Minister Jäger dankt Preisträgern für Zivilcourage

18. April 2013

Verantwortung übernehmen und handeln / Minister Jäger dankt Preisträgern für Zivilcourage

Acht mutige und besonnene Helfer aus NRW hat Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf mit dem Preis für Zivilcourage geehrt. „Sie haben in einer gefährlichen Situation Verantwortung übernommen und gezeigt, dass es wichtig ist, zu handeln statt wegzuschauen“, sagte er. Für ihr vorbildliches Verhalten wurden Manfred Appel aus Krefeld, Leo Dakik aus Köln, Birgit Grömping aus Borken, Can und Cihan Oduncu aus Witten, Renate Tobys aus Herten, Maria Walkowiak aus Vreden sowie Cornelia Weisenfeld aus Krefeld mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. „Es gehört Mut dazu, anderen in Notsituationen zu helfen, da man selbst verletzt oder angegriffen werden könnte“ sagte der Innenminister. Er warnte jedoch auch vor Selbstüberschätzung bei der Hilfeleistung: „Niemand sollte sein eigenes Leben riskieren. Rufen Sie in jedem Fall die Polizei oder andere Personen hinzu.“

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Acht mutige und besonnene Helfer aus NRW hat Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf mit dem Preis für Zivilcourage geehrt. „Sie haben in einer gefährlichen Situation Verantwortung übernommen und gezeigt, dass es wichtig ist, zu handeln statt wegzuschauen“, sagte er.

Für ihr vorbildliches Verhalten wurden Manfred Appel aus Krefeld, Leo Dakik aus Köln, Birgit Grömping aus Borken, Can und Cihan Oduncu aus Witten, Renate Tobys aus Herten, Maria Walkowiak aus Vreden sowie Cornelia Weisenfeld aus Krefeld mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. „Es gehört Mut dazu, anderen in Notsituationen zu helfen, da man selbst verletzt oder angegriffen werden könnte“ sagte der Innenminister. Er warnte jedoch auch vor Selbstüberschätzung bei der Hilfeleistung: „Niemand sollte sein eigenes Leben riskieren. Rufen Sie in jedem Fall die Polizei oder andere Personen hinzu.“

Manfred Appel (55 Jahre) konnte in Krefeld durch ein Fenster einen Mann beobachten, der in einer Wohnung mit einem Rohr mehrfach schlagende Bewegungen in Richtung der nicht einsehbaren Zimmerecke machte. Herr Appel wurde misstrauisch und ging der Sache nach. Schließlich erkannte er, dass drei Kinder die Opfer der andauernden Schläge waren. Die daraufhin verständigte Polizei nahm den Stiefvater der drei misshandelten Kinder im Alter von 2, 4 und 7 Jahren noch in der Wohnung fest, er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Leo Dakik (29 Jahre) wurde in Köln an einer U-Bahn-Haltestelle Zeuge eines Raubes auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig. Zwei junge Männer schlugen auf einen wartenden Fahrgast ein und stahlen ihm die Geldbörse. Herr Dakik machte die Täter lautstark auf sich aufmerksam und signalisierte ihnen, dass er das Geschehen filme. Während die brutalen Männer flüchteten, begab sich der Zeuge zu dem Opfer und kümmerte sich bis zum Eintreffen der Polizei um den Schwerverletzten. Das erstellte Video wurde zu Fahndungszwecken auszugsweise veröffentlicht. Die Täter stellten sich schließlich.

Birgit Grömping (55 Jahre) wurde in Borken durch Hilfeschreie auf eine Frau aufmerksam, die von einem unbekannten Täter auf die Motorhaube eines PKW gedrückt wurde, um sie zu vergewaltigen. Nachdem die Zeugin einen Notruf über die 110 abgesetzt hatte, schrie sie, dass die Polizei bereits verständigt sei und folgte dem Mann in eine Einfahrt, in die er sein Opfer zur Vollendung seiner Tat gezerrt hatte. Trotz eigener Gefährdung schrie Frau Grömping so lange weiter, bis der Mann von seinem Vorhaben abließ und flüchtete. Die Polizei konnte den Sexualverbrecher im Rahmen der Fahndung festnehmen.

Can Oduncu (14 Jahre) bemerkte mit seinem kleineren Bruder Cihan (12 Jahre) in einem Supermarkt in Bochum einen Mann, der heimlich verschiedene Lebensmittel in seinem Rucksack verstaute. Die beiden beobachteten den Verdächtigen weiter unauffällig und informierten eine Kassiererin. Der Dieb wurde daraufhin durch das Personal angesprochen und im Supermarktbüro bis zum Eintreffen der Polizei fest-gehalten.

Renate Tobys (71 Jahre) eilte in Herten einer Nachbarin zu Hilfe, die im Hausflur von einem unbekannten Mann angegriffen worden war. Der Täter hatte versucht, der Frau die Tasche aus ihrem Rollator zu entreißen und ihr den Mund zugehalten, als sie um Hilfe rief. Gemeinsam gelang es den beiden Seniorinnen, den Unbekannten ohne Beute aus dem Hausflur zu drängen. Dank einer detaillierten Täterbeschreibung durch Frau Tobys konnte der Räuber im Zuge weiterer Ermittlungen festgenommen werden.

Maria Walkowiak (66 Jahre) beobachtete in Vreden zwei verdächtige Personen, die sich nach mehrfachem Klingeln an verschiedenen Haustüren zur rückwärtigen Seite eines nicht bewohnten Hauses begaben, um dort einzubrechen. Sie benachrichtigte die Polizei und schilderte ihre Beobachtungen den eintreffenden Beamten. Diese konnten die beiden Einbrecher festnehmen. Ein dritter Täter, der Schmiere gestanden hatte, wurde durch Anwohner festgehalten und an die Polizei übergeben.

Cornelia Weisenfeld (49 Jahre) beobachtete vor einem Supermarkt in Recklinghausen, wie ein überführter Ladendieb einem Ladendetektiv unvermittelt ins Gesicht schlug. Noch bevor der Dieb mit einem aufgehobenen Stock weiter auf sein Opfer einprügeln konnte, ergriff die Zeugin couragiert das gefährliche Werkzeug und unterband so weitere Schläge. Der brutale Täter attackierte den Ladendetektiv daraufhin mit einem massiven Metallmüllbehälter und konnte erst durch den zu Hilfe eilenden Filialleiter gestoppt werden. Die kurz darauf eintreffende Streifenwagenbesatzung nahm den aggressiven Dieb fest.

Eine Jury aus Vertretern des Ministeriums für Inneres und Kommunales, des Landeskriminalamtes, des Justizministeriums, der Staatskanzlei und der Opferhilfeorganisation „Weißer Ring“ hatte die acht Preisträger ausgewählt.

Fotos der Preisverleihung stehen unter www.mik.nrw.de zur Verfügung.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon 0211 871-2300.

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