Zahl der Sitzenbleiber auf niedrigstem Stand

5. Mai 2009

Zahl der Sitzenbleiber auf niedrigstem Stand – Erste Zwischenbilanz ein Jahr nach dem Start der Initiative „Komm mit!“ – Ausweitung um 400 weitere Schulen

Ein Jahr nach dem Start der Initiative „Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben“ beteiligen sich nun insgesamt 412 weiterführende Schulen an dem Projekt. Die Anzahl nichtversetzter Schülerinnen und Schüler ist in diesem Schuljahr nochmals weiter gesunken. Die Quote liegt nur noch bei 2,7 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn des Erhebungszeitraums 1997/98.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung und Vertreter der Lehrerorganisationen teilen mit:

Ein Jahr nach dem Start der Initiative „Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben“ hat heute ein Gespräch zwischen Schulministerin Barbara Sommer und den Vertretern der beteiligten Lehrerorgani­sationen Udo Beckmann (VBE), Andreas Meyer-Lauber (GEW), Peter Silbernagel (Philologen-Verband) sowie Elisabeth Peerenboom-Dartsch (Verein katholischer deutscher Lehrerinnen) stattgefunden. Im April 2008 hatten die Partner in einer Gemeinsamen Erklärung vereinbart, eine Initiative zur Reduzierung der Sitzenbleiberquote auf den Weg zu bringen.

Ziel des heutigen Gesprächs war es, die bisherige Umsetzung der Initiative zu analysieren und gemeinsam zu überlegen, welche zusätz­lichen Maßnahmen ergriffen werden können, um das Ziel der Initiative zu erreichen. Erste Erfolge der Initiative lassen sich bereits erkennen. Statt der ursprünglich geplanten 300 Schulen beteiligen sich an „Komm mit!“ nun insgesamt 412 weiterführende Schulen. Die Anzahl nichtver­setzter Schülerinnen und Schüler ist in diesem Schuljahr nochmals weiter gesunken. Die Quote liegt nur noch bei 2,7 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn des Erhebungszeitraums 1997/98. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie damit um 0,4 Prozentpunkte gesunken. Dies entspricht bereits einer Reduzierung um 15 Prozent.

Um diesen positiven Trend fortzusetzen und zu verstärken, arbeiten die 412 Schulen, die sich vor einem Jahr freiwillig auf den Weg gemacht haben. Ziel ist es, gute Beispiele gelingender individueller Förderung herauszuarbeiten, die auch auf andere Schulen übertragbar sind.

Schulministerin Barbara Sommer: „Das Sitzenbleiben ist häufig eine pädagogisch kaum weiterführende Maßnahme. Gute Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie beides schaffen: Begabung zu fördern und Unterstützung zu bieten, wo immer dies nötig ist. Wir werden die Zahl der Nichtversetzungen dauerhaft nicht über Appelle und Vorschriften reduzieren können, sondern müssen uns genau ansehen, wo die Schwierigkeiten der Schulen und der Schüler wirklich liegen. Mit der Initiative ´Komm mit!´ geben wir Impulse für einen Wandel hin zur Indivi­dualisierung des Lernens und weg vom Instrument des Sitzenbleibens.“

Professor Dr. Rainer Peek, Erziehungswissenschaftler an der Universi­tät Köln, stellte heute den Vertretern der Lehrerorganisationen und Schulministerin Barbara Sommer erste Ergebnisse einer Anfangsbefra­gung vor. Prof. Peek begleitet das Projekt „Komm Mit!“ wissenschaftlich. Eine Datenaufnahme umfasst die Erhebung der Sitzenbleiberquoten, die Erfassung der Unterrichtsfächer mit Minderleistungen, schuleigene Förderkonzepte, eine Befragung von Schülern und Lehrern zu Einstel­lungen und Hintergründen der Einschätzung des Instruments „Sitzenbleiben“. Die Schulen konnten auch Wünsche und Bedürfnisse benennen, um noch erfolgreicher fördern zu können. Prof. Peek: „Die erste Auswertung macht deutlich, dass die Schulen mit viel Engagement begonnen haben, sich um die Förderung zu bemühen.“ Die Schulen er­halten eine kommentierte Rückmeldung zu ihren Daten, um so die weitere Förderung besser planen zu können. Die erste Auswertung, so Professor Peek, zeigt aber auch auf, wo die Schulen für sich noch Un­terstützungsbedarf sehen. So verfügten einige Schulen bereits vor ihrer Teilnahme am Projekt über gut funktionierende Förderkonzepte. Andere hingegen nähmen erst durch die Mitarbeit im Projekt die Problematik in den Blick.

Schulministerin Barbara Sommer und die Vertreter der Lehrerorgani­sationen sind sich einig, dass es im weiteren Projektverlauf nun vorran­gig darum gehen müsse, den teilnehmenden Schulen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie eine erhöhte Versetzungsgefährdung er­kennen und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Dies wird ermöglicht durch einen Vergleich der eigenen Sitzenbleiberquoten oder der Minderleistungen in einem bestimmten Unterrichtsfach mit den Daten von anderen Schulen. Durch einen Vergleich dieser Fakten können Rückschlüsse gezogen werden, inwieweit Schülerinnen und Schüler an einer Schule oder in einem bestimmen Unterrichtsfach von einem größeren Risiko der Nichtversetzung betroffen sind. So können gezielte Fördermaßnahmen entwickelt werden. Als weitere Maßnahme sollen Gelingensbedingungen eines Förderkonzeptes beschrieben werden, die auch auf andere Schulen übertragbar sind.

Gemeinsam beschlossen die Partner, das Projekt zum Schuljahr 2009/2010 auszuweiten. Weitere 400 weiterführende, allgemeinbildende Schulen können sich bis zum 15. September 2009 bewerben, so dass insgesamt rund 800 Schulen erproben, wie die Quote an Nichtverset­zungen reduziert werden kann. Auch die weiteren Schulen erhalten eine Unterstützung im Umfang von 0,3 Lehrerstellen zur Ausrichtung ihrer Förderpraxis im Sinne des Projekts.

Entwicklung der Wiederholerquoten

 

Sek I.
insgesamt

Hauptschule

Realschule

Gesamtschule

Gymnasium

2001/02

4,5

5,6

5,8

1,7

3,9

2002/03

4,0

5,4

5,1

1,6

3,1

2003/04

3,8

5,4

4,7

1,6

3,0

2004/05

3,4

5,0

4,1

1,7

2,4

2005/06

3,3

4,9

4,2

1,5

2,3

2006/07

3,3

4,8

4,3

1,4

2,4

2007/08

3,1

4,8

4,2

1,6

1,9

2008/09

2,7

4,7

3,6

1,3

1,5

 

 

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