Ministerin Svenja Schulze in Japan

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in Japan
9. November 2015

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in Japan

Kooperation der Universitäten Chiba und Düsseldorf: Forschung zum Thema Demografie und gesundes Altern

Der demografische Wandel und Fragen des gesunden Alterns sind thematische Schwerpunkte der Reise von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und einer Hochschuldelegation aus NRW.

 
Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Am zweiten Tag der Japanreise von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze haben die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und die Universität Chiba eine Kooperationsvereinbarung im Bereich "Gesundheit und Gesellschaft unter dem Aspekt der Alterung" unterzeichnet und so ihre Zusammenarbeit auch auf den Bereich Medizin ausgeweitet. Die HHU wurde vertreten durch die Prorektorin Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, die Universität Chiba durch Präsident Takeshi Tokuhisa. Ziel ist ein gemeinsamer Kurs für Doktorandinnen und Doktoranden mit der Ausrichtung "Public Health". Zudem soll der Austausch zwischen Studierenden ausgeweitet werden. Die beiden Universitäten kooperieren in anderen Fächern bereits seit 2011.

Der demografische Wandel und Fragen des gesunden Alterns sind thematische Schwerpunkte der Reise von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und einer Hochschuldelegation aus NRW. "Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen sind global und beschränken sich nicht nur auf Nordrhein-Westfalen, Deutschland oder Japan. Dementsprechend gewinnen internationale Kooperationen auch in der Wissenschaft immer mehr an Bedeutung", sagte Ministerin Schulze.

Bei der demografischen Entwicklung haben Japan und Deutschland viele Gemeinsamkeiten. In beiden Ländern wird die Bevölkerung im Mittel immer älter. Japan hat aktuell weltweit die älteste Bevölkerung mit 46,5 Jahren im Mittel, dicht gefolgt von Deutschland mit 46,3. Der Anteil der Menschen über 65 Jahre liegt in Japan bereits bei rund 25 Prozent und in Deutschland bei rund 20 Prozent. Die Zahl der Menschen mit hundert und mehr Jahren steigt ständig. Dagegen ist die Geburtenrate in beiden Ländern mit 1,4 Kindern pro Frau sehr niedrig. Daraus ergeben sich gravierende Veränderungen für die Lebens- und Arbeitswelt. Antworten auf die sich stellenden Fragen soll auch die Wissenschaft liefern.

Bei einem Treffen mit japanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Tokyo wurde ebenfalls intensiv über "Wohlfahrt und Gesundheit im demografischen Wandel" diskutiert. Die beiden Länder haben sehr unterschiedliche Ansätze für die Lösung einer der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Mit Blick auf den sich ergebenden Fachkräftebedarf verfolgt Japan eine Strategie der technologischen Innovationen, zum Beispiel den Einsatz von Robotern anstelle von Personen in der Pflege. In Deutschland und NRW hingegen sollen neue Technologien Ärzte und Pflegepersonal eher entlasten als ersetzen.

In NRW, Europas Forschungslandschaft Nummer 1, arbeiten zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Fragen des Alterns, altersbedingter Erkrankungen und sozialer Teilhabe älterer Menschen. Dazu zählen auch Institutionen wie der CECAD Exzellenzcluster zur Alternsforschung an der Universität Köln, die Max-Planck-Institute für Biologie des Alterns und das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen in Bonn ebenso wie das Regionale Innovationsnetzwerk "Gesundes Altern" und das Fortschrittskolleg "Wohlbefinden bis ins hohe Alter.

Auf dem Programm der Japanreise standen an diesem Tag zudem ein Besuch des United Nation University (Main Campus) in Tokyo, der Besuch des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) sowie ein Treffen mit dem deutschen Botschafter Dr. Hans Carl von Werthern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wissenschaft.nrw.de.

Hintergrundinformation

Nordrhein-Westfalen ist der führende Standort für japanische Unternehmen in Kontinentaleuropa. Mehr als 550 japanische Unternehmen haben sich in NRW niedergelassen und beschäftigen rund 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Jahresende 2013 lag der Bestand der japanischen Direktinvestitionen bei 8,8 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen zwischen NRW und Japan beträgt rund 8,5 Milliarden Euro. Zunehmend werden auch wichtige Forschungs- und Entwicklungsprojekte japanischer Firmen mit nordrhein-westfälischen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen umgesetzt. Die Zahl der Kooperationen zwischen NRW-Hochschulen und Hochschulen in Japan beträgt 137. Zahlenmäßig vorne ist hier die Universität Bochum (22) vor der Universität zu Köln (19), der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (18), der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (17), der Universität Duisburg-Essen (14) und der RWTH Aachen (11).

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