Behindertenbeauftragte: Wir brauchen 2010 Wachstum an sozialer Energie

29. Dezember 2009

Wer pflegt, wer hilft morgen? / Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow: Wir brauchen 2010 Wachstum an sozialer Energie!

„Alle reden von Wachstum, ich finde, wir brauchen 2010 auch ein Wachstum an gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Energie bei uns." Das er­klärte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow.

Die Behindertenbeauftragte teilt mit:

„Alle reden von Wachstum, ich finde, wir brauchen 2010 auch ein Wachstum an gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Energie bei uns. Die neue große soziale Frage ist für mich: Wer pflegt, wer hilft morgen? In Nordrhein-Westfalen haben schon jetzt eine Millionen Men­schen Hilfe-, Unterstützungs- und Pflegebedarf. Immer mehr Menschen vereinsamen, werden dadurch krank. Die Hilfe, die Beratung muss ins Haus kommen. Das ist eine Herausforderung für die sozialen Dienste. Die Menschen, die helfen und pflegen, sind oft enttäuscht über man­gelnde gesellschaftliche Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit für behin­derte und alte Menschen. Vielen von ihnen wachsen die Pflege und die Verantwortung, die vielen Anforderungen und Erwartungen, über den Kopf. Deshalb brauchen wir dringend eine neue Kultur der Anerkennung sozialer Arbeit, eine neue Kultur der Hilfsbereitschaft, des Spenden an Zeit. Ich will, dass behinderte und ältere Menschen auch morgen die Sicherheit haben, dass Menschen da sind, die helfen und pflegen“, er­klärte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow heute (29. Dezember 2009) in Düsseldorf.

Gemkow weiter: „Freizeit muss ein Stück Sozialzeit werden. Das Spen­den von Zeit wird immer wichtiger. Das muss eingeübt werden in der Familie, in der Schule. Soziales Engagement muss in Zeugnissen her­ausgestellt werden. Wir müssen deutlich machen, dass soziales Enga­gement einen großen Wert in unserer Gesellschaft hat. Praktische Bei­spiele gibt es viele in Nordrhein-Westfalen: Besuche bei behinderten und pflegebedürftigen Menschen, Unterstützung und Entlastung der An­gehörigen, Hilfe bei Behördengängen, Begleitung bei Freizeitaktivitäten, Hilfe beim Mittags- oder Abendessen im Behinderten- oder Pflegebe­reich. Ich werbe auch 2010 wieder für die Einführung des „Familienpa­ten“, der wie Patentante oder Patenonkel pflegenden Familien im Alltag hilft.

Die Landesbehindertenbeauftragte wies in diesem Zusammenhang auf die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen hin. Angelika Gemkow: „Mit der Einführung der Ehrenamtskarte hat das Land Nordrhein-Westfalen einen guten Beitrag dazu geleistet, dass das ehrenamtliche Engage­ment von Menschen mehr anerkannt wird. Die Kommunen sagen Dank, machen Angebote, wie zum Beispiel zahlreiche attraktive Vergünstigun­gen in Museen, Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeiteinrich­tungen sowie Vergünstigungen bei Volkshochschulkursen, in Kinos, in Theatern usw.“

Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte unter: www.ehrensache.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro der Beauftragten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die Belange der Menschen mit Behinderung, Telefon 0211 855-3008, Fax: 0211 855-3037, e-Mail: lbb@mags.nrw.de, Internet: http://www.lbb.nrw.de

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