleudert wird und dabei seine Mit­fahrer tötet. „Jeder Unfall schon mit niedriger Geschwindigkeit bedeutet ohne Sicherheitsgurt ein tödliches Risiko. Das muss wieder stärker in die Köpfe der Menschen“, forderte der Innenminister.

Die Grafiken finden Sie im Internet unter: http://www.polizei-nrw.de/im/Zahlen_und_Fakten/Verkehrsunfallstatistik/

 

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