Unternehmen im Lande für die weltwirtschaftliche Lage gut gerüstet

22. Januar 2009

Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen hält mit dem Bund Schritt / Ministerin Christa Thoben: Unternehmen im Lande für die weltwirtschaftliche Lage gut gerüstet / RWI legt Prognose 2009 vor

„Unser Land ist für die aktuelle weltwirtschaftliche Lage gut gerüstet. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Unternehmen die derzeitige schwierige Lage besser werden bewältigen können als früher", erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts 2009. <p><a href="/mediadatabase/Jahreswirtschaftsbericht_NRW_2009.pdf" title="Jahreswirtschaftsbericht_NRW_2009">Jahreswirtschaftsbericht 2009</a></p>

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

„Unser Land ist für die aktuelle weltwirtschaftliche Lage gut gerüstet. Wir haben in den vergangenen Jahren das wirtschaftliche Fundament Nordrhein-Westfalens gestärkt und seit 2006 zur Entwicklung im Bund aufgeschlossen, was zuvor wegen der strukturpolitischen Schwächen über Jahrzehnte nicht der Fall war. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Unternehmen – auch dank der erreichten Qualität und Flexibilität ihrer Mitarbeiter – die derzeitige schwierige Lage besser werden bewältigen können als früher. Dabei werden wir Unternehmen und Beschäftigte mit einem aktuell verbesserten und passgenauen Instrumentarium unterstützen.“ Das erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben heute (22. Januar 2009) bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts 2009.

Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen wird sich auch im Jahr 2009 voraussichtlich wieder genauso entwickeln wie im Bundesgebiet. Die Forscher des  Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, erwarten für das Land wie für die Bundesrepublik insgesamt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von zwei Prozent. Die Bundesregierung rechnet in ihrem gestern vorgelegten Bericht mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland von 2,25 Prozent.

Für das vergangene Jahr ist das Bruttoinlandsprodukt in Nordrhein-Westfalen nach der RWI-Schätzung um 1,5 Prozent gewachsen (Bund: ebenfalls 1,5). Profitiert hat davon auch der Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenquote sank von 9 Prozent (Januar 2008) auf 8,1 Prozent im Dezember 2008, die Zahl der Arbeitslosen ging im Jahresdurchschnitt um 95.000 zurück. Für das laufende Jahr erwartet das RWI einen Anstieg der Quote um 0,4 Prozent (40.000 im Jahresdurchschnitt 2009). Dabei sind die beschlossenen Konjunkturprogramme allerdings nicht berücksichtigt.

Für die Bewältigung der zu erwartenden weltwirtschaftlichen Einflüsse auf Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung die zur Verfügung stehenden Kredit-, Bürgschafts- und Beratungsprogramme zur Liquiditätssicherung, Investitionsstärkung sowie zur  Neuausrichtung von Unternehmen erweitert bzw. angepasst. Im Fokus dieser Instrumentarien stehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die trotz solider Substanz von der Krise erfasst werden. Die NRW.BANK hat dazu eine Infoline geschaltet, unter der mittelständische Unternehmen eine kompetente und diskrete Erstberatung über die Förderprogramme erhalten. (0211 91471-4800). „Entscheidend dabei ist, dass sich die Betroffenen rechtzeitig bei den Förderberatern der NRW-Bank melden“, erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben hierzu.

Angesichts der weltweiten Vertrauens- und Finanzkrise müsse Nordrhein-Westfalen außerdem den industriellen Sektor stärken: „Blockaden können wir uns gerade in dieser Situation nicht mehr leisten. Sie schaffen zusätzliche Risiken für Wachstum und Beschäftigung. Geplante Investitionen im Land, etwa bei der Erneuerung des Kraftwerksparks, beim Bau industrieller Infrastruktureinrichtungen oder beim Bau von Produktionsanlagen, müssen jetzt schnellstmöglich realisiert werden. Das sichert Arbeitsplätze und schafft zusätzliches Vertrauen in den Standort.“

Dies sei umso wichtiger, so die Ministerin weiter, weil eine für den Jahreswirtschaftsbericht 2009 erarbeitete Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) die zentrale Bedeutung der Industrie für den Standort Nordrhein-Westfalen unterstreicht. Danach sind die Industrieunternehmen in Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich erfolgreich. Dies belegt ein für die Studie aufgestellter Erfolgsindex, der die Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung, die Renditen sowie die Zukunftschancen am jeweiligen Standort berücksichtigt.

Danach hat die Industrie eine Drehscheibenfunktion für die Gesamtwirtschaft. Das verarbeitende Gewerbe, der Kern der Industrie, bilde gerade mit den unternehmensnahen Dienstleistungen oder dem Logistikbereich einen eng verzahnten Verbund. Rund ein Drittel der Wertschöpfung wird mittlerweile in Nordrhein-Westfalen von diesem Verbund erwirtschaftet, Mitte der 90er Jahre waren es noch 27 Prozent. Von einer De-Industrialisierung des Landes kann nach den Feststellungen der Kölner Wissenschaftler keine Rede sein, im Gegenteil, komme der Industrie eine wachsende Bedeutung für Nordrhein-Westfalen zu.

Deshalb sei es umso wichtiger, dass angesichts der derzeitigen Finanz- und Vertrauenskrise einerseits und der zentralen wirtschaftlichen Bedeutung der Industrie andererseits die Weichen so gestellt werden, dass Nordrhein-Westfalen vom nächsten Aufschwung profitieren kann. 

