Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tiefstand

8. Februar 2010

Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tiefstand - Weniger Verletzte – Minister Dr. Ingo Wolf: Straßen in Nordrhein-Westfalen sind sicherer geworden

Die Zahl der Verkehrstoten auf nordrhein-westfälischen Straßen hat im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht. "Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. „Die Straßen in Nordrhein-Westfalen sind sicherer geworden. Wir haben ein wichtiges Etappenziel erreicht", sagte dazu Minister Wolf.

Das Innenministerium teilt mit:

Die Zahl der Verkehrstoten auf nordrhein-westfälischen Straßen hat im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht. 621 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben und damit über 10 Prozent (- 73) weniger als im Vorjahr. Außerdem verringerte sich die Zahl der Verletzten um 1,7 Prozent auf 78.365 (- 1.400). Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. „Die Straßen in Nordrhein-Westfalen sind sicherer geworden. Wir haben ein wichtiges Etappenziel erreicht. Denn seit 2005 arbeitet unsere Polizei an der Vorgabe, bis 2015 die Zahl der Verkehrstoten in NRW zu halbieren. Das können wir schaffen“, sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (8. Februar 2010) in Düsseldorf bei der Vorstellung der Verkehrsunfallzahlen 2009.

„Unsere Strategien gegen die Hauptursachen von tödlichen Unfällen wie überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen am Steuer sowie Nichtanschnallen wirken“, betonte Wolf. Seit 2005 konnte die Zahl der Verkehrstoten um mehr als ein Viertel (- 246) und die der Verletzten um 5,5 Prozent (- 4.560) verringert werden. Setzt man die Zahl der Ver­kehrstoten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so belegt Nordrhein-Westfalen Platz 1 mit den wenigsten Verkehrstoten pro 1 Million Einwohner (35) unter den Flächenländern. „Wir haben das dichteste und am meisten befahrene,  aber auch das sicherste Straßennetz in Deutschland“, stellte der Minister fest.

Die Polizei registrierte insgesamt 560.243 Verkehrsunfälle – von der Parkplatzschramme bis zum Unfall mit mehreren Toten. Die Gesamtzahl der Unfälle blieb damit nahezu unverändert (+ 0,3 Prozent). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, sank im Ver­gleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent (- 1.241), seit 2005 sogar um 5,8 Prozent (- 3.845). Rund 89 Prozent (knapp 500.000) aller Unfälle hatten Blechschäden als Folge.

Weniger Verkehrstote bei Pkw-Insassen und den Motorradfahrern

In 2009 wurden 65 Pkw-Insassen (- 20,6 Prozent) weniger getötet. Das ist mit 258 Toten der niedrigste Wert seit 1953. Einen historischen Tiefstand erreichten auch die Motorradfahrer. Im vergangenen Jahr starben 12 Biker (- 12 Prozent) weniger als 2008. Das ist mit 90 Toten die niedrigste Zahl seit 1970.
Zwei Drittel der Krad-Unfälle ereigneten sich zwar innerorts, aber besonders gefährlich sind für Motorradfahrer die Landstraßen. Dort starb mehr als die Hälfte (58 Prozent). Häufigste Unfallursache ist zu schnelles Fahren, gefolgt von zu geringem Abstand und gefährlichen Überholmanövern. „Der deutliche Rückgang der Verletztenzahlen bei Pkw-Insassen ist auch ein Erfolg der Polizei. Sie hat mit ihrer Gurtkampagne im vergan­genen Jahr und dem Einsatz der Schockvideos vielen Gurtverweigerern und Rasern die Folgen ihres riskanten Handelns klar gemacht“, er­läuterte der Innenminister. „Mit ihren technisch sehr gut ausgestatteten Videomotorrädern hat die Polizei auch die Möglichkeit,  Motorradfahrer wirksam zu kontrollieren“.

So wenig verunglückte Kinder wie nie zuvor

Bei den Kindern sank erneut die Zahl der Verunglückten um 4 Prozent auf den historischen Tiefstand von 7.311. Insgesamt starben 15 Kinder; das sind drei weniger und damit so wenig wie nie zuvor seit 1953. Vor vierzig Jahren waren es 40-mal so viele.

