Untersuchungsergebnisse zu Adventskalendern

18. Dezember 2012

Verbraucherschutzministerium veröffentlicht Untersuchungsergebnisse zu Adventskalendern / Untersuchungsamt stellt aromatische Kohlenwasserstoffe in Schokolade fest – Ergebnisse bestätigen Untersuchungen der Stiftung Warentest

Das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Em­scher-Lippe“ (CVUA MEL) untersucht seit Ende 2011 landesweit Mineralöle in Lebensmitteln und Lebensmittelverpackungen. Aktuell wurden im Rahmen der Routineüberwachung elf Adventskalenderproben auf Mineralölverunreinigungen untersucht. Die nunmehr vorliegenden amtlichen Ergebnisse bestätigen die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Em­scher-Lippe“ (CVUA MEL) untersucht seit Ende 2011 landesweit Mineralöle in Lebensmitteln und Lebensmittelverpackungen. Aktuell wurden im Rahmen der Routineüberwachung elf Adventskalenderproben auf Mineralölverunreinigungen untersucht. Die nunmehr vorliegenden amtlichen Ergebnisse bestätigen die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest.

So waren in Schokoladen von sechs Adventskalendern keine aromatischen Kohlenwasserstoffe nachweisbar. In fünf Proben wurden diese aromatischen Substanzen mit Gehalten zwischen 1,0 und 5,2 mg/kg festgestellt. Darunter lagen drei Proben mit Gehalten zwischen 1,0 und 1,2 mg/kg im Bereich der vom CVUA MEL angegebenen Nachweisgrenze, in zwei Proben wurden Gehalte von 3,1 und 5,2 mg/kg nachgewiesen. Bei der höchstbelasteten Probe hat das CVUA MEL die Verwendung von mineralölhaltigen Druckfarben als Haupt-Ursache der Belastung ausgemacht. Bei der anderen Probe mit einem Gehalt von 3,1 mg/kg ist die Ermittlung der Quelle nicht aus den Untersuchungsergebnissen möglich. Hier muss die zuständige Behörde die Ursachen-Ermittlungen aufnehmen.

„Das Ergebnis macht deutlich, dass es hier nicht nur um Adventskalender allein geht. Offenbar müssen wir davon ausgehen, dass die Belastung von den mineralölhaltigen Druckfarben auf der Verpackung oder durch die Verwendung von recyceltem Altpapier ohne geeignete Sperrschichten wie zum Beispiel einem Zwischenbeutel ausgeht“, sagte Minister Johannes Remmel. „Ich kann daher die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner nur erneut dazu auffordern, die entsprechende Verordnung zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher endlich in Kraft zu setzen.“

Im Mai 2011 hatte das Bundesministerium den Entwurf einer nationalen „Mineralölverordnung“ den Ländern zur Stellungnahme übersandt. Bis auf eine Anhörung im Juli 2011 zu dem geplanten Verordnungsvorhaben hat das Bundesverbraucherschutzministerium die Verordnung aber bisher nicht weiter vorangetrieben. „Leider gibt es wegen der fehlenden Verordnung noch keine rechtsverbindlichen Grenzwerte, die herangezogen werden können, um die Waren vom Markt zu nehmen“, kritisierte Remmel. „Die Verordnung muss so schnell wie möglich von Ministerin Aigner erlassen werden“, sagt er und appelliert nochmals an den Verband der Süßwarenindustrie, tätig zu werden und belastete Ware freiwillig zurückzunehmen.

Ende November hatte Stiftung Warentest Adventskalenderschokoladen auf Mineralölverunreinigungen untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht. Mineralöle - vor allem deren aromatischen Bestandteile -stehen in Verdacht krebserregend zu sein. Meistens werden sie durch mineralölhaltige Druckfarben oder die Verwendung von Recyclingpapier in Lebensmittel eingetragen. Dies kann durch geeignete Barrieren unterbunden werden. Die Problematik ist nicht neu, denn schon 2009 machten Schweizer Wissenschaftler auf dieses Thema aufmerksam. Verbraucherschutzminister Remmel hatte eigene Untersuchungen im Landtag NRW angekündigt. „Die nunmehr vorliegenden amtlichen Ergebnisse bestätigen die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest“, betont Minister Remmel.

„Ich kann meinen Appell an die Süßwarenindustrie wie auch an die Lebensmittelindustrie insgesamt nur wiederholen, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Frank Seidlitz, Telefon 0211 4566-294.

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