Den kompletten Jahreswirtschaftsbericht 2009 finden Sie im Internet unter www.wirtschaft.nrw.de.

 

Auf die Krise vorbereitet:
Hilfen für mittelständische Unternehmen

Umsatzrückgänge, der teilweise Rückzug von Warenkreditversicherern und Kredite, die nicht oder aber zu deutlich schlechteren Konditionen verlängert werden: Die Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht zunehmend auch Unternehmen mit solider Vermögenssubstanz und einem guten Rating. Hier gilt es einen zeitweiligen Liquiditätsmangel zu überbrücken und Zukunftsinvestitionen möglich zu machen, um diese an sich ja wettbewerbsfähigen Unternehmen zu sichern.

Land und Bund sowie ihre Förderbanken bieten spezielle Hilfen wie Bürgschaften und Haftungsfreistellungen für diese Situation an. Wichtig ist: Je früher ein Unternehmen handelt und sich informiert, umso größer die Chance, dass die Hilfen greifen. Denn die Unterstützungsmöglichkeiten nehmen in dem Maße ab, wie sich ein Unternehmen der Insolvenz nähert. Für ein erstes vertrauliches Informationsgespräch hat das Land bei der NRW.BANK eine Infoline unter 0211 / 91741 - 4800 für mittelständische Unternehmen eingerichtet.

Instrumente zur Liquiditätssicherung und Investitionsstärkung

Überbrückung von Liquiditätsengpässen

Verbürgung von Krediten von bis zu 80 Prozent durch Bürgschaften der Bürgschaftsbank oder des Landes. Die Landesregierung steht bereit, den bisher schon großzügig bemessenen Bürgschaftsrahmen von 900 Mio. € auf 1,5 Milliarden Euro zu erweitern.
Das neue KfW-Sonderprogramm 2009 bietet Haftungsfreistellungen von 50 Prozent für Betriebsmittelkredite.
Zinsgünstige Betriebsmittelkredite für KMU mit 80 Prozent Ausfallbürgschaft durch den ‚NRW.BANK.Mittelstandskredit’.

Finanzierung von Investitionen und Innovationen

Kredite im Rahmen des neuen KfW-Sonderprogramms 2009 bis 50 Mio. € und Haftungsfreistellungen bis 90 Prozent.
KMU-Investitionsdarlehen bis 1 Mio. € mit 100 Prozent Haftungsfreistellung durch die NRW.BANK (NRW/EU.Investitionskapital).
Zinsgünstige Investitionsdarlehen bis fünf Millionen Euro kombinierbar mit einer 80-prozentigen Landesbürgschaft durch den NRW.BANK.Mittelstandskredit.
Neu: Investitionszuschüsse für arbeitsplatzsichernde Maßnahmen und für den Erwerb eines von Stilllegung bedrohten Betriebes in speziellen Fördergebieten des Landes.
Zuschüsse für Unternehmen für Forschung und Entwicklung im Energiebereich im Rahmen des Programms ‚Progres.NRW’.

Beratungszuschüsse für eine Neuausrichtung

Neu: Zuschüsse für Beratungen zur Umstrukturierung und Neuausrichtung von mittelständischen Unternehmen im Rahmen der landesweiten RWP-Beratungsförderung

Die Förderberater der NRW.Bank bei der NRW.BANK-Infoline informieren und beraten individuell und diskret mittelständische Unternehmen über diese und weitere Förderinstrumente. Als Berater der Förderbank des Landes sind sie der Neutralität verpflichtet. Auch Unternehmen in Schwierigkeiten sollten sich so früh wie möglich hier melden, um alle Möglichkeiten zum Erhalt auszuloten.

Vereinfachung des Vergaberechts

Die Landesregierung wird durch eine zügige Vereinfachung des Vergaberechts Investitionen beschleunigen. Hierzu beabsichtigt die Landesregierung, in Übereinstimmung mit dem Beschluss der Bundesregierung zum Konjunkturpaket II durch Erlass die Voraussetzungen zu schaffen, dass sowohl die Landesverwaltung als auch die kommunalen Gebietskörperschaften bis Ende 2010 Bauleistungen bis 100.000 Euro Auftragswert freihändig vergeben und bis zu eine Million Euro beschränkt ausschreiben können. Für Liefer- und Dienstleistungen soll bis zu einem Auftragswert von 100.000 Euro die Wahlmöglichkeit zwischen freihändiger Vergabe und beschränkter Ausschreibung bestehen.

Durch diesen Verzicht auf die aufwändigen Verfahren der öffentlichen Ausschreibung bzw. eines Teilnahmewettbewerbs werden die Spielräume der öffentlichen Auftraggeber im Land Nordrhein-Westfalen, Beschaffungsvorgänge spürbar zu beschleunigen bzw. zu vereinfachen, erheblich erweitert.

Für den Bereich der Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte (5.125.000 Euro für Bauleistungen, 206.000 Euro für Liefer- und Dienstleistungen) wird die Landesregierung die öffentlichen Auftraggeber im Land Nordrhein-Westfalen darauf hinweisen, dass sie wegen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise berechtigt sind, die Fristen für Teilnahmeanträge und die Einreichung von Angeboten regelmäßig soweit verkürzen können, dass die Gesamtdauer von Ausschreibungen im nichtoffenen Verfahren von 87 auf 30 Tage verkürzt werden kann.

Weitere Infos unter www.nrwbank.de

NRW.BANK-Infoline 0211 / 91741 - 4800

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