Junge Fahrer: Historisch wenig Verkehrstote

Nie zuvor seit 1970 wurden in einem Jahr weniger junge Fahrer getötet als 2009. Die Zahl der 18- bis 24Jährigen, die bei einem Unfall ums Leben kamen, sank um 3,6 Prozent auf 110 (- 4). Die Zahl der Ver­letzten blieb mit 14.167 (+ 0,6 Prozent) nahezu unverändert. Seit 2005 verringerte sich die Zahl der im Straßenverkehr getöteten jungen Fahrer um mehr als ein Viertel und die der Verletzten um rund 4 Prozent. „Die Polizei kümmert sich weiter intensiv um diese Gruppe der noch un­erfahrenen und oftmals risikobereiten Verkehrsteilnehmer“, betonte der Minister. „Die Verkehrssicherheitsberater gehen in Schulen oder Jugendeinrichtungen, um die jungen Fahrer aufzuklären, wie gefährlich überhöhte Geschwindigkeit oder Alkohol und Drogen am Steuer sowie das Fahren ohne Gurt ist.“
Gemeinsam mit der Theatergruppe am Robert-Wetzlar Berufskolleg zeigte die Bonner Polizei beispielsweise heute in dem Bühnenstück „Wer zuerst da ist!“ sehr eindrucksvoll vor, welche Folgen Raserei hat. Die Aufführung basiert auf einem realen Unfallgeschehen. Die Schüler konnten anschließend mit einem der Opfer sprechen, dem ein Bein amputiert werden musste. „Mit solchen Initiativen, die die Polizei ge­meinsam mit engagierten Schülern und Lehrern ergreift, gelingt es, die jungen Menschen zu überzeugen, ohne dabei den Zeigefinger zu heben“, lobte Wolf.

Erfolgreiche Gurtkampagne: „ER hält alles – Der Profi fährt mit Gurt.“

Die Sicherheitsgurtkampagne „ER hält alles - Der Profi fährt mit Gurt.“ mit Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer hat im vergangenen Jahr ein beachtliches Ergebnis erzielt. Die Zahl der Verkehrstoten, die nachweis­lich nicht angeschnallt waren, sank um rund 20 Prozent auf 58. „Die Bilanz zeigt, dass es richtig ist, die Hauptursachen für tödliche Ver­kehrsunfälle durch Aufklärung und Verfolgung ins Visier zu nehmen.“

Anti-Raser-Kampagne: Komm gut an! Sieger rasen nicht!

Auch in Zukunft kämpft die Polizei in Nordrhein-Westfalen schwer­punktmäßig vor allem gegen folgenschwere Verkehrsunfälle. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr den Rasern. Zu schnelles Fahren ist die Ursache Nr. 1 für tödliche Verkehrsunfälle. Mehr als jeder dritte Ver­kehrstote auf nordrhein-westfälischen Straßen ist Opfer von zu hoher und nicht angepasster Geschwindigkeit. Im vergangenen Jahr waren das 226 von 621.

„Das wollen wir ändern und haben deshalb zu Beginn des Jahres die Anti-Raser-Kampagne „Komm gut an! Sieger rasen nicht!“ gestartet“, erklärte Innenminister Wolf. „Die Polizei wird landesweit in den nächsten Monaten verstärkt aufklären und kontrollieren.“ Die Kampagne wird von der Fecht-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Britta Heidemann unter­stützt. Sie wirbt auf Veranstaltungen und Flyern für Besonnenheit und Fairness im Straßenverkehr.

„Rasen bedeutet nicht nur mit 150 km/h über die Landstraße zu fahren. Rasen ist auch zu schnell an Schulen und Seniorenwohnheimen zu sein. Und wer mit 80 km/h bei Eis oder dichtem Nebel auf der Autobahn unterwegs ist, gefährdet sich und andere“, betonte Wolf. Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg. Dort wo man mit 30 km/h, beispielsweise an einem Kindergarten, bereits zum Stehen kommt, fängt man mit 50 km/h erst an zu bremsen. „Ein Aufprall mit 50 km/h auf ein stehendes Hindernis entspricht einem Sprung vom 10 Meterturm in eine leeres Schwimmbecken und mit 100 km/h einem Sprung aus 40 Metern Höhe vom Dach eines Hochhauses“, machte der Innenminister deutlich. Wolf: „Wir wollen, dass alle gut ankommen. Deshalb ist die Aufklärung so wichtig“.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die
Pressestelle des Innenministeriums, Telefon 0211 871-2300 oder -2301.

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