Verfassungsschutz NRW: Umzug einer Islamschule im Visier

4. August 2010

Verfassungsschutz NRW hat Umzug einer Islamschule im Visier / Verfassungsschutzchefin Koller: Wir wollen Radikalisierung junger Menschen verhindern

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat den angekündigten Umzug einer Islamschule von Braunschweig nach Mönchengladbach im Visier.

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat den angekündigten Umzug einer Islamschule von Braunschweig nach Mönchengladbach im Visier. „Der Verein „Einladung zum Paradies e.V.“  war in der Vergangenheit Anziehungspunkt für salafistisch orientierte Islamisten. Durch den Umzug könnte es zu einem erhöhten Zulauf aus diesem Spektrum nach Mönchengladbach kommen“, erklärte die Leiterin des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Mathilde Koller, heute in Düsseldorf. „Wir werden deshalb die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten. Wir wollen verhindern, dass gerade junge Menschen durch die in dem künftigen „Dawa“(Missions)-Zentrum vermittelte Ideologie radikalisiert werden.“

„Die Verfassungsschutzbehörden von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen arbeiten eng zusammen“, betonte die Verfassungsschutzchefin. „Es gibt einen intensiven Informationsaustausch“. Anfang Juni 2010 wurde auf der Homepage des salafistischen Vereins ein Video veröffentlicht, das die Unterzeichnung eines Kaufvertrages zeigt. Es handelt sich hierbei um den Kauf eines Gebäudes in Mönchengladbach mit ca. 1.000 qm Fläche, das bereits jetzt als Moschee genutzt wird. Das Gebäude soll das neue Zentrum des Vereins werden, der bislang in Braunschweig ansässig war. In diesem „Dawa“-Zentrum soll ebenfalls die derzeit noch in Braunschweig angesiedelte Islamschule untergebracht werden. Die Umbauarbeiten am Gebäude haben bereits begonnen.

„Salafismus ist eine islamistische Strömung, die die Anwendung von Gewalt nicht grundsätzlich ablehnt“, sagte Koller. „Deshalb nehmen die Sicherheitsbehörden diese Ideologie bundesweit sehr ernst“. Sie verlange von Muslimen, sich in Glauben, religiöser Praxis und Lebensführung – also auch in gesellschaftlichen und politischen Belangen – ausschließlich an den Prinzipien von Koran und Sunna („Prophetentraditionen“) auszurichten.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon 0211 871-2300.

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